Die Welt besteht aus Fehlern und Flickversuchen. Und manchmal aus seltsamen Missverständnissen. Andrew Green ist tot. Erschossen am helllichten Tag, an einem Freitag, den 13. Spekulationen schießen ins Kraut. Verdankt New York dem einstigen Außenseiter doch unter anderem den Central Park und die New York Public Library. Inspector McClusky nimmt die Ermittlungen auf. Was wussten die übereifrige Haushälterin, der Präsidentschaftskandidat Tilden und die brillante Bessie Davis, der halb New York zu Füßen liegt?
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Larissa B
aus Konstanz
3/5
12.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Anspruchsvoll
Der Diogenes Verlag zeichnet sich für mich immer durch hochwertige Literatur aus. Ab und an packt mich die Lust ein Buch mit mehr Tiefgang und komplexerer Sprache zu lesen und da greife ich gerne zu einem Buch dieses Verlags.
"Der große Fehler" ist mir vor allem durch sein Cover bedruckt mit dem schönen Elefanten neugierig gemacht. Der Klappentext hat noch nicht so viel verraten, hat mir aber Lust gemacht auf eine Reise nach New York.
Das Buch erzählt geschickte die Geschichte eines Mordes, bei dem der Täter zwar schnell geschnappt werden kann, aber viele Frage lange Zeit offen bleiben.
Der Autor spielt mit der Sprache und baut Zeitsprünge, wie auch Exkurse in die Geschichte Amerikas ein.
Für mich definitiv ein lesenswertes Buch. Allerdings eines, das die volle Aufmerksamkeit benötigt und nicht schnell noch vor dem einschlafen gelesne werden kann.
Bewertung
5/5
27.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Leben des Geburtshelfers des Central Park in New York
Als Andrew Haswell Green am Freitag, dem 13. November 1903 vom Barbierbesuch heimkehrt, wird er von einem Fremden aufgehalten und nach wenigen Sätzen erschossen. Wer nun einen Krimi erwartet, sieht sich enttäuscht. Das Buch erzählt in der Haupthandlung die bewegte Lebensgeschichte Greens. Der Mann ist eine lebende Legende , der als als 83 jähriger toter Mann in NewYorks Gazetten in unzähligen Beiträgen gefeiert wird. Er gilt als Erfinder des Central Parks und Wegbereiter der Vereinigung New Yorks mit Manhattan. Er lebt als schrulliger wohlhabender Junggeselle. Wir verfolgen den Weg vom einfachen Farmerjungen, der vom Vater in die Lehre bei einem Händler gegeben wird zum mächtigen Juristen mit Einsitz in wichtigen Gremien. Mentor Greens ist sein enger Freund Samuel Tilden, Gouverneur von New York und Präsidentschaftskandidat 1876. Was diesem Geschichtenflanierer Jonathan Lee hier gelingt, ist nichts geringeres, als dass eine ganze Welt aufersteht. Eigentlich wird Samuel weggeschickt, weil er einem Freund zu nahe gekommen ist. Er vegetiert auf dem Wanzen durchsetzten Schlafplatz und verdient Geld, dass er seinem mässig erfolgreichen Vater heimschickt. Geschildert wird das New York in seinen Flegeljahren. Das amerikanische Narrativ schlechthin, der amerikanische Traum vom Aufstieg wird hier so richtig zelebriert. Natürlich wird auch der tragische Hintergrund seines Todes ausgeleuchtet. Dieser Handlungsstrang ist mit einem guten Gespür für deftige Pointen und kantige Protagonisten ein Leckerbissen für Freunde opulenter Romane. Die andere Seite, dass der heute vergessene Pate des Central Park wohl ein in seiner Zeit nicht allzu seltenes Stigma zu ertragen hatte, dass er das falsche Geschlecht liebte. wird aber so subtil wie gekonnt miteinbezogen. Dass es dieses gewaltige Buch gibt, verdanken wir einem Zufall. Längst hatte New York Andrew Haswell Green vergessen, als Jonathan Lee auf einer Parkbank die Inschrift entdeckte. Als er sich auf Spurensuche machte, fand er den Plot dieses wunderbaren Buches.
Streiflicht
5/5
14.06.2022
eBook (ePUB 3)
Warum passierte das?
Warum wird ein 83-Jähriger, der so viel für die Stadt New York getan hat, am helllichten Tag einfach auf der Straße erschossen? Der Täter wird direkt verhaftet, aber das Motiv ist unklar. An sich schon eine interessante Geschichte, aus der der Autor Jonathan Lee, den ich bisher noch nicht kannte, eine spannende Erzählung strickt. Er hat einen eigenwilligen, interessanten Schreibstil, der mich begeistert hat. Ich mag es, wenn ein Schriftsteller mit Sprache spielt und sie hochwertig verwendet. Man kommt sich direkt vor, als hätte man eine Zeitreise ins Jahr 1903 gemacht.
Ich kannte Green bisher nicht, muss aber auch sagen, dass ich leider weder in New York war, noch mich ernsthaft mit seiner Geschichte auseinander gesetzt habe. Daher fand ich es umso spannender, auch in seine Lebensgeschichte und gleichzeitig noch den Mordfall abzutauchen. Die nicht-chronologische Abfolge im Buch hat mir richtig gut gefallen. Man muss gut aufpassen und aufmerksam lesen, dann macht der Roman großen Spaß!
Streiflicht
5/5
14.06.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Warum passierte das? Warum…
Warum passierte das? Warum wird ein 83-Jähriger, der so viel für die Stadt New York getan hat, am helllichten Tag einfach auf der Straße erschossen? Der Täter wird direkt verhaftet, aber das Motiv ist unklar. An sich schon eine interessante Geschichte, aus der der Autor Jonathan Lee, den ich bisher noch nicht kannte, eine spannende Erzählung strickt. Er hat einen eigenwilligen, interessanten Schreibstil, der mich begeistert hat. Ich mag es, wenn ein Schriftsteller mit Sprache spielt und sie hochwertig verwendet. Man kommt sich direkt vor, als hätte man eine Zeitreise ins Jahr 1903 gemacht. Ich kannte Green bisher nicht, muss aber auch sagen, dass ich leider weder in New York war, noch mich ernsthaft mit seiner Geschichte auseinander gesetzt habe. Daher fand ich es umso spannender, auch in seine Lebensgeschichte und gleichzeitig noch den Mordfall abzutauchen. Die nicht-chronologische Abfolge im Buch hat mir richtig gut gefallen. Man muss gut aufpassen und aufmerksam lesen, dann macht der Roman großen Spaß!
Birte H.
5/5
06.06.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Lesen dieses Buches ist sicher kein Fehler!
Das Lesen des Buches „Der Große Fehler“ von Jonathan Lee war bestimmt kein Fehler. Meines Erachtens lohnt es sich allein schon deswegen dieses Buch zu lesen, weil der Protagonist eine außergewöhnliche Persönlichkeit des 19./20. Jahrhunderts war. Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen, dass mir Andrew Haswell Green, „Der Vater von Greater New York“ vor dem Lesen dieses Romans gänzlich unbekannt war. Aus einfachen Verhältnissen stammend, schaffte er es in die höchsten Kreise der New Yorker und amerikanischen Gesellschaft. Zahlreiche Wahrzeichen des heutigen New York gehen auf seine Bestrebungen Zurück. Das Buch beleuchtet die Umstände seines Todes am Freitag den 13. November 1903. Warum dieser Tod ein großer Fehler war und wie sein Tod auch mit dem Gesellschaftssystem der Zeit zusammenhängt kann jeder in diesem Roman nachlesen. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass der Schreibstiel des Autors, sowie die häufig vorkommenden Zeitsprünge sicher nicht für jeden Leser geeignet sind. Auch Leser, die am Ende eines Buches nicht gern mit Fragen zurückbleiben, sollten es sich überlegen dieses Werk zu lesen. Mir persönlich hat es sehr gefallen. Alleine schon deshalb, weil ich Andrew Haswell Green, recht schnell in mein Herz geschlossen habe.
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