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Beklaute Frauen Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte - DER SPIEGEL- & BOOKTOK-BESTSELLER

61

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

15706

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.02.2024

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

Penguin

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

22/14/4,2 cm

Gewicht

586 g

Farbe

Terracotta / Bordeaux

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-60323-8

Beschreibung

Rezension

»Ein Buch, das ob der himmelschreienden Ungerechtigkeit in dieser Welt extrem wütend macht – und das ist gut so.« ("Denis Scheck, Potsdamer Neueste Nachrichten")
»Ein ausgesprochen interessantes Buch, bei dessen Lektüre man sich fragen kann, warum die eine oder andere Fehlentscheidung der Vergangenheit nicht längst gerade gerückt wurde.« ("NDR Kultur")
»Ein unterhaltsames Buch, das den Blick auf Geschichte verändert.« ("Table.Media, Constanze Baumann")
»Ein großer Wurf. Ein Kompendium, das zu weiteren Debatten einlädt.« ("nd.DerTag")
»Lesenswert.« ("Welt am Sonntag")
»Ein gut leserlicher Einstieg für alle, die eine feministisch aufgeklärte Lesart unserer Geschichte kennenlernen wollen und definitiv empfehlenswert.« ("Rhein-Neckar-Zeitung")

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Verkaufsrang

15706

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.02.2024

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

Penguin

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

22/14/4,2 cm

Gewicht

586 g

Farbe

Terracotta / Bordeaux

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-60323-8

Herstelleradresse

Penguin Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    19.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Man möchte schreien

    Leonie Schölers Buch über beklaute Frauen ist nun als Taschenbuch erschienen und damit günstiger und besser zugänglich. Sie schreibt darin nicht über Taschendiebstähle, sondern geht ein viel brisanteres Thema in unserer Gesellschaft an. Frauen kommen in der Geschichte jahrhundertelang kaum vor. Ihre Leistungen in Kunst und Wissenschaft werden nicht gewürdigt, sondern sogar explizit von Männern gestohlen und als ihre eigenen Erkenntnisse ausgegeben. Besonders gravierend fand ich den Fall von Rosalind Franklin, die die Struktur der DNS entschlüsselte, aber Watson/Krick stahlen ihre Erkenntnisse aus ihrem Labor und heimsten Preise und Ruhm und den Nobelpreis ein, ohne sie mit einem Wort zu würdigen. Aber auch Namen wie Lise Meitner oder Clara Immerwahr sind heute fast vergessen, in der Literatur gehen sie als “Assistentinnen” berühmter weißer Männer durch, obwohl sie einen großen Teil der Forschungen erledigten. In der Kunst sollen Frauen die gutaussehende “Muse” spielen, aber nicht eigenständig künstlerisch arbeiten. Zum Glück entdeckt man heute - zwar langsam - die Frauen, die im Schatten standen, aber viele sind weitestgehend unbekannt. Es ist ein Verdienst von Schöler, dass sie einige dieser Frauen ans Licht holt. Dabei gibt es noch viel mehr davon, z.B. in der Musik Klara Schumann oder Florence Price, die als erste farbige Komponistin gilt und deren Qualität man erst jetzt lange nach ihrem Tod entdeckt. Das Buch gibt viele neue Erkenntnisse und wichtige Denkanstöße und lädt zur Diskussion ein. Ein wichtiges Buch nicht nur für Frauen!

  • Bewertung

    5/5

    24.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine leidenschaftliche Empfehlung für dieses starke Buch!

    In dem Buch „Beklaute Frauen“ nimmt uns die Historikerin Leonie Schöler mit auf eine Reise durch die letzten zwei Jahrhunderte europäischer Geschichte und rückt all jene Frauen ins Licht, deren Leistungen und Erkenntnisse allzu oft ignoriert, ausgelöscht oder Männern zugeschrieben wurden. Anhand zahlreicher Biografien zeigt Schöler, wie Denkerinnen, Forscherinnen, Künstlerinnen und Autorinnen Einfluss auf Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft genommen haben – und wie ihnen trotz aller Errungenschaften Anerkennung und Sichtbarkeit verwehrt blieben. Dabei wird schnell klar, dass sich diese strukturelle Benachteiligung quer durch alle Bereiche zieht: Wissenschaftlerinnen, deren Entdeckungen von männlichen Kollegen beansprucht wurden, Autorinnen hinter Pseudonymen und Künstlerinnen im Schatten ihrer Ehemänner. Viele der einzelnen Schicksale waren mir bereits bekannt. Was dieses Buch jedoch auszeichnet, ist, dass Schöler innerhalb der vielgestaltigen Einzelschicksale das Verbindende sucht – den roten Faden, der aus dem persönlichen Leben beklauter Frauen eine Systemfrage macht. Denn es ist eben keine Randdiskussion oder bloße „Frauengeschichte“, die hier behandelt wird, sondern eine Thematik, die uns alle betrifft. Im Schlusswort wirft die Autorin einen mutigen Blick auf Gegenwart und Zukunft und fragt, wie viele beklaute Frauen wir noch entdecken werden. Sehr gut gefallen hat mir die persönliche Note. Das Buch ist trotz umfangreicher Recherche und großen Tiefgangs keine nüchterne wissenschaftliche Abhandlung. Wir lernen Schölers Motivation und ihren persönlichen Blick auf Geschichte kennen. Das spiegelt sich auch in einer verständlichen, lockeren und oftmals unterhaltsamen Sprache wider. So verbindet das Buch, ausgestattet mit zahlreichen Abbildungen und informativen Infokästen, auf 416 Seiten wissenschaftliche Tiefe mit erzählerischer Kraft.

  • Bewertung

    5/5

    27.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein kluges und spannendes Buch

    „Besprechen wir die Welt immer noch aus der Sicht weißer, christlicher, cis-heterosexueller Männer?“ Auf sehr unterhaltsame und informative Weise beschreibt Leonie Schöler in ihrem Buch, wie Frauen von berühmten Männern ihres geistigen Eigentums beraubt wurden oder wie Frauen im Laufe der Geschichte einfach „vergessen“ wurden. Ihre Einordnung im historischen Kontext ist spannend geschrieben, sehr genau recherchiert und belegt, von der französischen Revolution bis heute, wie schwer es für Frauen war und ist, akzeptiert und „gesehen“ zu werden. Sämtliche antifeministische Bestrebungen, dienen dem Zweck, um ein „Feindbild“ zu entwickeln und das Patriarchat mit seinen Vorteilen für die Männer zu bewahren und Frauen ihre von Männern definierte Rolle vor allem als Ehefrau und Mutter zuzuweisen. Es ist ein systemisches Problem, das die Autorin aufdeckt und benennt, das Patriarchat, insbesondere weiße Männer aus bürgerlichen Schichten, schützt sich selbst, indem sie Frauen draußen halten. Das gilt durchaus auch für Frauen mit akademischer Bildung. Die Ehe ist dann oft das Ende ihrer wissenschaftlichen Karriere, es sei denn sie arbeitet fleißig im Hintergrund – für ihren Mann. Jenny Marx arbeitet als unbezahlte Sekretärin für ihren Mann Karl, bald auch die Töchter, vor allem Eleanor, die der Vater stark an sich bindet. Die Liste der Wissenschaftler*innen und Künstler*innen ist lang: Lucia Moholy, Fotografin wie ihr Mann Laszlo Moholy-Nagy, fotografiert für die Bauhaus-Bücher und wird nicht erwähnt, Walter Gropius eignet sich die Negative an, stellt ihre Bilder erfolgreich in New York aus, ohne ihren Namen zu nennen. Bertold Brecht, der gern Mitarbeiterinnen zu Geliebten macht, Arbeits- und Liebesbeziehung vermischt, ohne Elisabeth Hauptmann wäre die „Dreigroschenoper“ sicher nicht zustande gekommen, aber auch Margarete Steffin oder Ruth Berlau haben wichtigen Einfluss auf das künstlerische Schaffen Brechts gehabt. Pablo Picasso ist bekannt dafür, dass seine Geliebte auch seine „Muse“ war. Interessant ist auch, dass ein Nobelpreis nachweislich für gestohlene Daten und Ergebnisse an einen Mann, Watson vergeben wird, der es später sogar in seiner Biographie zugibt, dass er sich Forschungs- und Laborergebnisse von Rosalind Franklin angeeignet hat. Lise Meitner, berühmte Wissenschaftlerin muss aus Deutschland fliehen, weil sie Jüdin ist, ihr Forschungspartner Otto Hahn bekommt 1944 den Nobelpreis für Chemie verliehen. Jocelyn Bell Burnell wird bei dem Nobelpreis für Physik übergangen, stattdessen bekommt ihn ihr Doktorvater Tony Hewish. Olympische Disziplinen wurden von gemischtgeschlechtlich zu getrenntgeschlechtlich geändert, sofern eine Frau Siegerin war (Skeet:1992), bestimmte Sportarten waren für Frauen verboten. Frauen veröffentlichen ihre Bücher unter männlichem Pseudonym, damit es verkauft werden kann, der Buchmarkt und auch der Buchkritikmarkt, das Verlagswesen sind nach wie vor männlich dominiert. Frauen werden auch in der Geschichtsschreibung vergessen, z.B. die Antifaschistinnen in Spanien gegen Franco. Frauen kämpfen als Soldatinnen, aber Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt als Mittel der Kriegsführung werden immer noch von Männern praktiziert. Das sind nur einige der zahlreichen Beispiele. Ein positives Beispiel stärkt die Hoffnung für mehr Sichtbarkeit, auch im Sinne einer neu erstarkten „Erinnerungskultur“: die Widerstandskämpferin Noor Inayat Khan in England. Die Autorin setzt sich sehr analytisch und differenziert sich mit den Frauenrechtsbewegungen der verschiedenen Generationen auseinander, Selbstbestimmungsrecht, Geschlechtsidentität, Intersektionalität, sind wichtige Themen, die im Laufe der historischen Entwicklung auch neu betrachtet werden müssen. Ein wirklich kluges, spannendes Buch.

  • LaLi

    5/5

    25.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Blick in die Geschichte – ohne männerzentrierte Brille

    Es waren einmal die Männer, die jagten, und die Frauen, die sammelten. Mit einem ähnlichen Satz beginnt das Buch und mit genau diesem Mythos räumt die Autorin sofort auf. Sie erklärt, dass unsere Vorfahr:innen nach neueren Erkenntnissen viel eher nach Können gehandelt haben als nach Geschlecht. Trotzdem hält sich dieses Rollenbild hartnäckig. Es prägt, wie wir denken, wie wir leben, wie wir erzählen. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte (von der Französischen Revolution bis heute) und zeigt, wie Frauen immer wieder unsichtbar gemacht oder ihrer Errungenschaften beraubt wurden. Erfindungen, Kunstwerke, Durchbrüche … oft einfach Männern zugeschrieben oder unter den Teppich gekehrt. Ich fand’s beeindruckend, wie viel Wissen hier steckt. Dass sie immer wieder auch eigene Erfahrungen einbaut, macht das Ganze noch nahbarer. Meine Meinung: Diesen Satz hab ich schon so oft gehört: „Naja, die Welt wurde halt von Männern vorangebracht.“ Warum dieser Satz falsch ist, zeigt dieses Buch eindrucksvoll. Ganz besonders berührt hat mich die Ungerechtigkeit im Fall von Rosalind Franklin. Besonders, da James Watson in seiner Biografie offen beschreibt, dass er und Crick Zugang zu ihren Forschungsergebnissen hatten, ohne dass sie davon wusste oder dafür Anerkennung bekam. Außerdem schrieb er abwertend über sie. Toller Nobelpreisträger … Für mich war es eine emotionale Achterbahnfahrt: Geschichtliches Wissen – spannend und klug vermittelt Ungerechtigkeit – macht wütend, aber auch wach Aha-Momente – über Strukturen, die wir heute noch spüren Inspiration – durch den Mut und die Stärke der vorgestellten Frauen Mein Lieblingszitat: “Hinter jedem erfolgreichen Mann steht ein System, das ihn bestärkt; vor allen anderen steht ein System, das sie aufhält.” Ein Buch, das ich allen empfehlen möchte!

  • Bücherhausen

    aus Falkensee

    5/5

    27.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wichtige und erschreckende Aufklärung über die Unterdrückung von Frauen damals und heute!

    Auf das Buch "Beklaute Frauen" von Leonie Schöler bin ich durch Social Media Beiträge aufmerksam geworden. Dass Frauen schon seit jeher benachteiligt wurden, dürfte wohl den meisten bekannt sein, dass sie aber ihres Gedankenguts, ihrer Arbeit und ihrer Erfolge so systematisch beklaut wurden ist schon wirklich erschreckend. Die Autorin erklärt hier anhand einiger Beispiele, wie schwer es für Frauen damals war, eine eigene Existenz aufzubauen, ihrer eigenen Errungenschaften in die Welt hinauszutragen und wie skrupellos sie immer wieder von Männern ausgenutzt und klein gehalten wurden. Eine wichtige Lektüre, die in Auszügen auch unbedingt im Schulunterricht Verwendung finden sollte. Zitat: „Je mehr eine Frau arbeitet, desto mehr profitieren die Männer in ihrer Umgebung davon und desto weniger Anerkennung wird ihr selbst zuteil.“ (Leonie Schöler: Beklaute Frauen. Seite 60) Die Autorin: Leonie Schöler (geboren 1993) ist Historikerin, Journalistin und Moderatorin. Auf TikTok- und Instagram ist sie unter dem Namen @heeyleonie zu finden, wo sie Geschichtswissen vermittelt. Als Redakteurin und Filmemacherin ist sie bei diversen funk-Produktionen zu sehen, unter anderem »Jäger und Sammler«, das »Y-Kollektiv« und »Auf Klo«. Außerdem moderierte sie ab November 2022 das ZDFinfo-Format »Heureka« auf YouTube. Leonie Schöler lebt in Berlin. Beklaute Frauen ist ihr erstes Sachbuch und wurde zu einem SPIEGEL-Jahresbestseller sowie mit dem Bayern 2-Publikumspreis 2024 ausgezeichnet. Seit Anfang des Jahres ist sie außerdem Autorin der SPIEGEL-Kolumne »Hidden History«. Inhalt: „Muse, Sekretärin, Ehefrau – es gibt viele Bezeichnungen für Frauen, deren Einfluss aus der Geschichte radiert wurde. Für deren Leistungen Männer die Auszeichnungen und den Beifall bekamen: Wissenschaftlerinnen, deren Errungenschaften, im Gegensatz zu denen ihrer männlichen Kollegen, nicht anerkannt wurden. Autorinnen, die sich hinter männlichen Pseudonymen versteckten. Oder Künstlerinnen, die im Schatten ihrer Ehemänner in Vergessenheit geraten sind. Lebendig und unterhaltsam erzählt die Historikerin Leonie Schöler ihre Geschichten, sie zeigt, wer die Frauen sind, die unsere Gesellschaft bis heute wirklich vorangebracht haben. Und sie verdeutlicht, wie wichtig die Diskussion um Teilhabe und Sichtbarkeit ist. Dabei wird klar: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht ein System, das ihn bestärkt; vor allen anderen steht ein System, das sie aufhält.“ (Produktbeschreibung) Gedanken zum Sachbuch: Das Cover ist meiner Meinung nach absolut gelungen. Wir sehen hier das Porträt einer Frau. Durch die Farbgebung und die stilisierte Art werden hier ganz verschiedenen Frauentypen zusammengefasst. Jede Frau kann sich wohl in dieser Abbildung wiederfinden. Mit seinen kräftigen Rot- bis hin zu dunklen Lilafarbtönen ist es ein wahrer Hingucker und sticht aus der Masse an Büchern hervor. Autorin und Titel sind mit großen, weißen Lettern oben und unten schnell zu erfassen. Dazwischen in kleinerer, dezenterer Schrift steht der Untertitel: Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte. Spätestens hier weiß man, worum es in diesem Buch gehen wird. Leonie Schöler hat einen leicht verständlichen und dennoch detailreichen Schreibstil. Man kann ihr jederzeit gut durch die verschiedenen Biografien folgen und durch ihre sachliche Argumentationsweise sollte sich auch niemand so schnell abgeurteilt fühlen. Und dennoch kam bei mir während des Lesens oft Frust im Bauch auf. Die Ungerechtigkeiten, die seit Jahrhunderten Frauen ertragen müssen, welche bis in die heutige Zeit hineinragen und die Tatsache, dass es nach wie vor zu viele Männer gibt, die sich von einer Frau bedroht fühlen, sorgten bei mir dafür, dass ich beim Lesen immer wieder mal eine Pause brauchte. Zitat: „Unbestreitbar war Lucia Moholy die Urheberin all dieser [Walter Gropius zugeschriebenen] Werke – doch Anerkennung wurde ihr dafür kaum zuteil. Als sie 1989 starb, resümierte DER SPIEGEL in einem Nachruf, sie habe als »bescheidene Dienerin zweier Herren« gelebt.“ (Leonie Schöler: Beklaute Frauen. Seite 123) Es ist erschreckend, zu sehen, wie viele männliche Berühmtheiten ihren Erfolg auf dem Diebstahl der Errungenschaften von weiblichen Personen aufbauten. Da wären zum Beispiel Walter Gropius, Immanuel Kant, Albert Einstein, Berthold Brecht oder Pablo Picasso, um nur ein paar bekannte Namen zu nennen. Durch die einzelnen Frauenschicksale wird überaus deutlich, wie Frauen jeher verbal klein gehalten und immer wieder beleidigt werden. Sie wurden außerdem oft als Dienerinnen oder Furien bezeichnet. Als wäre ihre untergeordnete Rolle frei gewählt und nicht durch äußere Umstände erzwungen und als hätten Frauen nicht das Recht, aufzubegehren. Zitat: „Betrat eine Frau den Saal, fingen die Studenten an zu pfeifen und auf den Boden zu stampfen; sie schlugen auf die Tische und grölten anzügliche Kommentare durch den Raum. So war es »Tradition« an der Universität Glasgow.“ (Leonie Schöler: Beklaute Frauen. Seite 199) Diese immer wiederkehrende strukturelle Diskriminierung sowie das misogynes Klima herrschen leider auch heute noch. Dieses Buch zeigt, wie unsere Geschichte aussieht, wie verzerrt sie im Grunde ist und wie widerlich und erbärmlich sich manche Männer gegenüber Frauen verhalten haben und noch immer verhalten. Bei manchen Aussagen einiger Männer wird einen regelrecht übel. Man liest schon äußerst gefrustet darüber, wie Frauen in allen Bereichen des Lebens immer wieder verdrängt werden oder in Schubladen gesteckt. Typisch Mann, typisch Frau. Natürlich ist es auch für den ein oder anderen Mann ein Problem mit der männlichen Sicht, aber sie konnten sich frei entscheiden, was sie tun möchten. Frauen nicht. Und für alle, die jetzt vielleicht denken, dass sich die Autorin da einfach etwas aus den Fingern gesogen hat. Anhang, Literatur- und Quellenverzeichnis sowie Personenregister etc. umfassen stolze 85 Seiten bei einem Gesamtumfang von 416 Seiten! Das Buch ist demnach äußerst gut recherchiert und die Fakten belegt. Einen Buchtrailer findet ihr übrigens hier. Fazit: Beklaute Frauen ist ein unheimlich gut recherchiertes Sachbuch, welches die systematische Unterdrückung von Frauen ganz klar vor Augen führt. Und da geht es nicht nur um Geschehnisse einer weit entfernten Vergangenheit. Nein, dieses Ungleichgewicht reicht bis in die heutige Zeit hinein. Frauen haben inzwischen zwar mehr Rechte, als es früher der Fall war, aber es ist noch ein langer und steiniger Weg zur absoluten Gleichberechtigung. Werke wie dieses sind daher umso wichtiger, denn hier wird mit falschen Darstellungen unserer Vergangenheit aufgeräumt und ungerechtes Verhalten sichtbar gemacht. Zitat: „Jede beklaute Frau ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Systems, das uns alle betrifft und bis heute wirkt.“ (Leonie Schöler: Beklaute Frauen. Seite 319)

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