Am Tag vor Heiligabend fährt Esther zum Haus ihrer Schwester, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Ein Schneesturm setzt ein. Das Geschenk wird nicht geöffnet. Der Wein schon. Dinge werden gesagt, die besser ungesagt blieben. Und Taten werden begangen, die nie mehr rückgängig gemacht werden können.
Eigentlich muss Esther ihr Weihnachtsfest mit Ehemann und Kindern in der Stadt vorbereiten. Doch ihre Schwester Sue, die seit ihrer Scheidung völlig allein in einem riesigen Haus tief im Wald lebt, geht ihr nicht aus dem Kopf. Und so setzt sie sich ins Auto und fährt los.
Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit kommen die Schwestern ins Gespräch, und kein Stein bleibt auf dem anderen – bis eine der beiden zum Messer greift. Während der Schnee alles verdeckt und jedes Geräusch erstickt …
Judith Merchant lässt in ihrem neuen psychologischen Spannungsroman zwei unzuverlässige Erzählerinnen gegeneinander antreten – in einem Kammerspiel um eine toxische Beziehung, in der nichts so ist, wie es scheint.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Sam
5/5
12.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Dachte es sei mir zu düster
iIch lese selten Thriller und hatte das eigentlich als Geschenk für wen gedacht , habe es jedoch selbst gelesen. Dachte es wäre mir zu gruselig, mom Spannungsaufbau war es aber genau richtig. Kann es auch für Thrillereinsteiger empfehlen.
Mel
aus Minden
5/5
22.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Spannend bis zur letzten Seite
Ich hatte „Schweig“ schon mal als Hörbuch begonnen und dann leider, aus unerfindlichen Gründen, abgebrochen. Dann habe ich zum Buch gegriffen und konnte es wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Das, was ich da gelesen habe, kann ich nur als Kammerspiel zwischen 3 Personen beschreiben, Esther, Sue und Esthers Mann Martin teilen dem Leser/der Leserin mit, wieso es zu Spannungen in der Familie gekommen ist und was sich in all den Jahren angetan wurde. Dabei kommt auch das ein oder Psychospielchen ans Licht.
Ich kann hier jetzt nicht spoilern, sondern kann nur sagen, dass „Schweig“ zwar ein ruhiger, aber für mich denn noch sehr beklemmender Psychothriller war, in der es um toxische Anhängigkeit geht und nichts so ist, wie es scheint. Vielleicht mag es manchen zu wenig sein. Die Geschichte spielt sich größtenteils in dem Haus von Sue ab. Hin und wieder geht es dann in die Vergangenheit, die aus der Sicht verschiedener Charaktere dargestellt wird.
Mein Fazit
Wer Lust auf einen gemächlichen, sich immer zuspitzenden Thriller auf engstem Raum hat, dem könnte vielleicht „Schweig“ gefallen.
NiWa
5/5
04.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Als ob ein Sternspritzer auf einen ausgedörrten Christbaum trifft
Esther ist im Weihnachtsstress. Das Essen muss vorbereitet, der Baum abgeholt und aufgeputzt werden. Dennoch lässt sie es sich nicht nehmen und fährt zu ihrer Schwester auf Weihnachtsbesuch, die mitten im tiefsten Wald lebt, und bei Eintreffen ein Messer in den Händen hält.
„Schweig!“ von Judith Merchant ist ein Psychothriller, der den:die Leser mitten in ein emotionales Minenfeld zwischen zwei Schwestern wirft. Die winterliche Kulisse und der festliche Rahmen bilden dabei den perfekten Kontrast zu einer düsteren, hochspannenden Geschichte, die nichts für schwache Nerven ist.
Die Schwestern Esther und Sue stehen im Mittelpunkt dieses spannenden Kammerspiels. Merchant erzählt abwechselnd aus den Perspektiven der beiden, was nicht nur die Spannung verstärkt, sondern auch ihre Gegensätze und Gemeinsamkeiten beleuchtet. Anfangs wirkten die Geschwister sympathisch auf mich. Esther erscheint als liebevolle Mutter und fürsorgliche Schwester, die versucht, trotz familiärer Verpflichtungen für Sue da zu sein. Sue beeindruckt durch ihre selbstgewählte Ruhe, ihre klare Lebensweise und die scheinbare Zufriedenheit, die sie aus ihrer Einsamkeit schöpft. Doch je tiefer man in die Gedanken der beiden versinkt, umso deutlicher wird, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sind und wie sehr alte Wunden das Verhalten prägen.
Zunächst habe ich mich auf Esther eingelassen, die auf mich als engagierte Mutter, die das tägliche familiäre Chaos im Griff hat, total sympathisch wirkte. Ich fand den heimeligen Trubel nett, ihren Blick auf den verwuschelten Ehemann, die verbindenden Paarrituale sowie die gutmütige Strenge mit den Kindern, haben authentisch und liebevoll auf mich gewirkt. Hinzu kommt, wie sie sich um das Wohlergehen ihrer Schwester sorgt, die nach einer Trennung ganz abgeschieden und allein ein großes Haus versorgt.
Als ich Sue näher kennenlernte, hat mir ihr tougher Lebensstil sofort imponiert. Die selbstgewählte Ruhe, die gewonnene Konzentration durch radikalen Minimalismus, die Kargheit ihrer Umgebung gepaart mit der inneren Ausgeglichenheit, haben Eindruck auf mich gemacht.
Sobald die gegensätzlichen Schwestern aufeinandertreffen, sprühen die Sternspritzer und Weihnachten wird zum geschwisterlichen Brandherd, der ihre Beziehung und gemeinsame Vergangenheit wie einen ausgedörrten Christbaum in Flammen aufgehen lässt.
Zwar beginnt es mit einem scheinbar harmlosen Weihnachtsbesuch, doch die Spannung zieht unaufhörlich an, bis die Situation im wahrsten Sinne des Wortes ins Bersten gerät. Jede kleine Bemerkung und jeder Seitenblick zwischen den Schwestern trägt dazu bei, dass die Stimmung giftiger wird. Merchant schafft es, die Vergangenheit der beiden Stück für Stück zu enthüllen und die Leser:innen dabei in einen Strudel von Misstrauen, Schuld und verletzten Gefühlen zu ziehen. Die Eskalation ist intensiv, überraschend und emotional fordernd. Es ist ein wahrer Pageturner.
Eine der beiden Schwestern, ich verrate nicht welche, war kaum auszuhalten. Innerlich habe ich mich gewunden, wenn ich aus der Sicht der anderen ihren Taten und Verhalten folgte. Als Leserin wurde ich in die wechselnden Blickwinkel gezogen und fühlte schon selbst die Verzweiflung und toxische Stimmung, die aus den Seiten waberte.
Damit hat die Autorin eine unerbittliche Atmosphäre geschaffen, welche entfernt von weihnachtlicher Besinnlichkeit ist. Dennoch war mein Lesezeitpunkt im Advent hervorragend gewählt, weil es aufgrund der weihnachtlichen Thematik und des Settings keine bessere Zeit geben könnte, wobei das Buch zumindest den Geruch von Nadelbäumen verströmt.
„Schweig!“ ist ein Psychothriller, der durch seine dichte Atmosphäre, die wechselnden Perspektiven und die scharfe Beobachtung der Dynamik zwischen zwei Schwestern besticht. Der winterliche Rahmen und die weihnachtliche Thematik sind perfekt gewählt, um das emotionale Drama und die Isolation der Protagonisten zu unterstreichen. Anfangs sympathisch und scheinbar gut gemeint, treiben die Figuren die Spannung zum Bersten an, bis sich die weihnachtliche Stimmung in einen glitzernden Scherbenhaufen mit unglaublich intensiven Tannenduft entlädt.
Bewertung
4/5
20.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein herrlich entschleunigender...
Ein herrlich entschleunigender Thriller, der dennoch viel Spannung erzeugt. Großartig beschriebene Charaktere und Atmosphäre.
Olivia Grove
4/5
05.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Psychologischer Thriller mit subtilem Nervenkitzel
Es gibt Bücher, die man nicht einfach liest, sondern die einen beinah selbst verschlingen – "Schweig!" von Judith Merchant gehört für mich persönlich definitiv zu dieser Kategorie.
Während ich als Leser sanft in die Gefühlswelt der Protagonisten hineingezogen wurde, hat mich die aufgeladene Atmosphäre dazu inspiriert, unaufhörlich meine Gedanken über das Gelesene kreisen zu lassen, um das Psycho-Mysterium Seite für Seite zu entschlüsseln.
"Schweig!" entführt uns in einen atemberaubenden Strudel unaufdringlichen Nervenkitzels, der sich am Tag vor Heiligabend in einem abgelegenen Anwesen inmitten eines verschneiten Waldes entlädt.
"Und die Tannen werden weiß und immer weißer, alles wird weiß, der ganze Wald, eiskalt und wunderschön ist es da draußen, ein Bild, das ich trinken möchte in großen, durstigen Zügen." (Sue, S. 18)
Als ein Schneesturm das Haus isoliert, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung, und lange verschüttete Geheimnisse kommen ans Licht.
"... das geht zu weit, viel zu weit. Alles geht zu weit. Aber meine Schwester geht immer zu weit. Sie geht zu weit und kommt mir zu nah. Beides." (Sue, S. 151)
Merchant spielt meisterhaft mit den unterschiedlichen Perspektiven der beiden Schwestern, die uns in eine toxische Beziehung eintauchen lassen, in der jedes Wort, jede Handlung von einem Hauch von Gefahr durchdrungen ist.
"Den Preis für die Freiheit meiner Schweser zahle ich, immer schon. Weil ich immer, immer, immer die bin, die aufpasst. Und die nachher die Brände löscht, wenn das nicht gereicht hat." (Esther, S. 159)
Dabei webt die Autorin geschickt eine Geschichte mit subtilen gesellschaftskritischen Anspielungen, in der nichts so ist, wie es scheint, und den Lesern raffinierte Anspannung bis zur letzten Seite garantiert.
Die geschickte Inszenierung psychologischer Nuancen macht das Buch für mich zu einem modernen Lesehighlight, das bis zur letzten Seite Rätsel aufgibt. Diese Lektüre hat die vergangenen verschneiten Wintertage für mich zu einem wahren Fest der Spannung gemacht!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.