Produktbild: Menschen neben dem Leben

Menschen neben dem Leben Roman

57

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

14.09.2019

Herausgeber

Peter Graf

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

303 (Printausgabe)

Dateigröße

4070 KB

Auflage

1. Auflage 2019

Sprache

Deutsch

EAN

9783608192001

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

14.09.2019

Herausgeber

Peter Graf

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

303 (Printausgabe)

Dateigröße

4070 KB

Auflage

1. Auflage 2019

Sprache

Deutsch

EAN

9783608192001

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  • Bewertung

    aus Essen

    5/5

    20.09.2019

    eBook (ePUB 3)

    Die Weltwirtschaftskrise aus der Froschperspektive

    Der Roman „Menschen neben dem Leben“ von 1937 lässt den Leser am Überlebenskampf einer Handvoll Personen am untersten Rand der Gesellschaft in der Zeit zwischen den Weltkriegen teilhaben. Allen ist der unverschuldete gesellschaftliche Absturz gemeinsam. So liegen die Ursachen dafür im Bereich der Arbeitslosigkeit, geistiger Behinderung oder Kriegsversehrtheit. Im Zentrum des Geschehens steht die Kneipe „zum fröhlichen Waidmann“, in der unter Alkoholeinfluss ein Konflikt untereinander eskaliert. Der Roman lebt vom Umgang mit der Perspektivlosigkeit nach dem gesellschaftlichen Fall. So äußert sich die Hilflosigkeit und Frustration eines der Protagonisten in Aggressivität, während ein weiterer sich durch Übernahme von Verantwortung für den Schwächsten der Gruppe hervortut. Ein Dritter zeichnet sich durch Abkehr von der gesellschaftlichen Ethik aus, die sich darin äußert, dass er sich seinen gesellschaftlichen Platz auf illegalem Weg zurückerobern möchte. Insgesamt gelingt es dem Autor hervorragend, in nüchternen Worten ein düsteres Gesellschaftsbild zu skizzieren, in der für die Ärmsten die Sicherstellung der elementarsten Grundbedürfnisse nicht gegeben ist und die eine so hohe Durchlässigkeit aufweist, dass ein gesellschaftlicher Absturz eine reale Bedrohung für große Bevölkerungsanteile darstellt. Faszinierend, wie der Autor die Froschperspektive dazu benutzt, die Gesellschaft zu sezieren. Dass das Buch von einem Zeitzeugen verfasst wurde, erhöht die Authentizität und ermöglicht mir als Leser, tief in eine vergangene Zeit und ins Proletariat einzutauchen. Auch fällt mir positiv auf, dass die Protagonisten sämtlich komplex sind, ohne Stereotype zu bemühen. Unterhaltsam, mit welch leisem Spott der Erzähler bisweilen auf die Akteure blickt. Ich möchte die Lektüre des Romans uneingeschränkt empfehlen

  • Bewertung

    5/5

    03.06.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tolle Wiederentdeckung!

    Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag, der dieses Buch wieder zum Leben erweckt hat. Da Buch hat mich unglaublich gefesselt. Intensiv und ganz nah am Leben der kleinen und gescheiterten Leute. Anfang der 1930er-Jahre war die Not groß und die soziale Fürsorge klein. Die Armut und den Versuch, sich damit zu arrangieren, oder das Elend irgendwie zu beenden, fängt der Autor in diesem Roman einfach brillant ein. Selten hat ein Titel den Inhalt so passend getroffen: "Menschen neben dem Leben". Grissmann meint, über den Dingen zu stehen, blickt verächtlich auf Fundholz und Tönnchen, obwohl er auf sie angewiesen ist. Alle Figuren kämpfen verzweifelt um ein bisschen Würde und ein wenig Glück. Dennoch endet wie zu erwarten dieser Zustand in einer Katastrophe. Der Ende passt hervorragend zur ganzen Geschichte. Absolut lohnenswert!

  • Bewertung

    aus Brüggen

    5/5

    03.03.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Herz für Außenseiter

    Ich bin ein grosser Fan geworden von den heimlichen Stars des Berliner Nachtlebens der Zwanzigerjahre. Ich habe die Aussenseiter der Gesellschaft in mein Herz geschlossen. Obdachlose, Blinde, geistig Behinderte und Prostituierte. Sie alle spielen die Hauptrolle in Ulrich Alexander Boschwitz grossartigem Roman. Ein Autor, der leider viel zu früh verstorben ist und von dem ich gerne mehr gelesen hätte. Er beschreibt die Hauptfiguren seines Buches auf geradezu gespenstig realistische Art und Weise. Sehr authentisch mit viel Herz und Einfühlungsvermögen. Es kam mir so vor, als wenn ich sie persönlich kennen würde. Erstaunlich, wie genau der Autor die Menschen beobachtet hat und wie viel Lebenserfahrung in der fantastischen Erzählung steckt. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen!

  • Bewertung

    aus Oldenburg

    5/5

    19.01.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindringliche Wiederentdeckung

    "...wenn wir jung sind dann arbeiten wir und wenn wir alt sind dann können wir betteln." Fundholz, Grissmann, Sonnenberg, Tönnchen, Minchen sind Menschen im sozialen Abseits oder "...neben dem Leben", die, gezeichnet von der Wirtschaftskrise, im Berlin der Zwischenkriegsjahre von Tag zu Tag (über-)leben und ihren Frust bzw. ihre Perspektivlosigkeit abends im Fröhlichen Waidmann vertrinken. Es ist eine Geschichte über die Verlierer, Bettler, Arbeitslose, Prostituierte, die sehr authentisch, ungeschönt und mit einer ungeheurigen Empathie skizziert und in Beziehung gestellt werden. Die Geschichte des wiederentdeckten Romans ist genauso tragisch wie die Lebensgeschichte des Autoren, der mit nur 27 Jahren beim Untergang eines von einem deutschen U-Boot torpedierten Schiffes starb; gleichzeitig ist die Geschichte aber immer noch (viel zu) aktuell und vielleicht gerade deswegen so eindringlich, wenn auch manchmal die Simplizität mancher Charaktere Grund zum, leicht peinlich berührten, Schmunzeln bietet: "Die Freimaurer haben Logen [...] unser einer kommt überhaupt nicht ins Theater." Mich hat dieses Buch und besonders die Hauptfiguren jedenfalls sehr berührt, und ich werde bestimmt noch eine ganze Zeit über die Parallelen zur heutigen Zeit nachdenken.

  • Aischa

    aus Kissing

    5/5

    10.12.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartige Milieustudie des Berlins der Zwanzigerjahre

    Herausgeber Peter Graf hat sich auf die Wiederentdeckung in Vergessenheit geratener Texte spezialisiert. So erschien nun der Debütroman von Ulrich Alexander Boschwitz erstmals auf Deutsch, 82 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in schwedischer Sprache. Der Berliner Boschwitz emigrierte 1935 nach Skandinavien, später nach England. Er starb im zweiten Weltkrieg im Alter von nur 27 Jahren. Sein Erstlingsroman spielt im Berlin der Zwanzigerjahre. Seine Protagonisten sind die "kleinen Leute", die Verlierer, die am Rande der Gesellschaft ums Überleben kämpfen und dabei doch auch ihren Spaß haben wollen. Boschwitz schildert den harten Alltag von Bettlern, Hausierern, leichten Mädchen und Kriegsversehrten. Seine Figuren erschließen sich nicht sofort, aber der Romancier zeichnet - für seine 22 Jahre erstaunlich lebenserfahren - die Charaktere feinfühlig, nach und nach gewinnen sie Kontur und auch die ein oder andere Sympathie des Lesers. Etwa dann, wenn man erfährt, welches Trauma "Tönnchen" zu dem Menschen gemacht hat, der er nun ist: ein übergewichtiger, schwachsinniger Erwachsener, der nur noch an der Befriedigung seiner primären Bedürfnisse Essen, Trinken und Schlafen interessiert ist, und der entsetzliche Angst vor dem Alleinsein hat. Mit ungeschöntem Blick auf den unfassbar schweren Überlebenskampf inmitten der Wirtschaftskrise ist Boschwitz ein beeindruckender Gesellschaftsroman gelungen. Seine Sprache ist beklemmend, eindringlich, unvergesslich. Mein großer Dank gilt Herausgeber und Verlag für diese (Wieder-)Entdeckung!

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