Der Chinesische Bürgerkrieg steht kurz bevor, doch die Protagonistin Hua Manyue blendet das völlig aus - sie ist völlig eingenommen vom Mahjong-Spiel. Erst als es zu spät ist, merkt sie, dass sie fliehen müsste. Stattdessen bleibt ihr nur noch, sich zu verstecken, ihren Namen zu ändern und sich als Teil des einfachen Volkes durchs Leben zu schlagen. Als Frau aus gutem Hause ist sie plötzlich mittellos und auf die Gnade ihrer früheren Bediensteten angewiesen.
Hua Manyue ist keine sympathische Figur. Sie wirkt kühl, abweisend, fast schon gleichgültig – außer, wenn es um Mahjong geht. Und genau das macht sie interessant. Ich fand ihre Darstellung fast parabelhaft: Wie gehen Menschen mit plötzlichen Umbrüchen um? Was gibt ihnen Halt, wenn alles um sie herum zerbricht? Und kann eine einzige Leidenschaft ausreichen, um nicht den Verstand zu verlieren?
Es war auch bemerkenswert, wie sie trotz ihrer Namensänderung und dem Verlust ihres früheren gesellschaftlichen Standes weiterhin im Mittelpunkt vieler Menschen steht - obwohl sie keinerlei Macht mehr ausüben kann.
Auch wenn die politische Lage nur in knappen Worten angedeutet wird, bleibt die Bedrohung durch den Bürgerkrieg ständig spürbar. Ich hatte zwar oft wenig Sympathie für Hua Manyue, aber manchmal doch Mitgefühl.
Im Nachwort wird das historische Geschehen noch einmal eingeordnet - was ich sehr spannend fand, da ich mich mit der chinesischen Geschichte nicht besonders gut auskenne. Das hat dem Buch für mich zusätzliche Tiefe verliehen.
Besonders hervorheben möchte ich noch, dass im Nachwort erwähnt wird, dass dieses Buch in China nicht erscheinen durfte - es wurde stattdessen als Manuskript für die deutsche Übersetzung zur Verfügung gestellt. Umso wichtiger finde ich es, dass es gelesen wird. Ich bin gespannt auf weitere Werke von Fang Fang.
Eine klare Empfehlung für alle, die besondere Charaktere schätzen - nicht immer sympathisch, aber mit einem faszinierenden Innenleben, das fesselt.
*unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar
V
aus München
5/5
07.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packende Geschichte vor dem Hintergrund der chinesischen Vergangenheit
Ein Buch zum Abtauchen und Weglesen, für Fans historischer Geschichten und starker Frauen. Auch wenn ich Mah-Jongg als Spiel bisher gar nicht kannte, fand ich die Schilderungen interessant, insgesamt war das Buch ideal zum in einem Rutsch durchlesen und abtauchen. Ideal auch für Fans von Lisa See.
Bewertung
5/5
21.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Blume Vollmond - Fang Fang 2025
Ein bewegender Roman über die Mahjong-Spielsüchtinge Hua Fanyue (Blume Vollmond), die von ihrer flüchtenden Familie zurückgelassen wird. Wir begleiten sie, wie sie ihr Leben nun annehmen muss, aber immer Hoffnung trägt, weiter spielen zu können. Sie lebt in China ca. 1940 bis 2008. Die chinesische Gesellschaft und Politik dieser Jahre wird ebenfalls portraitiert.
Fang Fang: Fast alle ihre Romane sind in China heute verboten, da sie sehr systemkritische und ehrliche Bücher verfasst, was dem Regime nicht gefällt. Bekanntheit erlangte sie auch durch ihr "Wuhan Diary", welches sie online während der Corona Pandemie schrieb.
Frankenfrosch
5/5
20.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mah-Jongg und die Revolution
Fang Fang hat die Gabe mit ihrer poetischen Sprache, sowohl Figuren, als auch die Vergangenheit und Gegenwart Chinas lebendig erscheinen zu lassen. Eine Gabe, für die sie in ihrem Heimatland zensiert wird. Mit 'Blume Vollmond' erzählt sie die Geschichte einer verwöhnten Mah-Jongg-süchtigen Tochter aus reichem Haus, die unsichtbar für die Welt und die Welt ausschließend, die verschiedenen Stadien der chinesischen Revolutionen durchleidet. Es ist nicht nur die traurige Geschichte einer Frau, sondern auch eine kurze, aber intensive, Geschichte Chinas. All das in einem fast aschenputtelartigen Märchen, das gefangen nimmt. Atemlos habe ich Seite um Seite verschlungen, mich wieder einmal von Fang Fangs Poesie verzaubern lassen, ohne jedoch die Tragweite der chinesischen Politik aus den Augen zu verlieren. Wieder einmal bin ich fassungslos, was Menschen ertragen können und freue mich, dass auch dieses literarische Kleinod dennoch ein wenig Hoffnung schenkt. Ebenfalls sehr lesenswert ist das Nachwort von Michael Kahn-Ackermann, dessen wundervolle Übersetzungsarbeit nicht genug gewürdigt werden kann.
begine
aus Lemwerder
4/5
06.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spielsüchtig
Fang Fang ist eine bekannte Schriftstellerin aus China
Ihr Roman, Blume Vollmond, schildert das Leben in China.
Mit ihrer poetischen Sprache versteht sie es gut, auch die politische Lage einzufangen.
Man hat schon viel von den chinesischen Säuberungsaktionen gehört und muss die reiche Familie Hu fliehen. Nur die Tochter schafft es nicht sich rechtzeitig von ihrem Mahjong Spiel zu lösen. Das ist eine Sucht, die sie in die Armut treibt. Es gibt noch Menschen, die ihr helfen.
Als nach Jahren eine Nichte und ein Neffe sie aufspüren, sind sie entsetzt über ihren Zustand.
Fang Fang ist mit diesem Roman wieder ein perfektes Werk gelungen.
Ich kann da nur eine gute Leseempfehlung geben.
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