Bergisches Land, 1910: Nur gemeinsam werden sie es schaffen, ihre neue Heimat zu verteidigen ...
Bergisches Land, 1910. Irma ist verzweifelt: Das Landcafé im Honigstal hat bei der Einweihung versagt! Es fehlen die einzigartigen Kreationen ihres verstorbenen Großvaters. Einzige Lösung scheint ihre Tante Harriet, die das Talent Ludwigs geerbt hat. Womöglich weiß sie von den geheimen Rezepten? Aber wird Irmas Großmutter die uneheliche Tochter ihres Mannes hier wirken lassen? Auch Arno lässt sich seit der Eröffnung nicht mehr blicken, während Irmas guter Freund Eugen sich höchst sonderbar verhält. Als sich ein Tester des Guide Michelin ankündigt, gilt es für die Honigfrauen, zusammenzuhalten.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Sonja R
aus Essen
5/5
24.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Zurück nach Elbersfeld und mitten ins Herz!
Die Honigfrauen – Eine neue Heimat: Zurück im Honigstal
„Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ von Mirjam Müntefering ist der zweite und abschließende Band der Dilogie rund um die Konditorfamilie Honig aus Elbersfeld.
Nach den Ereignissen des ersten Bandes hat die Familie Honig, Irma und Auguste, im Honigstal einen Neuanfang gewagt. Doch der erhoffte Erfolg ihres Landcafés bleibt aus. Die Gäste kommen nur spärlich und auch der Konditor kann mit seinen Kreationen nicht überzeugen. Vor allem Irma leidet unter der Situation, möchte aber keinesfalls aufgeben. Ihre größte Hoffnung ist ausgerechnet ihre Tante Harriet, die das Talent ihres Großvaters geerbt hat und mit ihren Backkünsten vielleicht die Rettung für das Café sein könnte. Doch Harriets Mitarbeit bringt ganz neue Schwierigkeiten mit sich, schließlich hat sie noch ein eigenes Familienleben – und dann gibt es da auch noch den charmanten Restauranttester, den sie bereits im ersten Band kennengelernt hat. Außerdem hat auch Auguste ein Geheimnis, was die zarten Familienbande zwischen den Frauen ordentlich durcheinanderwirbeln kann.
Auch Irmas Gefühlsleben gerät ordentlich durcheinander, denn Arno lässt sich seit der Eröffnung des Cafés kaum noch blicken. Können die Honigfrauen ihre persönlichen Probleme beiseiteschieben, zusammenhalten und das Café doch noch zum Erfolg führen?
Für mich war dieser zweite Band vor allem eines: wie nach Hause kommen.
Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass ich den ersten Teil gelesen habe. Trotzdem war dieses vertraute Gefühl sofort wieder da. Ich war innerhalb weniger Seiten zurück bei Familie Honig, in Elbersfeld und natürlich im Honigstal. Ich denke, dass es durchaus wichtig ist, den ersten Band zu lesen, um Charaktere und Vorgeschichte zu kennen.
Wie schon im ersten Band sind die Kapitel den verschiedenen Figuren zugeordnet. Dadurch bekommt man erneut wunderbare Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Mirjam Müntefering gelingt es dabei, ihre Charaktere unglaublich lebendig wirken zu lassen. Man hat schnell seine Lieblinge, entwickelt ebenso schnell Antipathien und wird von so mancher Figur im Verlauf der Geschichte noch überrascht.
Überhaupt sind es für mich wieder die vielen kleinen Details, die den Roman so besonders machen. Elbersfeld, das Honigstal und vor allem das Landcafé entstehen beim Lesen förmlich vor dem inneren Auge. Man meint beinahe, den Duft der Törtchen und Kuchen riechen zu können, und würde sich am liebsten selbst an einen Tisch setzen und eine ausgiebige Bergische Kaffeetafel beziehungsweise die kleinen Feinheiten des Cafés bestellen.
Dazu kommt das wunderbare Lokalkolorit. Die historischen Hintergründe sind gut recherchiert und werden ganz selbstverständlich in die Handlung eingebunden. Man bekommt ein Gefühl für die damalige Zeit und insbesondere für die Möglichkeiten und Grenzen, mit denen Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts konfrontiert waren. Gleichzeitig steht aber immer die Familie Honig mit ihren Beziehungen, Gefühlen, Sorgen und Hoffnungen im Mittelpunkt.
Natürlich ist manches vorhersehbar. Bei einigen Entwicklungen hatte ich schon früh eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wohin die Reise gehen könnte. Gestört hat mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Die Geschichte entwickelt sich eigentlich genauso, wie ich es mir für die Figuren gewünscht habe.
Und ja, natürlich darf es dabei auch ein bisschen kitschig werden. Aber für mich trifft Mirjam Müntefering genau das richtige Maß. Es gibt viel Gefühl und Romantik, ohne dass die Geschichte vollkommen darin versinkt. Gerade bei einer solchen Familiensaga möchte ich schließlich mitfiebern, mitleiden und am Ende auch auf ein Happy End hoffen.
Besonders schön finde ich, dass die Honigfrauen trotz aller Schwierigkeiten ihren eigenen Weg suchen. Sie sind unterschiedlich, machen Fehler, geraten aneinander und müssen Entscheidungen treffen, die für Frauen ihrer Zeit keineswegs selbstverständlich sind. Gerade dadurch wirken sie so lebendig und nahbar.
Mein Fazit: „Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ ist für mich ein wunderbar stimmungsvoller Abschluss der Dilogie. Viel Herz, lebendige Charaktere, ein herrliches historisches Setting, jede Menge Lokalkolorit (und ja, ich habe meine ganz direkte Heimat dort ebenfalls erwähnt gefunden) und genau die richtige Portion Romantik machen das Buch zu einem echten Wohlfühlroman. Vielleicht ist manches vorhersehbar, aber manchmal möchte man beim Lesen eben genau das bekommen, was man sich für seine liebgewonnenen Figuren erhofft.
Ich wäre jedenfalls gerne noch ein bisschen länger bei Familie Honig im Honigstal geblieben.
Bewertung
aus Küstriner Vorland
5/5
24.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsam, abwechslungsreich, schönes Setting und interessante Charakter
MEINE MEINUNG:
Dies ist der zweite Teil um die Frauen der Familie Honig. Den ersten Teil sollte man zum besseren Verständnis schon gelesen haben. Ich habe ihn geliebt, doch er ließ mich mit vielen offenen Fragen zurück und so habe ich voller Neugier den zweiten Teil gelesen. Wieder lässt sich das Buch unheimlich gut lesen. Es wirkt sehr lebendig und hat einen sehr angenehmen Schreibstil. In den Kapiteln begleiten wir abwechselnd die Charaktere. So ist man nah an ihnen und kann tief in die Gedanken und Gefühlswelt eintauchen. Langsam und mit viel Charme werden Puzzlestückchen zusammengesetzt und offene Frage geklärt. Der Zeitgeist von damals wird sehr gekonnt wiedergegeben und in die Geschichte eingeflochten. Ich fühlte mich zurückversetzt in die Zeit um 1910 und es war grossartig. Die Charaktere sind vielschichtig und erleben eine Entwicklung, sie sind authentisch und sehr lebendig. Es gibt einige überraschende Wendungen und es gibt einige Probleme zu lösen. Und immer war ich nah an ihnen. Am Ende wurden alle meine Fragen geklärt und ich fand das Ende sehr rührend. Der Weg dahin war unterhaltsam, authentisch und konnte mich begeistern. Wieder habe ich die Honigfrauen sehr gern begleitet.
FAZIT:
Unterhaltsam, abwechslungsreich, schönes Setting und interessante Charaktere.
Karin_50
5/5
24.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Wenn aus Gegensätzen Zusammenhalt wächst
Es hat mir große Freude gemacht, die Honigfrauen noch einmal ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Besonders die drei sehr unterschiedlichen Frauen haben die Geschichte für mich getragen. Irma mit ihrer zuversichtlichen Art, Auguste, hinter deren Strenge viel mehr steckt, als man zunächst vermutet, und Harriet, die ihren eigenen Platz erst finden muss. Gerade weil sie nicht immer einer Meinung sind und alte Verletzungen zwischen ihnen stehen, wirkt ihr Miteinander glaubwürdig.
Sehr gern mochte ich auch alles rund um das Landcafé. Man erlebt die Schwierigkeiten und kleinen Fortschritte mit und hofft immer wieder, dass sich die viele Arbeit endlich auszahlt. Dabei geht es aber um weit mehr als den Erfolg des Cafés. Familie, Vertrauen, alte Geheimnisse und die Frage, wie viel man anderen verzeihen kann, spielen eine ebenso große Rolle.
Mirjam Müntefering erzählt angenehm und anschaulich, sodass ich schnell wieder im Bergischen Land des Jahres 1910 angekommen war. Besonders gelungen finde ich, dass auch die damalige Stellung der Frauen immer wieder spürbar wird, ohne dass die Geschichte dadurch schwer wirkt.
Ein warmherziger Abschluss, bei dem ich bis zuletzt mit den Figuren mitgefühlt habe. Vor allem der Zusammenhalt der Frauen ist mir in Erinnerung geblieben. Von ihnen hätte ich gern noch ein wenig länger gelesen.
raschke64
aus Dresden
5/5
24.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Gelungener zweiter Teil
Der Start des Landcafés im Honigstal ist völlig schiefgelaufen. Und nun drücken die Schulden umso mehr. Irma hat die Idee, ihre Tante Harriet zu fragen, ob sie im Café mitarbeitet. Die Tante will schon, aber Großmutter Auguste stellt sich quer. Erst nach vielem Hin und Her einigen sich die Frauen und mit dem Arbeiten von Harriet geht es mit dem Café stark aufwärts. Und auch Irma scheint ihr Glück gefunden zu haben, denn Arno mach ihr endlich einen Heiratsantrag....
Der zweite Teil ist die Fortsetzung um die Honigfrauen. Auch dieser Teil ist wiederum extrem gut lesbar. Die kurzen Kapitel aus Sicht der jeweiligen Frauen wechseln sich ab und so erfährt man die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen. Man ist die ganze Zeit irgendwie innerlich gedrängt, sofort weiter zu lesen, denn man will einfach nur wissen, wie die Geschichte weiter und vor allem ausgeht. Dem Genre gemäß natürlich irgendwie positiv, aber bis dahin gibt es viele mögliche Verwicklungen und Entscheidungen, die hätten anders ausfallen können. Auf dieser Art und Weise erfährt man, was Frauen zur damaligen Zeit möglich war und wo Grenzen aufgezeigt wurden. Die man zwar versucht zu erweitern, was aber nicht immer gelingt. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
24.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein stimmiger Abschluss im Honigstal
Der zweite Band setzt die Geschichte der Honigfrauen gelungen fort. Das Landcafé hat einen schwierigen Start hinter sich und Irma und Auguste müssen feststellen, dass eine gute Idee allein noch keinen Erfolg garantiert. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Familie genügend ungeklärte Dinge, sodass es nicht nur geschäftlich einiges zu bewältigen gibt.
Gut gefallen hat mir, dass die Figuren nicht auf der Stelle treten. Vor allem Irma zeigt immer wieder, dass sie sich nicht so leicht unterkriegen lässt und in schwierigen Situationen einen erstaunlich klaren Kopf bewahren kann. Bei manchen privaten Entscheidungen hätte ich ihr allerdings gern etwas mehr Menschenkenntnis gewünscht. Auch Auguste und Harriet entwickeln sich weiter, wobei gerade ihre nicht immer einfache Beziehung für mich interessant war.
Neben den familiären Problemen sorgen Konkurrenz, Geheimnisse und persönliche Interessen dafür, dass die Handlung über weite Strecken spannend bleibt. Manches lässt sich zwar erahnen, trotzdem wollte ich wissen, ob meine Vermutungen tatsächlich stimmen. Dabei verliert die Geschichte das Café und die Menschen, die daran hängen, nie aus den Augen.
Mirjam Münteferings Schreibstil ist angenehm zu lesen, und das Bergische Land um 1910 bildet einen passenden Hintergrund. Auch die eingeschränkten Möglichkeiten von Frauen in dieser Zeit spielen eine wichtige Rolle und machen verständlich, warum manche Entscheidungen eine größere Tragweite haben, als es heute zunächst erscheinen würde.
Insgesamt eine unterhaltsame historische Familiengeschichte über Zusammenhalt, Vertrauen und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Für mich ein runder Abschluss, der die Fortsetzung des ersten Bandes überzeugend zu Ende führt.
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