Nachdem man ihnen endlich das volle Bürgerrecht gegeben hat, hoffen die Meijers darauf, gewöhnliche Schweizer werden zu können. Ihr Weg führt sie hinaus aus dem Dorf, erst in die kleine Stadt Baden, dann nach Zürich. Janki versucht sein Glück im Tuchgeschäft, Arthur wird Arzt, bald gibt es sogar einen Landwirt. Aber trotz aller Bemühungen stoßen sie immer wieder gegen eine unsichtbare Wand – so wie es ihnen der unsterbliche Onkel Melnitz vorausgesagt hat.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Xirxe
aus Hannover
5/5
23.08.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grandiose Familiengeschichte!
1871 – eigentlich sind die Meijers eine ganz normale Schweizer Familie – aber nur eigentlich. Denn sie sind Juden und obwohl sie das volle Bürgerrecht bekommen haben, sind sie weiterhin Außenseiter in der Schweizer Gesellschaft. Über fünf Generationen hinweg bis 1945 schildert Charles Lewinsky das Schicksal dieser Familie und vergisst dabei nicht die Geschehnisse der Weltgeschichte mit einzubinden, die sich auch im Leben der Familie Meijers widerspiegeln.
Salomon, der Viehzüchter und seine Frau Golde leben mit ihrer Tochter und einer Art Pflegetochter in dem kleinen Dorf Endingen, einem der beiden Dörfer in der Schweiz, in dem sich Juden niederlassen dürfen. Als der entfernte Verwandte Janki unerwartet bei ihnen auftaucht, wird es unruhig in der Familie. Ein Jahr später ist er verheiratet und eröffnet einen Laden in der nahegelegenen Kleinstadt Baden, wie alle Meijers getrieben von dem Wunsch, ein anerkannter und geachteter Bürger der Schweiz zu werden. Doch selbst der nächsten Generation, die es teilweise bis nach Zürich treibt, bleibt dieser Wunsch verwehrt.
Stets im Hintergrund dabei ist Onkel Melnitz, der als mahnender Geist die Familienmitglieder begleitet und ihnen immer wieder deutlich macht, wie fragil ihr Status ist und wie weit entfernt sie davon sind, anerkannte SchweizerInnen zu sein.
Charles Lewinsky ist ein außergewöhnlich guter Erzähler, der seine Romanfiguren so lebendig werden lässt, dass es einem schwer fällt, sie nach über 900 Seiten zu verlassen. Auch die vielen Geschichten der Familie Meijer sind so gekonnt zwischen Witz und Tragik angesiedelt mit jeder Menge überraschenden Wendungen, sodass man trotz der Dicke des Buches keine einzige Seite missen möchte, ebensowenig wie das im Anhang befindliche neunseitige Glossar mit jüdischen Begriffen. Obwohl im Text weitestgehend Alles erklärt ist, bleibt es eine wunderbare hilfreiche Ergänzung, die ich immer wieder gerne zu Rate zog.
Eine durchweg großartige Lektüre!
Bewertung
5/5
06.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Geschichte, die unter die Haut geht
Lewinsky erzählt hier die Geschichte einer schweizer-jüdischen Familie über mehrere Generationen hinweg, beginnend im 19.Jh.. Das Leben und Lieben der Menschen steht vor dem Hintergrund der schwierigen Umstände, unter denen Juden sich inmitten der "Goijs" stets einrichten mussten, immer begleitet von dem Festhalten an ihrem kulturellen und religiösen Erbe und dem Bestreben, ein anerkannter Teil der Gesellschaft zu sein.
Und immer wieder taucht der längst verstorbene Onkel Melnitz auf, Gewissen, Mahner und warnende Stimme der Familie, der als Einziger zu wissen scheint, welch grauenvolle Ereignisse die Juden im 20. Jahrhundert einholen würden.
Ich habe viel über jüdisches Leben gelesen, und ganz gewiss gehört dieser Roman (nicht zu vergessen Lewinskys "Gerron") zu den unvergesslichsten Texten zu diesem Thema, spannend und ohne Pathos!
Bewertung
5/5
06.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Opus Magnum des schweizer Romanciers
Opus Magnum des schweizer Romanciers
Bewertung
aus Zürich
5/5
20.09.2012
Buch (Taschenbuch)
grossartiger Roman!
Eine grossartige Familiensaga! Normalerweise bin ich von solchen Chroniken nicht zu begeistern, ganz anders jedoch hier.
Unglaublich spannend und witzig geschrieben und ganz nebenbei lernt man vieles über die jüdische Kultur.
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
5/5
17.11.2011
Buch (Taschenbuch)
Damit ich nicht vergesse...
"Damit ich nicht vergesse, Ihnen zu erzählen" hat weiland der legendäre Muliar sein Repertoire an jüdischen Witzen eingeleitet. Auf Grund des neuen Romans von Lewinsky "Gerron", sei an dieser Stelle mit großem Nachdruck auf diesen schon vor Jahren erschienenen Roman aufmerksam gemacht. Die grandiose Familiengeschichte einer schweizer-jüdischen Familie vor dem Hintergrund der Weltgeschichte. Packend bis zur letzten Seite, in die Kategorie "Muss-Buch" fallend.
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