Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende dreißig, seinen Lebensweg infrage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus Jever
5/5
16.05.2021
eBook (ePUB 3)
Entscheidung fürs Leben
Das Buch von Moritz Heger: Aus der Mitte des Sees ist eine wundervolle Erzählung.
Der Mönch Lukas lebt in einem Benediktiner Kloster.
Einer seiner Freunde ist vor kurzem aus dem Orden ausgetreten und hat eine Familie gegründet.
Lukas findet das schön für seinen Freund und lernt Sarah kennen.
Jetzt kommt Lukas an seine Grenzen, auf der einen Seite ist er sehr gerne Mönch auf der anderen Seite fühlt er sich zu Sarah hingezogen.
Er beginnt in dem Nahen See zu schwimmen um so zu einer Entscheidung zu kommen was er tun soll.
Moritz Heger schreibt unheimlich tiefgehend, poetisch und versteht es den Leser mitzunehmen auf die Reise zu sich selbst.
Beim Schwimmen habe ich förmlich die Zerrissenheit von Lukas gespürt, seine Ängste und auch die Gefühle für Sarah.
Das Buch hat mich einige Tage begleitet und ich habe immer überlegt was würde ich tun.
Die Entscheidung bin Lukas kann ich verstehen und sie gefällt mir gut.
Das Buch gehört für mich zu einem meiner liebsten die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Bewertung
4/5
16.05.2021
eBook (ePUB 3)
Unentschlossen
Aus der Mitte des Sees erzählt die Geschichte des relativ jungen Mönchs Lukas, der mit seinem gewählten Lebensweg hadert. Das Buch umfasst die Geschehnisse von rund 14 Tagen und lässt die Voranschreitung einiger Geschenisse daher sehr zügig erscheinen.
Lukas fühlt sich von seinem (ehemals) besten Freund im Stich gelassen, denn der hat das Kloster verlassen, um mit einer Frau zusammen zu sein. Die beiden haben ein Kind bekommen und die Mail über die Geburt setzt die Geschichte am ersten Tag in Gang.
Die Schreibweise des Buchs ist recht wortgewaltig, was teils toll ist, da jede Gefühlsregung sehr nah an den Leser gebracht wird, teils aber unnötig erscheint, da sich Metaphern an Metaphern reihen. "Aus der Mitte des Sees" ist selbstverständlich eine davon.
Insgesamt wirft das Buch viele Fragen auf, die nie beantwortet werden, die Antworten scheinen aber auch nicht das Ziel des Buchs zu sein. "Es gibt mehrere Richtigs für ein Leben, und letztendlich ist es auch nicht entscheidend, wo man landet, sondern was man daraus macht" ist allerdings ein sehr weises Zitat daraus und fasst eigentlich alles gut zusammen.
Insgesamt fand ich das Buch an vielen Stellen etwas fragwürdig. Veraltete Konstrukte eines Klosters, das Konzept des Zölibats, mittendrin mit Frauen schlafende und Kinder zeugende Mönche, und das alles ganz selbstverständlich nebeneinander. Für mich insgesamt zu religiös, gleichzeitig zu heuchlerisch und an vielen Stellen unrealistisch. Die Schreibweise macht vieles wieder wett, auch wenn sie teils durch übermäßige Metaphern anstrengend wirkt.
leseratte1310
4/5
16.05.2021
eBook (ePUB 3)
Eine Sinnsuche
Lukas ist Mönch und lebt schon lange im Kloster Maria Laach. Es gibt nur wenige junge Mönche wie ihn im Kloster. Als sein Mitbruder und Freund das Kloster wegen einer Frau verlässt, stürzt dass Lukas in eine Sinnkrise. Er denkt unentwegt nach. Dabei kommen die Erinnerungen und er grübelt über seine Entscheidung Mönch zu werden nach. In dieser Zeit voller Zweifel begegnet er Sarah, die für eine Auszeit ins Kloster gekommen ist. Die beiden führen angeregte Unterhaltungen und die Fragen werden drängender. Das Schwimmen im Laacher See soll Lukas Klarheit bringen, da es den Körper fordert und den Geist öffnet.
Die Geschichte verläuft sehr ruhig und ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich einzulesen. Der Schreibstil mit vielen Sprüngen, die nicht immer gleich zu erkennen sind, machte es mir nicht leicht. Doch dann hat mir das Buch gefallen und ich konnte mich auch gut auf die philosophischen Aspekte einlassen. Dabei geht es nicht vorrangig um Religion, sondern in erster Linie um das Leben.
Lukas ist ein grüblerischer Mensch. Er hat einst eine Entscheidung getroffen und wird nun durch den Weggang seines Freundes dazu gebracht, darüber nachzudenken ob er wirklich den richtigen Weg gewählt hat. Dabei schweift er aber auch immer wieder ab und macht sich über alles Mögliche Gedanken.
Eine interessante, nachdenklich stimmende Geschichte.
lielo99
aus Bad Münstereifel
4/5
27.02.2021
eBook (ePUB 3)
Welche Beweggründe gibt es für ein Leben im Kloster?
Lukas ist fast 40 Jahre alt und lebt in einem Kloster. Nachdem sein Freund dieses verließ und eine Familie gründete, denkt auch er über den Sinn und Zweck seines Klosterlebens nach. Seine Gedanken gehen immer mal wieder in die Vergangenheit. Aber auch die Gegenwart bringt ihn zum Straucheln. Eine junge Frau, die Sarah, besucht das Kloster und Lukas empfindet für sie mehr als nur Freundschaft. Wie wird er sich entscheiden und welche Begründung gibt es dafür?
„Aus der Mitte des Sees“ beschreibt eine Benediktinerabtei, die ich rasch erkannte. Es ist das Kloster Maria Laach, wo der Autor Moritz Heger schon einige Wochen der Erholung verleben durfte. Dass der See dem Mönch Lukas hilft, seine Gedanken zu ordnen, kann ich sehr gut verstehen. Er nimmt es nicht leicht, dass sein Freund das Kloster verließ und eine Familie gründete. Lukas wendet sich in dem Buch an Julia, die Frau des Freundes und später an ihn selbst. Er ist seit 16 Jahren im Kloster und immer mal wieder denkt er über sein beschütztes Leben nach. Und wenn dann auch noch junge Leute zur Erholung in die Gästezimmer einziehen, sucht er den Kontakt mit ihnen.
In der heutigen Zeit haben Klöster wohl alle mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Wer hier als junger Mann eintritt, wird gute Gründe für seinen Entschluss haben. Das zeigt auch der Roman
„Aus der Mitte des Sees“. Und nicht nur das macht das Buch so wertvoll. Es sind die Weisheiten des Autors, welche nicht nur positive Eindrücke des Klosterlebens zulassen. Hier kommt auch Kritik zum Ausdruck, es wird also nicht nur schwarz oder weiß geschildert. Obwohl mir
„Aus der Mitte des Sees“ gut gefiel, kritisiere ich, dass es keinen roten Faden gibt. Es ist ein ständiges Hin und Her zwischen den Menschen und den Orten. Das Ende gefällt mir ebenfalls nicht so richtig, da es einige Fragen offen lässt. Aber vier Sterne gebe ich und eine Leseempfehlung dazu, weil doch viele Denkanstöße vermittelt werden.
Lavendelgarten
aus Berlin
5/5
09.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
tiefsinniges Buch eines Mönchs
Bei dem Buch " In der Mitte des Sees" geht es um einen jungen Mönch, der schon mit 16 Jahren ins Kloster ging. Er ist ein leidenschaftlicher Schwimmer und nutzt die Zeit im Wasser zu ausgedehnten Überlegungen über das Mönchsein, den Zölibat und den Werdegang seines ehemaligen Mitbruders, der nun aus dem Kloster ausgetreten und eine Familie gegründet hat. Es ist kein Buch, das man eben mal so schnell runterliest. Man muss sich einlassen auf der Ruhe, die Gedankenwelt und die Atmosphäre im Kloster. Am Anfang habe ich mich schwergetan mit dem Stil des Autors, habe das Buch sogar ein paar Wochen weggelegt, dann beim zweiten Anlauf, wuchs es mir ans Herz. Es gibt tiefe Einblicke in das Gefühlschaos, dass der Mitbruder bei ihm durch seinen Weggang hinterlassen hat. Und immer wieder kehrt er an den See zurück, um darüber nachzudenken und sich zu erden.
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