Prag 1910. Kisch ermittelt in seinem ersten FallPrag ist in Aufruhr. Der Weltuntergang steht bevor. Im Mai 1910 soll die Erde den Schweif des Halley'schen Kometen kreuzen - ein jeder blickt zum Himmel, und die Verbrecher auf Erden haben leichtes Spiel. Egon Erwin Kisch, berühmt-berüchtigter Reporter der »Bohemia«, ermittelt auf eigene Faust in seinem ersten Fall. Er lässt sich sogar als Schwerverbrecher ins Gefängnis sperren, um mit dem Kopf der Prager Unterwelt Portwein zu trinken. Zum Glück bekommt Kisch Hilfe: Vom tschechischen Zöllner Novák, der sich mit Panikattacken herumschlägt, dem schüchternen Sonderling Brodesser und natürlich von seiner kongenialen Partnerin Lenka Weißbach, eigentlich Medizinstudentin, die sich fürs Böse interessiert und wie ihr Kumpel Kisch in den engen Gassen von Prag zu Hause ist. - Der furiose Auftakt einer neuen Krimi-Serie um Egon Erwin Kisch und Lenka Weißbach als Ermittlerduo.»Martin Becker und Tabea Soergel lieben das alte Prag und bringen es zum Leuchten! Eine magische Zeitreise durch die engen Gassen der goldenen Stadt - und zu einem genialen Ermittler und Reporter, noch dazu mit Humor. Das ist Babylon Praha!« Jaroslav RudiS
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
aus Apolda
4/5
04.08.2025
eBook (ePUB 3)
Zeitreise ins Prag des Jahres 1910
Ich habe das Buch „Die Schatten von Prag“ von Tabea Soerkel und Martin Becker gelesen und war wirklich begeistert. Das Buch bietet eine faszinierende Zeitreise ins Prag des Jahres 1910, einer Stadt voller Leben, gesellschaftlicher Konflikte und vielfältiger Nationalitäten. Die Autoren schaffen es, die gesellschaftliche Lage dieser Zeit authentisch einzufangen und gleichzeitig eine spannende Krimistory zu erzählen. Besonders gefallen hat mir, dass neben dem Ermittler Egon Erwin Kisch auch bekannte Persönlichkeiten wie Franz Kafka eine Nebenrolle spielen – das verleiht dem Buch eine besondere Tiefe. Der Humor und die lebendige Beschreibung der engen Gassen Prags machen das Lesen zu einem echten Vergnügen. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der historische Krimis mit einer Prise Gesellschaftskritik und einer Portion Humor mag. Ich vergebe vier Sterne!
Fredhel
4/5
09.11.2024
eBook (ePUB 3)
Mit Kisch ins alte Prag
Eine tolle Idee, den Leser mit dem berühmten Journalisten Egon Erwin Kisch in das Prag von 1910 zu versetzten. Die Atmosphäre ist toll eingefangen. Die Bevölkerung, ein inhomogenes Gemisch von Deutschen, Tschechen und Juden, treibt sich fast selbst in die Hysterie wegen des zu erwartenden Halleyschen Kometen, der als Zeichen des Weltuntergangs angesehen wird. In dieser aufgeheizten Atmosphäre geschehen rätselhafte Giftmorde, die auf das Konto einer geheimen Organisation gehen. Kisch und seine Assistentin Lenka ermitteln.
Das Autorenduo Becker – Soergel hat ein gutes Händchen dafür, den Leser unmittelbar in das quirlige Prager Leben hinein zu katapultieren. Auch die Spannung setzt fast unmittelbar zu Anfang ein. Es gibt auch komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen, aber da schwächelt der Plot, denn vieles aus der komplizierten Gefühlswelt kann man nicht so recht nachvollziehen. Schade, aber dennoch ein aufregender und packender Roman, den man gerne liest.
Gertie G.
aus Wien
4/5
12.10.2024
eBook (ePUB 3)
Auftakt einer neuen Krimi-Reihe
Das Autoren-Duo Martin Becker & Tabea Soergel entführt uns in diesem historischen Roman in das Prag von 1910. Die Menschen in Prag sowie in anderen Erdteilen blicken in diesem Frühling angstvoll auf den Nachthimmel, denn der Halleysche Komet ist nach 75 Jahren wieder deutlich sichtbar. Wie immer bei solchen Himmelserscheinung werden diffuse Ängste geschürt, mit denen skrupellose Geschäftemacher viel Geld machen, allerlei Weltuntergangsszenarien verbreitet und zahlreiche Menschen Selbstmord begehen. Dass ein solche verunsichernde Stimmung auch diverse Verschwörern Raum bietet, ist wohl leicht vorstellbar.
Hauptfiguren in diesem historischen Roman sind der reale Reporter Egon Erwin Kisch sowie die fiktive Lenka Weißbach, die ihrer Mutter zuliebe in Berlin Medizin studiert und nun wieder nach Prag zurückgekehrt ist.
Kisch arbeitet bei der bohemia, einer renommierten Zeitung als Polizeireporter als sich durch einige personelle Änderungen das Klima in der Zeitung stark verschlechtert. Zusätzlich sterben aktuell in Prag zahlreiche Menschen durch Selbstmord, was Kisch nicht so recht glauben mag. Kisch beginnt mit Hilfe von Lenka, die nun ebenfalls in der Redaktion der bohemia arbeitet, und dem Brückenwärter Novák, heimlich zu recherchieren. Seine Verbindungen zur Halb- und Unterwelt sind legendär, daher erhält er den einen oder anderen Hinweis.
Schnell wird klar, dass es sich hier um eine Verschwörung riesigen Ausmaßes handeln muss. Nur wer ist der Initiator? Der König der Prager Unterwelt Kubitza, der aus dem Gefängnis seine Geschäfte am Laufen hält, oder die Deutschnationalen, die ihre schwindende Macht erhalten, oder doch die tschechischen Nationalisten, die sich vom Habsburgerreich befreien wollen?
Meine Meinung:
Dieser historische Roman ist Auftakt zu einer Krimi-Reihe mit Egon Erwin Kisch und Lenka Weißbach, die uns in die gespannte Atmosphäre, die wenige Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges herrscht, eintauchen lässt. Sehr geschickt sind die rivalisierenden politische Gruppen, Deutsche und Tschechen, dargestellt. Da ich mit der Geschichte Böhmens und Mährens vertraut bin, ist es mir nicht schwergefallen, den Usurpator ausfindig zu machen, der sich die Angst der Menschen vor dem Kometen zu Nutze gemacht hat. Eine Gruppe von Personen gerät zwischen die Mahlstein des Machtkampfes: die Juden. Die werden von beiden Seiten angefeindet und für jegliches Übel verantwortlich gemacht. So ist es kaum verwunderlich, dass Dr. Leidinger, der erste Tote der Serie, ein Mitarbeiter der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt ist.
Die Charaktere haben alle ihre Ecken und Kanten. Zunächst einmal Egon Erich Kisch (1885-1960), dessen Alkoholkonsum schon als junger Reporter ziemlich bedenklich erscheint. Lenka Weißbach ist eine interessante Figur. Zum einen studiert sie der Mutter zuliebe Medizin wie ihr verstorbener Vater und lebt in Berlin ein doch freies Leben, das wie die Andeutungen zeigen, auch eine Liebschaft mit einer Frau beinhaltet und andererseits kehrt sie als „gute Tochter“ nach Prag zurück, als sich herausstellt, dass der Gesundheitszustand ihrer Mutter sich verschlechtert. Sie täuscht eine Verlobung mit ihrem Kollegen Heinrich Brodesser vor, um vor weiteren Verheiratungsplänen der Mutter gefeit zu sein. Dieser Charakter bietet für weiter Fälle interessante Entwicklungsmöglichkeiten. On verra! Man wird sehen, wie die Franzosen sagen. Der nächste Band erscheint 2025.
Gut gefällt mir, wie uns das Autoren-Duo auf die Reise in die Stadt Prag mitnimmt. Da ist vom Brückenzoll die Rede und von einigen bekannten Firmen, die (natürlich) reichen Österreichern gehören sowie die Tausenden Tschechen wie Novák, die in ärmlichen Verhältnissen hausen.
Und ja, wir begegnen historischen Personen wie Franz Kafka, damals noch Mitarbeiter der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt und Jaroslav Hašek, der in wenigen Jahren, den Roman „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ schreiben wird.
Fazit:
Ein interessanter historischer Krimi, der die Spaltung des Königreiches durch den aufkommenden Nationalismus, den Antisemitismus sowie die Angst der Menschen vor dem Naturereignis Halleyscher Komet sehr gut erlebbar macht. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Nina W.
aus Riegelsberg
5/5
20.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein gelungener Auftakt
Was macht einen guten Kriminalroman aus? Natürlich eine spannende Geschichte, ein Verbrechen, das es zu lösen gilt, einen Ermittler, der trotz aller Widrigkeiten nicht nachgibt, vielleicht sogar einen Partner von diesem, der jedoch nicht nur eine Randfigur ist, einen Ort, der düster ist und der so gut beschrieben wird, dass man selbst die modrige Luft riechen, den Nebel sehen und den kalten Rauch der Zigarren von unheimlichen Gestalten auf der Zunge schmecken kann.
All das findet sich in dem Auftakt dieser Reihe. Wir finden uns im Prag von 1910 wieder. Die „Goldene Stadt“ wird vom herannahenden Halleyschen Kometen erhellt und die Gemüter erhitzt, denn der Weltuntergang wird befürchtet. Neben all dem finden unerklärliche Morde statt, denen der rasende Reporter Egon Erwin Kisch auf den Grund geht. Zunächst ausgebremst lässt er sich nicht beirren, da er glücklicherweise auch Unterstützung vorbereitet jungen ehemaligen Medizinstudentin Lenka Weißbach erhält. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und erhält durch die vielen Handlungsstränge und die unterschiedlichen Charaktere eine Spannung, die sich durchweg hält. Mir war es eine Freude, im Prag der 1910er unterwegs zu sein (war ich es doch zuletzt im Jahr 2005) und gemeinsam mit Egon und Lenka diese abscheulichen Verbrechen aufzudecken. Der flüssige Schreibstil, die durch eine wundervolle und spannende Sprache geschaffene Atmosphäre und die Darstellung der Stadt haben mir es leicht gemacht, das Buch in wenigen Tagen zu verschlingen. Auch die Aufmachung des Buches selbst hat mir sehr gut gefallen. Ich kann diese Reihe weiterempfehlen und freue mich auf den nächsten Band, der Gott sei Dank schon erschienen ist.
Bewertung
5/5
22.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
historischer Krimi
1910 in Prag, der Halleysche Komet ist nach vielen Jahren zu sehen.
Es werden, von allerlei windigen Geschäftemachern Befürchtungen geschürt.
Die allerlei Untergangsszenarien verbreiten.
Der Schreibstil ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, passt aber gut in die Zeit, in der das Buch spielt.
Die Protagonisten sind sehr detailliert und authentisch dargestellt und passen auch gut in diese Zeit..
Vor allem Egon Erwin Kisch fand ich sehr sympathisch
Alles in allem ein sehr gelungener historischer Krimi mit sympathischen Ermittlern und vielen Informationen über das Leben im Prag der damaligen Zeit, den ich gern zum Lesen empfehle.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.