Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende dreißig, seinen Lebensweg infrage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
3/5
22.01.2024
Hörbuch-Download
Klosterleben als Ausweg in der turbulenten Welt?
Mich hat das Buch auf der einen Seite angesprochen, weil es tief in das Seelenleben eines zweifelnden Menschen blicken lässt, wie man sein Leben leben sollte und was im Leben wichtig ist. Es geht um Entscheidungen zwischen Kloster und Familie und ein Liebesleben. Ein Eintritt in ein Kloster ist eine schwerwiegende Entscheidung, die sicher sehr schwer ist. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen Menschen in der heutigen Zeit ähnlich geht, die auf der einen Seite den Wunsch nach Eskapismus verspüren, eine Flucht in die Klostermauern, wo man vor den Wirren der Welt sicher ist. Aber die auf der anderen nicht auf ein erfülltes Liebesleben, die Annehmlichkeiten eines Lebens in Wohlstand und Freiheit, auf individuelle Entfaltung verzichten wollen.
Der Autor schreibt ansprechend in einer ruhigen unaufgeregten , fast meditativen Sprache, die ich als sehr passend zum Kontext empfinde. Sehr sensibel wird die Selbstfindung als zentrales Thema beleuchtet.
Leider fand ich die Erzählung teilweise etwas langatmig, vor allem immer wieder die ähnlichen Szenen am See. Es passiert irgendwie gar nicht. Mir ist die Klosterwelt trotz allem fremd geblieben.
Lavendelgarten
aus Berlin
5/5
09.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
tiefsinniges Buch eines Mönchs
Bei dem Buch " In der Mitte des Sees" geht es um einen jungen Mönch, der schon mit 16 Jahren ins Kloster ging. Er ist ein leidenschaftlicher Schwimmer und nutzt die Zeit im Wasser zu ausgedehnten Überlegungen über das Mönchsein, den Zölibat und den Werdegang seines ehemaligen Mitbruders, der nun aus dem Kloster ausgetreten und eine Familie gegründet hat. Es ist kein Buch, das man eben mal so schnell runterliest. Man muss sich einlassen auf der Ruhe, die Gedankenwelt und die Atmosphäre im Kloster. Am Anfang habe ich mich schwergetan mit dem Stil des Autors, habe das Buch sogar ein paar Wochen weggelegt, dann beim zweiten Anlauf, wuchs es mir ans Herz. Es gibt tiefe Einblicke in das Gefühlschaos, dass der Mitbruder bei ihm durch seinen Weggang hinterlassen hat. Und immer wieder kehrt er an den See zurück, um darüber nachzudenken und sich zu erden.
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Aus der Mitte des Sees" schöpft Lukas Kraft, nachdem er seine täglichen Pflichten als Benediktinermönch erledigt hat. Dort denkt er über alles nach was ihn beschäftigt. Über die Geburt des Kindes seines besten Freundes, der das Kloster vor kurzem verlassen hat um eine Familie zu gründen. Über seine Jugend und seine Entscheidung Mönch zu werden. Über seine viel älteren Mitbrüder und seine Begegnungen mit den Gästen des Klosters. Aber vor allem über Sarah, die er am See kennengelernt hat und die ihm ihr Herz öffnet. Ein schönes Buch, das einen zur Ruhe kommen lässt.
Bewertung
aus Leipzig
5/5
29.05.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anders als erwartet
Eines vorab: Gerade erst habe ich den Beschreibungstext zum Buch gelesen und finde nicht, dass er dem Buch gerecht wird. Es geht nicht um Sarah oder um die Liebesbeziehung eines Mönchs, sondern um die Suche nach dem Selbst, nach einem größeren Ganzen, aber in einer ruhigen, unaufgeregten, undramatischen Art.
Ohne die Buchbeschreibung gelesen zu haben, hätte ich den Roman folgendermaßen beschrieben:
Bücher haben die Fähigkeit, den Leser in eine fremde Welt, einen fremden Lebensentwurf zu entführen. Al Atheistin war ich deshalb neugierig auf ein Buch aus dem Leben eines katholischen Klostermönchs Lukas, das dem meinen wohl kaum fremder sein könnte.
Überraschenderweise ist es der Erzählung schon auf der ersten Seite gelungen, eine Verbindung zwischen dem Mönchsleben und der heutigen Realität herzustellen. So aus der Zeit gefallen ein Kloster auch wirken mag, so sind die Probleme und Gedanken des etwa 40-jährigen Mönchs Lukas, des Protagonisten, unseren gar nicht so unähnlich. Und allein schon die Tatsache, dass er ein Smartphone besitzt und die Welt um sich herum durchaus (sehr reflektiert) wahrnimmt, schafft Verständnis und Verbundenheit.
Gleichzeitig habe ich mich nicht selten bei dem Gedanken ertappt, mich über einfache, alltägliche Probleme des Protagonisten zu freuen und dann zu merken, wie oberflächlich diese Alltagsfragen doch sind. Die Mischung aus tiefergehenden Fragen und alltäglichen Begebenheiten macht den Reiz des Romans aber aus.
Die Erzähltechnik des Buches ist für die heutige Zeit eher ungewöhnlich. In der ersten Hälfte des Buches passiert: Nichts. Streng genommen geht Mönch Lukas in jedem Kapitel einfach nur in einem See nahe des Klosters schwimmen. Und auch das wird nur am Rande erwähnt. Die Gedanken und inneren Monologe, die er dabei mit sich trägt, sind aber faszinierend präzise und reflektierend. Durch Erinnerungen und Rückblicke erfährt man nach und nach mehr über Lukas. Diese Erzählart, seinen Charakter durch Gedankenäußerungen und Naturbeschreibungen vorzustellen, ist interessanterweise nicht minder spannend als eine aktive Erzählweise. Und um den Leser nicht am langen Arm verhungern zu lassen, schleichen sich nach und nach Begegnungen und Ereignisse der Gegenwart in Lukas' tägliche Schwimmroutine ein.
Beeindruckend ist die Schreibweise des Autors insgesamt. Immer wieder bin ich an Sätzen hängen geblieben, die eigentlich nebensächlich waren oder bloße Naturbeschreibungen darstellten, die aber tiefere Gedanken und Wesenszüge aufdeckten. Nicht selten habe ich mich geärgert, keinen Stift zur Hand zu haben, um diese Sätze zu markieren oder herauszuschreiben. Aber vielleicht ginge ihre Wirkung in der isolierten Form auch verloren. Ich werde das sicher beim zweiten Lesen austesten.
Bewertung
aus Jever
5/5
16.05.2021
eBook (ePUB 3)
Entscheidung fürs Leben
Das Buch von Moritz Heger: Aus der Mitte des Sees ist eine wundervolle Erzählung.
Der Mönch Lukas lebt in einem Benediktiner Kloster.
Einer seiner Freunde ist vor kurzem aus dem Orden ausgetreten und hat eine Familie gegründet.
Lukas findet das schön für seinen Freund und lernt Sarah kennen.
Jetzt kommt Lukas an seine Grenzen, auf der einen Seite ist er sehr gerne Mönch auf der anderen Seite fühlt er sich zu Sarah hingezogen.
Er beginnt in dem Nahen See zu schwimmen um so zu einer Entscheidung zu kommen was er tun soll.
Moritz Heger schreibt unheimlich tiefgehend, poetisch und versteht es den Leser mitzunehmen auf die Reise zu sich selbst.
Beim Schwimmen habe ich förmlich die Zerrissenheit von Lukas gespürt, seine Ängste und auch die Gefühle für Sarah.
Das Buch hat mich einige Tage begleitet und ich habe immer überlegt was würde ich tun.
Die Entscheidung bin Lukas kann ich verstehen und sie gefällt mir gut.
Das Buch gehört für mich zu einem meiner liebsten die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.