Das Glück in der glänzenden Metropole Berlin zu finden, davon träumt die junge Clara, als sie 1928 ihr Dorf verlässt. Im Alten Eierhäuschen in Treptow lernt sie den feschen Friseur Otto kennen, die Liebe zieht in ihr Herz. Doch die Weltwirtschaftskrise lässt die jungen Eheleute mit ihrem Salon in Kreuzberg scheitern. Als Otto 1940 zum Wehrdienst eingezogen wird, brechen für Clara harte Zeiten an. Sie muss allein Friseursalon, Haushalt und Kinder bewältigen, bis sie im Bombenhagel nur noch den Ausweg der Flucht sieht ...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Philiene
aus Süsel
5/5
13.02.2025
eBook (ePUB 3)
Bewegende Familiengeschichte
Lindenblütenzeit erzählt in einer wunderschönen Sprache die Geschichte von Clara. Es beginnt als Clara als junges Mädchen nach Berlin kommt, erzählt von ihrem Einstieg ins Berufsleben, erzählt von einer jungen Frau die den Traum hat es in der großen Stadt zu schaffen. Erzählt von ihrer großen Liebe Otto, ihrem Friseursalon und ihren Kindern. Aber auch von der Zeit in der sieleben. Denn Otto muss im zweiten Weltkrieg an die Front und Clara steht plötzlich alleine da.
Lindenblütenzeit hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte vo. Clara und d auch die ihrer Familie hat mich sehr bewegt. Ich mag Bücher mit Charakteren die aus dem Leben gegriffen sind, die nicht perfekt sind und trotzdem sympathisch. Genauso sind die Protagonisten hier. Menschen wie du und ich, Menschen die sich den Begebenheiten des Lebens anpassen und doch auch immer an ihre Träume denken.
Ein wirklich schöner Roman über eine Familie in einer dunklen Zeit.
Bewertung
aus Quickborn
5/5
12.02.2025
eBook (ePUB 3)
Berührende Liebes- und Zeitgeschichte
Den ersten Roman von Simona Wernicke habe ich regelrecht verschlungen, Kornblumenzeit war eines der bewegendsten Bücher über Liebe und Tod und Vertreibung aus Ostpreußen. Der Zeitraum, in dem der neue Roman von ihr spielt, ist in etwa der gleiche. Von den 1920er Jahren bis weit in die Nachkriegszeit begleitet der Leser die Familien. Lindenblütenzeit erzählt die Geschichte von Clara, dem Mädchen vom Lande nicht weit von Berlin. Die Hauptstadt ist auch das Traumziel von Clara, die weg möchte aus der Enge und vom alltäglichen Einerlei auf dem Bauernhof. Sie schafft den Absprung in die weite Welt, aber geschenkt wird ihr nichts. Zuerst ist es die Akkordarbeit bei Bolle, die sie schwer erträgt, später ist sie Verkäuferin in einem kleinen Laden. Auch das ein harter Job, sechs Tage die Woche von früh bis spät. Und abends schläft sie erschöpft auf einem Strohsack bei ihrer Tante ein, der gerade mal noch Platz im Wohnungsflur gefunden hatte.
Erst als Clara Otto kennenlernt, sieht sie ein Licht am Horizont. Er ist Friseur und macht etwas her, wie man damals sagte. Es dauert nicht sehr lange und Otto, ihre große Liebe, ist auch der Vater ihres noch ungeborenen Kindes. Otto möchte sich nur zu gern selbstständig machen und es beginnt die hektische Suche nach einer Ladenwohnung. Das, was sie dann finden, ist bei weitem nicht mit dem Traum vom guten Leben vereinbar, dunkel und feucht, in einem Arbeiterviertel in Berlin. Aber alles findet sich, Clara beißt sich durch, es wird geheiratet, das erste Kind kommt. Und es wird nicht das letzte sein. Clara hat ein schweres Leben, wer heute heiratet und Kinder bekommt, hat es da wesentlich komfortabler. Man sollte die Beschreibungen in diesem Buch nicht als Klischee abtun, es ging vielen Frauen so, und manchen noch schlimmer.
Weltwirtschaftskrise, aufkommender Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Kindererziehung im Sinne Hi*lers, der 1939 beginnende Krieg, Otto wird eingezogen, Clara erlebt Bombennächte. Jeder sollte selbst lesen, wie tapfer Clara und die Kinder all das erleben und überstehen. Auch wie es nach dem Krieg für Clara weitergeht, ist kein Einzelfall, und doch wird es in diesem Buch zu einer zutiefst berührenden Geschichte.
Die Protagonisten sind alle charakterlich sehr lebensecht beschrieben, jeden kann man sich vorstellen, seien es die Eltern und Geschwister von Clara oder ihre eigenen Kinder, die Kunden im Laden. Auch Clara und Otto, beide gemeinsam und jeder für sich allein sind bemerkenswerte Romanfiguren.
Besonders Ottos Kriegserlebnisse fernab der Heimat, zeitgleich mit dem harten Schicksal, das Clara tragen muss, bergen viel Traurigkeit, es gab Stellen die mich fast zu Tränen rührten. Nicht jedes Buch kann das.
Simona Wernicke hat einen sehr natürlichen und gut lesbaren Schreibstil, ihre Dialoge sind lebensecht und nicht zu lang. Mir hat das Lesen dieses Buchs Freude gemacht, auch wenn es mitunter keine leichte Kost war.
Fazit: Dieser Roman ist eine Geschichtsstunde der besonderen Art, von mir ein große Leseempfehlung.
5 Sterne
#Lindenblütenzeit #NetGalleyDE
Shilo
aus Ulm
5/5
12.02.2025
eBook (ePUB 3)
Eine berührende Familiengeschichte
Durch ihren Roman "Kornblumenzeit", der mich tief beeindruckt hatte, war mir die Autorin Simona Wernicke bereits bekannt. Deshalb freute ich mich auf ihr neues Buch. Und ich muss gestehen, sie hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Im Jahr 1928 verlässt die junge Clara ihre Familie in Kranitz, um in Berlin ihr eigenes Leben zu beginnen. Sie lernt Otto, einen gutaussehenden Friseur kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Nach ihrer Hochzeit machen sie sich mit einem eigenen Friseursalon in Kreuzberg selbständig. Doch die Weltwirtschaftskrise lässt sie scheitern. 1940 wird Otto zum Wehrdienst eingezogen. Jetzt muss Clara, inzwischen Mutter von zwei Kindern, alleine klarkommen. Der neue Friseursalon, die Kinder und der Haushalt müssen bewältigt werden. Doch dann fallen auf Berlin die Bomben und Clara bleibt nichts anderes übrig, als mit ihren Kindern aus Berlin zu fliehen.
Die Autorin versteht es, den Leser schon von Anfang an in das Geschehen eintauchen zu lassen und zu fesseln. So konnte ich mich schon ab den ersten Seiten in Clara hineinversetzen, sie verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen. Es war absolut spannend, das Leben der Protagonistin von den 1920er Jahren bis hin in das Jahr 1952 zu verfolgen. Vielschichtig sind die relevanten Charaktere ausgearbeitet und angelegt. Die Handlung ist emotional und reich an Wendungen, jedoch an keiner Stelle kitschig oder unglaubwürdig. Simona Wernicke überzeugt durch einen flüssigen und mitreißenden Schreibstil und stellt das historische Setting lebhaft und nachvollziehbar dar. Auch wenn diese Geschichte fiktiv ist, knüpft sie doch an wahre Begebenheiten an.
Mir hat auch dieses Buch unterhaltsame und emotionale Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 5 wohlverdiente Sterne.
Anabelle
aus Hessen
5/5
14.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Unbedingt lesen
mit Leseempfehlung „unbedingt lesen!“
Das Buch hat mich mitfiebern und mitleiden lassen - aber auch schockiert.
Die reale und nah das momentane Weltgeschehen an der Geschichte dieses Buches (Kriegsangriff auf Marisol) ist beängstigend.
Das eine Vergewaltigung von Frauen und Kinder durch Soldaten nun mal zum Krieg dazu gehört und Frau/Kind froh sein soll den Krieg überhaupt überlebt zu haben - schockiert mich immer wieder aufs Neue und macht mich unfassbar wütend.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
25.05.2025
Buch (Taschenbuch)
packender Familienroman
534 Seiten fasst dieser Familienroman, und er hat mich von der ersten an gepackt. Wir begleiten hier die junge Clara, die in der brandenburgischen Provinz aufwächst. Ihre Familie hat Landwirtschaft, sie sind nicht arm, aber auch nicht wirklich wohlhabend, und Clara möchte raus aus der Provinz. So nimmt sie Ende der 20er die Chance wahr und zieht zur Tante nach Berlin, um dort ein neues Leben zu beginnen. Das Berliner Leben ist hart, aber Clara ist jung und motiviert, und sie findet dort die Liebe ihres Lebens – den feschen Friseur Otto, und gemeinsam betreiben sie einen Friseursalon und gründen eine Familie. Es könnte alles wunderbar sein, doch dann kommt der Krieg, und wie der Klappentext schon sagt (und ganz nebenbei, endlich mal wieder ein gescheiter Klappentext, der was über den Buchinhalt aussagt und nicht nur irgendwelche generalisierten Meinungen von Kritikern wiedergibt, die ich eh nicht kenne...!), muss Clara plötzlich alleine klarkommen mit Geschäft und Kindern zu Zeiten, in denen Berlin im Bombenhagel versank.....während Otto eingezogen wird und erst einmal eine relativ entspannte Zeit als Friseur im Versorgungstrupp erleben darf, bevor auch für ihn schlimme Zeiten an der Front anbrechen.....
Wir begleiten Clara und Otto und ihre Familie bis weit in die Nachkriegszeit, und für mich war das eine wirklich spannende Familiensaga zu bewegenden Zeiten. Eigentlich ein Stück Zeitgeschichte, eingepackt in einen spannenden Familienroman. Schlimme Zeiten während des Krieges in Berlin; Clara und die Kinder flüchten zur Familie aufs Land, als die Versorgungslage zu prekär wird, und auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein.....
Ich habe gelesen, dass die Autorin in ihren Romanen einen Gutteil ihrer eigenen Familiengeschichte literarisch verarbeitet, und man merkt ihr die Liebe zu den Figuren an. Die Geschichte aller Beteiligten ist sehr emotional, und auch – finde ich – sehr realistisch beschrieben. Ich fühlte mich beim Lesen an viele Dinge erinnert, die ich selbst von meinen Großeltern und anderen Verwandten gehört habe: die Kinderlandverschickungen, die Bombenalarme, das Flüchten aus der Stadt heraus aufs Land, wo dann aber auch irgendwann alles knapp wurde und die Kinder immer und überall Essbares aufgelesen haben.....
Spannend fand ich auch Ottos Kriegserlebnisse. Ein junger Mann, der ohne Überzeugung in den Krieg zieht und von den Ereignissen überrollt wird. Der einfach nichts machen kann, außer mitmachen, denn Verweigern ist nicht. Der Anfangs heilfroh ist, im halbwegs friedlichem besetzten Paris fernab der Gewalt sein zu dürfen, und der irgendwann dennoch nicht mehr verschont bleibt. Ich hab hier echt mitgefühlt.
Und nach dem Krieg die Frage: wie geht man mit den gemachten Erfahrungen um? Was macht das mit einem? Okay, lest das Buch – sonst spoiler ich zu viel :-). Aber auch hier muss ich sagen, ich fand die Beschreibungen allesamt sehr realistisch. Heutzutage würde man wohl fast allen Charakteren eine Therapie anraten, damals – und das ist ja noch gar nicht so lange her – musste man einfach weitermachen.
Aber hey, das hört sich jetzt so extrem negativ an, der Roman hat durchaus auch immer wieder Positives: das Glück ist durchaus präsent; die Liebe ist präsent, und auch in schwierigen Zeiten ist das Leben lebenswert.
Ein Roman mit viel Tiefgang, sehr gut lesbar in einem flüssigem Stil.
Ich weiß nicht, ob das jetzt ein Roman für jedermann ist; ich glaube, die ganz jungen Leser und Leserinnen werden eventuell nicht viel hiermit anfangen können; aber für mich (ich bin Ü50), die ich aufgewachsen bin mit Eltern der ersten Nachkriegsgeneration, war das, ich wiederhole mich, sehr spannend. Ich fühlte mich an viele Dinge meiner eigenen (Familien)-Geschichte erinnert.
Richtig gute Story, sehr gut historisch recherchiert, authentische Charaktere – von mir gibt es volle Punktzahl hierfür!
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