EINE REISE ZU DEN SELTSAMSTEN SPRACHEN DER WELT Viele Sprachen erscheinen uns fremdartig, weil wir ihre Schnalzlaute nicht hervorbringen oder ihren Satzbau mit den vertrauten grammatischen Rastern nicht erfassen können. Der renommierte Sprachwissenschaftler Harald Haarmann beschreibt 49 Sprachen mit seltsamen Eigenheiten und lässt uns über die Vielfalt der menschlichen Ausdrucksmöglichkeiten staunen.
Von afrikanischen Klicklauten und deutschen Schachtelsätzen - die wundersame Welt der Sprachen
Was spezielle Wortschätze und sonderbare Satzkonstruktionen über ihre Sprecher verraten
Für alle Sprachinteressierten und Weltreisenden
Das ideale Buch zum Schmökern, Staunen und Lernen
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Besserwisser0815
aus Wien
5/5
21.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gut
Zeigt schön, wie Sprachen beliebig sozial konstruierte Gebilde sind und suggeriert, dass die Sprechenden nicht nur die Musik, sondern auch Sprache machen, sozusagen.
S.A.W
5/5
02.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geschichte - lesbar und hörbar
Die meisten Menschen kennen nur ein paar Weltsprachen, nur wenige sprechen mehr als eine Fremdsprache. Es gibt aber tausende Sprachen auf der Welt, die meisten sind am Rand des Aussterbens oder bereits tot. Dies hängt damit zusammen, dass sich jede Sprache innerhalb von 1500 Jahren so verändert, dass sie zu einer neuen Sprache oder zu mehreren Tochtersprachen wird. Aus dieser Mutationsrate können Linguisten geschichtliche Prozesse herauslesen, die bis in die Urzeit zurückggehen.
Die Khoisan sprechen die ältesten Sprachen der Welt, denn aus Ost- und Südafrika kamen alle heutigen Menschen. Deren Klick- und Schnalzlaute sprechen aber nur mehr die Khoisan und ein Stamm in Australien, der von der ersten Auswandererwelle abstammt.
Im Französischen lassen sich die Veränderungen nach der Völkerwanderung ableiten. Es ist eine romanische Sprache, das aber Worte und Strukturen von den herrschenden Franken und von den Gallokelten übernommen hat. So stammt das stumme H aus dem fränkischen, es wurde an lateinische Worte angefügt (altus (hoch) wird zu haut (couture))
Das Ägyptische hat im Koptischen überlebt, das heute nur mehr in der Liturgie verwendet wird, bis ins Mittelalter aber von den ägyptischen Christen gesprochen wurde, dessen Wörter aber hauptsächlich Lehnwörter aus dem Arabischen sind.
Das Finnische hat viele Vokale und Deklinationsfälle. Als sich die Russen nach Nordrussland ausbreiteten, übernahmen sie viele Fallendungen von den Finnen und haben daher viele Fälle, die es in keiner anderen Slawischen Sprache gibt
Die Hopis haben keine Bezeichnung für die Vergangenheit, wohl aber für die Zukunft. Die Gegenwartsform wird nur durch Bezeichnungen wie damals, dann, zu der Zeit zur Vergangenheit
Die Eskimos haben viele Bezeichnungen für die Orientierung in der Landschaft, die in der weißen Schneehölle äußerst schwierig ist. Auch für Schnee haben sie Dutzende Bezeichnungen.
Die Ainu in Hokkaido haben eine seltene Satzstellung OSV: ein Haus wir machen = wir bauen ein Haus. Diese Satzstellung findet man nur bei wenigen Randsprachen im Amazonas und anderswo, wo eine alte Sprache langsam verdrängt wird. Das Japanische hat aber seine animistischen Worte von den Ainu übernommen, vor allem in der Shinto-Religion.
Für Historisch Interessierte ist dieses Buch und seine Denkweise ein Schatz und ein Hilfsmittel zur Ergründung der Geschichte.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „10.000 BC: Die Menschheitsgeschichte – älter, länger, anders“
Wedma
5/5
23.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr interessant und bereichernd!
Ein sehr interessantes, bereicherndes Buch, das uns Lesern zeigt, wie eigenartig die Sprachen, wie fältig die Ausdrucksmöglichkeiten sind, wie die Menschen ihre Gedanken zum Ausdruck bringen können uvm. Ein sehr wohl geratener Blick über den Tellerrand, den ich jedem wünsche.
Jedes Kapitel hat seinen eigenen Schwerpunkt:
1 Eigenartige Lautsysteme
2. Seltsamkeiten in Grammatik und Satzbau
3. Wortschätze
4. Seltsame Arten zu zählen
5. Status und Sozialverhalten sprachlich markieren
6. Sakral-, Ritual- und Tabu-Sprachen
7. Merkwürdige Schriften
8. Geplante Sprachen
Es gibt noch Unterkapitel, die 1-3 Seiten betragen und das Ganze noch weiter präzisieren. Für Details schauen Sie ins Inhaltsverzeichnis. Das gibt einen guten Überblick über die Inhalte.
Sehr zugänglich und unterhaltsam wurde über die jeweiligen Besonderheiten erzählt. In jedem Kapitel gab es Highlights. Erstaunlich, welche Vielfalt an Nennmöglichkeiten es für Regen auf Hawaii-Inseln gibt, für Kamel auf Somali, für den Schnee bei den hoch im Norden lebenden Völkern. Die seltsame Zahlsysteme in Korea und Himalaya, die speziellen Ausdrucksmöglichkeiten für Frauen im Sumerischen, ie hundert Arten für Khmer „ich“ zu sagen, beeindrucken nicht weniger. Bei Sakral-Ritual- und Tabu-Sprachen fand ich sehr interessante Ausführungen zur Mythologie der uralischen Volker (Finno-Ugrier im östlichen europäischen Teil Russlands und Samojeden im nördlichen Sibirien).
Deutsch mit seinem seltsamen Satzbau, s. z.B. die Wortfolge in Nebensätzen, taucht hier auch auf. Englisch und Russisch (Haben vs. Sein) ebenso.
Die Ausführungen sind von s/w Abbildungen, Tabellen begleitet, die das Verständnis ungemein erleichtern.
Festeinband, gutes, helles Papier, angenehme Schriftgröße erfreuen ebenso wie die tollen Inhalte.
Ein schönes Mitbringsel oder Geschenk. Auch für sich selbst. Hier findet man allerhand Dinge, mit denen man auf Partys und ähnlichen Treffen angeben kann.
Fippel
aus Sigmaringen
2/5
18.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Rezensionen über das Buch…
Die Rezensionen über das Buch 'Die seltsamsten Sprachen der Welt' sind allesamt positiv und. anerkennend. Leider kann ich mich diesen Meinungen nicht anschließen. Schon der Buchtitel 'Die seltsamsten Sprachen...' hat mich irritiert. Ist eine Sprache 'seltsam' , nur weil sie indoeuropäischen Sprachgewohnheiten nicht entspricht? Das erinnert an die eurozentrische Arroganz, mit welcher Darwin einen Feuerländer als mögliches Bindeglied zwischen Tier und 'homo sapiens' eingestuft hat. Konkret, was ist an diesen Sprachen 'seltsam' und warum? Ein Verhalten mag uns seltsam erscheinen weil wir vielleicht seine Gestik nicht zu deuten wissen, oder weil es tatsächlich unanständig ist. Selbst europäische Musik ist den Zeitgenossen oft 'seltsam' erschienen, weil sie zu neu war. Der Begriff 'seltsam' birgt immer die Gefahr der Abwertung. Anthropologen sind der Meinung, der moderne Mensch käme aus Afrika und hätte sich von dort aus über den ganzen Globus verteilt. Die gesamte Menschheit ist genetisch identisch. Was den Menschen u.a. vom Tier unterscheidet ist die Sprachfähigkeit. Stimmerzeugungsapparat (Kehlkopf, Ansatzrohr, Innervierung) und Stimmanalyseapparat( Ohr, neurale und zentrale Hörbahn ) sind bei allen Menschen anatomisch identisch. Sprache ist ein Code, welcher es ermöglicht, dass Menschen miteinander kommunizieren. Und was sich Menschen zu sagen haben ist rund um den Globus so ziemlich dasselbe. Sätze wie: 'ich mag dich', 'ich bin müde', 'ich habe Hunger' gehören überall zum Standard. Lachen und Weinen klingen bei allen Völkern identisch. Man sollte daher annehmen, dass alle Sprachen irgendwie ähnlich wären. Das ist nicht der Fall. Dass Eskimos keine Begriffe für Giraffen, Elefanten, Krokodile, umgekehrt Bewohner des Äquators keine für Schnee, Rentiere, Eisbären haben ist logisch. Dasselbe trifft auf die Essgewohnheiten zu. Der Autor beschreibt seitenlang anekdotisch japanische Teezeremonien und Höflichkeitsrituale. Über die 'Seltsamkeiten' der japanischen Sprache erfährt man kaum etwas. Das Ketschua, eine äußerst formenreiche und differenzierte Sprache wird überhaupt nicht erwähnt. Es folgen seitenlange Abhandlungen über Schriftsysteme. Sprache und Schrift sind völlig verschiedene Dinge. Ob eine Schrift Wort-, Silben- oder Lautschrift ist hat mit der Sprache selbst nichts zu tun. Der Autor kann den 'Christengott' nicht leiden. Die fortschreitende Zerstörung der Umwelt wird dem 'Christengott' unterstellt: 'Macht euch die Erde untertan..' Das Zitat entstammt den hebräischen Schriften. Aber das dem 'Judengott' zu unterstellen würde dem Autor den Vorwurf des Antisemitismus einbringen! Die Zerstörung der Umwelt ist ein urmenschliches Phänomen. Die Anwohner des Mittelmeeres haben für den Schiffsbau systematisch Wälder abgeholzt was zur Erosion und Verkarstung geführt hat, lange vor der christliche Ära. Island war eine grüne Insel bis die Wikinger gekommen sind. Heute gibt es auf Island keinen Wald mehr. Die Maoris, bzw. deren Vorfahren ,welche der Autor sehr hoch einschätzt, haben die Moas ausgerottet und waren Kannibalen. Dass den 'christlichen' Missionaren unverzeihliche Fehler unterlaufen sind steht außer Frage. Aber: die ältesten schriftlichen Dokumente einer germanischen Sprache verdanken wir der Übersetzung des Wulfila. Die Entwicklung aller europäischen Hochsprachen verdanken wir den Bibelübersetzungen. Missionare waren es, welche sich die Mühe gemacht haben, 'Die seltsamsten Sprachen der Welt' zu lernen, zu verschriften, Wörterbücher und Grammatiken anzulegen und diese so vor dem Vergessen zu bewahren, den Eingeborenen Lesen und Schreiben beizubringen. Die Bewahrung des Guarani ist beispielhaft. Selbstverständlich kann ein Buch nicht alle 7000 Sprachen abhandeln. Aber man kann versuchen, ein System in diese Vielfalt einzubringen. Z.B. nach der Erzeugung der Laute, der Artikulationszonen. Oder nach Morphologie, Syntax, Wortfolge, nach Deklination, Konjugation, Modus. Oder flektierend, agglutinierend, isolierend
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