Hör auf, gefallen zu wollen, und fang an zu leben.
Seit ihrem zehnten Lebensjahr strebt Glennon Doyle danach, gut zu sein: eine gute Tochter, eine gute Freundin, eine gute Ehefrau - so wie die meisten Frauen schon als Mädchen lernen, sich anzupassen. Doch statt sie glücklich zu machen, hinterlässt dieses Streben zunehmend ein Gefühl von Müdigkeit, Über- und Unterforderung. Glennon - erfolgreiche Bestsellerautorin, verheiratet, Mutter von drei Kindern - droht, sich selbst zu verlieren. Bis sie sich eines Tages Hals über Kopf in eine Frau verliebt - und endlich beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Glennon Doyle zeigt uns, was Großes geschieht, wenn Frauen aufhören, sich selbst zu vernachlässigen, um den an sie gestellten Erwartungen gerecht zu werden, und anfangen, auf sich selbst zu vertrauen. Wenn sie auf ihr Leben schauen und erkennen: Das bin ich. Ungezähmt.
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Was erwarte ich von meinem Leben?
Sophia am 02.12.2024
Bewertungsnummer: 2354562
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Glennon Doyle erzählt in "Ungezähmt" ihre eigene Geschichte: wie sie aus dem Käfig der Konventionen ausgebrochen ist, wie und welche Rollen sie gespielt hat, seit sie ein Kind ist und wie sie sich das Leben aufgebaut hat, in dem sie heute glücklich ist.
Das Cover hat mich zunächst nicht überzeugen können, es deutet auch eher wenig auf die tolle und bewegende Geschichte darin hin. Bei Glaubenssätzen in Klappentexten wie hier bin ich zuerst skeptisch (es gibt bereits so unendlich viele Bücher zu diesem Thema), aber irgendetwas hat mich dann doch zum Buch hin gezogen. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Der Einstieg in das Buch fällt leicht, weil der Schreibstil nicht belehrend oder künstlich ist sondern vielmehr einem Gespräch mit guten Freunden ähnelt: locker und unverstellt. In unterschiedlich langen Kapiteln erzählt die Autorin, wie sie zu der Frau wurde, die sie heute ist. Sie startet in ihrer Kindheit, die, wie bei uns allen, von Regeln, Idealen und Konventionen geprägt ist. Man versteht schnell, gerade als Frau, dass der Samen der Scham, des Selbsthasses und der Unsicherheit bei vielen bereits im Kindesalter gesetzt wurde, bewusst oder unbewusst. Bei vielen Entscheidungen in ihrem Leben hat sie so gehandelt, weil "es eben alle so machen und das von mir erwartet wird".
Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, ob die Autorin von mir selbst schreibt, weil ich mich in so vielen Situationen wieder finden konnte. Glennon Doyle versteht es, bildreich und verständnisvoll auf den Leser einzugehen. Man beginnt, das System der Gesellschaft, aber auch sein momentanes Leben, zu hinterfragen und träumt sich in ein Leben ohne Zwänge und Unsicherheit.
Gerade weil Glennon Doyle selbst eine beeindruckende Geschichte hinter sich hat, wirkt sie so sympathisch, stark und mutig und macht auch dem Leser Mut, zu hinterfragen und zu handeln.
Ich empfehle dieses Buch gerne jedem, der ein Buch abseits der üblichen Ratgeber lesen möchte. Es macht einem Mut und zeigt, dass nur wir selbst unser Leben in der Hand haben und verändern können.
Eine bewundernswerte Frau
Bewertung am 24.02.2022
Bewertungsnummer: 1663580
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Buch gekommen bin. Wahrscheinlich habe ich eine Buchbesprechung in einer meiner regelmäßigen Zeitschriften gelesen. Auf jeden Fall war dieses Buch jetzt endlich fällig und wollte gelesen werden. Es passte gerade vom Thema gut zu mir. Wobei ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wusste, wie gut es gerade passen würde. Mich interessierte erst einmal das Thema, wie die Autorin ihre Alkoholsucht besiegt hatte.
Zum einen erst einmal vorab – „Ungezähmt“ ist kein Roman, sondern ein sehr gut zu lesendes Sachbuch!
In den USA ist Glennon Doyle eine bekannte Persönlichkeit. Allerdings wahrscheinlich tatsächlich auf Grund dieses Buches. Wenn man sie googelt, findet man viele englischsprachige Einträge über sie. Und man sieht eine ausgesprochen attraktive Amerikanerin, die den üblichen Klischees entspricht – attraktiv, sehr schlank, blonde, lange Haare und gut gestylt. Man erkennt allerdings nicht, was sie für ein Leben hinter sich hatte. Davon erzählt sie aber in ihrem Buch.
Die Inhaltsangabe gibt das Buch sehr gut wieder, wobei allerdings ein Aspekt fehlt. Glennon Doyle ist sehr gläubig, verliert aber im Laufe der Geschichte den Glauben an die Institution der Kirche!
Ich bin erstaunt, wie dieses Buch hier auf thalia.de polarisiert, aber ich kann es andererseits auch nachvollziehen, denn die Autorin erzählt ihre Geschichte nicht chronologisch, dafür typisch amerikanisch mit ein wenig viel Eigenlob. Trotzdem hat es mich aus zweierlei Gründen sehr fasziniert:
Der eine Grund ist der, dass sie sehr gut beschreibt, wie Frauen in die Situation kommen, in die sie selbst geraten war. Es hängt immer noch sehr viel mit unserer Erziehung zusammen. Mädchen werden anders erzogen als Jungen. Sie sollen immer noch gute Ehefrauen und Mütter sein, und diejenigen, die trösten und die niederen Tätigkeiten Zuhause erledigen. Sie hat dies ganz brav verinnerlicht, ist daran aber fast zerbrochen. Sie hat geheiratet, 3 Kinder bekommen und hätte dieses Leben sicherlich weitergelebt, wenn sie nicht erfahren hätte, dass ihr Mann fremdgegangen war. Das bringt sie zum Nachdenken. Vorher hatte sie bereits ihre Alkoholsucht und ihre Bulimie überwunden. Sie widmet sich nun sehr stark dem Thema Feminismus und Gleichberechtigung aller Menschen. Sie bricht mit allem, was ihr nicht gut tut, sogar mit der Kirche, obwohl sie immer noch gläubig ist.
Der andere Grund ist der, dass mir sehr früh klar wurde, wer ihre jetzige große Liebe und Ehefrau sind. Die beiden haben sich auf einem Autor: innentreffen kennen- und lieben gelernt. Sie beschreibt ihre spätere Frau als groß, charismatisch und sagt, dass sie eine ehemalige Fußballerin war. Und sie nennt ihren Namen – Abby. Jede und jeder, die/der sich für Frauenfußball interessiert, weiß, wer Abby Wambach ist. Für mich war sie neben Megan Rapinoe die Lichtgestalt des amerikanischen Fußballs. Also vermutete ich, dass es sich um diese handelte. Und ich hatte Recht. Ich war sehr erschrocken, dass Abby Wambach offensichtlich auch nicht die starke Frau ist, wie sie mir immer erschien. Auch dies war für mich ein Grund, warum dieses Buch ein Highlight für mich war und ist.
Ich denke, dass dieses Buch interessant ist für
- Leserinnen, die sich mit dem Thema Feminismus und Gleichberechtigung aller Menschen beschäftigen
- Für Menschen, die einmal ein Problem mit einer oder mehrerer Süchte hatten
- Sich für die amerikanische Gesellschaft und die amerikanische Scheinheiligkeit interessieren
- Sich für die die Fußballerin Abby Wambach interessieren
- Und sich darüber informieren wollen, wie man als Gruppe Gleichgesinnter Menschen in Not helfen kann, denn es geht in diesem Buch auch um „Together Rising“ - eine amerikanische Organisation, die von Glennon Doyle gegründet wurde. Diese Organisation sammelt Geld und vermittelt es an hilfsbedürftige Menschen (vorrangig Frauen). Mir hat diese Arbeit sehr imponiert. Leider habe ich nichts Vergleichbares in Deutschland gefunden.
Für mich war dieses Buch eine echte Bereicherung. Glennon Doyle hat mich bei vielem nachdenken und meine eigenen Ansichten und Glaubensätze in Frage stellen lassen. Etwas gestört hat mich, dass sie die Geschichte nicht stringent erzählt hat, und dass es sich teilweise ein wenig wie eine Werbebroschüre für die „Anonymen Alkoholiker“ und „Together Rising“ angehört hat. Aber darüber konnte ich gut hinwegsehen.
Leider gibt es die Biografie Abby Wambachs „Forward“ nicht oder nicht mehr auf Deutsch. Ich werde sie aber trotzdem bei Gelegenheit lesen, auch wenn ich weiß, dass die Geschichte der Liebe von Abby und Glennon nicht Teil der Biografie ist. Diese Biografie wurde nämlich bereits vor dem Kennenlernen der beiden veröffentlicht!
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