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Ein Roman als Wegführer in die Hölle. Der junge Arvin wächst in den fünfziger Jahren im heruntergekommenen Niemandsland des Mittleren Westens auf. Hier hat sich der amerikanische Traum in einen fiebrigen Albtraum verwandelt, der bevölkert wird von psychopathischen Verbrechern, korrupten Sheriffs und religiösen Fanatikern. Arvin ringt um einen Ausweg aus dieser Welt. Doch als seine Freundin vom Ortsprediger missbraucht wird und sich daraufhin erhängt, nimmt auch er das Gesetz in die eigene Hand. Zur gleichen Zeit, nur wenige Meilen entfernt, brechen die beiden Serienkiller Carl und Sandy zur Jagd auf. Sie locken arglose Tramper in ihren Wagen, um sie dort auf brutale Art und Weise umzubringen. Irgendwo in der Tiefe des Hinterlandes, in jenem unsichtbaren Grenzgebiet zwischen Zivilisation und archaischer Grausamkeit, kreuzen sie schließlich Arvins Weg. Unaufhaltsam verstrickt Donald Ray Pollock seine Leser in ein undurchdringliches Labyrinth des Bösen. 'Das Handwerk des Teufels' ist ein ebenso verstörender wie mitreißender Roman über den epischen Kampf zwischen Schicksal und Moral, Schuld und Gerechtigkeit. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Aber sie stirbt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
NiWa
5/5
19.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Vom amerikanischen Alptraum
In den 1950er-Jahren wächst Arvin im Mittleren Westen der USA auf. Umgeben von Verbrechen, Korruption und religiösem Wahnsinn findet er einen Ausweg aus der Hölle, die sein Leben bisher gewesen ist.
Mit "Das Handwerk des Teufels" hat Donald Ray Pollock ein gesellschaftskritisches Drama, einen Roman Noir mit Southern-Gothic-Einschlag, von der düstersten Sorte geschrieben, das den Leser um Gnade bitten lässt.
Es ist bemerkenswert schwierig zu "Das Handwerk des Teufels" eine vernünftige Rezension zu schreiben, ohne zu viel zu verraten und gleichermaßen dem Buch gerecht zu werden.
Es beginnt gar nicht mit dem Protagonisten Arvin, sondern setzt einige Jahre früher an. Willard, sein Dad, kommt aus dem Zweiten Weltkrieg heim und verliebt sich in eine charmante Kellnerin. Kurze Zeit später, wird aus dem ersten Funkenflug, eine Ehe und aus der Arvin entsteht.
Während die Geschichte ihren Anfang nimmt, ahnte ich beim Lesen nicht, was da auf mich zukommen wird. Es fängt interessant und fesselnd an. Pollock vermittelt ein Gefühl für den Mittleren Westen, skizziert die Heimkehrer aus dem Krieg, die Atmosphäre vergangener Gräueltaten und das triumphale, gleichermaßen niedergeschlagene Gefühl, dass man zurückgekehrt ist und damit die Chance auf ein gutes Leben erhalten hat.
Nur wenige Szenen später schwappt die Düsternis, der heiße Moloch des Westens, über die Seiten. Spritzt dem Leser übelsten Dreck ins Gesicht, der sich wie Teer in die Poren brennt und den man bis zum Ende des Romans nicht mehr runterkriegt.
Die Geschichte ist von Verzweiflung, Fanatismus, abscheulicher Gewalt, schmerzhafter Hoffnung und den Blick in die Traurigkeit beseelt.
Es geht um einen Mann, der das Liebste verliert, einen Jungen, der sich rächt, ein Paar, das aus Freude tötet, Gottesfürchtige, die keine Angst haben, und auch einen Anwalt, der sich selbst eine Grube gräbt.
Pollock schildert ruhig und unaufgeregt. Er ersinnt zahlreiche Figuren, lässt in ihre Seelen schauen, zeigt ihr Innerstes her, um sie letztendlich geschickt zu einem Gesamtbild zu vereinen - unabhängig davon, wie lange sie auf der Bühne seiner Erzählung stehen. Dabei beweist der Autor Stil. Er führt seine Charaktere elegant über das Parkett, sie fügen sich perfekt in die Geschichte ein und legen eine höllische Choreographie des Geschehens hin.
Ich habe in diesem Buch Szenen gelesen, die mir niemals in den Sinn gekommen wären. Manchmal ist es böse, manchmal ist es trist, meistens ist es traurig, brutal, erschreckend und in gleicher Weise unsagbar packend, dass man während der Lektüre den Atem anhält.
Es ist ein düsterer, drückender Roman, der in das Leben hoffnungslos-verzweifelter Menschen führt und vor brutalen Taten, fanatischen Handlungen und psychopathischen Charakteren kein Halten kennt.
Donald Ray Pollock hat ein gesellschaftskritisches Meisterwerk geschaffen, das schmerzt und die Kehrseite des amerikanischen Traums vor Augen führt.
Ich bin tief beeindruckt, bewegt und empfehle dieses Buch an Leser, die sich trauen, in den Abgrund zu schauen.
Bewertung
aus Wien
5/5
24.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liest sich wie ein Roadmovie von Quentin Tarantino
Mir wurde das Buch von einem guten Freund empfohlen, welcher es mir gleich zum lesen borgte.
Rein vom Klapptext bzw der Inhaltsangabe, auf der Rückseite, hätte ich es nicht gelesen, da es mein Interesse in keinster Weise geweckt hat. Auch nach dem Prolog dachte ich mir "ich weiß nicht", aber ich las weiter und wurde nicht enttäuscht.
Zum Buch selber möchte ich gar nicht allzu viel schreiben, da ich nichts verraten möchte. Meine Überschrift trifft es meiner Meinung nach perfekt. Sollte dich meine Überschrift angesprochen haben > kaufen und lesen! :)
Bewertung
aus Berlin
5/5
10.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wahrhafter Besuch in der Hölle,...
Ein wahrhafter Besuch in der Hölle, meisterhaft geschrieben, fesselnd, wuchtig, brutal, also nix für Zartbesaitete.
xxx
aus Berlin
5/5
19.02.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packender Krimi, der einen…
Packender Krimi, der einen unerbittlich in sein Geschehen reinzieht, voller fatalistischer, abgef**ckter Charaktere - die, und das ist das Erschreckende, buchstäblich Gruselige daran - dennoch nicht übertrieben oder erfunden wirken, soneern erschreckend authentisch. Nach diesem Thriller (Inhalt könnt ihr ja oben lesen, spar ich mir hier), jedenfalls, nach diesem Buch musste ich erst mal ganz lange wieder zur Ruhe kommen, atmen lernen. Mein Leben in Berlin-Neukölln erschien mir erstmal wie auf Rosen gebettet....
Bewertung
5/5
03.05.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Böse, böser, Pollock
Der amerikanische Westen der 1960er Jahre. Eine kleine Stadt irgendwo im Nirgendwo. Die Protagonisten: Unter anderem ein mordendes, voyeuristisches Pärchen, zwei selbsternannte Prediger, die geisteskranke und verstörende Messen abhalten, ein Pädophiler und ein Vater, der seinen Sohn durch seine verdrehten religiösen Rituale in den Wahnsinn treiben wird. Es tun sich alle menschlichen Abgründe auf und der Leser erlebt die verschiedenen Arten der Gefühlskälte bis zum emotionalen Gefrierpunkt. In diesem Buch gibt es kein Gut und Böse hier gibt es nur böse und noch schlechter! Nichts für schwache Nerven, denn hier kommt der Leser wortwörtlich in Teufels Küche.
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