Produktbild: Grüne Welle

Grüne Welle

107

25,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

48316

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.02.2026

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

18,3/12,2/2 cm

Gewicht

236 g

Farbe

Elfenbein / Dunkelgrün

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-07381-2

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

48316

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.02.2026

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

18,3/12,2/2 cm

Gewicht

236 g

Farbe

Elfenbein / Dunkelgrün

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-07381-2

EU-Ansprechpartner

truepages UG (haftungsbeschränkt)
Westermühlstrasse 29
80469 München
DE
info@truepages.de

Herstelleradresse

Diogenes Verlag AG
Sprecherstrasse 8
8032 Zürich
CH
info@diogenes.ch

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  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    13.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Genug Sympathie für den Teufel?

    Der Roman von Esther Schüttpelz erzählt von einer Frau, die sich einmal im Monat mit ihrer einzigen Freundin im Kino trifft. Danach fährt sie in ihrem alten Golf Kombi mit Rolling-Stones-Aufkleber, defektem Blinker und Türen, die sich nicht mehr richtig verschließen lassen, zu ihrem Mann nach Hause. An diesem Abend jedoch zwingt eine Umleitung sie durch die Straßen ihrer früheren Kunststudentinnenzeit. Sie verfährt sich, will an der nächsten roten Ampel wenden – doch alle Ampeln stehen auf Grün. Was folgt, ist eine scheinbar ziellose Fahrt durch die Nacht, getragen von einem inneren Monolog. Schüttpelz verzichtet fast vollständig auf Namen und reduziert das Personal auf ein Minimum. Statt Handlung dominiert Reflexion: über das Leben der Protagonistin als Ehefrau eines erfolgreichen Anwalts und über ihre künstlerische Entwicklung. Dabei entsteht ein konstant unterschwellig bedrohliches Gefühl. Ein Einschnitt erfolgt im Morgengrauen durch einen Rehunfall – wie vieles in diesem Roman von symbolischer Bedeutung. Später nimmt sie zwei Anhalterinnen mit, eher aus Überrumpelung als aus freier Entscheidung. Als sie nach ihrem Namen gefragt wird, nennt sie sich spontan „Amy“, inspiriert von einem Song von Amy Winehouse. Mit diesem Namen verändert sich auch ihr Verhalten: Sie wirkt offener, interessierter, beinahe befreit. Erst als eine der jungen Frauen ihre Fassade durchdringt, bricht diese Rolle zusammen – und die Protagonistin flieht. Zentrales Thema des Romans ist Gewalt in Beziehungen, insbesondere in ihrer subtilen, schwer greifbaren Form. Explizit benannt wird die physische Gewalt erst auf Seite 49; bis dahin bleibt sie eine Ahnung. So ergeht es auch der Freundin der Protagonistin: Sie spürt, dass etwas nicht stimmt, begegnet dem Ehemann, der nach außen charmant und kontrolliert wirkt, und gerät dennoch kurz in seinen Bann. Gerade darin liegt die Stärke des Buches: Es zeigt, wie geschickt toxische Dynamiken verborgen werden und wie schleichend Manipulation das Selbstvertrauen der Betroffenen untergräbt, bis ihnen die Kraft zur Flucht fehlt. Schüttpelz arbeitet stark mit Symbolen. Nahezu jedes Detail ist bedeutungstragend, besonders die im Radio gespielten Songs. Der Rolling-Stones-Aufkleber zu Beginn findet seine Entsprechung am Ende in „Sympathy for the Devil“ – ein möglicher Wendepunkt, an dem die Protagonistin erkennen könnte, dass ihre „Sympathie“ für den Teufel ein Ende haben muss. „Großartig“ trifft es, auch wenn das Buch keine leichte Lektüre ist. Die präzise, durchdachte Sprache verlangt Aufmerksamkeit, belohnt diese jedoch auf jeder Seite. Die Namenlosigkeit der Figuren unterstreicht dabei die eigentliche Aussage: Diese Geschichte könnte jede treffen.

  • Kwinsu

    aus Salzburg

    5/5

    22.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fahr um dein Leben!

    Es gibt Bücher, die begeistern mich. Weil sie eingänglich geschrieben sind, einen besonderen Schreibstil vorweisen, eine berührende und / oder mitreißende Geschichte erzählen, die nachhallen. Und dann gibt es Bücher wie "Grüne Welle", die ich so feiere, dass ich am liebsten jede/r ein Exemplar in die Hand drücken und sagen möchte: Du musst das lesen! Im Mittelpunkt steht eine Frau, später wird sie sich Amy nennen, die im Auto fährt. Und fährt. Und fährt. Und sich denkt: wenn die nächste Ampel auf rot schaltet, kehre ich um. Doch es kommt keine rote Ampel, dafür aber immer mehr die Gedanken an ihr Leben, das so wie es ist, nicht gut ist. Ihr Mann ist herrisch, bestimmt über sie, schränkt sie ein, ja, eigentlich sperrt er sie ein. Nur einmal im Monat darf sie mit ihrer Freundin ins Kino gehen, muss aber gleich danach wieder heim kommen. Die Frau ist nur mehr ein Schatten ihrer selbst, nein, eigentlich ist sie gar nicht mehr sie, ihre Träume, ihre Pläne, alles vergessen, der Mann hat sie fest im Griff. Warum also nicht einmal planlos durch die Nacht düsen, die Gedanken schweifen lassen? Das Reh vor ihrem Auto wollte es anders und bringt eine Begegnung mit zwei Tramperinnen mit sich. Im Gespräch mit ihnen erinnert sich die Frau wieder an sich selbst, an ihre Kunst, an das selbstbestimmte Leben, dass sie einmal hatte. Wie genial Ester Schüttpelz sich an das Thema häusliche Gewalt annähert, ohne belehrend, zu offensichtlich oder zu plakativ zu sein, zeigt sich vor allem an der Wahnsinnssprache. Sie setzt unterschiedliche Stilmittel ein um die Universalität des Themas häusliche Gewalt aufzuzeigen: die Frau bleibt lange nur die Frau; nur kurz, als sie die vertiefenden Gespräche mit den Tramperinnen führt und für einen Augenblick zu sich selbst zurück findet, wird sie wieder Amy - eine eigenständige Person, ein Mensch mit Talenten, Träumen und Hoffnungen. Im Schutze der Anonymität ist sie das unsichtbare Opfer, Gefangen in einem Käfig, der beherrscht wird von dem Mann, der sie als Besitz ansieht. Außerdem nutzt die Autorin Symbolik als starkes Element der übertragenen Situationsbeobachtung. Der plötzliche Stopp, den sie durch das Reh einlegen muss, steht der rasanten, unaufhaltsamen Autofahrt, die eigentlich eine Flucht ist, diametral entgegen, bringt sie jedoch in weiterer Folge für einen kurzen Moment zur Rückbesinnung auf sich selbst. Das Reh ist tot, wie sie selbst, doch sie will es noch nicht ganz gehen lassen. Die Gewalt, die die Frau in allen Facetten erleben muss, wird nie so wirklich direkt beschrieben, aber feine Andeutungen lassen eine/n beim Lesen wissen, wie der Hase läuft. Ihre - mittlerweile einzige - Freundin, weiß nichts, vermutet aber viel, hat das richtige Gespür und droht Gefahr sich vom Mann täuschen zu lassen. Und die Frau selbst - bis zum Schluss wissen wir nicht, ob sie die Kraft aufwenden wird können, um sich zu befreien. "Grüne Welle" betört mit einer Tiefgründigkeit, einer distanzierten Sprache und der Intensität der gefühlten Berührung, die sich oft in Form von Beklemmung und Atemlosigkeit Luft schafft. Für mich ist der Roman definitiv ein Jahreshighlight, mit dem ich mich noch des Öfteren beschäftigen werde.

  • Bewertung

    5/5

    06.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Authentisches Portrait einer Generation

    Esther Schüttpelz ist mit „Grüne Welle“ ein bemerkenswert ehrliches und unaufgeregtes Debüt gelungen. Der Roman fängt das Lebensgefühl junger Erwachsener ein, die zwischen Zukunftsfragen, Beziehungsdynamiken und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt feststecken. Besonders hervorzuheben ist Schüttpelz’ präzise Beobachtungsgabe. Sie verzichtet auf dramatische Übersteigerungen und findet stattdessen in den kleinen, alltäglichen Momenten eine tiefe Wahrheit. Ihr Schreibstil ist klar, modern und von einer angenehmen Melancholie durchzogen, die nie ins Kitschige abgleitet. Man begleitet die Protagonistin gern durch ihre Gedankenwelt, weil sie nahbar und menschlich wirkt. Fazit: Ein kluges, leises Buch über das Erwachsenwerden und die Zwischentöne des Lebens. Für Leser, die authentische Gegenwartsliteratur ohne Pathos schätzen, ist dieser Roman eine absolut lohnenswerte Entdeckung.

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    05.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn einer Frau der Zufall den Weg aus der Gefahrenzone zeigt

    Die Frau war mit der Freundin im Kino. Einmal im Monat macht sie das. Es scheint ihr einziger dauerhafter Sozialkontakt zu sein, neben ihrem Mann, mit dem sie seit über zehn Jahren verheiratet ist. Doch diesmal ist etwas anders als sonst. Sie fährt nicht auf direktem Weg nach Hause, sondern lässt sich von den grünen Ampeln treiben, immer weiter weg. Es ist keine wirklich bewusste Entscheidung, sie lässt sich einfach treiben und denkt ab und zu darüber nach, dass sie umkehren werde, sobald mal eine Ampel rot sein werde... doch es ist grüne Welle. Sie fährt auf die Autobahn auf und noch weiter weg. Sie lässt sich treiben, so ist sie es gewohnt. Entschlossen eigene Entscheidungen zu treffen, war vielleicht noch nie ihre Sache, vielleicht war sie schon immer der intuitive Typ, vielleicht hat sie in den letzten Jahren ihren Glauben an ihre Selbstwirksamkeit verloren... Währenddessen wird der Mann zu Hause unruhig, schließlich ist er gewohnt, dass die Frau nach dem Kinobesuch mit der Freundin einmal im Monat direkt zu ihm nach Hause fährt. Er kontaktiert die Freundin der Frau, diese weiß auch nicht mehr. Die beiden reden darüber, ob etwas getan werden solle. Die Polizei solle nicht gerufen werden, wünscht der Mann. Und so schreitet die Nacht voran und dann bricht ein neuer Tag an und die Frau ist immer noch in ihrem Auto unterwegs. Ich habe mich bemüht, diese kurze Zusammenfassung in einem ähnlichen Stil zu schreiben, in dem das Buch verfasst ist. Denn dieses besondere Buch lebt stark von der Art, wie es geschrieben ist. Es sind nicht Menschen mit konkreten Namen, mit denen wir zu tun haben, es sind "die Frau", "der Mann", "die Freundin der Frau" und später zwei Mädchen, die sie trifft: "die Große" und "die Kleine". Das macht schon deutlich, worum es in diesem Buch geht: nicht um konkrete Personen und Einzelschicksale, sondern um Muster und destruktive Beziehungsdynamiken von Gewalt in der Beziehung und damit einhergehender Isolation von anderen Menschen und Entfremdung von der Welt. Auf ihrem Roadtrip lernen wir die Frau besser kennen und erfahren nach und nach mehr über sie. Früher war sie eine lebensfrohe junge Frau, sie hat auf der Kunsthochschule studiert und ist Künstlerin, doch dann hat sie den Mann kennen gelernt und in der Beziehung mit ihm ist ihre Welt immer kleiner und enger geworden. Auch körperliche Verletzungen sind an ihrem Körper zu entdecken. Und sie ist sehr ängstlich, fürchtet ständig, bei einem Stopp könne jemand die Autotüren aufreißen, weil die Verriegelung des alten Autos nicht mehr funktioniert. Dabei gibt es auf den ersten Anblick in der Umgebung, die sie durchfährt, kaum offensichtliche Gefahren... abgesehen von Wild, das plötzlich auf die Straße rennen könnte. Wenn man näher hinschaut, ist dieses Buch voll von interessanter Symbolik, die sich an vielen Stellen zeigt und wiederholt. Dadurch wirkt das Buch insbesondere emotional sehr stark nach, was ich auch beim Verfassen dieser Rezension, mehr als eine Woche nach Beendigung der Lektüre, noch deutlich in mir spüre. Sobald ich wieder an dieses Buch denke, habe ich das Gefühl, wieder mit der Frau auf ihrem Roadtrip zu sein, ihre Beklemmung zu spüren, aber auch gemeinsam mit ihr auf ihre Befreiung aus ihrem unglücklichen Leben und der Gewaltbeziehung zu hoffen. Nachdenklich macht das Buch auch über die destruktive Dynamik von Gewaltbeziehungen und darüber, wie schwer es ist, aus diesen auszubrechen - auch deshalb, weil die Täter ihre Opfer sozial isolieren und deren Selbstwert systematisch zerstören. Ob der Frau das am Ende gelingen wird, beantwortet dieses Buch nicht abschließend, das muss es auch nicht. Der größte Wert des Buches liegt darin, auf eindringliche Weise gerade durch die allgemein gehaltenen Charaktere und die eingebundene Symbolik für das Thema häuslicher Gewalt zu sensibilisieren. Es ist ein rundum gelungenes Werk, das ich allen, die tiefgründige Bücher mögen, in denen es einiges an zu entschlüsselnden Metaphern gibt, sehr empfehlen kann!

  • Leo

    aus Aalen

    5/5

    03.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    an der Kreuzung

    Der Kinobesuch ist vorbei und eine Frau setzt sich ins Auto und fährt nach Hause. Sie kennt den Weg und weiß, wie sie schnell nach Hause kommt, aber heute ist irgendwie alles anders. Es gibt eine Umleitung und sie muss einen anderen Weg einschlagen und so fährt sie in die Nacht, fährt weiter, fährt auch an Kreuzungen vorbei die sie kennt und die sie schnell zu ihrem Mann nach Hause bringen würden, aber irgendetwas lenkt sie um und weiter. Dann geschieht ein kleiner Unfall und die Frau begegnet zwei Mädchen und spontan steigen sie ein und fahren mit der Frau weiter und die Grüne Welle hält an und dann beginnt die Frau zu erzählen. Esther Schüttpelz erzählt quasi in Echtzeit diese Geschichte und nimmt uns mit auf eine Fahrt durch die Nacht. Eine Fahrt aber auch zu sich selbst, zu Erinnerungen, zu Erlebten und eventuelle auch zu sich selbst. Aber es gibt auch einen weiteren Blickwinkel und der zeigt einen anderen Weg und eine andere Sicht und wir stehen an der Kreuzung und wissen nicht, welcher Weg der richtige ist. Ein ganz starkes Buch, wo man selbst am Steuer sitz und die Frau kann jeder von uns sein und auf den wenigen Seiten des Buches passiert so viel und verändert irgendwie alles. Stark!

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