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Entscheidung in Spanien Der große Kampf der Literatur 1936-1939

5

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

20407

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.03.2026

Abbildungen

mit 23 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

22/14,4/3,4 cm

Gewicht

552 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-84363-1

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

20407

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.03.2026

Abbildungen

mit 23 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

22/14,4/3,4 cm

Gewicht

552 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-84363-1

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

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Anekdotenreich und literarisch

Lesenswege am 11.05.2026

Bewertungsnummer: 3135542

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich wurde auf dieses Buch aufmerksam, weil es sich scheinbar einreiht in eine Anzahl jüngst erschienener erzählender Sachbücher, die Zeitgeschichte mit Literatur und ihren Literaten verknüpfen. Doch diese Annahme erweist sich nur bedingt als richtig, denn um Literatur geht es hier nur sehr peripher. Bei den anderen Büchern sind die Autoren bzw Künstler vor dem Hintergrund ihrer Zeit das Thema, doch hier ist das Thema der Spanische Bürgerkrieg, in den Autoren und andere Künstler als kämpfende Beteiligte oder Kriegsberichterstatter involviert waren. Das ist mE eine vollkommen andere Prämisse. Ingendaay hat sein Werk in vier Teile gegliedert, von denen sich jeder einem Jahr des Krieges widmet, der 1936 im Sommer beginnt und im Frühjahr 1939 zu Ende geht. Diese Teile sind in überwiegend datierte kurze, teilweise sehr kurze Kapitel strukturiert. Vor allem im ersten Teil, der mit 142 von 315 Seiten der umfangreichste ist, ist die Vorgeschichte eingeflochten, ebenso der Werdegang Francos und einiger anderer maßgeblicher Akteure dieses Krieges. Auf der Seite der Republik stehen die Internationalen Brigaden, zu deren Kämpfern Männer und Frauen aus 60 Ländern gehören. Hier kommen die Literaten ins Spiel, denn in den Reihen der Internationalen Brigaden sind viele Künstler, Schriftsteller, Journalisten, Fotografen, Philosophen etc. Robert Capa und Gerda Taro (die im Juli 1937 in Spanien stirbt) machen ikonografische Fotos, Hemingway, Orwell, Arthur Koestler, Willy Brandt, Martha Gellhorn und andere sind Kriegsberichterstatter und verarbeiten ihre Erlebnisse später literarisch, in Romanen, Kurzgeschichten, in ihren Lebenserinnerungen und in Essays. Picasso erschafft mit „Guernica“ ein gigantisches Ölgemälde als Reaktion auf die Auslöschung der gleichnamigen baskischen Stadt durch die Legion Condor am 26. April 1937, das, zunächst ohne nennenswerte Resonanz erstmals gezeigt bei der Pariser Weltausstellung 1938, zum berühmtesten Gemälde des 20. Jahrhunderts werden wird. Viele Szenen, Schlachten und persönliche Erlebnisse der Beteiligten schildert Ingendaay sehr detailliert und bildhaft, so dass man eine Vorstellung sowohl von der Komplexität als auch von der unfassbaren Grausamkeit dieses Krieges bekommt. Durch den häufigen Perspektivwechsel und Formulierungen, die zum Einrahmen schön sind, ist dieses Buch nicht nur sehr informativ, sondern, trotz all der geschilderten Grausamkeiten, gleichzeitig auch sehr unterhaltsam zu lesen. Und es stellt sehr viele Referenzen her zu Literatur, die im Nachgang entstanden ist und macht große Lust, einige dieser Werke zu lesen. Den Untertitel „Der große Kampf der Literatur“ finde ich nicht nur aus den eingangs genannten Gründen etwas irreführend. Nicht die Literatur hat gekämpft. Es waren Menschen.

Anekdotenreich und literarisch

Lesenswege am 11.05.2026
Bewertungsnummer: 3135542
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich wurde auf dieses Buch aufmerksam, weil es sich scheinbar einreiht in eine Anzahl jüngst erschienener erzählender Sachbücher, die Zeitgeschichte mit Literatur und ihren Literaten verknüpfen. Doch diese Annahme erweist sich nur bedingt als richtig, denn um Literatur geht es hier nur sehr peripher. Bei den anderen Büchern sind die Autoren bzw Künstler vor dem Hintergrund ihrer Zeit das Thema, doch hier ist das Thema der Spanische Bürgerkrieg, in den Autoren und andere Künstler als kämpfende Beteiligte oder Kriegsberichterstatter involviert waren. Das ist mE eine vollkommen andere Prämisse. Ingendaay hat sein Werk in vier Teile gegliedert, von denen sich jeder einem Jahr des Krieges widmet, der 1936 im Sommer beginnt und im Frühjahr 1939 zu Ende geht. Diese Teile sind in überwiegend datierte kurze, teilweise sehr kurze Kapitel strukturiert. Vor allem im ersten Teil, der mit 142 von 315 Seiten der umfangreichste ist, ist die Vorgeschichte eingeflochten, ebenso der Werdegang Francos und einiger anderer maßgeblicher Akteure dieses Krieges. Auf der Seite der Republik stehen die Internationalen Brigaden, zu deren Kämpfern Männer und Frauen aus 60 Ländern gehören. Hier kommen die Literaten ins Spiel, denn in den Reihen der Internationalen Brigaden sind viele Künstler, Schriftsteller, Journalisten, Fotografen, Philosophen etc. Robert Capa und Gerda Taro (die im Juli 1937 in Spanien stirbt) machen ikonografische Fotos, Hemingway, Orwell, Arthur Koestler, Willy Brandt, Martha Gellhorn und andere sind Kriegsberichterstatter und verarbeiten ihre Erlebnisse später literarisch, in Romanen, Kurzgeschichten, in ihren Lebenserinnerungen und in Essays. Picasso erschafft mit „Guernica“ ein gigantisches Ölgemälde als Reaktion auf die Auslöschung der gleichnamigen baskischen Stadt durch die Legion Condor am 26. April 1937, das, zunächst ohne nennenswerte Resonanz erstmals gezeigt bei der Pariser Weltausstellung 1938, zum berühmtesten Gemälde des 20. Jahrhunderts werden wird. Viele Szenen, Schlachten und persönliche Erlebnisse der Beteiligten schildert Ingendaay sehr detailliert und bildhaft, so dass man eine Vorstellung sowohl von der Komplexität als auch von der unfassbaren Grausamkeit dieses Krieges bekommt. Durch den häufigen Perspektivwechsel und Formulierungen, die zum Einrahmen schön sind, ist dieses Buch nicht nur sehr informativ, sondern, trotz all der geschilderten Grausamkeiten, gleichzeitig auch sehr unterhaltsam zu lesen. Und es stellt sehr viele Referenzen her zu Literatur, die im Nachgang entstanden ist und macht große Lust, einige dieser Werke zu lesen. Den Untertitel „Der große Kampf der Literatur“ finde ich nicht nur aus den eingangs genannten Gründen etwas irreführend. Nicht die Literatur hat gekämpft. Es waren Menschen.

Nicht nur literaturhistorisch interessant

Buchbesprechung aus Bad Kissingen am 03.05.2026

Bewertungsnummer: 3127384

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

REZENSION – Aus einem ungewöhnlichen, dafür literaturhistorisch umso interessanteren Blickwinkel betrachtet der Literaturwissenschaftler Paul Ingendaay (65) in seinem im März beim Verlag C. H. Beck veröffentlichten Buch „Entscheidung in Spanien“ den „großen Kampf der Literatur“ in den Jahren des spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939. Als gelernter Journalist liefert er eine Reportage des Kriegsverlaufs aus Sicht von Schriftstellern, Künstlern und Intellektuellen, verbindet biografische Episoden mit den historischen Ereignissen und zeigt, wie sehr politische Überzeugungen durch persönliche Erlebnisse und Schicksale enttäuscht werden und ins moralische Dilemma führen können. Chronologisch und regional klar gegliedert, schildert der Autor den Fortgang des Bürgerkriegs zwischen den republikanisch-demokratischen Regierungstruppen und den militärisch gut ausgerüsteten konservativ-faschistischen Truppen, deren alleiniges Kommando erst später General Francisco Franco (1892 bis 1975) übernimmt, unterstützt von einer unter dem Codenamen „Unternehmen Feuerzauber“ verdeckt operierenden deutschen Fliegereinheit und faschistischen Einheiten Italiens. Dieser Aufstand gegen die demokratische Regierung Spaniens ist kein landesinterner Bürgerkrieg, sondern der Beginn des im folgenden Jahrzehnt andauernden Kampfes der Demokratie gegen den sich in Europa ausbreitenden Faschismus. In dieser Erkenntnis machen sich tausende Freiwillige aus 50 Ländern nach Spanien auf, um der bedrängten Republik im Bürgerkrieg beizustehen – unter ihnen auch politisch links stehende oder kommunistisch geleitete Reporter und Schriftsteller wie Ernest Hemingway, Robert Capa, George Orwell, Simone Weil, Willy Brandt und viele andere. Ihnen setzt Paul Ingendaay, der 15 Jahre als Kulturkorrespondent für die FAZ aus Spanien berichtete, ein literarisches Denkmal und erzählt von ihren Kämpfen mit Waffe, Stift und Fotoapparat. „Schriftsteller und Künstler stecken in einem Dilemma“, schreibt er in seinem Buch. „Kümmern sie sich um ihre Kunst und nichts anderes, wirft man ihnen vor, sie versteckten sich im Elfenbeinturm. Kommen sie aus dem Turm heraus und erheben die Stimme für ein politisches Anliegen, heißt es schnell, sie produzierten nur leeres Gerede.“ An den unterschiedlichen Biografien ausgewählter ausländischer und spanischer Literaten zeigt Ingendaay, wer sich aus jugendlicher Abenteuerlust oder aus politischer Überzeugung auf republikanischer Seite aktiv beteiligt, sei es in Todesgefahr Seite an Seite mit den Soldaten an vorderster Front kämpfend oder eher nur schreibend als Beobachter rückwärtig in der Etappe. Eine besondere Rolle nimmt dabei der spanische Dichter Federico García Lorca (1898 bis 1936) ein, der schon zu Beginn des Krieges von faschistischen Kämpfern verhaftet und kurz darauf erschossen wurde. Der Bürgerkrieg wurde für ihn wie für alle anderen zum intellektuellen und moralischen Prüfstein. Ingendaay macht in seinem Buch deutlich, wie stark der Krieg die Literatur geprägt hat. Werke wie Orwells „Mein Katalonien“, Hemingsways „Wem die Stunde schlägt“ oder das Buch "Ein spanisches Testament" von Arthur Koestler, der von Franquisten gefangen genommen und als angeblicher Spion standrechtlich zum Tod verurteilt wurde, entstanden aus unmittelbarer Erfahrung. Ihre eigenen Beobachtungen bringen die Französin Simone Weil zu einer Erkenntnis, die wie eine Vorhersage für die nachfolgende Brutalität der Nazi-Dikatur klingt: „Wenn man weiß, dass man töten kann, ohne eine Strafe oder einen Vorwurf zu riskieren, tötet man; oder man lächelt zumindest denen, die töten, aufmunternd zu.“ „Entscheidung in Spanien“ ist gewiss keine einfache Lektüre. Die Vielzahl von Namen, literarischen Bezügen und Details des Kriegsgeschehens wirken überladen und stellenweise vermisst man den roten Faden. Dennoch fasziniert die kenntnisreiche und vielschichtige Abhandlung sicher nicht nur literaturhistorisch interessierte Leser als eine Reflexion über Bedeutung und Wirkung der Literatur in Zeiten politischer Extreme, verbunden mit der Frage, wie weit Schriftsteller und Reporter für ihre eigene politische Entscheidung gehen oder kämpfen sollen.

Nicht nur literaturhistorisch interessant

Buchbesprechung aus Bad Kissingen am 03.05.2026
Bewertungsnummer: 3127384
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

REZENSION – Aus einem ungewöhnlichen, dafür literaturhistorisch umso interessanteren Blickwinkel betrachtet der Literaturwissenschaftler Paul Ingendaay (65) in seinem im März beim Verlag C. H. Beck veröffentlichten Buch „Entscheidung in Spanien“ den „großen Kampf der Literatur“ in den Jahren des spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939. Als gelernter Journalist liefert er eine Reportage des Kriegsverlaufs aus Sicht von Schriftstellern, Künstlern und Intellektuellen, verbindet biografische Episoden mit den historischen Ereignissen und zeigt, wie sehr politische Überzeugungen durch persönliche Erlebnisse und Schicksale enttäuscht werden und ins moralische Dilemma führen können. Chronologisch und regional klar gegliedert, schildert der Autor den Fortgang des Bürgerkriegs zwischen den republikanisch-demokratischen Regierungstruppen und den militärisch gut ausgerüsteten konservativ-faschistischen Truppen, deren alleiniges Kommando erst später General Francisco Franco (1892 bis 1975) übernimmt, unterstützt von einer unter dem Codenamen „Unternehmen Feuerzauber“ verdeckt operierenden deutschen Fliegereinheit und faschistischen Einheiten Italiens. Dieser Aufstand gegen die demokratische Regierung Spaniens ist kein landesinterner Bürgerkrieg, sondern der Beginn des im folgenden Jahrzehnt andauernden Kampfes der Demokratie gegen den sich in Europa ausbreitenden Faschismus. In dieser Erkenntnis machen sich tausende Freiwillige aus 50 Ländern nach Spanien auf, um der bedrängten Republik im Bürgerkrieg beizustehen – unter ihnen auch politisch links stehende oder kommunistisch geleitete Reporter und Schriftsteller wie Ernest Hemingway, Robert Capa, George Orwell, Simone Weil, Willy Brandt und viele andere. Ihnen setzt Paul Ingendaay, der 15 Jahre als Kulturkorrespondent für die FAZ aus Spanien berichtete, ein literarisches Denkmal und erzählt von ihren Kämpfen mit Waffe, Stift und Fotoapparat. „Schriftsteller und Künstler stecken in einem Dilemma“, schreibt er in seinem Buch. „Kümmern sie sich um ihre Kunst und nichts anderes, wirft man ihnen vor, sie versteckten sich im Elfenbeinturm. Kommen sie aus dem Turm heraus und erheben die Stimme für ein politisches Anliegen, heißt es schnell, sie produzierten nur leeres Gerede.“ An den unterschiedlichen Biografien ausgewählter ausländischer und spanischer Literaten zeigt Ingendaay, wer sich aus jugendlicher Abenteuerlust oder aus politischer Überzeugung auf republikanischer Seite aktiv beteiligt, sei es in Todesgefahr Seite an Seite mit den Soldaten an vorderster Front kämpfend oder eher nur schreibend als Beobachter rückwärtig in der Etappe. Eine besondere Rolle nimmt dabei der spanische Dichter Federico García Lorca (1898 bis 1936) ein, der schon zu Beginn des Krieges von faschistischen Kämpfern verhaftet und kurz darauf erschossen wurde. Der Bürgerkrieg wurde für ihn wie für alle anderen zum intellektuellen und moralischen Prüfstein. Ingendaay macht in seinem Buch deutlich, wie stark der Krieg die Literatur geprägt hat. Werke wie Orwells „Mein Katalonien“, Hemingsways „Wem die Stunde schlägt“ oder das Buch "Ein spanisches Testament" von Arthur Koestler, der von Franquisten gefangen genommen und als angeblicher Spion standrechtlich zum Tod verurteilt wurde, entstanden aus unmittelbarer Erfahrung. Ihre eigenen Beobachtungen bringen die Französin Simone Weil zu einer Erkenntnis, die wie eine Vorhersage für die nachfolgende Brutalität der Nazi-Dikatur klingt: „Wenn man weiß, dass man töten kann, ohne eine Strafe oder einen Vorwurf zu riskieren, tötet man; oder man lächelt zumindest denen, die töten, aufmunternd zu.“ „Entscheidung in Spanien“ ist gewiss keine einfache Lektüre. Die Vielzahl von Namen, literarischen Bezügen und Details des Kriegsgeschehens wirken überladen und stellenweise vermisst man den roten Faden. Dennoch fasziniert die kenntnisreiche und vielschichtige Abhandlung sicher nicht nur literaturhistorisch interessierte Leser als eine Reflexion über Bedeutung und Wirkung der Literatur in Zeiten politischer Extreme, verbunden mit der Frage, wie weit Schriftsteller und Reporter für ihre eigene politische Entscheidung gehen oder kämpfen sollen.

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