Die Ilias entfaltet in vierundzwanzig Gesängen einen entscheidenden Ausschnitt aus dem Trojanischen Krieg: den Zorn des Achilleus, seine Entzweiung mit Agamemnon und die tödliche Dynamik von Ehre, Verlust und Vergeltung. In streng komponierter epischer Sprache, getragen vom daktylischen Hexameter, verbindet das Werk heroische Erzählung mit psychologischer Schärfe. Zwischen Schlachtenszenen, Götterinterventionen und Momenten erschütternder Menschlichkeit begründet es den literarischen Horizont Europas. Homer, der traditionell als frühgriechischer Sänger des 8. Jahrhunderts v. Chr. gilt, steht an der Schwelle zwischen mündlicher Dichtung und schriftlicher Fixierung. Über seine Person ist wenig gesichert; doch gerade diese Unbestimmtheit verweist auf eine lange Tradition rhapsodischer Überlieferung. Die Ilias bewahrt Erinnerungen an mykenische Kriegerwelten, aristokratische Wertordnungen und religiöse Vorstellungen, die Homer zu einer künstlerisch geschlossenen Form verdichtet. Empfohlen sei dieses Werk allen Leserinnen und Lesern, die Ursprung und Maßstab epischer Literatur verstehen möchten. Die Ilias ist nicht nur ein Kriegsbuch, sondern eine Studie über Würde, Sterblichkeit und Mitgefühl. Wer sich auf ihre fremde, zugleich erstaunlich gegenwärtige Welt einlässt, begegnet einem Text von unverminderter intellektueller und emotionaler Kraft.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
14.01.2025
Buch (Leder)
Kultur und Abenteuer in Reinstform
Schon als Kind habe ich mich für die griechische Antike, sowie auch die Sagenwelt begeistert. In diesem Meisterwerk findet sich wirklich alles wieder.
Auch abgesehen hiervon gibt die Ilias einen interessanten Einblick in die Ansichten und Werte der Vorzeit. Die Übersetzung ist einem teils schon archaischen (ha!) Deutsch, was der Erzählung jedoch schmeichelt und wahrscheinlich die Epik des Originals wiedergibt. Altgriechisch müsste ich leider noch lernen.
Die Geschichte an sich ist ebenfalls interessant, jedoch wohl nur, wenn man sich für das zeitliche Umfeld interessiert. Ohne dieses wird sie ziemlich trocken wirken.
10/10 für jeden Interessierten.
Richard Josef Schindler
5/5
12.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Ilias das Frauenbild der Griechen
Ich möchte eine andere Perspektive auf die Ilias darstellen als üblich und verweise dazu auch Die Odysee.
Helena ist ein Sinnbild für Schönheit der Frau. Ihre weiblichen Reize sind überwältigen Heute würde man sagen ein SuperModel. Deshalb kann sie sich einen Mann erwählen. Es sind nicht die Vernunftgaben, sondern allein die Weiblichen Reize ihre Schönheit. Helena erwählt einen erfolgsversprechenden Mann eine Trophäe den Herrführer Menelaos. Aber ihre Wahl ist unglücklich. Helena möchte angehimmelt werden von einem schönen Mann. Und das ist Paris. Eine Frau die mit ihren weiblichen Reizen überzeugt genannt weiblicher Narzissmuss bedingt eine Kastastrophe wegen dem antiken Selbsverständnis des Mannes. Den Untergang Troja. Die Gegenposition ist Kassandra die Tochter des Primaos. Klug so wie ein Gott vermag sie die Zukunft vorauszusagen. Wie Karl Raimund Popper beschreibt, eine Frau mit überragendem gottgleichem Wissen. Aber Sie verschmäht die Liebe eines Gottes, will sich nicht unterordnen unter einem Gott , denn nur Götter hatten wahres gesichertes Wissen, andere nur eine Meinung. Ist Selbstbewusst sich ihrer Geistesgaben bewusst. Zu Strafe verliert Sie ihre Gabe, weil sie nicht mehr gelten gelassen wird. Keiner glaubt ihr mehr ihrer überragenden Vernunft. Platon hat dann in seiner Idee vom Staat, dies so formuliert, nur die Tugenhaften, die von edler Geburt, und Reichtum, also eine Elite wird politisch eine Gleichheit und Gerechtigkeit zu gestanden. Und diese Frauenbild hat dann mit bezug auf antike Bildung das Denken geprägt. Aber geblieben scheint dies als Ideal eines Staates zu gelten, Demokratie auf dieses Prinzipien zu beziehen. Aus heutiger Sicht kann man dies aber auch als feinsinnige Ironie auffassen, daß diese Idee einer Demokratie bezogen auf eine Elite zu einer Katastrophe führen kann.
Marco
aus Mönchengladbach
5/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Ilias (Insel Verlag)
Lange schon wollte ich mir diesen Klassiker der Weltliteratur zu Gemüte führen, allerdings sträubte ich mich immer davor, die Übersetzungen in Hexametern (oder anderweitig in Versen) zu lesen, denn mir persönlich war das zu anstrengend. Dem Übersetzer (Karl Ferdinand Lempp) gelingt es mit der Übertragung in leicht verständlicher Prosa die Aufmerksamkeit des Lesers, respektive der Leserin, zu halten. Über den Inhalt muss ich wohl keine Worte verlieren, dieser dürfte grundsätzlich bekannt sein.
Alles in allem eignet sich diese Übersetzung hervorragend dafür, Interessierten (und auch Jüngeren) Homers Meisterwerk näherzubringen. Anschließend kann man sich auch andere Übersetzungen, wie der altbekannten des Heinrich Voß zueignen. Somit fällt einem dann auch das Verständnis jener Übertragung in Versen leichter. Lempp übersetzte auch Homers Odyssee in Prosa, welche ich in Kürze ebenfalls lesen werde.
Klare Empfehlung meinerseits!
manamnama
aus Treis-Karden
5/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
EIN MEISTERWERK DER ABENDLÄNDISCHEN LITERATUR
Vor Homer: Meine große besondere Bewunderung gilt ohne Zweifel dem Übersetzer Johann Heinrich Voß, der dieses Werk 1798 übersetzte und ungefähr die selbe wortschöpferische Kraft für das deutsche hatte wie Martin Luther, seine Sprache ist derart episch und kolossal, dass man sie, wenn man sich an sie gewöhnt hat, förmlich verschlingt, so episch sind seine Ausdrücke.
Das Buch an sich ist der Beginn der abendländischen Literaturgeschichte.
Es erfaßt alles, was in einer Geschichte nur enthalten sein kann. Von großen Werken der Götter, von heldenmütigen menschen, der mythische Kampf um Troja und die Schicksale die mit ihm verflochten.
Ein sehr guter Einblivk in eine alte, prä-historische Welt.
Gehört zum Allgemeinen Wissen!
Iri
4/5
15.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein beeindruckender Klassiker
Die Ilias hat mir wirklich gut gefallen. Ich finde es faszinierend, wie ein Werk aus der Antike bis heute so bekannt und bedeutend ist. Die Lektüre war für mich eine interessante Erfahrung und hat mein Interesse an klassischer Literatur noch einmal verstärkt. Ein lesenswerter Klassiker.
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