Was haben Menschen vor Jahrtausenden für einen gesunden Darm, gegen Orangenhaut oder bei seelischer Belastung getan? Was gaben Menschen in der griechischen Antike, dem alten Persien, dem chinesischen Kaiserreich oder auf dem afrikanischen Kontinent von Generation zu Generation weiter?
Der Arzt Johannes Huber und die Journalistin Yasmina Kobza lasen in den ältesten Medizinlehren der Welt nach. Sie erklären, womit sich schon die Neandertaler gesund hielten, was die Nomaden als Heilmittel empfahlen (und auch heute in keinem Haushalt fehlen sollte) und womit sich die Pharaonen jung hielten. Dieses Buch ist eine universelle Gebrauchsanleitung für Körper, Geist und Seele, die moderner wissenschaftlicher Überprüfung standhält.
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Gute Idee, nachlässige Ausführung
Bewertung aus Langenzersdorf am 27.02.2026
Bewertungsnummer: 3060295
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Idee zu diesem Buch ist großartig, das Grundgerüst lebendig und unterhaltsam, die Ausführung leider mangelhaft.
Es finden sich fachliche Fehler, manche Sätze sind nahe am Nonsens, und zahlreiche Grammatik- und Schreibfehler verstärken den Eindruck einer schlampigen Arbeit.
Um meine Kritik zu belegen, aber nicht den Rahmen einer Rezension zu sprengen, möchte ich nur folgende ausgewählte Beispiele geben:
S. 61: „Sonlytika“ statt Senolytika
S. 85: „Psychopharmakum“ statt Psychopharmakon, das sollte in einem Werk dieser Art nicht passieren (Duden | Herkunft und Bedeutung von „Psychopharmaka“ am 5.2.2026 und Psychopharmakum / Psychopharmakon | Beliebte Fehler – korrekturen.de am 5.2.2026)
S. 86f: „Um Lavendelblütenwasser nach Goethes Vorbild selbst herzustellen, übergießen Sie getrocknete Lavendelblüten in einem Gefäß mit destilliertem Wasser oder reinem Alkohol und verschließen Sie es. […] Sprühen Sie nach langen Arbeitstagen […] etwas Lavendelblütenwasser in Ihr Gesicht.“
Dieses „Rezept“ ist in mehrfacher Hinsicht fragwürdig: Nimmt man destilliertes Wasser (welches nicht keimfrei ist, falls hier das Missverständnis liegen sollte: Wasser ist nicht gleich Wasser | PZ – Pharmazeutische Zeitung am 6.2.2026), hat man das Problem wahrscheinlicher mikrobieller Instabilität - das möchte sich niemand ins Gesicht sprühen. Nimmt man reinen Alkohol, kann man niemandem raten, sich diesen Auszug ins Gesicht zu sprühen - der übrigens auch kein „Wasser“ wäre. Und da wir schon beim Extrahieren sind: Das Lösungsmittel – der Grad seiner Lipophilie – bestimmt, welche Wirkstoffe extrahiert werden. Ob man Wasser oder Alkohol nimmt, ist nicht egal.
S. 114: „Eine menschliche Fußsohle ist durchschnittlich 160 bis 180 Quadratzentimenter groß. Diese kleine Fläche muss einen Menschen von 60 bis 80 Kilogramm tragen und ihn vor den Auswirkungen der Schwerkraft schützen.“ 1.) Der Durchschnitt – welchen der möglichen Mittelwerte man auch angeben möchte – ist ein Wert und kein Intervall. 2.) Dass man für einen nennenswerten Anteil des Tages nur eine Fußsohle verwendet, wäre zumindest meiner Erfahrung nach sehr ungewöhnlich. 3.) „Die Fußsohle muss den Menschen vor den Auswirkungen der Schwerkraft schützen“ klingt einmal sehr lustig; die zugrundeliegende Vorstellung erschließt sich durch den nächsten Satz: „Die Fußsohle muss dafür mit unterschiedlichen Muskelpartien und Körperteilen kommunizieren.“ – Bei aller Liebe zu kreativer schriftlicher Darstellung, hier gehört unbedingt ein … „vor den unerwünschten Auswirkungen der Schwerkraft“ (o.ä.) dazu. Gäbe es die Auswirkungen der Schwerkraft auf unseren Körper nicht, hätten wir allerlei schwerwiegende gesundheitliche Probleme, wie Studien an Astronauten zeigen.
Apropos „Studien zeigen“: Diese Floskel wird in dem Buch gerne und oft verwendet, sagt aber per se nichts über den Wahrheitsgehalt der Aussagen aus, die sie untermauern sollte. Studien gibt es zu allem Möglichen, sie können gut oder schlecht durchgeführt worden sein, es könnten mehrere Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen vorliegen, usw. Hier braucht es das Vertrauen der Leserin/des Lesers in die vorangegangene kritische Auseinandersetzung der Autor:innen mit der jeweiligen Studienlage. Zudem wäre ein Literaturverzeichnis angebracht.
S. 211: [zum Thema Magenschmerzen]: „Ihre Freundin, die das Problem nur zu gut kennt und schon unzählige Haushaltsmittel ohne größere Erfolge ausprobiert hat, ist gespannt.“ Wir alle können leicht erahnen, dass Hausmittel gemeint sind, denn Haushaltsmittel sind „Geld, das für den Haushalt zur Verfügung steht“ (Haushaltsmittel ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft ▶ Duden am 6.2.2026).
Wie gesagt, dies ist nur eine kleine Auswahl der zu bemängelnden Stellen. All dies hätte spätestens bei einem gründlichen Lektorat auffallen müssen.
Meinem Eindruck nach hat das Autor:innen-/Lektor:innenteam die Anforderungen massiv unterschätzt, die an ein derartiges Buch gestellt werden (müssen). Auch wenn es für interessierte Laien und „mit leichter Hand“ geschrieben ist, müssen alle Informationen bis ins Detail korrekt sein. Wenn schon ich alleine beim ungezwungenen Durchlesen so viele Fehler finde, wie viele sind dann im ganzen Text? Was kann man glauben, was nicht?
Sollte es weitere Auflagen geben, bedarf der Text jedenfalls einer sehr gründlichen Überarbeitung. Das Buch wäre es wert.
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