Irma, 40, hat aus dem Gasthaus »Zum Hirschen« die beliebte vegetarische »Aubergine« gemacht. Die kreative Inhaberin beschäftigt eine bunte Truppe: eine 17-jährige Schulverweigerin als Mädchen für alles; eine tratschfreudige Hilfsköchin; einen Ex-Weltenbummler als Kellner und Manager. Und den 80-jährigen »Gemüsemann«, der beim Gemüseschnippeln hilft und angeblich fast taub ist. Und wie in jeder engen Gemeinschaft herrschen nicht nur positive Vibes, sondern gibt es einige Turbulenzen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Eva Fl.
aus Franken
5/5
08.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Hirsch heißt nun Aubergine…
Der Hirsch heißt nun Aubergine. Aus dem Gasthaus „Zum Hirschen“ hat Irma ihr Lokal namens „Aubergine“ gemacht. Hier werden vegetarische Gerichte serviert. Neben Irma, der Köchin, sind dort noch weitere Personen tätig, von der jungen Schulverweigerung über den 80-jährigen, fast tauben „Gemüsemann“, den Kellner und Manager, der früher Globetrotter war bis hin zur tratschfreudigen Hilfsköchin. Natürlich gibt’s leider nicht immer nur gute Stimmung, sondern geht durchaus auch turbulent zu. Seit meiner Jugend lese ich immer wieder Bücher von Ingrid Noll, denn ich mag ihren Schreibstil so unheimlich gerne. Auf neue Bücher von ihr bin ich immer wieder gespannt, so auch diesmal. Der Schreibstil ist gewohnt unterhaltsam, diesmal aber noch abwechslungsreicher. Denn es wird aus der Sicht der einzelnen Personen erzählt. So erzählt jeder auf seine eigene Art und Weise, wie er oder sie Abläufe erlebt hat. Natürlich tut dies die 17-jährige Mitarbeiterin ganz anders als der 80-Jährige. so kommt auch ein interessanter Sprachstil zusammen, man lernt in gewisser Weise auch Jugendsprache kennen. Für mich war das sehr amüsant, interessant und absolut abwechslungsreich. Die Geschichte hat mir gut gefallen, denn es war meiner Ansicht nach nichts wirklich vorhersehbar. Allein durch die Tatsache, dass man immer wieder verschiedene Schilderungen hat, ist das Buch sehr quirlig geschrieben. Für mich eine sehr unterhaltsame, lustige und kuriose Lektüre. Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine absolute Empfehlung.
Dauerleserin
5/5
04.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vibes, Auberginen und noch viel mehr
Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Gastwirtin Irma. Irma ist um die 40 und Chefin eines vegetarischen Restaurants mit dem vielversprechenden Namen „Aubergine“. Die untersetzte und ein wenig übergewichtige Wirtin hat ein paar relativ ungewöhnliche Angestellte: die siebzehnjährige Lucy, Josch, ein Schönling um die 30, und Nicole, eine ehemalige Schulfreundin Irmas mit Legasthenie. Und dann wäre da noch Vincent, „der Gemüsemann“, ein angeblich tauber, älterer Mann, der im Restaurant aushilft, um nicht den ganzen Tag allein zu sein.
Cover und Schreibstil:
Wie üblich bei Hardcover-Büchern aus dem Diogenes Verlag ist auf dem Cover von „Gruß aus der Küche“ der Ausschnitt eines Gemäldes zu sehen. Es zeigt eine Frau mittleren Alters, die sehr entschlossen aussieht.
Ingrid Nolls Schreibstil ist wie gewohnt spannend und abwechslungsreich. Mitunter benutzt die Autorin eher altmodische Wörter oder Phrasen, aber alles passt gut zusammen.
Fazit und Leseempfehlung:
Nach der Lektüre von „Gruß aus der Küche“ war ich ein wenig überrascht.
Ingrid Noll verwendet viel Energie damit, Irma und ihre Angestellten und vor allem auch die komplizierten Beziehungen untereinander zu beschreiben. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und wer aufmerksam liest, merkt, dass jede Person einen eigenen Sprachstil hat. Dabei droht Irma bisweilen, die Abgabe des Zepters als Hauptperson, weil sich andere ProtagonistInnen in den Vordergrund drängen. Jede Person in dem Buch hat ihr eigenes Problem und ihre eigene Lebensphilosophie, da verwundert es nicht, dass es fortwährend zu zwischenmenschlichen Konflikten in diesem bunt zusammengewürfelten Team kommt. Das alles liest sich so spannend, dass man sich erst am Ende fragt, wo der Mord in diesem Buch ist. Denn man kennt Ingrid Noll vor allem als erfolgreiche Krimi-Autorin. Aber ein bisschen morbide wird „Gruß aus der Küche“ am Ende dann vielleicht doch – oder nicht?!
Wenn etwas nennen müsste, was mich beim Lesen gestört hat, war es das allgegenwärtige Denglish im Buch. Irgendwann fand ich das nämlich überhaupt nicht mehr witzig. Aber einer außergewöhnlichen Autorin wie Ingrid Noll verzeiht man auch das – man liest einfach tapfer weiter und genießt. Und hofft, dass Ingrid Noll noch viele, viele Bücher schreiben wird.
Ich vergebe für „Gruß aus der Küche“ fünf Sterne. Es vor allem ist ein Buch für alle, die Ingrid Nolls perfiden Humor und ihre feine Sprache mögen.
Die Dauerleserin
hasirasi2
aus Dresden
5/5
29.02.2024
Hörbuch (CD)
Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn
… wurden Irma und Josh schon in der Schule geneckt und leider gibt es immer noch Gäste, die das diskriminierende Kinderlied in Irmas vegetarischem Restaurant Aubergine singen. Dabei mag Irma ihre runden Formen, so sieht man gleich, dass ihre überwiegend pflanzliche Küche nicht für Verzicht, sondern für Genuss steht.
Schon 2015 hat Ingrid Noll mit „Der Mittagstisch“ ein Buch geschrieben, in dem eine Küche die zentrale Rolle spielt. Damals haben nicht alle Protagonisten überlebt, aber der "Gruß aus der Küche" ist kein Krimi, sondern eher ein Spannungsroman. Irma hat ein bunt gemischtes Völkchen um sich geschart, welches sich gern Streiche spielt, die auch mal über die Schmerzgrenze hinausgehen. Ob einer der Scherze aus dem Ruder läuft und alle überleben, verrate ich aber nicht.
Irma hat aus einer alten Dorfkneipe ein erfolgreiches vegetarisches Restaurant gemachen, dabei wirkt sie oft zu weich und gutmütig. Aber sie hat Temperament und ihr rutscht schon mal die Hand aus, wenn jemand zu frech wird. Ansonsten lässt sie ihren Angestellten viel durchgehen und der ewige Student Josh, mit dem sie mal zusammen war, hat als Oberkellner / Buchhalter / Hausmeister sowieso eine Sonderstellung, da sie auf ihn angewiesen ist. Natürlich hofft sie, dass er sie irgendwann heiratet, doch noch gräbt der Hahn im Korb jede Frau an, die ihm gefällt. Allerdings hat er auch eine gute Seite. Er wollte eigentlich Lehrer werden und unterrichtet jetzt unauffällig die 16jährige Küchenhilfe Lucy in Mathe und Englisch, weil sie die Schule schmeißen will. Lucy ist übermütig (und überheblich) und hat den Spitznamen Kichererbse – und leider auch deren Konzentrationsfähigkeit. Aber sie ist in Josh verliebt und will ihn beeindrucken, was er für seine Lehrzwecke ausnutzt. Zur Stammbesetzung gehört außerdem noch Irmas beste und älteste Freundin Nicole. Die zweifache Mutter ist nicht besonders helle und lässt sich oft auf die falschen Männer ein, aber sie hat ein Herz aus Gold und sich immer für Irma eingesetzt. Und seit einiger Zeit hilft „der Gemüsemann“ in der Küche aus – ein über 80jähriger Professor, der zu Hause einsam ist und darum jeden Tag in die Aubergine kommt.
Das Buch lebt von den skurrilen Charakteren und zwischenmenschlichen Rangeleien, ihren Wünschen, Träumen und Ängsten. Es erinnert ein bisschen an Shakespeares „Sommernachtstraum“, weil überkreuz geliebt wird und sich die passenden Paare nicht finden können oder wollen.
Mein Lieblingscharakter ist Irma. Sie ist cool, hat Mumm und lässt sich nicht reinreden, weder in die Karte noch in die Auswahl ihrer Angestellten, auch wenn die sich nicht immer grün sind. Und obwohl Josh beileibe kein Sympathieträger ist, konnte auch mich mit seiner Fürsorge um Lucy überraschen.
Ich war erstaunt, wie firm Ingrid Noll in der Jugendsprache ist, bei manchen Worten musste ich echt überlegen, was gemeint ist. Und die Veganer- und Vegetarierwitze haben mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht, genau wie das Denglisch, mit dem Josh Nicole veralbert.
Gefallen hat mir auch die Doppeldeutigkeit des Titels. Mit "Gruß aus der Küche" ist nicht nur das Amuse-Gueule gemeint, sondern auch die Streiche, die sich alle Beteiligten spielen und die Ohrfeigen, die Irma verteilt, wenn sie dabei übertreiben.
Eine Besonderheit des Hörbuches ist, dass die Protagonisten von unterschiedlichen SprecherInnen gesprochen werden, was das Unterscheiden der Charaktere natürlich einfacher macht.
Mich hat Ingrid Noll wieder sehr gut unterhalten, auch wenn ich eigentlich gar keine Auberginen mag.
Bewertung
aus Mannheim
5/5
22.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beste Unterhaltung
Klappentext:
Irma, 40, hat aus dem Gasthaus »Zum Hirschen« die beliebte vegetarische »Aubergine« gemacht. Die kreative Inhaberin beschäftigt eine bunte Truppe: eine 17-jährige Schulverweigerin als Mädchen für alles; eine tratschfreudige Hilfsköchin; einen Ex-Weltenbummler als Kellner und Manager. Und den 80-jährigen »Gemüsemann«, der beim Gemüseschnippeln hilft und angeblich fast taub ist. Und wie in jeder engen Gemeinschaft herrschen nicht nur positive Vibes, sondern gibt es einige Turbulenzen.
Meine Meinung:
Mit „Gruß aus der Küche“ hat die Erfolgsautorin Ingrid Noll wieder einmal bewiesen wie man kurzweilige Romane schreibt, solche, die man in einem Rutsch verschlingen kann. Ich war ein wenig überrascht, denn in ihren vorangegangenen Werken hagelt es geradezu Tote, ihre Krimödien sind legendär und ein Garant für Hochspannung. Hier gibt es keine Opfer zu beklagen, zumindest keine, die das Zeitliche segnet.
Dem Klappentest ist bereits zu entnehmen, was uns Lesern erwartet. Die 40-jährige etwas mollige Irma, die aus dem Gasthaus »Zum Hirschen« die vegetarische Gaststätte »Aubergine« gezaubert hatte. Ausdrücklich vegetarisch, nicht vegan… Ihre mehr als individuelle Gefolgschaft wird nun in diesem Roman vorgestellt. Jedem werden ein oder gleich mehrer Kapitel gewidmet, um wen es sich handelt lässt sich aus dem Titel des Kapitels erkennen. Jeder stellt sich aus der Ego-Perspektive vor und auch wer mit wem hier wie verbandelt ist. Eine richtige Handlung gibt es nicht direkt, aber dennoch sehr humorvoll und lesenswert beschrieben mit vielen Seitenhieben. Sämtliche Charaktere werden sehr leibhaftig beschrieben, so dass man sie beinahe real vor Augen hat.
Auf rund 300 Seiten kam keine Sekunde Langeweile auf. Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt und fiebere schon dem nächsten Roman der Autorin entgegen.
@esposa1969
esposa1969
aus Mannheim
5/5
22.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Meine Meinung: Mit „Gruß aus…
Meine Meinung: Mit „Gruß aus der Küche“ hat die Erfolgsautorin Ingrid Noll wieder einmal bewiesen wie man kurzweilige Romane schreibt, solche, die man in einem Rutsch verschlingen kann. Ich war ein wenig überrascht, denn in ihren vorangegangenen Werken hagelt es geradezu Tote, ihre Krimödien sind legendär und ein Garant für Hochspannung. Hier gibt es keine Opfer zu beklagen, zumindest keine, die das Zeitliche segnet. Dem Klappentest ist bereits zu entnehmen, was uns Lesern erwartet. Die 40-jährige etwas mollige Irma, die aus dem Gasthaus »Zum Hirschen« die vegetarische Gaststätte »Aubergine« gezaubert hatte. Ausdrücklich vegetarisch, nicht vegan… Ihre mehr als individuelle Gefolgschaft wird nun in diesem Roman vorgestellt. Jedem werden ein oder gleich mehrer Kapitel gewidmet, um wen es sich handelt lässt sich aus dem Titel des Kapitels erkennen. Jeder stellt sich aus der Ego-Perspektive vor und auch wer mit wem hier wie verbandelt ist. Eine richtige Handlung gibt es nicht direkt, aber dennoch sehr humorvoll und lesenswert beschrieben mit vielen Seitenhieben. Sämtliche Charaktere werden sehr leibhaftig beschrieben, so dass man sie beinahe real vor Augen hat. Auf rund 300 Seiten kam keine Sekunde Langeweile auf. Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt und fiebere schon dem nächsten Roman der Autorin entgegen. @esposa1969
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