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Die Postkarte Roman | »Ein grandioses Familienepos.« ZDF aspekte

40

16,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

2299

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.10.2024

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

20,3/13,5/3,6 cm

Gewicht

469 g

Farbe

Elfenbein / Schwarz

Auflage

10. Auflage

Originaltitel

La Carte Postale

Übersetzt von

Michaela Messner + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-32105-1

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

2299

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.10.2024

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

20,3/13,5/3,6 cm

Gewicht

469 g

Farbe

Elfenbein / Schwarz

Auflage

10. Auflage

Originaltitel

La Carte Postale

Übersetzt von

  • Michaela Messner
  • Amelie Thoma

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-32105-1

Herstelleradresse

Piper Verlag GmbH
Georgenstr. 4
80799 München
DE

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    04.02.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Zwischen Herkunft und Gegenwart - Identität im Spiegel der Geschichte

    „Die Postkarte“ ist kein Buch, das man nach der Lektüre einfach schließt und hinter sich lässt. Es haftet an einem, legt sich wie ein Nachklang über das eigene Denken und Empfinden. Nicht wegen seiner Komplexität, sondern wegen seiner emotionalen Dichte und der stillen Eindringlichkeit, mit der es erzählt. Ausgangspunkt ist eine schlichte, beinahe beiläufige Postkarte. Darauf stehen lediglich vier Namen: Ephraïm, Emma, Noémie, Jacques. Keine Grußformel, kein Absender, kein erklärendes Wort. Es sind die Namen von Annes im Holocaust ermordeten Angehörigen. Jahre später nimmt die Autorin diesen rätselhaften Gruß aus der Vergangenheit zum Anlass, gemeinsam mit ihrer Mutter die Geschichte dieser Menschen freizulegen. Was als private Spurensuche beginnt, weitet sich zu einer vielschichtigen Familienchronik und zugleich zu einer Reflexion über Antisemitismus, Erinnerung und Identität in der Gegenwart. Anne Berests Erzählweise ist von großer Klarheit und Zurückhaltung. Sie verzichtet auf Pathos und Überwältigung, schildert Verhaftungen, Deportationen und das Verschwinden ganzer Existenzen in einem nüchternen, fast protokollarischen Ton. Gerade diese Sachlichkeit verleiht dem Geschehen seine Schwere. Die Gewalt der Geschichte wirkt nicht durch sprachliche Dramatik, sondern durch das Ungesagte, durch die Nähe zu den Menschen, ihren Hoffnungen, ihrem Irrtum, ihrem Festhalten an der Illusion, Teil einer Gesellschaft zu sein, die sie am Ende verstößt und vernichtet. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Die Autorin macht deutlich, dass Antisemitismus kein abgeschlossenes Kapitel ist. Wenn ihre kleine Tochter in der Schule mit judenfeindlichen Äußerungen konfrontiert wird, erscheint die Geschichte der Familie nicht mehr als fernes Trauma, sondern als fortdauernde Realität. Das Buch zeigt mit leiser Konsequenz, wie sich Muster von Ausgrenzung und Zuschreibung fortsetzen, zwar in anderer Form, aber mit ähnlicher Wirkung. Die Struktur des Romans - eine Verbindung aus Familienepos, Recherchebericht und persönlicher Selbstbefragung - ist ebenso vielschichtig wie überzeugend. Man folgt der Familie Rabinovitch von Russland über Riga und Palästina bis nach Paris, erlebt ihr Ringen um Zugehörigkeit, ihre Sehnsucht nach Normalität und schließlich ihre Zerstörung. Parallel dazu begleitet man die Autorin auf ihrem Weg zu einem bewussteren Verständnis ihrer eigenen jüdischen Identität, die lange von Schweigen und Unsichtbarkeit geprägt war. Was dieses Buch so eindringlich macht, ist seine Menschlichkeit. Niemand wird heroisiert, niemand vereinfacht. Die Figuren handeln in Zwiespalt, in Hoffnung, in Angst. Gerade darin liegt die große Stärke des Textes. Er lässt die Geschichte nicht abstrakt, sondern zutiefst persönlich werden. Auch das Rätsel um den Absender der Postkarte zieht sich wie ein leiser Spannungsfaden durch das Buch. Doch am Ende ist diese Auflösung beinahe nebensächlich gegenüber der Wucht der erzählten Lebensgeschichten. Die Postkarte wird zum Symbol für Erinnerung, für das Unabgeschlossene, für Stimmen, die sich aus der Vergangenheit melden. „Die Postkarte“ ist keine leichte Lektüre, aber eine notwendige. Es ist ein Buch über Verlust und Überleben, über Identität und Verantwortung, über das Weiterwirken der Geschichte in unseren Gegenwarten.

  • Teddy

    5/5

    20.07.2025

    Buch (Taschenbuch)

    "Die Postkarte" reiht sich…

    "Die Postkarte" reiht sich bei mir in die Reihe von Büchern ein, die man während des lesens nicht aus der Hand legen kann. Ich fand es interessant, wie der Umgang mit der Aufarbeitung des 2. Weltkrieges in einem anderen Land ist. Definitiv eine Leseempfehlung.

  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    20.04.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Gegen das Vergessen

    Eine rätselhafte Postkarte veranlasst Anne Berest zusammen mit ihrer Mutter die Geschichte ihrer Gross- und Urgrosseltern zu recherchieren. Entstanden ist eine erschütternde Erzählung über ihre Vorfahren, die in Auschwitz ermordert wurden, über Vertriebene und Menschen auf der Flucht. All diese Erlebnisse prägen die Autorin, Ihre Schwester (ebenfalls Schriftstellerin) und ihr Mutter bis heute. Das Buch ist eine Mischung aus Erzählung, Recherchenberichten und Geschichte und liest sich nicht immer nur leicht.

  • Bewertung

    aus Niederneisen

    5/5

    16.02.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Die Postkarte

    Dieses Buch wurde mir in meiner Thalia-Filiale empfohlen. Und ich muss sagen sehr, sehr beeindruckend! Aufwühlend mit Spannung und zum Schmunzeln. Das Buch beginnt mit einer rätselhaften Postkarte, die Anne Berest veranlasst ihrer Familiengeschichte nachzugehen. Ein Liebesroman, Geschichtsroman und auch ein wenig Krimi.

  • sleepwalker

    5/5

    26.08.2024

    Buch (Taschenbuch)

    „Ephraïm Emma Noémie Jacques“.…

    „Ephraïm Emma Noémie Jacques“. Diese vier Namen stehen auf der Postkarte, die Anne Berests Eltern 2003 erreicht. Die vier Menschen sind ihre Großeltern, ein Onkel und eine Tante. Sie wurden 1942 in Auschwitz ermordet. 16 Jahre später macht sie sich mithilfe ihrer Mutter auf die Suche nach dem Absender der Karte. Sie erfährt viel über die Geschichte der Familie ab 1919, sich selbst und darüber, was „jüdisch sein“ bedeutet. „Die Postkarte“ ist eine auf Tatsachen beruhende berührende Familienchronik, die angesichts der aktuellen politischen Situation nachdenklich macht. „Wir mögen Juden nicht besonders“. Das bekommt Anne Berests sechsjährige Tochter Clara auf dem Schulhof zu hören. Der Satz weckt in der Autorin Erinnerungen an die anonyme Postkarte, die ihre Mutter vor 16 Jahren erhalten hat. Erst jetzt wird sie neugierig und macht sich auf die Suche nach dem Absender. Akribisch forscht sie nach. „Diese Menschen waren meine Vorfahren, und ich wusste nichts über sie. Hätte man mir ihre Porträts gezeigt, hätte ich sie unter Fremden nicht wiedererkannt. Dafür schämte ich mich.“ „Jüdisch sein“ war in ihrer Familie etwas, worüber nicht geredet wurde. Mit dem Judentum war sie überwiegend dann konfrontiert worden, wenn es in Zusammenhang mit Antisemitismus stand. „Etwas wiederholte sich, so viel stand fest.“ Es ist beeindruckend, wie sich Anne Berest die Chronik ihrer Familie erarbeitet. Sie zwingt ihre Mutter, sich zu erinnern, führt mit ihr Gespräche, zu denen sie eigentlich nicht bereit ist und schlägt einen Bogen zum Antisemitismus im heutigen Frankreich. Ihre Nachforschungen bringen die Geschichte der Familie Rabinovitch ans Tageslicht. Diese stammte ursprünglich aus Russland, zog nach der Revolution über Riga nach Palästina und ließ sich 1929 in Frankreich nieder. Sie wollten sich einbürgern lassen, fühlten sich als Franzosen. Nach dem Einmarsch der Deutschen wurden Ephraïm, Emma, Myriam, Noémi und Jacques deportiert und in Auschwitz ermordet. Nur Myriam, die damals schon aus dem Haus war, konnte sich in Sicherheit bringen. Über ihren Mann Vicente (Sohn des Künstlers Francis Picabia) und dessen Schwester Jeanine kam sie zur Résistance, ihre Taten sind in mehreren Büchern erwähnt. Auch Noémie ist in die Geschichte eingegangen. Sie unterstützte im Lager die Ärztin Adélaïde Hautval, die in deren Buch „Medizin gegen die Menschlichkeit“ über sie schreibt. Parallel zur Geschichte ihrer Familie und der Geschichte des Nationalsozialismus in Frankreich, erfährt Anne Berest viel über sich selbst und lässt die Leserschaft daran teilhaben. „Ich bin Jüdin, doch ich weiß nichts über diese Kultur.“ Durch ihre Nachforschungen lernt sie viel über ihre „verborgene Identität, eine geheimnisvolle Abstammung“. Und dennoch wirft ihr eine Bekannte vor, sie sie „immer nur dann Jüdin, wenn es dir in den Kram passt.“ Ihr Freund Gérard toppt die Aussage sogar noch, als er sie eine Antisemitin nennt. Identitätsstiftend sind für sie auch Namen. „Diese hebräisch klingenden Namen sind wie eine Haut unter der Haut.“ Anne heißt mit zweitem Vornamen Myriam, ihre Schwester Claire Noémi. „Unsere Eltern hätten uns vielleicht lieber nicht diese so schwer zu tragenden Namen aufbürden sollen“. Ihrem zweiten Kind möchte sie daher einen Namen geben, „der niemandem gehört.“ Stilistisch war „Die Postkarte“ ganz nach meinem Geschmack. Es ist eine Mischung aus Roman und journalistischer Erzählung. Anne Berest schreibt bildhaft und lebendig. Durch die verschiedenen Zeitebenen nimmt sie die Leserschaft mit auf die spannende Suche nach dem Absender der Karte, ihrer Herkunft und ihrer Identität. Die Karte und wer sie geschickt hat, ist der rote Faden, der das Buch zusammenhält. Dass zum Schluss das Geheimnis gelüftet wird, wurde für mich angesichts der berührenden Familiengeschichte und der aktuellen Brisanz des Themas durch den Rechtsruck der Politik, fast zur Nebensache. Von mir gibt es keine Lese-Empfehlung, sondern eine Lese-Aufforderung. Und natürlich fünf Sterne.

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