Zehn wahre Geschichten von unschuldig Verurteilten
Unschuldige, die in die Klauen der Justiz geraten und sich plötzlich in der Todeszelle wiederfinden: In seinem ersten erzählerischen Sachbuch nach dem Weltbestseller »Der Gefangene« schildert John Grisham gemeinsam mit dem Gründer von Centurion Ministries, Jim McCloskey, zehn wahre Fälle skandalöser Verurteilungen. Perfekt recherchiert und packend geschrieben, gewähren die unglaublichen Geschichten einen erschütternden Einblick in die Fehlerhaftigkeit des amerikanischen Justizsystems. John Grisham at his best!
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
07.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine Gerechtigkeit
»Im Jahr 1976 hob der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein vierjähriges Verbot von Hinrichtungen auf, und die fünfunddreißig Todesstrafe-Staaten gingen sofort an die Arbeit. Seit damals sind 1572 Männer und fünfzehn Frauen durch Gas, die Todesspritze oder den elektrischen Stuhl getötet worden, eine Person wurde durch Erhängen und eine weitere durch ein Erschießungskommando hingerichtet.« (Seite 407)
In diesem Buch sind zehn Storys versammelt, die einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller John Grisham zusammen mit Jim McCloskey, dem Gründer von Centurion Ministries, einer Non-Profit-Organisation, die sich für zu Unrecht Verurteilte in den USA einsetzt, geschrieben hat. Nach dieser Lektüre bin ich mir nicht mehr sicher, vor wem ich in Amerika mehr Angst hätte; vor den Verbrechern, oder doch eher vor den Strafverfolgungsbehörden und anderen Organen der Justiz. Die handverlesenen Fälle sind alle so unglaublich weit davon entfernt von dem, was ich mir unter einer unvoreingenommenen Gerichtsbarkeit vorstelle, dass ich kaum Worte dafür finde. Die Personen, die für Recht und Ordnung zuständig sind, lügen und betrügen, fälschen Beweismittel oder lassen diese ganz verschwinden, beeinflussen Zeugen, erfinden Tathergänge, die so abenteuerlich sind, dass ich mich an Märchen erinnert fühle, und sorgen so dafür, dass völlig Unschuldige verfolgt und verurteilt werden, bestraft für Taten anderer oder für solche, die überhaupt nicht stattgefunden haben. Dies alles unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit.
Mich überkam beim Lesen sehr oft das Gefühl der Ohnmacht, ich konnte zwischen den Zeilen oft die Verzweiflung, die Ungläubigkeit, aber auch die Angst und die Wut spüren, die die zu Unrecht angeklagten Menschen überkommen haben müssen. Oft konnte ich nicht glauben, was da passiert ist, hatte immer wieder die Hoffnung, dass die nächste Instanz doch erkennen muss, was so klar auf der Hand lag, wurde aber wiederholt enttäuscht. Jahrzehntelang wurden unschuldige Menschen weggesperrt und sogar die Beweise ihrer Unschuld führten nicht zur sofortigen Freilassung, geschweige denn Rehabilitation, sondern es vergingen wiederum Jahre, oft fast ein Jahrzehnt, bis überhaupt darüber entschieden wurde, ob über die Wahrheit verhandelt werden wird. Mein Mitleid war grenzenlos, umso mehr habe ich der Auflösung entgegen gefiebert, weil ich so unbedingt wollte, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird.
Eine bewegende und wichtige Sammlung ist dieses Buch, für Fans von True Crime fast schon eine Pflichtlektüre, für mich eine Bereicherung im Genre und absolut lesenswert!
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
31.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Unrechtssystem – entlarvt!
„Unschuldig“ ist kein fiktiver Roman sondern ein Sachbuch über das amerikanische (Un-)Rechtssystem, in dem John Grisham und John McCloskey die Schicksale von zehn Menschen beleuchten, die Opfer von Fehlurteilen wurden.
John Grisham ist nicht nur erfolgreicher Autor spannender Justizthriller sondern auch Anwalt. Und dass er ein Kritiker der amerikanischen Justiz ist, wissen wir aus seinen zahlreichen Romanen, die sich immer wieder mit dubiosen Schuldsprüchen auseinandersetzen. Man erinnere sich z.B. an „Die Wächter“ (Co-Autor McCloskey stand übrigens Pate für die Figur des Cullen Post) oder „Der Gerechte“, beides Romane über Fälle bzw. Gerichtsverfahren, in denen Beweise ignoriert, Fakten verdreht und so von vornherein die Verurteilung des Angeklagten feststeht.
Jim McCloskey hingegen setzt sich seit seinen Studienjahren (Theologie) in Princeton gemeinsam mit der von ihm gegründeten gemeinnützigen Organisation Centurion für Unschuldige ein, die in dubiosen Gerichtsverfahren zu lebenslanger Haft oder zum Tode verurteilt wurden.
Eine nicht unwesentliche Rolle spielen in solchen Fällen a) oft schlampige Ermittler oder Gutachter, die ihre vorgefasste Meinung bestätigt sehen wollen und Ergebnisse entsprechend verbiegen, b) Medien, die mit ihren sensationslüsternen Berichten den Blutdurst der Öffentlichkeit aufheizen, c) Richter, deren Interesse an ihrer Wiederwahl größer als ein fairer Prozess ist, d) Pflichtverteidiger, die mangels Erfahrung nur halbherzig bei der Sache sind, e) erpresste Geständnisse und, nicht zu vergessen, weil gerade in den Vereinigten Staaten nicht unwesentlich, f) die Hautfarbe des Beschuldigten.
Grisham und McCloskey sensibilisieren in diesen zehn Geschichten ihre Leser und Leserinnen. Sie fordern zum Hinterfragen auf, zeigen zehn Schicksale, in denen Ignoranz, Korruption, Lügen und Rassismus Menschenleben zerstören oder auslöschen und die wahren Schuldigen ungeschoren davonkommen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. In der Fülle nicht nur empörend, sondern auch zutiefst deprimierend und kaum zu ertragen. Und dennoch, oder gerade deshalb, nachdrücklich empfohlen!
Mareike Kollenbrandt
aus Jülich
5/5
30.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erschütternd, unbegreiflich, aber leider real.
Eine Sammlung von zehn Fällen, in denen Unschuldige für Taten verurteilt werden, die sie nicht begangen haben. In den meisten Fällen sind die Gründe in fahrlässiger Polizeiarbeit, falschem Umgang mit Beweismitteln und schlicht in menschlichem Versagen zu finden. Polizisten, die Fälle schnell zu Ende bringen wollen und Experten, die keine Ahnung von dem ihnen anvertrauten Sachgebiet haben. In vielen Fällen kommen die Verurteilten erst nach Jahrzehnten wieder auf freiem Fuß, in einem Fall wird ein Unschuldiger hingerichtet. Allen wird das Leben gestohlen, das sie hätten führen können und das Vertrauen, dass Gerechtigkeit immer siegt.
SonjasBookWorld
5/5
08.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unglaublich wichtiges Buch
Inhalt:
In diesem Sachbuch berichten die beiden Autoren von 10 wahren Geschichten von unschuldig Verurteilten.
Meinung:
Mein Gott, was für ein wichtiges Buch!!
Ich bin erschüttert, berührt, entsetzt und beeindruckt!
John Grisham und Jim McCloskey haben hier perfekt recherchiert und berichten sogar von Fällen, an denen sie teilweise selbst mitgeholfen haben, um die Unschuld dieser Menschen zu beweisen.
Die Schicksale der Männer und Frauen haben mich sehr berührt! Ich habe so oft ungläubig den Kopf geschüttelt. Haarsträubende Beweisführung, erpresste falsche Zeugenaussagen, Rassismus, Ignoranz der offensichtlichen Unschuld der Menschen, Verzögerungstaktiken uvm. führten bei diesen Schicksalen zu Verurteilungen zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe oder sogar zum Tode.
Fassungslos liest man diese Geschichten und fragt sich, wie die unschuldig Verurteilten dies ertragen konnten? Was muss in einem Menschen vorgehen, wenn er zum Tode verurteilt wird, obwohl er unschuldig ist? Und trotzdem beweisen diese Menschen eine solche Stärke und bleiben sich treu!
Dieses Buch zeigt schonungslos ehrlich, welch eklatanten Fehler bei den Prozessen und der Beweisführung passiert sind und hofft damit das amerikanische Justizsystem aufzurütteln!
Durch unermüdlichen Einsatz von Anwälten und Organisationen konnte vielen Verurteilten zum Glück geholfen werden, wenn auch leider erst viel zu spät. Toll, dass es solche Menschen und Organisationen gibt, die so wichtige Arbeit leisten! ❤️
Ich hoffe, dieses Buch schafft Aufmerksamkeit für diese Fälle und ein Umdenken bei den zuständigen Behörden!
Fazit: 5/5 Sternen
Ein super wichtiges Buch, das hoffentlich etwas bewegt und wofür ich sehr gerne eine Lese-Empfehlung gebe!
Bewertung
aus München
5/5
26.11.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine leichte Kost Erfolgsauto…
Keine leichte Kost Erfolgsautor John Grisham und Jim McClosky, der mit seiner Organisation Centurion Ministries auch weiterhin die Fälle von unschuldige Verurteilten in den USA betreut, erzählen in diesem Buch jeder von 5 Menschen, die ihr Leben unschuldig hinter Gittern verbracht haben. Sie haben jeden einzelnen dieser Kriminalfälle mit äußerster Sorgfalt recherchiert und sehr viel Zeit und auch Geld hinein gesteckt um diese realen Geschichten einer breiten Masse an Leser*innen zugänglich zu machen. Jeder Fall für sich betrachtet bringt unendliches Leid sowohl über die Opfer und ihre Familien als auch über die zu Unrecht verurteilten Täter und ihre Angehörigen. Die menschlichen Schicksale, die hier beschrieben werden, kommen alle aus den USA. Aber auch, wenn unser Rechtssystem mit dem dortigen nicht vergleichbar ist, kommt es ja auch bei uns immer mal wieder zu Fehlurteilen, wo die Menschen erst nach vielen Jahren rehabilitiert werden. Wenn ich lese, wie oberflächlich hier z.T. ermittelt wurde, Alibis nicht überprüft wurden, die rassistische Seite der Gesetzeshüter zutage tritt, wie Absprachen mit Kriminellen getroffen werden um zu verschleiern, was im Knast alles passiert, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Wenn ich lese, wie selbst Sachverständige so ignorant ermitteln und sich Tathergänge so zurecht biegen, dass es für eine Verurteilung passt, sprüht bei mir die Wut über dieses System über. Nach jeder einzelnen Geschichte voller Leid, Ungerechtigkeit, Schikanen, Korruption und Rassismus musste ich erst mal eine Pause einlegen um das Gelesene zu verarbeiten. Was hier z.T. passiert ist so schockierend, dass es fast nicht zu glauben ist. Z.B. spielen auch erkaufte Falschaussagen und Meineid eine Rolle. Hier und da ist es richtig offensichtlich, dass auf die genaue Polizeiarbeit kein großer Wert gelegt wird. Wie das alles passieren kann ohne hinterfragt zu werden, ist für mich unbegreiflich. Einige der Menschen, die ich hier kennenlerne, haben jahrelang im Todestrakt ihr Dasein gefristet. Zwei konnten wenige Tage vor ihrer Hinrichtung entlassen werden. Einer von ihnen wurde unschuldig hingerichtet. Alles Schicksale, an denen auch Jim McClosky mit seiner Organisation Centurion Ministries gearbeitet hat. In einigen Fällen erfahre ich, was es mit den Menschen macht, wissentlich unschuldig hinter Gittern sitzen zu müssen. Das zu lesen fand ich sehr emotional, berührend und auch absolut grausam. Mit „Unschuldig“ habe ich 10 True-Crime-Geschichten gelesen, die mich erschüttert und Kopf schüttelnd zurück gelassen haben. Ich kann und vor allem will ich mir gar nicht vorstellen, dass es den ein oder anderen Fall auch bei uns in Deutschland geben könnte. Eine äußerst spannende und vor allem aufklärende Lektüre, die ich sehr gerne weiter empfehle.
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