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Die Scham Nobelpreis für Literatur 2022

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

16394

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.11.2021

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

110

Maße (L/B/H)

18,8/11,5/1 cm

Gewicht

102 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

6. Auflage

Originaltitel

La honte

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47180-7

Beschreibung

Rezension

»Die Wucht der Bücher von Annie Ernaux liegt in der Genauigkeit und Klugheit einer Analyse, aus der weder Selbstmitleid noch irgendein weiterführendes Interesse für sich selbst sprechen. Ernaux macht Band für Band vor, wie autobiografische Überlegungen zu Essenzen von Wahrheit für alle führen können.« ("Frankfurter Rundschau")
»Ernaux' Buch ist in seiner Kürze eindringlich, soziologisch wertvoll ...« ("Der Tagesspiegel")
»Jenseits [von Normalität, Respekt und Würde] bleibt eine Scham, die wohl selten so genau beschrieben wurde wie hier und die, das sollte beim Lesen und Loben dieses großartigen, keineswegs historischen Buches niemand vergessen, auch heute noch viele Menschen ganz genau kennen.« ("Berliner Zeitung")
»... ein schonungsloses Selbstporträt der Frau in der französischen Gesellschaft.« ("DIE WELT")
»Ich bin ein großer Bewunderer von allen Texten von Ernaux.« ("Literarisches Quartett")
»Berührend, klug geschrieben, kluge Frau, kluge Schriftstellerin. … Annie Ernaux kann ich jedem nur empfehlen.« ("Fest und Flauschig")
»Erschütternd.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»[Eine] Meisterin der ethnografischen Tiefenbohrung.« ("Deutschlandfunk")
»Die Ethnologin ihrer selbst, wie [Annie Ernaux] sich in diesem ernsten und absolut lesenswerten Buch explizit nennt, denkt die persönliche Scham weiter, positioniert ihre Familie in der Welt der Unterdrückten und entlarvt die soziale Determiniertheit. Das macht sie in der ihr eigenen, unverwechselbaren Schreibweise: klar, nüchtern und zuweilen trocken. Keine Metaphern, keine Gefühlsduseleien, nichts Überflüssiges.« ("Saarländischer Rundfunk")
»Die Scham ist ein quälendes Gefühl der Unwürdigkeit und Unterlegenheit. Etwas, das dem Ideal der Chancengleichheit in einer demokratischen liberalen Gesellschaft zutiefst widerspricht und im Verborgenen rumort. Im Leben vieler Menschen. Auch in Deutschland, wo es erstaunlicherweise bislang keine Literatur gibt, die diese unangenehme Wahrheit so berührend und nüchtern, so klug und klar benennt wie Annie Ernaux.« ("SWR2")

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16394

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.11.2021

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

110

Maße (L/B/H)

18,8/11,5/1 cm

Gewicht

102 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

6. Auflage

Originaltitel

La honte

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47180-7

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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Ein weiterer Baustein ihres tollen Gesamtwerks

katis zettelchen aus Salzburg am 05.02.2026

Bewertungsnummer: 3036600

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Ich habe nichts mehr mit dem Mädchen auf dem Foto gemein, außer dieser Szene eines Junisonntags, die das Mädchen im Kopf trägt und die mich dieses Buch hat schreiben lassen, weil ich sie nie vergessen konnte.“ Ernaux ist und bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich finde es toll, wie sie autobiographische Themen reflektiert und so erzählt, dass sie auf eine ganz andere Ebene gehoben werden. Sie liefern ein Abbild der französischen (oder mitteleuropäischen) Gesellschaft einer bestimmten Zeit, wenn man ihr gesamtes Oeuvre betrachtet, ergibt sich besonders die sozialhistorische Entwicklung der Rolle der Frau im 20. Jahrhundert. Gleichzeitig – was ich besonders mag – thematisiert sie noch den Schreibvorgang und Sprache. In diesem Roman geht es um ihr 13. Lebensjahr. Sie ist Schülerin einer privaten Klosterschule, sehr behütet von den Regeln und Zwängen der Nonnen. Sie wächst auf in einer Umgebung, die sehr darauf achtet, was andere machen, wer sich wie verhält und benimmt, was man macht und was nicht, wichtig ist, was die anderen von einem denken, bzw was sie über einen reden. Das erinnert mich an meine Kindheit auf dem Land, auch dort lästerte jeder über alles jenseits des Gartenzauns und der Ruf war vielen wichtig (ich lebte eher nach Wilhelm Busch, „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert). Allerdings war das in den 70ern in Bayern und nicht in den 50ern in der Normandie, dort noch konservativer, strikter und religiöser. Dreh- und Angelpunkt des Plots ist ein Ereignis, zu dem es ein Vorher und ein Nachher gab, ein Ereignis, über das die Erzählerin bis zu diesem Buch nicht gesprochen hat, vielleicht der Verlust der Unschuld verdeutlicht durch Scham – Was hat das Ereignis mit ihrer Kindheit / Jugend gemacht, was mit ihrem Platz in der Gesellschaft von außen gesehen, aber auch für sie selbst? Was passiert, wenn man über etwas spricht, was man nur noch aus der Erinnerung weiß? Was ist die Erinnerung, was war damals Realität? Wenn man über seine eigene Kindheit 40 Jahre später spricht, ist man dann noch dieselbe Person? Was macht der Schreibvorgang aus der Erinnerung? Was bewirkt der Schreibvorgang in der Erzählerin? Wie vergleicht sich die Sprache der 12jährigen mit der Sprache der Mittfünfzigerin? Eins von vielen Lieblingszitaten: „Vielleicht macht das Erzählen, egal in welcher Form, jede beliebige Tat, sogar die dramatischste, zu etwas Normalem. Aber weil ich die Szene bisher in mir getragen habe wie ein Bild ohne Wörter und Sätze […] kommen mir die Worte, mit denen ich sie hier beschrieben habe, fremd vor, beinahe unpassend. Die Szene gehört jetzt anderen.“

Ein weiterer Baustein ihres tollen Gesamtwerks

katis zettelchen aus Salzburg am 05.02.2026
Bewertungsnummer: 3036600
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Ich habe nichts mehr mit dem Mädchen auf dem Foto gemein, außer dieser Szene eines Junisonntags, die das Mädchen im Kopf trägt und die mich dieses Buch hat schreiben lassen, weil ich sie nie vergessen konnte.“ Ernaux ist und bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich finde es toll, wie sie autobiographische Themen reflektiert und so erzählt, dass sie auf eine ganz andere Ebene gehoben werden. Sie liefern ein Abbild der französischen (oder mitteleuropäischen) Gesellschaft einer bestimmten Zeit, wenn man ihr gesamtes Oeuvre betrachtet, ergibt sich besonders die sozialhistorische Entwicklung der Rolle der Frau im 20. Jahrhundert. Gleichzeitig – was ich besonders mag – thematisiert sie noch den Schreibvorgang und Sprache. In diesem Roman geht es um ihr 13. Lebensjahr. Sie ist Schülerin einer privaten Klosterschule, sehr behütet von den Regeln und Zwängen der Nonnen. Sie wächst auf in einer Umgebung, die sehr darauf achtet, was andere machen, wer sich wie verhält und benimmt, was man macht und was nicht, wichtig ist, was die anderen von einem denken, bzw was sie über einen reden. Das erinnert mich an meine Kindheit auf dem Land, auch dort lästerte jeder über alles jenseits des Gartenzauns und der Ruf war vielen wichtig (ich lebte eher nach Wilhelm Busch, „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert). Allerdings war das in den 70ern in Bayern und nicht in den 50ern in der Normandie, dort noch konservativer, strikter und religiöser. Dreh- und Angelpunkt des Plots ist ein Ereignis, zu dem es ein Vorher und ein Nachher gab, ein Ereignis, über das die Erzählerin bis zu diesem Buch nicht gesprochen hat, vielleicht der Verlust der Unschuld verdeutlicht durch Scham – Was hat das Ereignis mit ihrer Kindheit / Jugend gemacht, was mit ihrem Platz in der Gesellschaft von außen gesehen, aber auch für sie selbst? Was passiert, wenn man über etwas spricht, was man nur noch aus der Erinnerung weiß? Was ist die Erinnerung, was war damals Realität? Wenn man über seine eigene Kindheit 40 Jahre später spricht, ist man dann noch dieselbe Person? Was macht der Schreibvorgang aus der Erinnerung? Was bewirkt der Schreibvorgang in der Erzählerin? Wie vergleicht sich die Sprache der 12jährigen mit der Sprache der Mittfünfzigerin? Eins von vielen Lieblingszitaten: „Vielleicht macht das Erzählen, egal in welcher Form, jede beliebige Tat, sogar die dramatischste, zu etwas Normalem. Aber weil ich die Szene bisher in mir getragen habe wie ein Bild ohne Wörter und Sätze […] kommen mir die Worte, mit denen ich sie hier beschrieben habe, fremd vor, beinahe unpassend. Die Szene gehört jetzt anderen.“

Eindrucksvoll beschrieben.

Bewertung aus Münster am 17.11.2022

Bewertungsnummer: 1827921

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sehr schonungslos und reflektiert beschreibt Annie Ernaux ein prägendes Ereignis ihrer Kindheit und sucht Erklärungen. Das Thema Scham ist allgegenwärtig: Scham über Herkunft, Bildung, Arbeit. Man gewinnt einen Einblick in das Frankreich der 50er Jahre und begleitet die Protagonistin bei der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft. Empfehlenswert!

Eindrucksvoll beschrieben.

Bewertung aus Münster am 17.11.2022
Bewertungsnummer: 1827921
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sehr schonungslos und reflektiert beschreibt Annie Ernaux ein prägendes Ereignis ihrer Kindheit und sucht Erklärungen. Das Thema Scham ist allgegenwärtig: Scham über Herkunft, Bildung, Arbeit. Man gewinnt einen Einblick in das Frankreich der 50er Jahre und begleitet die Protagonistin bei der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft. Empfehlenswert!

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