Produktbild: Der Kreis

Der Kreis Die letzte Jesidin

7

20,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

01.12.2022

Verlag

Europa Verlag

Seitenzahl

368 (Printausgabe)

Dateigröße

744 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783958905337

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

01.12.2022

Verlag

Europa Verlag

Seitenzahl

368 (Printausgabe)

Dateigröße

744 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783958905337

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  • Bewertung

    5/5

    14.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein spannender Roman und Geschichtsstunde zugleich

    Ein außergewöhnliches und wunderbares Buch! Die junge Jesidin Aziza lässt sich anders als zahlreiche ihrer anderen Familienmitglieder nicht zwangsislamisieren. Auch nicht als der Sheikh sie gefangen nimmt und sie nicht nur Zeugin vieler schrecklicher Ereignisse wird. Sie bleibt eine aufrichtige Jesidin - auch zu dem Preis, dass familien- und heimatlos, einsam und arm wird. Sie lässt sich dennoch nicht von den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen bedrängen, ihren Glauben aufzugeben. Doch das ist nicht die einzige besondere, bewunderswerte Eigenschaft dieser Frau. Die Geschichte einer sehr starken und mutigen Frau, die sich von Elend und Leid nicht brechen lässt, wurde verwoben in ein Geschichtsbuch, das Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches gewährt. Durch die Protagonisten des Romans und ihren Interessen und Ziele werden die Konflikte zwischen den einzelnen Ethnien, Religionen und sonstigen agierenden Mächte wird auch die Psychologie und die Dynamik der Spannungen und Auseinandersetzungen deutlich. Wer jetzt eine langweilige "Geschichtsstunde" befürchtet, liegt falsch! Der Roman ist spannend geschrieben, die Geschichte hält immer wieder überraschende Wendungen parat und der Autor hält den roten Faden stets ein. Trotz viel Arbeit und Stress konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Ein ganz besonderer Roman! Für jeden, der sich für die religiösen, ethnischen und territorialen Konflikte nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches, die auch die Wurzel der heutigen Konflikte im Vorderen Orient darstellen, interessiert und gerne über starke und mutige Frauen liest.

  • iGirl

    aus Bad Nauheim

    5/5

    05.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kein Ausweg aus dem Kreis Die…

    Kein Ausweg aus dem Kreis Die Geschichte begleitet den Lebensweg der Jesidin und Heilerin Aziza. Sie lebt in einem Umfeld, das von Zwangskonvertierung der jesidischen Bevölkerung hin zum Islam geprägt ist und der gnadenlosen Verfolgung eines scheinbar religiös motivierten Sheikhs. Das Netzwerk und der Einfluss dieses grausamer bösen Mannes bedeutet eine dunkle Zukunft für die verschleppte, junge Aziza. Ihre Fähigkeit zu Heilen und durch Visionen Dinge zu sehen, die anderen verborgen bleiben wird durch den Sheikh schamlos für seine Zwecke ausgenutzt. Aziza ist ein beeindruckend starkes Mädchen, das gelernt hat ihre Gefühle sehr gut zu beherrschen und Kraft aus ihrer religiösen Überzeugung schöpft. Die Rollen der Figuren sind nicht immer eindeutig, wer unterstützt und wer ist wann bedrohlich? Verrat und Kalkül sind jeder Figur eigen. Ein wenig erinnerte mich die Geschichte an ein orientalisches Märchen und orientiert sich doch an einer realen Figur, was der Autor im Nachwort ausführt. Die Visionen der Protagonistin konnte ich nicht immer nachvollziehen. Interessant sind die Erklärungen zur Geschichte des osmanischen Reichs bis in die 50er Jahre und den religiösen und machtpolitischen Konflikten der verschiedenen Gruppen. Ich finde, dass das Bild des Kreises eine gelungene Allegorie für den Inhalt der Geschichte ist. Die Kreise, die sich immer enger um die Protagonistin ziehen, die politisch und machtgetriebenen Kreise aus denen es scheinbar kein Entrinnen gibt, der Kreis als Fessel für die zwangskonvertierten Frauen und der Kreis als unerbittliche religiöse Begrenzung der Jesiden, die den Schritt darüber nicht wagen. Bedrückend finde ich den starken Aktualitätsbezug der in der Geschichte liegt: da denkt man, dass Religion den Menschen Gutes tun und Mut machen sollte. Stattdessen ging und geht es den sogenannten Religionsführern um Macht, Unterdrückung, Unterwerfung, legitimiertes Enteignen, Schinden bis hin zum Tod. Gerade Frauen sind nahezu in jeder Religion benachteiligt. Genau dieses Bild nimmt die Geschichte auf, in der Figur der starken Aziza, die dennoch ihrer eigenen Überzeugung folgt. Mein Fazit: „Der Kreis“ ist eine lesenswerte, atmosphärische Geschichte mit realem geschichtlichen Bezug und einem sehr guten Sprachstil.

  • Bewertung

    aus Ilsenburg

    5/5

    04.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der wahre Glaube

    Glaube ist individuell. Wenn nun Glaubensgemeinschaften jeweils von nur einem Gott, nämlich dem eigenen, ausgehen, ist Konfliktpotenzial zwangsläufig. „Der Kreis“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Konflikt zwischen verschiedenen Religionen zeitgleich mit Zusammenbruchs des Osmanischen Reiches. Dadurch sind nicht nur religiöse Kräfte, sondern auch koloniale Mächte involviert. In dieses Umfeld wird Aziza als Jesidin hineingeboren. Ihrer Familie entstammte eine Reihe von Heilern und Heilerinnnen, die den Menschen der umliegenden Dörfer bei Verletzungen, Krankheiten und Geburten mit ihren pflanzlichen Arzneien halfen. Auch Aziza besitzt diese Kraft. Sich selbst vor Verfolgung, Unterdrückung und Gefangenschaft kann sie damit allerdings nicht schützen. Die Zwangsislamisierung ist auf dem Vormarsch, die Jesiden haben eigentlich keine Chance, wenn sie leben wollen. Nachdem Aziza von den Schergen des Sheikh entführt worden ist, muss sie schlimmstes Übel miterleben und sich als Werkzeug des Sheikh benutzen lassen. Azizas Standhaftigkeit in ihrem jesidischen Glauben macht sie für mich zu einer faszinierenden Persönlichkeit. Eigene Befindlichkeiten stellt sie zurück, damit der ihr Glaube noch ein wenig überdauert. Nachdem ihre gesamte Familie zum Islam übergetreten ist, bleibt ihr lediglich noch Priester Pir Hesman als letzter echter Vertrauter. Durch seinen sachlich dokumentarischen Tonfall habe ich den Roman sehr gern gelesen, obwohl manche grausame Tat nichts als Ablehnung in mir auslöst. Zudem konnte ich die historischen Ereignisse rund um die Gründung der Türkei und die beteiligten Figuren für mich bewusst ordnen. Ich mochte es sehr, dass der Autor so dicht an der Historie geblieben ist und sich weniger den Leidenschaften seiner Charaktere hingegeben hat. Gleichzeitig schenkt er seinen Figuren genug Persönlichkeit, dass ich sie gern lesend begleitet habe. Selbst die kritischen Figuren wie der Sheikh und Jibrail haben mir von der Darstellung ihres Lebensweges her gut gefallen, weil mir deren Entwicklung realistisch erscheint und der Roman dadurch eine hohe Glaubwürdigkeit generiert. Ein Roman mit wunderbarem Symbol als Titel, der noch etwas lehrt ohne zu belehren, der die Auswüchse des Konflikts wahrhaftig darstellt ohne Partei zu ergreifen, den zu lesen ich nur empfehlen kann.

  • Bewertung

    5/5

    27.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Klasse!

    Tolles Buch ist zu empfehlen! Das Buch hat mich total gefasst ich hatte oft Gänsehaut! Die Geschichte ist sehr gut geschrieben und basiert auf wahren Begebenheiten, was einen beim Lesen noch mehr fasst.

  • Bewertung

    aus Alfter

    4/5

    17.02.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nicht die Religion ist böse, sondern die Menschen.

    Der Lebensweg der Jesidin Aziza ist mehr als beschwerlich. Geboren in einer Familie der Heiler, muss sie mit ansehen, wie ihre ganze Familie zum Islam konvertiert in einer Zeit, in der politische und religiöse Unruhen ihr Land bedrohen, in dem sie als Jesiden in der Minderheit wohnen. Von außen drängen die Franzosen und Engländer, dagegen wollen die einen einen religionslosen türkischen Staat errichten, die anderen fürchten um ihren Einfluss als religiöse Führer muslimischer Sekten. Ventil für Aggression und Zukunftsangst sind die religiösen Minderheiten. Aziza selbst wird von einem Sektenführer entführt, der viele Frauen in seine Dienste zu Prostituierten und gedungenen Mörderinnen zwingt. Doch mit Aziza hat er großes vor, hat sie doch Gaben, die ihm nutzbar sein könnten in seiner Taktiererei mit den Anführern der türkischen Bewegung und den äußeren Feinden aus Frankreich… Der Roman beginnt als großer Abenteuerroman, spannend, atmosphärisch wie ein Hollywood-Blockbuster. Der Mittelteil dagegen entwickelt sich eher zäh. Die Romanhandlung weist einige logische Schwächen bzw. Sprünge auf. Historische und religiöse Hintergründe bleiben sehr allgemein und vage. Die Figuren sind eher statisch und holzschnitthaft. Jeder scheint nur nach seinem Vorteil zu trachten, um Ideale oder auch um Glauben geht es wenig. Religion dient nur der Stabilisierung oder Vergrößerung des eignen Einflusses, als politisches Instrument oder als reine Überlebensstrategie, wenn man an die konvertierten Jesiden denkt. Einzig die Frauen im Dienste des Sektenführers erscheinen als religiöse Fanatikerinnen, die im Namen der Religion ihren Körper verkaufen und hinterhältige Mordanschläge ausführen im Glauben an das Gute der Sache. Der Sektenführer selber ist ein bösartiger, berechnender, abstoßender Fettsack, der keine Werte kennt, nur den eigenen Vorteil. Aziza könnte da ein großes Gegenbild sein, aber ihre Figur gerät im Mittelteil sehr in den Hintergrund. Sie wiederholt lediglich immer an ihrem Glauben festhalten zu wollen, trotz aller gegenteiligen Erfahrung. Woher sie diese Stärke im Glauben nimmt, ist mir nicht wirklich deutlich geworden. Ihre Visionen sind mir allerdings auch zu fremd, um mich dort einfühlen zu können. Der Schlussteil versöhnt wieder mit dem Buch. Hier schildert der Autor, was ich mir eigentlich mehr von dem Buch erwartet hätte: das Leben der Heilerin Aziza als religiöser Außenseiterin. Trotz aller Mühsal ihres Lebens – oder wegen? - hat die Schilderung ihres Todes am Ende etwas Befreiendes und Hoffnungsvolles. Das Buch zeigt deutlich, wie der Mensch Religion zu seinem Zweck aufs Schändlichste missbraucht. Deutlicher hätte für mich werden können, dass dies im Wesen des Menschen begründet liegt, nicht in der Religion. Dazu wäre es für den Laien hilfreich gewesen, mehr über die politischen, historischen und religiösen Zusammenhänge – insbesondere auch über die Jesiden und die vielen im Buch nur genannten religiösen Gruppierungen – zu erfahren.

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