Julien, erfolgreicher Geschäftsführer und innerlich leer, zieht sich in ein abgelegenes Schweigekloster zurück. Hier in der Provence, wo nur der Sommerwind durch den Lavendel streicht, sucht er nach Versöhnung mit sich selbst und den Schatten der Vergangenheit. Inmitten der Stille begegnet er einer jungen Frau, schön, geheimnisvoll - und völlig ohne Worte entsteht zwischen den beiden etwas, das tiefer geht als Sprache: eine Liebe, geboren im Schweigen. Doch welche Chance hat diese Verbindung, wenn die Rückkehr in das alte Leben unvermeidlich ist?
Ein einzigartiger, sinnlicher, beglückender Roman von Bestsellerautor Alexander Oetker: über die Kraft der Liebe, das Finden im Verlorensein - und über die Magie eines neuen Anfangs.
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
4/5
25.06.2026
eBook (ePUB 3)
Reise zu sich selbst im Lavendelkloster
Julien hat sein Leben bisher ganz der Arbeit und dem beruflichen Erfolg gewidmet und dabei sein Privatleben zunehmend vernachlässigt. Nun befindet er sich an einem Wendepunkt, an dem er nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll.
Auch Emma trägt ihre eigenen Sorgen und Herausforderungen mit sich. Sie kämpft mit den Folgen vergangener Entscheidungen und persönlichen Belastungen, die sie geprägt haben.
Unabhängig voneinander erleben beide, wie die Stille nicht nur zur Selbstreflexion anregt, sondern auch die Wahrnehmung schärft. Plötzlich rücken die wirklich wichtigen Dinge in den Mittelpunkt: die Natur, das Essen, die einfachen Abläufe des Alltags und das bewusste Erleben des Augenblicks.
In dieser besonderen Atmosphäre kommen sich Emma und Julien näher. Sie teilen intensive Momente des Schweigens und erleben eine besondere Form von Nähe, die in der Abgeschiedenheit des Klosters wachsen kann – frei von Erwartungen und äußeren Einflüssen.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist, dass die Handlung insgesamt recht zügig voranschreitet. Zwar werden einige der anderen Klosterbewohner vorgestellt, und man erfährt im Laufe der Geschichte, welche persönlichen Beweggründe sie ins Kloster geführt haben, doch bleiben diese Figuren eher im Hintergrund. Ihre Geschichten fand ich durchaus interessant, weshalb ich mir gewünscht hätte, noch mehr über sie zu erfahren. Besonders spannend wäre es gewesen zu erfahren, wie ihr Leben nach dem Aufenthalt im Kloster weitergeht. Auch wenn der Fokus klar auf Julien und Emma liegt, hätten die Nebenfiguren für mich gerne etwas mehr Raum einnehmen dürfen.
Bewertung
aus Sigriswil
4/5
10.05.2026
eBook (ePUB 3)
Das Lavendelkloster
Das Buch war nicht so schlecht, habe aber schon bessere Bücher von Alexander Oetker gelesen. Irgendwie hätte ich die restlichen Teilnehmenden der Schweigewoche noch mehr ins Buch eingebunden.
Bellis-Perennis
aus Wien
4/5
01.05.2026
eBook (ePUB 3)
In der Stille liegt die Kraft
Krimiautor Alexander Oetker einmal anders. Gemeinsam checken wir für eine Woche in einem Schweigekloster ein und begleiten mehrere Personen auf der ungewohnten Reise in die Stille. Wir, das sind wir Leser, der erfolgreiche Geschäftsführer Julien und Emma, die endlich ihre toxische Beziehung hinter sich lassen möchte, sowie andere Reisende, die jeweils für sich den Weg aus dem lauten Alltag zur inneren Ein- und Umkehr beschreiten möchten.
Unter dem beruhigendem Duft des Lavendels und der fachkundigen Anleitung der Klostergemeinschaft, fällt das Schweigen gar nicht mehr so schwer, werden doch alle anderen Sinne geschärft und die nonverbale Kommunikation sagt mehr als tausend Worte.
Meine Meinung:
Zunächst bin ich mit ein wenig Vorsicht an dieses Buch herangetreten, habe ich doch erst vor Kurzem Professor Reinhard Hallers Buch „Toxisches Schweigen. Wenn Schweigen zur Waffe wird“ gelesen. Alexander Oetker, den ich von seinen zahlreichen Krimis her kenne, hat hier ein tollen (Liebes)Roman geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat. Üblicherweise bin ich ja nicht so die Herz-Schmerz-Leserin, aber hier ist alles wohl temperiert und gar nicht kitschig.
Der Schreibstil ist fast schon poetisch zu nennen und bezaubert durch die intensive Beschreibung der neuen Wahrnehmungen von Julien und Emma. Man kann den intensiven Duft des Lavendels richten.
Gut hat mir gefallen, wie oft Julien während der Anreise ans Aufgeben und Umkehren gedacht hat. Dass er den inneren Schweinehund überstimmt hat, um diese Auszeit für sich selbt in Anspruch zu nehmen, ist ein großer Gewinn.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser Erzählung von sich selbst Finden und einen Neuanfang wagen, 4 Sterne.
hasirasi2
Thalia Book Circle Community
4/5
17.04.2026
eBook (ePUB 3)
No-Talk
„… wie soll man sich denn verlieben, wenn man zum Schweigen verdammt ist?“ (S. 222)
In einem abgelegenen Schweigekloster in der Provence begegnen sich Julien und Emma – zwei Fremde, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für eine Woche aus der Welt zurückgezogen haben, um wieder zu sich selbst zu finden. Sie kennen weder die Namen noch die Geschichten des jeweils anderen, und doch ist da vom ersten Moment an eine leise, aber unübersehbare Anziehung, der sie sich kaum entziehen können. Aus der geplanten inneren Einkehr entwickelt sich schnell ein intensives „No-Talk“: Blicke, ein kaum merkliches Heben der Augenbraue oder eine zufällige Berührung gewinnen plötzlich eine Bedeutung, die Worte niemals erreichen könnten – und werden zu stillen Versprechen.
„Abschalten, die Ruhe genießen, den Gedanken nicht mehr nachjagen, sondern ihnen vielleicht wirklich nachspüren können.“ (S. 21)
Julien hat sein Leben bislang ganz der Arbeit und dem Erfolg gewidmet und dabei sein Privatleben verloren. Nun steht er an einem Punkt, an dem er nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Von Beziehungen hat er eigentlich genug, doch Emma, die geheimnisvolle Fremde, zieht ihn unweigerlich in ihren Bann. Ausgerechnet in der Stille, ohne seine gewohnte Souveränität, ohne Worte und Auftreten, scheint er ihr näherzukommen, als er es je für möglich gehalten hätte.
„Ich möchte zu mir finden – und endlich den Mut haben, von dem ihr alle denkt, dass ich ihn schon lange habe.“ (S. 34)
Auch Emma trägt ihre eigenen Brüche mit sich. Gefangen in einem Leben, das sie so nie wollte, fehlt ihr bislang der Mut, grundlegende Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen. Der Rückzug ins Kloster ist für sie mehr als nur eine Pause, er ist der erste Schritt zu einer Veränderung, die längst überfällig ist.
Unabhängig voneinander erfahren beide, wie die Stille nicht nur zur Selbstreflexion zwingt, sondern auch die Wahrnehmung schärft. Plötzlich rückt das Wesentliche in den Fokus: die Natur, die einfachen Abläufe des Alltags, das bewusste Erleben jedes einzelnen Moments. Jede Mahlzeit wird zu einem kleinen Ritual, zu einem „Seelenessen“, das nährt und heilt. Ebenso intensiv ist die schweigend geteilte Zeit zwischen ihnen – eine stille Intimität, die in der Abgeschiedenheit wachsen darf, frei von Erwartungen und äußeren Einflüssen.
Doch was bleibt nach dieser einen Woche? Kehren sie einfach in ihre alten Leben zurück – oder ist aus der wortlosen Verbindung etwas entstanden, das auch außerhalb der Klostermauern Bestand haben kann?
Mit „Das Lavendelkloster“ erzählt Alexander Oetker einen Liebesroman der leisen Töne. Es wird kaum gesprochen, und gerade darin liegt seine besondere Stärke. Statt Dialogen stehen Gedanken und Gefühle im Mittelpunkt, die den Lesern die Figuren auf eindringliche Weise nahebringen. Gleichzeitig entfaltet sich das sinnliche Panorama der Provence: der Duft von Lavendel, die Weite der Landschaft, die Ruhe und Magie des Ortes. Wie in all seinen Büchern verbindet Oetker auch hier Genuss, Atmosphäre und Emotion zu einer Geschichte, die lange nachklingt.
Gavroche
Thalia Book Circle Community
4/5
11.04.2026
eBook (ePUB 3)
Schweigen in der Provence
Ich habe diesen Roman in der Provence gelesen, wo ich gerade meinen Urlaub verbracht habe und so habe ich noch besser die Stimmung einfangen können. Zwar dauert es noch bis zur Lavendelblüte, aber die Beschreibungen des provenzalischen Essens - wie immer ist das Essen ein wichtiger Punkt in den Romanen von Alexander Oetker - haben mir noch mehr Appetit auf die provenzalischen Besonderheiten gemacht, aber auch die Lebensweise und die Beschreibung des Klosters und des kleinen Ortes.
Julien kommt mit dem Zug aus Paris angereist, Emma verpasst ihren Zug in Avignon und wird von ihrer Freundin gebracht und kommt sogar ins Schweigekloster zu spät. Es gibt noch weitere interessante Persönlichkeiten, aber der Fokus liegt auf diesen beiden, aus deren Perspektiven die Geschichte erzählt wird. Wobei immer wieder überraschend die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung ist.
Beide fliehen vor ihrem Leben, müssen sich dem aber stellen. Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Lebensgeschichte.
Eine Woche Schweigen, was macht das mit uns? Der Autor verrät im Nachwort, dass er es selbst getestet hat, wenn auch nicht in der Provence.
Auch dieser Roman des Autors hat mir gut gefallen und mir Frankreich noch näher gebracht.
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