Honigbienen sind durchweg beliebt – ob bei Imkern oder Nicht-Imkern, Groß oder Klein, Wissenschaftlern oder Nicht-Wissenschaftlern.
Denn: Bienen haben viele unglaubliche Fähigkeiten – sie können voneinander lernen, denken, träumen, planen, zählen, Künstler-Malstile identifizieren, menschliche Gesichter erkennen … Und als wäre das nicht genug, sind sie auch noch DER Workaholic unter allen Bestäubern! Die Wissenschaft wird nicht müde, immer neue große und kleine Wunder an und in den Honigbienen zu entdecken.
Einige dieser Wunder hat einer der führenden Bienenforscher Deutschlands, Professor Jürgen Tautz, in diesem Buch zusammengefasst – Wissenswertes und Verblüffendes zum Staunen und Freuen.
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Wissenswertes und Interessantes über Bienen verständlich erklärt
Kerstin Kartenwerkstatt Kreativ- und Buchblog aus Damme am 12.05.2025
Bewertungsnummer: 2488347
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Cover zeigt die Bienen mal aus einer ganz anderen Perspektive. Zu sehen ist erstmal ein blauer Himmel und die Strahlende Sonne, die dem Ganzen eine gewisse Dramatik vermittelt. Die fliegenden Bienen sind von unten fotografiert, wie sie scheinbar auf etwas zu fliegen. Nur die vorderste Biene ist ein wenig im Fokus und so kann man die Augen und Flügel sehr gut ausmachen.
Auch Bienen haben Schweißfüße – Verblüffendes aus der Welt der Honigbienen von Jürgen Tautz erschien im Ulmer Verlag. Der Titel hat mich direkt neugierig gemacht und ich wollte wissen was sich hinter der These verbirgt. Ich habe schon ein paar Romane und Sachbücher über Bienen gelesen und war gespannt, was ich hier noch neues lernen kann. Das Thema Schweißfüße stand da ganz hoch im Kurs, denn davon hatte ich zuvor noch nichts gehört.
Im Inhaltsverzeichnis bekam ich einen guten Eindruck von dem, was mich im Buch erwarten würde. Es ist grob in vier Teile gegliedert: Sinneswahrnehmung und Lernvermögen, Superorganismus Bien, Biene und Umwelt und zu guter letzt Mensch und Biene. Stolperst du gerade auch über das Wort „Bien“ als Überschrift eines Abschnitts? Ich habe im ersten Moment gedacht, da fehlen doch ein paar Buchstaben. Doch eine kurze Recherche erklärt mir, das Bien ein gewachsener Begriff ist, der den Superorganismus des Bienenvolkes betitelt, in denen Honigbienen zusammen leben. Also habe ich schon direkt im Inhaltsverzeichnis etwas dazu gelernt. Danach gibt es noch ein Vorwort vom Autor, der darin Lust macht mehr über die Honigbiene erfahren zu wollen.
Viele Fakten sind mit wissenschaftlichen Studien gespickt, doch in einem gesunden Maß, so dass sich das als Laie und Bienenfreund sehr gut lesen lässt. Jede Seite beinhaltet Ilustrationen in unterschiedlicher Form, so dass die Texte gut untermalt sind. Damit lassen sich die kurzen Abschnitte zu den einzelnen Themen sehr gut lesen. Als kleine Ergänzung findet sich hier und da ein QR-Code, über den man zu weiterführenden Bild- und Videosequenzen gelangen kann. So hat das Buch auch ein interaktives Element mit dabei.
Das Thema des Titels wird im Buch sehr früh aufgegriffen und so hat man als Leser schnell ein gewisses Glücksgefühl, weil die Neugierde durch den gewählten Titel schnell befriedigt wurde. Ich will von dem Thema gar nicht zu viel vorweg nehmen, denn du darfst dir gerne selbst erlesen, was es mit den Schweißfüßen auf sich hat. Ich finde die Erklärung sehr logisch und kann das erzählte sehr gut nachvollziehen. In dem Zusammenhang fand ich die Erklärung zum Geruchssinn der Honigbiene faszinierend.
„Schaut man den Bienen ins Gehirn, ist es der Geruchssinn, der dort am komplexesten und voluminösesten abgebildet ist.“
Neben den interessanten Erzählungen zu den einzelnen Sinneswahrnehmungen habe ich die Ausführungen zum Superorganismus Bien interessiert verfolgt. Teamwork steht bei den Honigbienen hoch im Kurs. Dazu hatte ich auch schon einiges in „Die Honigfabrik – Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung“ erfahren. Hier fand ich auch die Antwort auf meine Frage, wie viele Kilometer Bienen fliegen müssen, damit wir ein volles 500g Glas Honig auf den Tisch stellen können. Wirklich eine beeindruckende Leistung.
In den letzten zwei Abschnitten, die deutlich kürzer gehalten sind, erfährst du etwas über die Notwendigkeit von Bienen in der Umwelt und wie der Mensch in Einklang mit der Natur leben kann. Bei uns im Garten gibt es eine Fülle an Blumen, die zahlreiche Insekten anlocken und so haben wir über Jahre auch immer wieder Bienenstöcke im Garten gehabt, die für eine ganz besondere Akustik sorgen.
Möchtest du einen Blick auf das Leben der Honigbiene werfen? Findest du diese kleinen arbeitssamen Tiere auch so faszinierend wie ich? Dann lasse dich von dem Titel „Auch Bienen haben Schweißfüße“ von Jürgen Tautz in die Welt der Bienen entführen. Freue dich auf interessante Fakten, die einfach zu lesen sind und du hast dennoch das Gefühl fundiertes Wissen in dich aufgenommen zu haben. Erfahre was es mit den Schweißfüßen auf sich hat und mit welcher Geschwindigkeit Bienen Strecken zurücklegen können. Betrachte die wunderbaren Naturfotografien und staune über die Architektur der Honigwaben. Ich habe einiges dazu gelernt und mich beim Lesen an die ganz besondere Dynamik und Akustik erinnert, wenn ein Bienenvolk schwärmt. Die Lautstärke und das flirren in der Luft, wenn man mitten in der Bienenwolke steht werde ich nie vergessen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, für alle die wissen möchten, was hinter den kleinen Tierchen steckt, die für den süßen Honig auf dem Frühstückstisch sorgen.
Faszinierendes Buch - zu Einstieg und Vertiefung gleichermaßen geeignet
Bewertung am 29.03.2024
Bewertungsnummer: 2165455
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein so leicht lesbares, verständliches, vergnügliche Lektüre bietendes und gleichzeitig inhaltlich anspruchsvolles Buch über Honigbienen mit einer solchen Fülle neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Vorstellung höchst erstaunlicher Fähigkeiten der Honigbienen wird man trotz der Vielzahl schon existierender Bienenbücher kaum finden – insofern wäre das mögliche Vorurteil, es bräuchte kein weiteres Buch über die Honig sammelnden Insekten, völlig verfehlt.
Dass Bienen Schweißfüße haben (mit Drüsen an den Füßen markieren sie besuchte Blüten mit Duftstoffen und signalisieren so den Artgenossinnen, dass hier aktuell kein Nektar mehr ver-fügbar ist) ist frappant genug, doch findet sich in dem Buch eine große Zahl von noch viel Erstaunlicherem. Nur ein Beispiel: Bienen können darauf dressiert werden, (z.B.) impressio-nistische von kubistischen Gemälden (und zwar nicht die gleichen, mit denen sie gelernt haben) unterscheiden zu können!
Neben der Präsentation solch erstaunlicher Fakten macht der Autor auch klar, worin der biologische Sinn der außergewöhnlichen Fähigkeiten besteht, warum also sie sich in der Evolution herausbilden konnten. Und man erfährt, mit welch ausgeklügelten Experimenten es den Forschern gelang, die faszinierenden Ergebnisse zu gewinnen.
Die bewundernswerten Leistungen der Honigbienen lassen Fragen aufkommen wie diese: Sind sie „intelligent“? Kann man ihnen so etwas wie ein Bewusstsein zuschreiben? Haben sie Gefühle? Jürgen Tautz spricht auch solche Themen an, äußert sich dabei sehr differenziert und erliegt nicht der Versuchung, wissenschaftlich nicht verifizierbare Behauptungen in die eine oder andere Richtung zu treffen.
Das kompakte Buch, ausgestattet mit beeindruckenden Fotos, bringt jedem Bieneninteressierten – dem Einsteiger wie auch dem schon weitgehenden Kenner der Materie – großen Gewinn und kann nur sehr empfohlen werden.
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