Authentisch afrikanisch kochen – ohne tierische Produkte
Tamu feiert die Vielfalt
afrikanischer Gerichte , die traditionell
ganz ohne tierische Produkte auskommen. Von Kairo bis Kapstadt stellt Jane Nshuti, Autorin und leidenschaftliche Botschafterin für pflanzenbasiertes Essen aus ihrer Heimat Afrika, Aromen und kulinarische Erinnerungen vor, die ihr Leben geprägt haben.
Rezepte wie Amaranth-Risotto aus Südafrika, würziger Maniok aus Ruanda, Jollof-Reis aus Ghana und marokkanische Gemüse-Tajine zeigen, wie „tamu“ (lecker) die vegane afrikanische Küche ist.
Über 70 vegane Rezepte verbinden tiefe kulinarische Wurzeln mit
modernen, alltagstauglichen Interpretationen . Tipps und ein Guide zu gut erhältlichen Alternativen machen auch weniger bekannte Zutaten leicht zugänglich.
Mit einem
visuell eindrucksvollen Design und einer
berührenden Erzählweise ist Tamu ein besonderes Buch für alle, die sich für bewusstes Kochen und Essen als Ausdruck von Gemeinschaft und Kultur interessieren.
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Eine pflanzliche Reise durch Afrikas Küchen
NT am 16.04.2026
Bewertungsnummer: 3111404
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Tamu“ heißt köstlich auf Suaheli. Ein Wort, das dieses Buch ziemlich gut trägt. Beim Durchblättern hatte ich nicht das Gefühl, ein klassisches Kochbuch in der Hand zu halten. Eher eine Sammlung von Erinnerungen, Beobachtungen und Wegen durch verschiedene Länder, bei denen Rezepte immer wieder auftauchen, irgendwie nebenbei.
Jane Nshuti schreibt über Orte, Menschen, über ihre eigene Geschichte und darüber, wie sie überhaupt zu den Rezepten im Buch gekommen ist. Man folgt ihr durch Tansania, Kenia, Ghana, Nigeria, Marokko und weiter und merkt schnell, dass es hier nicht nur ums Kochen geht. Sie spricht Dinge an, die in vielen Kochbüchern keinen Platz haben. Kolonialgeschichte. Ernährungssysteme. Und auch diese seltsamen Bilder, die viele in Europa von afrikanischem Essen haben. Als wäre es ein einziger Geschmack, ein einziges Gericht, ein einziges Land. Als wäre „Fufu“ so etwas wie ein Nationalgericht für den ganzen Kontinent. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Dieses Buch zeigt, wie vielfältig afrikanische Küchen sind und wie wenig wir eigentlich darüber wissen.
Die komplett pflanzliche Zutatenliste macht das ziemlich deutlich. Moringa, Maniok, Okraschoten, Teff, Erdmandeln, Gemüse-Amarant. Vieles davon ist hier nicht alltäglich, aber auch nicht unerreichbar. Man findet einiges im Afrika- oder Asialaden, im Bioladen oder online. Und wenn etwas schwer zu bekommen ist, nennt sie Alternativen. Ernährungsphysiologisch ist das besonders spannend. Viele der verwendeten Zutaten bringen eine ganz andere Nährstoffdichte mit, als man sie aus der eigenen Alltagsküche kennt. Schon kleine Veränderungen, wie Reis durch Amarant zu ersetzen oder häufiger mit Hülsenfrüchten, Blattgemüsen stärkehaltigen oder fermentierten Komponenten zu arbeiten, können geschmacklich und ernährungsphysiologisch einen echten Mehrwert liefern. Neben diesen Zutaten tauchen aber auch vertraute Dinge auf: Kürbis, Spinat, Erdnüsse, Kokosmilch, Kartoffeln.
Die Rezepte selbst sind breit gefächert. Pasten, Gewürzmischungen, Beilagen, Brot, komplette Gerichte, Süßes, Getränke. Was hängen bleibt, ist aber weniger ein konkretes Gericht als ein anderes Verständnis von afrikanischer Küche. Und die Motivation, neues einfach mal auszuprobieren und einen Platz finden zu lassen in der eigenen Kochroutine.
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