Produktbild: Hirschtier

Hirschtier Roman | Pointierter Roman über Trauerbewältigung und Schuld | Die kindliche Kraft der Fantasie

5

14,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

27.01.2026

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

240 (Printausgabe)

Dateigröße

2310 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Poor Deer

Übersetzt von

Cornelia Holfelder-von der Tann

Sprache

Deutsch

EAN

9783753001180

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ePUB

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Erscheinungsdatum

27.01.2026

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

240 (Printausgabe)

Dateigröße

2310 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Poor Deer

Übersetzt von

Cornelia Holfelder-von der Tann

Sprache

Deutsch

EAN

9783753001180

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  • Rina

    aus Mannheim

    3/5

    03.02.2026

    eBook (ePUB)

    Faszinierend, komplex, aber nicht ganz meins

    In der Geschichte geht es um Margaret Murphy, ein besonderes Mädchen, das lernen muss, mit Schuld und Trauer umzugehen. Margaret ist still, zurückgezogen und lebt sehr in ihrer eigenen Welt. Sie erfindet Geschichten und sogar eine eigene Schrift, was sie als Charakter sehr eigen und interessant macht. Sie wächst bei ihrer Mutter und ihrer Tante auf. Nach dem Verlust ihrer besten Freundin im Kindesalter muss sie lernen, mit der Trauer umzugehen. Dabei entfernt sie sich nach und nach von ihrer Mutter, und die Schuldfrage steht ständig zwischen ihnen und belastet ihre Beziehung. Besonders spannend fand ich, wie das Buch mit dem Thema Schuld umgeht. Als Leser weiß man relativ früh, was passiert ist. Margaret ist jedoch noch ein Kind, und es ist interessant zu beobachten, wie sie langsam begreift, was ihre Handlung bedeutet. Schuld wird hier nicht nur als Tat gezeigt, sondern auch als etwas, das mit Verantwortung und Reife zu tun hat. Begleitet wird Margaret von ihrem Hirschtier, einem Monster, das ihre Schuld und Trauer widerspiegelt. Auch wenn für mich bis zum Schluss offen blieb, wie ich die Schuldfrage selbst beantworten würde, mag ich genau solche Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Zusammen mit Margaret als Figur war das auf ihre eigene Weise sehr fesselnd. Auch die Erzählweise ist eher ungewöhnlich. Es gibt mehrere Stränge, Wiederholungen und Passagen, die sich wie kleine Geschichten innerhalb der Geschichte anfühlen. Ganz überzeugen konnte mich das Buch leider am Ende trotzdem nicht. Der Anfang ist stark und der Schreibstil wirklich schön. Einige Wiederholungen haben mich jedoch gestört, und der spätere Verlauf der Handlung konnte mich nicht mehr ganz erreichen. Außerdem wirkten Margarets Gedanken für mich stellenweise zu erwachsen für ihr Alter. Das Ende lässt viele Fragen offen, und für mich blieb unklar, welche Botschaft das Buch letztlich vermitteln wollte. Insgesamt war das Buch für mich in Ordnung, aber leider nicht ganz meins.

  • Jadi

    aus Montabaur

    4/5

    29.03.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Einfühlsamer Roman über Trauerbewältigung!

    . Ein außergewöhnlicher Roman über die leisen, oft verborgenen Wege der Trauer- und Traumabewältigung. Unablässig stellt sich dabei jedoch die Frage, ob dieser Pfad der richtige ist oder nur ein notwendiger Umweg durch das Dunkel. „Hirschtier“… ein berührendes Werk, das nachhallt und behutsam ein neues Verständnis für die Eigenart und Tiefe kindlichen Denkens eröffnet. 4/5 ⭐️ . Was erwartet dich genau… Margaret Murphy wächst in einer Welt auf, in der die Wahrheit zu schwer für ein Kind ist. Seit dem Tod ihrer Freundin Agnes flüchtet sie sich in erfundene Geschichten, die Schmerz in Magie verwandeln und stets glücklich enden. Niemand gibt ihr offen die Schuld, doch im Verdrängen liegt ihr einziger Halt. Bis das Hirschtier erscheint… ein unheimliches Wesen, das sich in ihre Fantasien drängt und sie zwingt, sich der Wahrheit zu stellen. . In „Hirschtier“ folgen wir Margaret durch die erzählte Welt, so nah, als säßen wir in der ersten Reihe ihres Bewusstseins. Wir hören ihr zu, wenn sie sich in ihre Fantasiegeschichten flüchtet, bis schließlich auch das „Hirschtier“ selbst Gestalt annimmt. . Die Figuren erscheinen dabei von bemerkenswerter Lebendigkeit, mit all ihren Brüchen, Widersprüchen und Unebenheiten. Ihre Reaktionen auf das Geschehen sind nicht nur glaubwürdig, sondern wirken in ihrer jeweiligen inneren Logik schlüssig. . Margaret begegnet uns wie ein Kind, das übersehen wird, nicht aus Mangel an Liebe, sondern aus einem Mangel an wirklichem Verstehen. Ihre Mutter und ihre Tante sind fürsorglich, beinahe zärtlich und doch scheint etwas Entscheidendes zu fehlen. Das Trauma, das Margaret prägt, wird von ihnen nicht wirklich benannt, nicht aufgearbeitet. Es wird umgangen, als hätte es nie wirklich existiert. So nimmt eine ungewöhnliche Form der Bewältigung ihren Lauf. Es ist eine, die befremdlich wirken mag, vielleicht sogar erschreckend und doch erscheint sie erschütternd plausibel. Man ahnt, dass es auch außerhalb der Literatur Menschen gibt, die auf ähnliche Weise versuchen mit dem Unfassbaren zu leben. . Einfühlsam und mit unbestechlichem Blick zeichnet Oshetsky den Prozess der Verdrängung nach! Das innere Verstummen eines Kindes, dem die Sprache für sein Leid fehlt, weil niemand sie ihm anbietet. In dieser Leerstelle erschafft sich Margarets Seele eine eigene Instanz… das „Hirschtier“, eine Art inneren Erwachsenen, der das Unsagbare auffängt und zu ordnen versucht. Seine Methoden sind hart, grausam und doch tragen sie den Keim von Notwendigkeit in sich. Inmitten dieser Dunkelheit glimmt ein zarter Hoffnungsschimmer… die Möglichkeit, dass Margaret eines Tages einen Weg zur Verarbeitung finden könnte. . Obwohl Margaret im Zentrum der Erzählung steht, lohnt sich ein genauer Blick auf ihre Mutter. In ihren Gesten und Entscheidungen zeigt sich eine tiefe Überforderung, ein Ausweichen vor dem Schmerz, das sich darin äußert, dass sie ihre Zuwendung anderen gibt, jenen, die sie weniger herausfordern. So öffnet sich ein Raum für Fragen… Ist auch dies eine Form von Selbstschutz? Eine eigene, unbewältigte Verletzung? Zum Glück bleibt Margaret nicht vollkommen allein. In ihrer Tante findet sie eine Figur, die, so gut sie kann, versucht, ihr Halt zu geben und ihr gerecht zu werden. So entfaltet sich „Hirschtier“ als weit mehr, als es zunächst scheint! Nicht nur als Geschichte über kindliche Traumabewältigung, sondern als vielschichtiges Familiendrama. Es zeigt, wie schnell Menschen in Muster des Verdrängens flüchten und wie existenziell wichtig es ist, dem Unsagbaren Worte zu geben. . „Hirschtier“ ist ein berührender, hoffnungsvoller Roman über Erinnerung und Selbstschutz und über die Geschichten, die wir uns erzählen müssen, um zu überleben, wenn uns keine besseren Antworten zur Verfügung stehen.

  • MarieOn

    4/5

    03.02.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Eine außergewöhnliche Erzählung

    Penobscot ist eine Kleinstadt mit ungeteerten Straßen, vielen Kirchen, vielen Gläubigen und einer Papierfabrik. Dahinter Felder mit mehligen Kartoffeln, Farmen mit Milchkühen, Schweinen und Schafen. Dahinter der Wald, in dem Kinder spielen. Dort leben auch wilde Männer, die Kinder mit Rotwild verwechseln und auf sie schießen. Die Elche sind reizbar und wehrhaft. Wer unter ihre Hufe gerät, überlebt selten. Dort lebt auch eine Frau, stark, wütend – gut. Eine Kriegswitwe Florence und die liebt ihre Nachbarin Ruby. Florence arbeitet im Ort an der Mittagstheke, dort bezirzt sie die Männer, weil sie es noch nicht aufgegeben hat. Ihre Schwester Dolly arbeitet in der Papierfabrik. Beide leben in einem Haus und erziehen die kleine Margaret, Florences Tochter, die mit vier anfing, die ersten Engel zwischen Grashalmen zu sehen. Die Nachbarin Ruby Bickfort ist eine Gefallene. Ihr Mann haute ab, als Agnes gerade geboren war. Agnes ist Margarets beste Freundin und im Gegensatz zu Margaret ist sie energisch und standhaft wie ein Zinnsoldat. Seit dem Tag der Schulhofüberschwemmung schreibt Margaret Geschichten, die gut enden. Nein, sie geht noch nicht zur Schule, denn sie ist ja erst vier. Sie kann lesen, weil sie Dolly schon ewig über die Schulter blickt, wenn die ihre Bibelverse vorliest. Margaret hat sich eine Geheimsprache ausgedacht. Sie schreibt in kleinen Zeichen, die nur sie versteht. Am Tag der Schulhofüberschwemmung hat Margaret Agnes Zuhause abgeholt und sie sind die Straße runtergelaufen. Agnes hat sich im Schlamm auf dem Schulhof gewälzt, aber Margaret wollte nicht mitmachen. Sie sind zu Agnes zurückgelaufen und haben sich in den Schuppen geschlichen. Agnes wollte unbedingt „Erwacht Prinzessin“ spielen und stieg in den alten Fischkühler. Margaret sollte den Deckel schließen, bis zehn zählen und dann die Prinzessin wieder herauslassen, aber sie bekam den Verschluss nicht mehr auf. Fazit: Claire Oshetsky hat eine außergewöhnliche Geschichte geschaffen. Ihre Protagonistin Margaret verliert auf tragische Weise ihre beste Freundin. Sie kann mit niemandem darüber reden. Ihre Mutter hilft ihr aktiv das Ereignis zu verdrängen. Es bleibt ein diffuses Gefühl, einen großen Fehler begangen zu haben, das sie mit erfundenen Geschichten kompensiert. Für Agnes Mutter Ruby ist die Trauer überwältigend, bis sie Margaret beschuldigt, für den Tod ihrer Tochter verantwortlich zu sein und damit ein Hirschtier in Margaret zum Leben erweckt. Für Margaret war der psychische Zusammenbruch Agnes Mutter nicht fassbar. Ihre eigenen Gefühle spiegelten eher ein Vermissen wieder. Was mir gut gefallen hat, ist zu zeigen, wie sich ein Kind fühlt, das glaubt schuld am Tod der besten Freundin zu sein und dieses Hirschtier, das ihr ins Gewissen beißt, ganz alleine tragen muss. Ebenso hat die Autorin einen geübten Blick auf die Erwachsenen geworfen, die ihre eigene Verantwortung auf die damals Vierjährige abwälzen. Zu Anfang fand ich die einfache Sprache großartig, später nicht mehr so angemessen. Die Geschichten, die Margaret erfindet, hat die Autorin zum Teil mit der immerwiederkehrenden Anfangsszene eingeleitet, das fand ich hilfreich und gut gelöst. Dieser Linie ist sie aber nicht immer treu geblieben und das war für mich verwirrend. Eine sehr spezielle Geschichte mit einem soliden Grundgerüst über Trauma, Verlust und Schuld. Und sicher eine Herausforderung für die Autorin, die hiermit den Janet Heidinger Kafka Prize for Fiction 2025 gewonnen hat.

  • Jürg K.

    4/5

    18.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Gefühlvoll, zärtlich

    Margaret Murphys erste Erinnerung ist der Tag, an dem ihre beste Freundin Agnes starb. Diese Art von Geschichten werden nicht einfach gelesen, sondern innerlich mitgetragen. Was mich an dieser Geschichte sofort berührt, ist die Art, wie Margaret versucht, ihre eigene Vergangenheit zu überleben. Nicht durch Stärke, nicht durch Rebellion, sondern durch Geschichten. Wir alle erfinden Erzählungen, um das auszuhalten, was uns sonst zerbrechen würde. Aber bei Margaret ist diese Strategie nicht nur ein Schutz, sondern ein Gefängnis. Je länger sie in ihren Geschichten lebt, desto weiter entfernt sie sich von der Wahrheit und von sich selbst. Das Hirschtier wirkt wie ein Fabelwesen, aber eigentlich ist es ein Gewissen, ein Trauma, ein Schatten, der endlich Form annimmt. Denn manchmal braucht die Wahrheit ein Monster, um gehört zu werden. Margaret ist alt genug, um zu ahnen, dass etwas nicht stimmt, aber jung genug, um die Wahrheit nicht tragen zu können. Die Zwischenwelt, halb Märchen, halb Albtraum, ist der eigentliche Schauplatz des Romans. Meine Erkenntnis beim Lesen ist, dass die Wahrheit weh tut, aber macht frei macht. Und manchmal ist der Weg dorthin ein Märchen, das man sich selbst erzählt, bis man bereit ist, aufzuwachen. Für mich ein lesenswertes Buch.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    2/5

    19.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Verdrängte Erinnerungen und Schuldgefühle

    “Hirschtier” von Claire Oshetsky erzählt die Geschichte von Margaret Murphy. Als sie vier Jahre alt war, starb ihre beste Freundin Agnes auf tragische Weise. Seitdem verdrängt Margaret alle Erinnerungen an diesen Tag. Immerhin behauptete ihre Mutter allen gegenüber, sie sei am Unglückstag gar nicht aus dem Haus gegangen. Doch was ist die Wahrheit?   „…. noch bevor Hirschtier die Chance hat, mir zu sagen, was ich diesmal falsch gemacht habe – kommen mir Zweifel. Ich habe so lange erfundene Geschichten erzählt, dass die ungeschminkte Wahrheit sich hässlich und holperig anfühlt und die Fakten mir vorkommen wie geborgte Bruchstücke, aufs Geratewohl aus einem Wust von Hörensagen und altem Tratsch herausgepickt. Einmal versuchte ich, meiner Mutter die Wahrheit über den Tag der Flut auf dem Schulhof zu erzählen, und sie schlug mich und sagte: »MARGARETMURPHY, DUWIRSTDIESEABSCHEULICHELÜGENIEMEHRWIEDERHOLEN!«, und ich tat es nie mehr. Und jetzt sprechen die altvertrauten Stimmen in meinem Kopf wieder auf mich ein, so wie immer. Sie versuchen, mir auszureden, was ich vom Tag der Schulhofüberschwemmung noch weiß. Du warst erst vier. Du warst zu klein, um dich dran erinnern zu können. So war es nicht. Deine Mutter sagt, du warst den ganzen Tag bei ihr und hast das Haus nicht verlassen. Sie sagt, du hast nie einen Fuß in diesen alten Schuppen gesetzt. Deine Erinnerung ist falsch. Was du Wahrheit nennst, ist nichts weiter als die Geschichte, die Ruby Bickford erfunden hat, ihre verleumderische Geschichte, die Lüge, zu der sie sich genötigt sah, weil sie nicht zugeben konnte, dass sie ihr Kind durch egoistische Vernachlässigung getötet hatte und dann ihr eigenes sträfliches Verhalten dem Nachbarskind in die Schuhe schieben wollte.  Ich bin unschuldig. Vielleicht bin ich unschuldig.“   Jahre später erschein Margaret ein Fantasiewesen, ein Hirschtier, das sie zwingt, sich die Wahrheit über ihre Rolle bei Agnes’ Tod einzugestehen. Doch trotz ihrer Schuldgefühle scheitert Margaret daran, die Wahrheit auszusprechen.   „Bald wird sie erkennen, dass sie nicht zu retten ist. Bald wird sie wissen, dass das, was sie getan hat, unverzeihlich ist. Für den Rest ihres Lebens wird dieses Wissen immer da sein, wird sie in ein Geflecht von Schmerz und Schuldgefühl wickeln. O ja. Das Schuldgefühl ist das Schlimmste. Das Schuldgefühl ist das hohle Herz des Ganzen. Das Schuldgefühl hält die Schändlichkeit am Leben. Das Schuldgefühl folgt ihr überallhin, zwei Schritte hinter ihr.“   Margaret stiehlt ein Auto und geht weg; sie trifft auf Penny und Glo, die ebenfalls auf der Flucht sind.   „‘Ich fühle eine unheilvolle Wendung dieser Geschichte nahen. Sie dräut über meiner Zukunft. Mir geht die Zeit aus, mein Happy End zu finden. Hirschtier lenkt mich nicht. Es unterbricht mich nicht mit ätzenden Zwischenrufen oder höhnischen Bemerkungen.‘“   Anfangs fand ich die Erzählweise der Autorin sehr interessant; Margarets wiederholte Versuche, sich an die Wahrheit zu erinnern, immer wieder in Fantasien zu flüchten. Doch mit der Zeit wurde das Buch irgenwie sehr zäh und verstrickte sich in Wiederholungen und sehr vielen Fantasien.   Mir war das Buch, das zwar seine guten Momente hatte; insgesamt doch zu wirr und ausschweifend. Wirklich überzeugen konnte es mich leider nicht.   Vielen Dank an den ecco Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

Kundinnen und Kunden meinen

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