Was für eine Genugtuung, zu lesen, wie lustvoll die Frauenfiguren von Mareike Fallwickl und Eva Reisinger aus ihren Rollen ausbrechen, wie sie sich nehmen, was ihnen zusteht - ohne Rücksicht auf Verluste.
Wütend, unberechenbar und ungezähmt - die Frauenfiguren von Mareike Fallwickl und Eva Reisinger haben genug. Sie lassen sich nichts mehr gefallen, verhalten sich anders, als die Gesellschaft es von ihnen erwartet, sie leben anders, lieben anders, hassen anders. Sie wollen nicht funktionieren müssen, sie sind skrupellos und dabei bestechend originell. Während Anna hochschwanger fremdgeht, fotografiert Sabine heimlich den schlaffen Penis ihres Mannes. Gabi rührt ihren One-Night-Stands morgens Salz in den Kaffee und die Chefin gewöhnt sich ihr Dauerlächeln mit einer Botoxbehandlung ab.
Mareike Fallwickl und Eva Reisinger lesen ihr gemeinsames Hörbuch ein und lassen ein literarisches Feuerwerk entstehen. Bitterböse, kompromisslos und dabei unfassbar lustig. Eine Sammlung von Geschichten, in denen Frauen aus ihrer Sozialisierung ausbrechen - ein Befreiungsschlag, eine Offenbarung, die Sensation des Hörbuchherbstes!
Mit Beiträgen von: Jovana Reisinger und Sophia Süßmilch.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Christopher Bahn
Book Circle Community
5/5
07.10.2025
Hörbuch-Download
Frau hat genug
Die Frauen in diesem Buch sind wütend, und sie wollen sich nicht mehr so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird. Also erzählen die als Kurzgeschichten konzipierten Kapitel, die beiden Autorinnen abwechselnd bestreiten, von möglichen und unmöglichen Auftritten und Ausbrüchen, bei denen ich teilweise schallend gelacht habe. Das Buch ist also trotz der eindeutig feministischen Ausrichtung auch für Männer sehr gut geeignet. Sehr empfehlenswert.
katis zettelchen
aus Salzburg
5/5
22.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bitterböse, wahr und ermutigend
Eines der lustigsten Bücher, das ich dieses Jahr gelesen habe. Dabei geht es um sehr ernste Themen: Untreue, Vergewaltigung, Femizid. Auf bitterböse schwarz-humorige Art rechnen die Frauen mit den Männern ab. Ein sehr feministisches Buch, das Spaß macht und die Macht der geballten Sisterhood zeigt. Es gibt vier Autorinnen, jede mit ihrem eigenen Schreibstil, was ich eigentlich nicht mag, aber hier funktioniert es toll. Es gibt reihenweise Protagonistinnen, alle sind mehr oder weniger verbunden, ergeben zusammen ein starkes Netz aus Frauenpower. Der Patchworkroman macht thematisch betroffen, aber spätestens seit Gisele Pelicot sollten wirklich alle die omnipräsente Gewalt an Frauen auch hier in Europa auf dem Bildschirm haben. Meine Tochter hat mich gefragt, ob in dem Buch Männer gehatet werden. Mmh, man könnte es vielleicht so lesen, der schwarze Humor arbeitet auch mit Übertreibung, aber ich finde, es geht viel mehr darum, dass sich Frauen nicht alles gefallen lassen dürfen, dass sie sich wehren sollen, dass sie an ihre eigenen Bedürfnisse denken sollen und dafür sorgen sollen, dass es ihnen gut geht. Ich habe beim Lesen oft laut gelacht, mein wunderbarer Mann hat gesagt, er wäre besorgt, keine Sorge, um solche wie ihn geht es in dem Buch nicht. Und der Roman macht Mut und schafft – verstärkt durch vier Autorinnen, vier starke Stimmen - eine Gegengemeinschaft, die sich wehrt und die zusammenhält. Es ist nicht nur ein böse-lustiges Buch, es ist ein aktuelles und wichtiges. Ich habe es gleich an meine Töchter weitergegeben.
Bewertung
5/5
17.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf geht's Mädels
Wow, was bitte war das denn?!
Dieses Buch ist eine absolute Abrissparty in Papierform - und ich habe wirklich jede Seite davon geliebt.
Was Mareike Fallwickl und Eva Reisinger mit 'Das Pen!smuseum' auf die Beine gestellt haben, hat mich so gut unterhalten wie schon lange nichts mehr. Erwähnen werden müssen unbedingt auch die großartigen Special Guests Jovana Reisinger und Sophia Süssmilch sowie die wunderbaren Illustrationen von Andrea Z. Scharf, die das ganze perfekt abrunden.
Schon das Daumenkino unten rechts, wo sonst die Seitenzahl steht, ist ein Highlight für sich.
Die Texte bestehen aus kurzen Geschichten oder Dialogen, die scheinbar unabhängig voneinander stehen und sich dann doch immer wieder miteinander verweben.
Frauen feiern das zügellose Schlemmen, kämpfen für Selbstbestimmung über ihren Körper, holen sich, was sie brauchen, fordern einen Heimweg ohne Angst - und zeigen dem Patriarchat dabei genussvoll den Mittelfinger.
Natürlich ist manches bewusst überzeichnet, aber genau das hat mich beim Lesen ständig nicken, lachen, wütend werden oder den Protagonistinnen innerlich ein High Five geben lassen.
Ein Buch, das wirklich viele Lesen sollten - und außerdem ein großartiges Geschenk, zum Beispiel zu Weihnachten, für all eure Freundinnen.
Von mir gibt's eine dicke fette Leseempfehlung.
nessabo
5/5
31.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein „Female Rage & Revenge“-Fest!
Ich war bei Ankündigung der Buchveröffentlichung sehr enttäuscht von den beiden Autorinnen, weil sie ursprünglich eine transfeindliche Person mit einem Textbeitrag integrieren wollten. Noch immer habe ich meine Schwierigkeiten mit der Begründung, die Position dieser Autorin sei nicht bekannt gewesen. Aber nichtsdestotrotz wurde ihr Beitrag ab Auflage 1 herausgestrichen und das finde ich die einzig richtige Konsequenz.
Froh bin ich über die Entscheidung auch aus dem egoistischen Grund, dass dieser Roman einfach so dermaßen eine Tour de Force ist, dass ich gnadenlos gut unterhalten wurde. Das Autorinnenduo ist ein absolutes Geschenk für mich, beide kenne und schätze ich schon von ihren eigenen Werken. Und zwar ganz genau für das, was dieses Buch mir auch wieder geschenkt hat: weibliche Wut, ein bisschen Rache und ganz viel Frauensolidarität (die Figuren sind allesamt Frauen, andere Geschlechter außer cis Männer werden in aktivistische Taten aber natürlich ebenso integriert).
Ich finde es bemerkenswert, wie gut die beiden Autorinnen hier wirklich zusammen geschrieben haben, ohne dass zwischen den sehr kurzen Kapiteln ein Cut im Ton wahrnehmbar wäre. Unterstützt wird das sicherlich durch die kluge Entscheidung, personell zwar innerhalb einer abgegrenzten Personengruppe zu arbeiten, die Handlung aber nicht streng stringent zu schreiben. Die Kapitel sind enorm kurz, entsprechend snackt sich das gesamte Buch wirklich easy weg. Einzig die beiden Gastbeiträge empfand ich sprachlich als wahrnehmbar abweichend und müsste ich etwas kritisieren, dann wäre es das.
Dass der Lesesog so extrem ist, begrenzt aber nicht die Ernsthaftigkeit des Inhalts. Thematisch wird die schiere Masse an Diskriminierung und Gewalt angegangen, die zur Lebensrealität von weiblich gelesenen Personen gehört: restriktive 6ualität und allgemein reglementierte Verhaltensweisen, 6ualisierte sowie häusliche Gewalt oder die kräftezehrende Lebensrealität einer Dreifach-Mutter in Kontrast zum Dreifach-Vater.
Was mich besonders freut und was ich von beiden Autorinnen schon gewohnt bin: Der gesamte Text basiert auf viel, extrem viel, weiblicher Solidarität. Nicht nur bei gemeinsamen Taten, auch weniger extrem etwa beim gemeinsamen, ungehinderten Essen ohne Besteck, beim Raumnehmen mit ihren Körper oder in klarer Kommunikation mit Männern, die „Komplimente“ über die Abwertung anderer Frauen verteilen. Freundinnen, die die frischgebackene Mutter in ihrer 6positivität bestärken. Alte wie junge Frauen, die solidarische Banden bilden und vielleicht das ein oder andere Ding drehen. Banden, um Frauen aus Polen bei Abtreibungen zu helfen … die Liste geht endlos weiter.
So gelingt es auch, dass die Schwere mancher Kapitel wohltuend aufgefangen wird. Alle Kapitel haben einen humorvollen Grundton, der sich aber auch unterscheidet und mal mehr mal weniger deutlich hervortritt. Manche funktionieren über die Umkehrung der aktuellen Verhältnisse, die sicherlich nicht tatsächlich gefordert wird, wohl aber die Ungerechtigkeit und Überheblichkeit dieser männerdominierten Welt offenlegt. Ob Victim Blaming nach Übergriffen oder das ständige Unterbrechen eines Mannes in Gesprächen - ich mag dieses Stilmittel literarisch sehr.
Viele andere Stellen haben mich eifrig zum Nicken gebracht. Zum Beispiel wenn cis Männer ihre hegemoniale Männlichkeit reflektieren und dafür am liebsten mit tosendem Applaus belohnt werden wollen. Oder bei dem Anspruch, 6arbeitende aus ihrer „Lage“ „befreien“ zu müssen. Ich war auch beklemmt, etwa bei einem Text, der immer wieder den Fall Gisèle Pelicots erwähnt.
Großartig - anders kann ich das Buch nicht bewerten und ich lege es allen ans Herz, die manchmal oder oft wütend sind über patriarchale Strukturen. Für mich funktioniert dieses Subgenre dahingehend nämlich hervorragend.
PS: Die Buchgestaltung toppt alles! Tolle Illustrationen innen wie außen und allen Ernstes auch noch ein Daumenkino auf den Seiten?!
nessabo
5/5
31.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein „Female Rage & Revenge“-Fe…
Ein „Female Rage & Revenge“-Fest! Ich war bei Ankündigung der Buchveröffentlichung sehr enttäuscht von den beiden Autorinnen, weil sie ursprünglich eine transfeindliche Person mit einem Textbeitrag integrieren wollten. Noch immer habe ich meine Schwierigkeiten mit der Begründung, die Position dieser Autorin sei nicht bekannt gewesen. Aber nichtsdestotrotz wurde ihr Beitrag ab Auflage 1 herausgestrichen und das finde ich die einzig richtige Konsequenz. Froh bin ich über die Entscheidung auch aus dem egoistischen Grund, dass dieser Roman einfach so dermaßen eine Tour de Force ist, dass ich gnadenlos gut unterhalten wurde. Das Autorinnenduo ist ein absolutes Geschenk für mich, beide kenne und schätze ich schon von ihren eigenen Werken. Und zwar ganz genau für das, was dieses Buch mir auch wieder geschenkt hat: weibliche Wut, ein bisschen Rache und ganz viel Frauensolidarität (die Figuren sind allesamt Frauen, andere Geschlechter außer cis Männer werden in aktivistische Taten aber natürlich ebenso integriert). Ich finde es bemerkenswert, wie gut die beiden Autorinnen hier wirklich zusammen geschrieben haben, ohne dass zwischen den sehr kurzen Kapiteln ein Cut im Ton wahrnehmbar wäre. Unterstützt wird das sicherlich durch die kluge Entscheidung, personell zwar innerhalb einer abgegrenzten Personengruppe zu arbeiten, die Handlung aber nicht streng stringent zu schreiben. Die Kapitel sind enorm kurz, entsprechend snackt sich das gesamte Buch wirklich easy weg. Einzig die beiden Gastbeiträge empfand ich sprachlich als wahrnehmbar abweichend und müsste ich etwas kritisieren, dann wäre es das. Dass der Lesesog so extrem ist, begrenzt aber nicht die Ernsthaftigkeit des Inhalts. Thematisch wird die schiere Masse an Diskriminierung und Gewalt angegangen, die zur Lebensrealität von weiblich gelesenen Personen gehört: restriktive 6ualität und allgemein reglementierte Verhaltensweisen, 6ualisierte sowie häusliche Gewalt oder die kräftezehrende Lebensrealität einer Dreifach-Mutter in Kontrast zum Dreifach-Vater. Was mich besonders freut und was ich von beiden Autorinnen schon gewohnt bin: Der gesamte Text basiert auf viel, extrem viel, weiblicher Solidarität. Nicht nur bei gemeinsamen Taten, auch weniger extrem etwa beim gemeinsamen, ungehinderten Essen ohne Besteck, beim Raumnehmen mit ihren Körper oder in klarer Kommunikation mit Männern, die „Komplimente“ über die Abwertung anderer Frauen verteilen. Freundinnen, die die frischgebackene Mutter in ihrer 6positivität bestärken. Alte wie junge Frauen, die solidarische Banden bilden und vielleicht das ein oder andere Ding drehen. Banden, um Frauen aus Polen bei Abtreibungen zu helfen … die Liste geht endlos weiter. So gelingt es auch, dass die Schwere mancher Kapitel wohltuend aufgefangen wird. Alle Kapitel haben einen humorvollen Grundton, der sich aber auch unterscheidet und mal mehr mal weniger deutlich hervortritt. Manche funktionieren über die Umkehrung der aktuellen Verhältnisse, die sicherlich nicht tatsächlich gefordert wird, wohl aber die Ungerechtigkeit und Überheblichkeit dieser männerdominierten Welt offenlegt. Ob Victim Blaming nach Übergriffen oder das ständige Unterbrechen eines Mannes in Gesprächen - ich mag dieses Stilmittel literarisch sehr. Viele andere Stellen haben mich eifrig zum Nicken gebracht. Zum Beispiel wenn cis Männer ihre hegemoniale Männlichkeit reflektieren und dafür am liebsten mit tosendem Applaus belohnt werden wollen. Oder bei dem Anspruch, 6arbeitende aus ihrer „Lage“ „befreien“ zu müssen. Ich war auch beklemmt, etwa bei einem Text, der immer wieder den Fall Gisèle Pelicots erwähnt. Großartig - anders kann ich das Buch nicht bewerten und ich lege es allen ans Herz, die manchmal oder oft wütend sind über patriarchale Strukturen. Für mich funktioniert dieses Subgenre dahingehend nämlich hervorragend. PS: Die Buchgestaltung toppt alles! Tolle Illustrationen innen wie außen und allen Ernstes auch noch ein Daumenkino auf den Seiten?!
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