Hamburg, 1968. Ein Riss geht durch Deutschland, die neue Generation befindet sich im Konflikt mit der alten. Auch Ulrike Casparius, eine angehende Journalistin, sympathisiert mit der Studentenbewegung und rebelliert gegen ihre Eltern. Ihre sensible Schwester Sabine sucht verzweifelt nach Anerkennung und findet sie in einer Gruppe Hippies und Hausbesetzer, denen sie sich anschließt. Dort werden große Pläne für eine bessere Zukunft geschmiedet. Als einer ihrer Freunde erfährt, dass sie mit Kurt Jacobson verwandt ist, der für die Bundesanwaltschaft arbeitet, ruft dies die RAF auf den Plan. Und plötzlich wird aus Gedankenspielen tödlicher Ernst ...
Das Finale der großen Hamburger Familiengeschichte
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Jürg K.
4/5
03.09.2025
Hörbuch-Download
Grossartiges Buch mit Tiefgang
Die angehende Journalistin, Ulrike Casparius, sympathisiert mit der Studentenbewegung und stellt sich gegen die konservativen Werte ihrer Eltern. Sabine, ihre Schwester ist auf der Suche nach Zugehörigkeit und gerät in eine Hippie-Gruppe. Diese engagiert sich mit Hausbesetzungen und politischen Visionen für eine bessere Welt. Als Sabines Verbindung zu Kurt Jacobson, bekannt wird, gerät sie ins Visier der RAF. Jacobson ist ein hochrangiger Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft. Nun wird aus jugendlichem Idealismus tödlicher Ernst. In diesem spannenden und packenden Roman liest man von zwei Schwestern deren Lebensweg unterschiedlicher nicht sein kann. Vor dem Hintergrund des Jahres 1968, der Zeit des Aufbruchs, der Rebellion, der Studentenbewegung und der Bedrohung durch den Terrorismus. Doch die beiden sind immer miteinander verbunden. Das Lesen ist ein packender Roman über Generationenkonflikte, gesellschaftliche Spannungen und die gefährliche Kraft von Idealen. Nach Ende des Romans kommt man ins Nachdenken, was damals passierte. Ein Buch, das sich lohnt zu lesen.
Bewertung
5/5
22.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Zeitgeschichte mit Emotionen
Wir befinden uns ins Hamburg im Jahr 1968. Es ist eine schwierige Zeit, in der sich die Generationen aneinander reiben. Ulrike ist eine angehende Journalistin und sie sympathisiert mit der Studentenbewegung und rebelliert gegen ihre Eltern. Ihr Schwester Sabine hingegen ist sensibel und schließt sich einer Gruppe Hippies und Hausbesetzer an. Doch als einer ihrer Freunde erfährt, dass sie mit Kurt Jacobson verwandt ist, der für die Bundesanwaltschaft arbeitet, ruft dies die RAF auf den Plan.
Ich habe mich schnell wieder in die Familie Casparius eingelesen. Die Autorin hat es geschafft, diese besondere Zeit sehr authentisch und auch dramatisch darzustellen. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und habe sehr mitgefiebert wie es ausgeht. Es ist eine Zeit, über die ich selbst nicht so viel weiß. Daher habe ich einiges gelernt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft, die Kapitellänge ist für mich ideal gewesen. Ich hatte viele Emotionen beim Lesen und bin etwas traurig, dass dies nun der Abschluss der Reihe ist. Aber ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.
Sabine
5/5
15.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Sehr gelungen
Spuren im Gestern, Hoffnung im Morgen
Hamburg, 1968. Ein Riss geht durch Deutschland, die neue Generation befindet sich im Konflikt mit der alten. Auch Ulrike Casparius, eine angehende Journalistin, sympathisiert mit der Studentenbewegung und rebelliert gegen ihre Eltern. Ihre sensible Schwester Sabine sucht verzweifelt nach Anerkennung und findet sie in einer Gruppe Hippies und Hausbesetzer, denen sie sich anschließt. Dort werden große Pläne für eine bessere Zukunft geschmiedet. Als einer ihrer Freunde erfährt, dass sie mit Kurt Jacobson verwandt ist, der für die Bundesanwaltschaft arbeitet, ruft dies die RAF auf den Plan. Und plötzlich wird aus Gedankenspielen tödlicher Ernst ...
Fazit:
Da ich diverse Bücher der Autorin gelesen habe, war ich neugierig auf dieses. Allerdings ist dies bereits der letzte Teil der Blankenese Trilogie. Obwohl ich die ersten beiden nicht kenne, bin ich recht gut ins Buch gekommen. Das Personenverzeichnis ist in diesem Fall auch sehr hilfreich.
Hausbesetzerszene, RAF, Hippies, dies alles fand in den späten Sechzigern statt. Was eigentlich als friedliche Bewegung gedacht war, schlägt durch Hardliner um, wie es immer wieder bis heute passiert. Eigentlich wollte man nur gegen das Establishment rebellieren.
Olympia 1972 sollte ein friedliches faires sportliches Ereignis aller Nationen werden. Die friedlichen Spiele wurden jäh durch das furchtbare Attentat überschattet. Verantwortlich war eigentlich der "Schwarze September", aber unterstützt wurden die von westdeutschen Neonazis. Auch hier sind indirekt Baader und Meinhof, involviert, sie sollten auch freigepresst werden.
Die Autorin verbindet hier Realität mit fiktiven Figuren.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und spannendbis zum Schluss. Auch wenn man die Zeit nicht "miterlebt" hat, kann man sie sich durch die Bescheinigungen sicher gut vorstellen. Wobei es heute eine zusätzliche Recherche durch das Internet leicht ist und man dadurch "Lücken" schließen kann. Ich hatte den Vorteil, dass ich mich noch gut an die Zeit erinnern kann.
Insgesamt hat die Autorin die Zeit wieder in Erinnerung und zum Nachdenken gebracht. Die meisten Bücher über diese Zeiten sind relativ "trocken". Wer gerne in diese Zeit der Geschichte eintauchen möchte, ohne nur trockene Fakten zu erfahren, ist hier genau richtig.
Gartenfee
aus Berlin
5/5
06.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Viel Herz und Geschichte in einem Buch
Wir sind hier im letzten Teil der Trilogie angekommen, in dem nun die Enkel von Leni und John die Hauptrolle spielen. Es beginnt Ende der 60er Jahre, als die Jugend anfing, aufzubegehren. Die Schwestern Ulrike und Sabine gehen sehr unterschiedliche Wege. Während Ulrike in Berlin studiert und sich plötzlich in der Demo gegen den Schah wiederfindet, geht Sabine noch in ihre ungeliebte Schule, wo sie sogar gemobbt und dadurch immer schüchterner wird. Bruder Albert bleibt nur eine Randfigur.
Im weiteren Verlauf des Buches gibt es sehr viel geschichtlichen Hintergrund, vor allem zur RAF, mit denen sich die Protagonisten irgendwie auseinandersetzen müssen. Gerade auch Kurt, der als Jurist an den Bundesgerichtshof versetzt wird.
Dieses Zusammenspiel von familiärer Geschichte und historischem Hintergrund hat Michaela Grünig wieder einmal wunderbar zu Papier gebracht. Ein Teil unserer Geschichte, den ich bewusst nicht miterlebt habe und den ich später auch nur durch Romane und Filme so richtig verinnerlicht habe. Ich konnte dennoch sehr gut mit den Protagonisten mitleiden bzw. Sabine manchmal regelrecht schütteln, weil ich ihr Verhalten einfach nicht nachvollziehen konnte. Genauso wenig wie das ihrer Mutter Sonja. Aus ihr ist eine sehr hartherzige Frau geworden.
Es war ein rundherum gelungenes Buch und ein würdiger Abschluss der Trilogie, welches ich geradezu verschlungen habe. Von mir also eine unbedingte Leseempfehlung (für die komplette Trilogie)!
Caro1893
aus Tiefenbronn
5/5
05.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Wichtig und informativ
"Blankenese" - Zeitensturm erzählt die Geschichte von Ulrike und Sabine. Aufgewachsen in einem wohlhabenden Elternhaus, könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein. Ulrike ist taff, weiß was sie will und steht für ihre Überzeugungen ein. Sabine hingegen ist Zeit ihres Lebens auf der Suche nach Liebe und Anerkennung und gerät dabei an ein falschen Mann nach dem anderen. Schon in der Schule ist sie die Außenseiterin, die nichts als Anerkennung möchte. Und diese Anerkennung findet sie dann ausgerechnet in den Kreisen der RAF, die zu dem Zeitpunkt die gefährlichste Gruppierung Deutschlands sind.
Ich habe schon viele Romane mit geschichtlichem Hintergrund gelesen. Keinen aber, der sich die RAF als Thema vorgenommen hat und so war ich sehr gespannt, was mich hier erwarten würde. Bisher war ich geschichtlich eher immer in der NS-Zeit unterwegs und so betrat ich hier quasi Neuland. Auch wenn die RAF auch Thema in der Schule war, alleine wegen der geographischen Nähe zu Stuttgart Stammheim, so habe ich doch vieles wieder vergessen und vielleicht auch nicht so wahrgenommen, wie die Fakten zur NS-Zeit. Direkt zu Beginn musste ich feststellen, dass die NS-Zeit allerdings sehr mit dem Beginn der RAF verbunden ist, obwohl dies über zwanzig Jahre nach Kriegsende beginnt. Nicht verurteilte Naziverbrecher, immer neue Gräueltaten, die ans Licht kommen und gesühnt werden wollen. Und so nimmt auch dieses Thema einen Teil der Handlung in diesem Buch ein. Und das fand ich wirklich sehr spannend, denn diese zeitliche Verbindung habe ich so bisher noch nicht hergestellt.
Ich gebe zu, dass ich etwas gebraucht habe, bis ich in der Geschichte drin war. Das Buch ist sehr politisch und hat einige historische Fakten zu bieten, die teilweise doch sehr geballt kommen. Hieran musste ich mich erstmal gewöhnen, denn dadurch dass das Thema natürlich kein leichtes ist, ist der Ton auch recht schwermütig. Allerdings passt das eben auch zur Handlung und trägt diese perfekt. Und dies ist für mich auch beileibe kein Kritikpunkt, ich habe einfach nur ein bisschen gebraucht.
Ich muss sagen, dass ich die vielen Fakten und die politischen Teile extrem gelungen fand, da ich mich total gut informiert gefühlt habe. Ich bin politisch nicht so sehr bewandert, bzw. wüsste einfach noch gerne mehr, würde mich gerne noch mehr auskennen. Und dieses Buch hat tatsächlich viel Verständnis geschafft, viele Dinge erklärt und für mich viele neue Informationen bereit gehalten. Ich werde mir sicherlich nicht alles auf ewig merken können, habe aber durch diese Geschichte nun einen ganz anderen Zugang zu dem Thema und möchte mich auch gerne weiter damit beschäftigen.
Denn leider zeigen die Geschehnisse im Buch erschreckende Parallelen zu unserer heutigen Zeit. Zu unseren heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die teilweise leider sehr beeinflussbar sind. Und das macht mir Angst. Große Angst. Und genau dafür sind Bücher wie dieses wichtig. Auf erschreckende und deutliche Art wird aufgezeigt, wie schnell sich eine Ideologie verselbstständigen kann und wie schnell ein Gedanke in Gewalt und Hass umschlägt.
Dieses Buch ist keine fröhliche Geschichte. Dieses Buch ist eine Geschichte die leider auf sehr wahren Tatsachen beruht. Dieses Buch zeigt so schonungslos die schrecklichen Taten der RAF auf, dass mir teilweise ganz anders wurde. Nicht dass es jetzt wahnsinnig blutige Details gibt. Aber alleine die Summe der grausamen Taten, die Skrupellosigkeit und wie unmenschlich gehandelt wurde, hat mich wahnsinnig schockiert.
Einziges Manko ist hier vielleicht, dass das Cover für mich nicht ganz zur Geschichte passt. Es wirkt friedlicher, als es die Geschichte wirklich ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Geschichte nicht auch ihre friedlichen, ihre schönen, ihre liebevollen Momente hatte. Nur war dafür in dieser harten Zeit gar nicht so viel Platz. Viel mehr ist die Geschichte geprägt von Gewalt, Düsternis und absolutem Egoismus auf Seiten der RAF.
Der Schreibstil ist wie schon erwähnt unglaublich gut zu lesen. Er trifft den ernsten Ton, den die Geschichte benötigt sehr gut und gibt das Geschehene zwar faktenbasiert, aber nicht so kompliziert, dass man es ohne Politikkenntnisse nicht verstehen würde, wieder. Teilweise gibt es recht große Zeitsprünge in der Geschichte, die aber auch nötig sind um das Geschehen voran zu bringen.
Die Protagonisten in der Geschichte stehen stellvertretend für die die gegen die RAF gekämpft haben, für die die ihren Mund nicht gehalten haben und auf Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht haben und das noch immer tun. Sie stehen für die, die Halt in ihrem Leben suchen und diesen leider an falscher Stelle wieder finden und für die, die auf die schiefe Bahn rutschen und dank ihrer verblendeten Ideologien auch nicht mehr aus diesem Strudel herausfinden. Und für die, die während des NS-Regimes und des RAF Terrors Freunde und Familienmitglieder verloren haben.
Ein ganz wichtiges, gutes Buch, das Zeit benötigt, da es so viele Informationen, so viel Tiefgang bereit
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