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Hunchback Roman | Der preisgekrönte Bestseller aus Japan | Longlist International Booker Prize 2025 | Ausgezeichnet mit dem Akutagawa-Preis | Feminismus

15

18,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2025

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

19,1/12/1,2 cm

Gewicht

166 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Katja Busson

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7530-0105-0

Beschreibung

Rezension

»Ein aufreibendes, kluges Buch (…).«

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2025

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

19,1/12/1,2 cm

Gewicht

166 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Katja Busson

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7530-0105-0

Herstelleradresse

Ecco
Valentinskamp 24
20354 Hamburg
DE

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  • CK

    aus Raum Stuttgart

    5/5

    25.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Provokant, mutig und beeindruc…

    Provokant, mutig und beeindruckend: Lebenszeichen einer behinderten Frau - 4,5⭐️ "'Ich hätte gerne bei McDonald's gejobbt.' 'Ich wäre gerne zur Oberschule gegangen.' 'Wenn ich - eins fünfundsechzig, Spross hochgewachsener, bildschöner Eltern mit Black Card - gesund gewesen wäre, hätte ich die Welt erobern können.'" „Hunchback“ von Saou Ichikawa ist ein nur knapp 96 Seiten langer, jedoch sehr intensiver und kraftvoller Roman. Die Autorin, die selbst an myotubulärer Myopathie erkrankt ist, erzählt das Leben der vierundvierzigjährigen Shaka, die aufgrund einer genetisch bedingten, schweren Muskelerkrankung ein isoliertes Leben in einem Wohnheim führt. Ihr Alltag findet zwischen ihrem Bett, ihrem Schreibtisch und dem Speisesaal des Wohnheims statt. Sie hat keine Freunde und hatte noch nie eine Liebesbeziehung. Sie ist aufgrund ihrer schweren Wirbelsäulenverkrümmung auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen; immer wieder benötigt sie ein Beatmungsgerät, um Schleim abzusaugen; sprechen kann sie nur im Notfall. Allein das Internet bietet ihr einen Ausweg in die Welt draußen. Sie studiert online an verschiedenen Universitäten und schreibt p•rnografische Artikel für einen Verlag. Finanzielle Sorgen hat sie nicht, da ihre Eltern ihr viel Geld vererbt haben; selbst das Wohnheim gehört ihr. Ihr Einkommen, welches sie durch das Schreiben von Texten im Internet verdient, spendet sie komplett weiter an Bedürftige, die Tafel und Mädchenschutzhäuser. "Die Millionen, die meine Eltern mir vererbt haben, liegen - unangetastet - hier und da verteilt auf der Bank. Da ich keine Kinder habe, denen ich sie vererben könnte, gehen sie nach meinem Tod an den Staat. Dass das gesamte Vermögen, das die Eltern eines behinderten Kindes mühsam aufgehäuft haben, nach dessen Ableben an den Staat geht, weil es keine Kindeskinder gibt, höre ich öfter. Wenn diejenigen, die sich darüber aufregen, dass die Krankenkassen von unproduktiven Behinderten ausgesaugt werden, das wüssten, wären sie vielleicht versöhnt." Als einer der Pfleger sie auf ihre Internet-Beiträge anspricht, macht Shaka ihm ein unmoralisches Angebot, um eine Samenspende zu erhalten, denn: „Wie eine normale Menschenfrau ein Kind empfangen und abtreiben - das ist mein Traum.“ Saou Ichikawa deckt in ihrem beeindruckenden Debütroman den gesellschaftliche Blick auf Behinderungen, Sexualität und Körper auf. Sprachlich ist das Buch sehr roh und direkt, teils vulgär. Das mag schockierend wirken, besonders wenn es um die sexuellen Wünsche der Protagonistin geht, zeigt jedoch auf, dass jede*r den Wunsch nach Selbstbestimmung und „Normalität“ hat. "Ich hasse alles, was mit dem Überleben der Zeiten wertvoller wird. Je länger ich lebe, desto mehr zerbreche ich. Ich zerbreche nicht, um zu sterben, ich zerbreche, um zu leben. Ich zerbreche als Beweis dafür, dass ich gelebt habe. Das ist etwas völlig anderes als eine unheilbare Krankheit, die einen Gesunden befällt, oder der normale Alterungsprozess, der früher oder später bei jedem gesunden Menschen einsetzt." Als Buchliebhaberin, die gedruckte Bücher dem E-Book absolut vorzieht, hat mich besonders nachdenklich gemacht, was die Autorin zur Barrierefreiheit in der Literatur sagt: "Ich hasse gedruckte Bücher. Ich hasse den Machismus der Lesekultur, die in fünf Punkten Gesundheit voraussetzt: man muss sehen, ein Buch halten, die Seiten zmschlagen, die Lesehaltung aufrechterhalten und zum Erwerb ungehindert eine Buchhandlung aufsuchen können. Ich hasse die unwissende Arroganz der 'Buchliebhaber', die sich ihrer Privilegiertheit nicht bewusst sind." „Hunchback“ ist ein herausforderndes, kraftvolles Buch, weitgehend autofiktional anmutend. Voller Tiefgang und viel Stoff zum Nachdenken, aber auch mit Humor und Sarkasmus. "Die Falten meines Herzens verziehen sich zu einem Emoticon, das ein hämisches Grinsen nachbildet. Mein Gesicht indes bleibt unbewegt." "Ja. Genau dieses Mitleid ist die richtige Distanz. Ich kann keine Mona Lisa werden. Weil ich ein Buckelmonster bin, ein hunchback." Wie schon andere Leser*innen zuvor, war ich vom eher kryptischen Ende leicht überfordert (und kann nicht genau deuten, was uns die Autorin damit sagen will), weshalb ich einen halben Stern bei der Bewertung abziehe und 4,5⭐️ vergebe. Insgesamt war dies jedoch ein unfassbar beeindruckendes Leseerlebnis, das noch lange in mir nachhallen wird. „Hunchback“ ist schon jetzt eines meiner diesjährigen Jahreshighlights!

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    25.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Provokant, mutig und beeindruckend: Lebenszeichen einer behinderten Frau - 4,5⭐️

    “'Ich hätte gerne bei McDonald’s gejobbt.' ‘Ich wäre gerne zur Oberschule gegangen.’ ‘Wenn ich - eins fünfundsechzig, Spross hochgewachsener, bildschöner Eltern mit Black Card - gesund gewesen wäre, hätte ich die Welt erobern können.’”   „Hunchback“ von Saou Ichikawa ist ein nur knapp 96 Seiten langer, jedoch sehr intensiver und kraftvoller Roman. Die Autorin, die selbst an myotubulärer Myopathie erkrankt ist, erzählt das Leben der vierundvierzigjährigen Shaka, die aufgrund einer genetisch bedingten, schweren Muskelerkrankung ein isoliertes Leben in einem Wohnheim führt. Ihr Alltag findet zwischen ihrem Bett, ihrem Schreibtisch und dem Speisesaal des Wohnheims statt. Sie hat keine Freunde und hatte noch nie eine Liebesbeziehung. Sie ist aufgrund ihrer schweren Wirbelsäulenverkrümmung auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen; immer wieder benötigt sie ein Beatmungsgerät, um Schleim abzusaugen; sprechen kann sie nur im Notfall.  Allein das Internet bietet ihr einen Ausweg in die Welt draußen. Sie studiert online an verschiedenen Universitäten und schreibt p•rnografische Artikel für einen Verlag. Finanzielle Sorgen hat sie nicht, da ihre Eltern ihr viel Geld vererbt haben; selbst das Wohnheim gehört ihr. Ihr Einkommen, welches sie durch das Schreiben von Texten im Internet verdient, spendet sie komplett weiter an Bedürftige, die Tafel und Mädchenschutzhäuser.   “Die Millionen, die meine Eltern mir vererbt haben, liegen - unangetastet - hier und da verteilt auf der Bank. Da ich keine Kinder habe, denen ich sie vererben könnte, gehen sie nach meinem Tod an den Staat. Dass das gesamte Vermögen, das die Eltern eines behinderten Kindes mühsam aufgehäuft haben, nach dessen Ableben an den Staat geht, weil es keine Kindeskinder gibt, höre ich öfter. Wenn diejenigen, die sich darüber aufregen, dass die Krankenkassen von unproduktiven Behinderten ausgesaugt werden, das wüssten, wären sie vielleicht versöhnt.”   Als einer der Pfleger sie auf ihre Internet-Beiträge anspricht, macht Shaka ihm ein unmoralisches Angebot, um eine Samenspende zu erhalten, denn: „Wie eine normale Menschenfrau ein Kind empfangen und abtreiben - das ist mein Traum.“   Saou Ichikawa deckt in ihrem beeindruckenden Debütroman den gesellschaftliche Blick auf Behinderungen, Sexualität und Körper auf.  Sprachlich ist das Buch sehr roh und direkt, teils vulgär. Das mag schockierend wirken, besonders wenn es um die sexuellen Wünsche der Protagonistin geht, zeigt jedoch auf, dass jede*r den Wunsch nach Selbstbestimmung und „Normalität“ hat.   “Ich hasse alles, was mit dem Überleben der Zeiten wertvoller wird. Je länger ich lebe, desto mehr zerbreche ich. Ich zerbreche nicht, um zu sterben, ich zerbreche, um zu leben. Ich zerbreche als Beweis dafür, dass ich gelebt habe. Das ist etwas völlig anderes als eine unheilbare Krankheit, die einen Gesunden befällt, oder der normale Alterungsprozess, der früher oder später bei jedem gesunden Menschen einsetzt.”   Als Buchliebhaberin, die gedruckte Bücher dem E-Book absolut vorzieht, hat mich besonders nachdenklich gemacht, was die Autorin zur Barrierefreiheit in der Literatur sagt: “Ich hasse gedruckte Bücher. Ich hasse den Machismus der Lesekultur, die in fünf Punkten Gesundheit voraussetzt: man muss sehen, ein Buch halten, die Seiten zmschlagen, die Lesehaltung aufrechterhalten und zum Erwerb ungehindert eine Buchhandlung aufsuchen können. Ich hasse die unwissende Arroganz der ‘Buchliebhaber’, die sich ihrer Privilegiertheit nicht bewusst sind.”    „Hunchback“ ist ein herausforderndes, kraftvolles Buch, weitgehend autofiktional anmutend. Voller Tiefgang und viel Stoff zum Nachdenken, aber auch mit Humor und Sarkasmus.   “Die Falten meines Herzens verziehen sich zu einem Emoticon, das ein hämisches Grinsen nachbildet. Mein Gesicht indes bleibt unbewegt.”   "Ja. Genau dieses Mitleid ist die richtige Distanz.  Ich kann keine Mona Lisa werden.  Weil ich ein Buckelmonster bin, ein hunchback."   Wie schon andere Leser*innen zuvor, war ich vom eher kryptischen Ende leicht überfordert (und kann nicht genau deuten, was uns die Autorin damit sagen will), weshalb ich einen halben Stern bei der Bewertung abziehe und 4,5⭐️ vergebe.    Insgesamt war dies jedoch ein unfassbar beeindruckendes Leseerlebnis, das noch lange in mir nachhallen wird. „Hunchback“ ist schon jetzt eines meiner diesjährigen Jahreshighlights!

  • Wilde_buchjagd

    5/5

    11.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So einzigartig besonders großartig, dass das Wort Highlight unkontrolliert aus dem offenen Mund fällt.

    »Wie könnten die Bemerkungen eines Buckelmonsters, eines hunchback, auch weniger verschroben sein als die eines Menschen mit geradem Rücken?!« Saou Ichikawa hat als erste Autorin mit einer körperlichen Behinderung den wichtigsten japanischen Literaturpreis gewonnen (wieso erst jetzt?). Aufgrund einer angeborenen Myopathie ist sie auf ein Beatmungsgerät und einen elektronischen Rollstuhl angewiesen. Auch ihre Protagonistin leidet an dieser Krankheit und berichtet schonungslos von ihrem Alltag. »Je länger ich lebe, desto mehr zerbreche ich. Ich zerbreche nicht, um zu sterben, ich zerbreche, um zu leben.« Die Novelle ist durchsetzt von reflektierten und humoristischen Gedanken, die grausam ehrlich, traurig real, komisch grotesk und so so klug sind. Ichikawas Sätze sind pointiert, spitzfindig und so einzigartig besonders großartig, dass einen bereits auf den ersten Seiten das Wort Highlight unkontrolliert aus dem offenen Mund fällt. »Boah! Ein schwacher Mann, der seine Schwäche zugibt. Hilfe! Hoffentlich kein Incel. Die Falten meines Herzens verziehen sich zu einem Emoticon, das ein hämisches Grinsen nachbildet.« Die japanische Autorin Sayaka Murata wurde mit einem Kommentar auf den Buchrücken gedruckt und das zeigt schon die Richtung in die diese Novelle geht: Gesellschaftskritik ohne Rückhalt, ehrliche Gedanken ohne Scham und Beschreibungen ohne Angst vor der Reaktion der Lesenden - oder vielleicht auch gerade das: das Hervorrufen von unkonventionellen Gedanken und tiefgreifenden Emotionen, die aufwühlen, aufwecken und irgendwie auch verstören können. »Wie eine normale Menschenfrau ein Kind empfangen und abtreiben - das ist mein Traum.« Dieses Buch ist ein Schatz von höchstem literarischen Wert und Pflichtprogramm für alle Lesende dort draußen - UNBEDINGT SOFORT LESEN!

  • all.the.books.i.read.before

    5/5

    06.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tiefe Einblicke

    Hunchback | Saou Ichikawa | ecco | 96 Seiten | Übersetzt von Katja Busson | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich wollte vor dem schlafen nur schnell rein lesen und habe dann Schlaf gegen ein beendetes Buch getauscht. In Hunchback begleiten wir auf 96 Seiten das Leben einer Frau mit Behinderung. Eine schwere Muskelerkrankung zwingt sie in ein isoliertes Leben. Sie pendelt zwischen ihrem Bett, im 16qm Zimmer, dem Schreibtisch und dem Essensraum in der Einrichtung in der sie lebt. Immer wieder muss sie ans Beatmungsgerät, Schleim absaugen und sie spricht nur im Notfall. Sie pflegt keine Freundschaften und war noch nie intim. Einzig das Internet bietet ihr eine Flucht. Die Gedanken hier sind roh, ungefiltert und ungeschönt. Nicht jeder ist nachvollziehbar, aber who am I to judge. Wer ein Leben in Isolation lebt und alltägliches nicht erreichen kann, der überkompensiert und verbittert vielleicht. Vom Inhalt möchte ich aber gar nicht mehr vorweg nehmen. Ich kann diesen Blick, in ein so anderes Leben, jedem empfehlen. Erwähnen möchte ich nur noch kurz die Unterschiede zwischen Japan und Deutschland. EBooks sind dort scheinbar weniger gut verfügbar und auch sonst ist die Protagonistin mit der Situation (in der Gesellschaft) nicht glücklich. Auch ein spannender Aspekt, den man beim lesen näher betrachten sollte. Ich arbeite in der Inklusion (aktuell mit Seheingeschränkten Menschen) und somit fand ich dieses Buch besonders interessant.

  • MarieOn

    5/5

    19.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehnsucht nach Normalität

    Shaka ist vierundvierzig. Mit vierzehn hat sie in der 8 b das Bewusstsein verloren. Ihre Muskulatur konnte die normale Sauerstoffsättigung nicht mehr aufrechterhalten. Ein genetischer Defekt. Seitdem lebt sie im Nirwana. In einem sechzehn Quadratmeter Appartement in der Wohngemeinschaft Ingleside. Hier lebt sie, bis sie stirbt. Finanzielle Sorgen kennt sie nicht, das Ingleside gehört ihr, nebst einiger vermieteter Eigentumswohnungen. Nach ihrem Tod wird das von ihren Eltern mühsam beschaffte Vermögen an den Staat übergehen. Natürlich hat sie keine Kinder. Die Deformation ihrer Wirbelsäule hat ihr den rechten Lungenflügel zerquetscht. Ein Beatmungsgerät pumpt ihr die nötige Luft in die Lunge und die Verschleimungen, die sich mehrmals am Tag ansammeln, saugt sie mit einem Schlauch, den sie in den Tubus unter ihrem Kehlkopf schiebt, ab. Sie hangelt sich von Uni zu Uni und schreibt pornografische Artikel für einen Verlag. Diese zusätzlichen 3.000 Yen schenkt sie den Mädchenschutzhäusern und der Tafel. Die einzigen sozialen Kontakte hat sie im Chat mit der Fernuni, Social Media, dem Pflegepersonal und im Speisesaal, wo sie regelmäßig ihr Abendessen einnimmt. Die unverhohlene Verachtung ihres Pflegers, Herr Tanaka, muss sie in Kauf nehmen. Es ist immer noch besser als gar keine Beachtung. Sie würde gerne einmal etwas „Normales“ erleben, so wie andere Frauen auch. Eine normale Schwangerschaft würde ihr gefallen und dann eine Abtreibung, etwas, das ja naturgemäß nicht normal ist. Dieses Paradox findet sie unterhaltsam. Fazit: Saou Ichikawa, selbst an myotubulärer Myopathie erkrankt, hat diese völlig abgefahrene Geschichte geschrieben. Ihre Protagonistin hat alles und nichts. Ihr Körper erlitt wegen einer genetischen Disposition einen Totalschaden. Ihr Verstand ist wachsam, zynisch und messerscharf. Finanziell ist sie bestens aufgestellt, aber das bringt sie nicht weiter. Shakas Sehnsucht nach einer „Normalität“ ist riesig. Ich habe selten eine Geschichte gelesen, die so körperlich ist. Die viel mehr erfasst als die dahinsiechende Hülle, die mit diversen Gebrechen um ihr Überleben kämpft, sondern auch die Interaktion zwischen Shaka und ihrem Kontrahenten, Herrn Tanaka. Alles strotzt vor Sinnlichkeit, weil Shaka mit ihren ausgeprägten Sinnen jede Nuance im Zwischenmenschlichen wahrnimmt. Und es ist verstörend, stört mich in meiner Wahrnehmungskompfortzone. Denn warum sollten Menschen mit starken körperlichen oder geistigen Einschränkungen keine Bedürfnisse nach Körperkontakt oder Sexualität haben, wie könnte ich ihnen ihre Fantasie absprechen? Und hier öffnet sich auch der Blick auf die Gesellschaft mit ihren Fruchtwasseruntersuchungen, um die Bevölkerung vor Menschen mit zum Beispiel „Down Syndrom“ zu bewahren. Gerade in Zeiten der Selbstoptimierung stören wir uns an allem, das anders ist als wir, die wir uns geißeln, im Kampf gegen Fettleibigkeit, Krankheit und Schwäche. Alles, was wir tabuisieren und wegsperren, wird niemals an unsere Güte und unser Mitgefühl appellieren können. Nie ein Teil von uns werden können. Ihr seht, dieses Buch hat echten Tiefgang, getragen von Humor und kreativer Wortwahl. Ein Pageturner sondergleichen.

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