Stefan Zweig: Brief einer UnbekanntenLesefreundlicher Großdruck in 16-pt-SchriftGroßformat, 210 x 297 mmBerliner Ausgabe, 2023Durchgesehener Neusatz bearbeitet und eingerichtet von Theodor BorkenErstdruck als »Der Brief einer Unbekannten«, Dresden, Lehmannsche Verlagsbuchhandlung, 1922.Umschlagabbildung: Edgar Degas, Portrait einer jungen Frau, 1867Gesetzt aus der Minion Pro, 16 pt.Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbHÜber den Autor:1881 in eine großbürgerliche Unternehmerfamilie in Wien hineingeboren, beginnt Stefan Zweig noch bevor er sein Abitur ablegt mit der Veröffentlichung erster Gedichte. Eine rasante Schriftstellerkarriere steht ihm bevor. 1928 - Zweig ist 47 Jahre alt - erscheint die Biografie »Stefan Zweig, der Mann und das Werk«. Letzteres war bereits im Jahr zuvor in einer zehnbändigen Ausgabe mit einer Einleitung von Maxim Gorki in russischer Übersetzung erschienen. Er ist einer der meistübersetzten Schriftsteller seiner Zeit, seine Werke erreichen Auflagen von mehr als 100.000 Exemplaren und werden oft verfilmt. Zu seinem 50. Geburtstag bilanziert Stefan Zweig: »Eigentlich hätte man jetzt genug vom Leben. Was jetzt noch kommen kann, ist doch nichts als Abstieg.« Und er sollte auf tragische Weise recht behalten. 1933 sieht er in dem Ausbrechen des Nationalsozialismus bereits ein »Vorspiel zu viel weiterreichenden Eingriffen«. Ein Jahr darauf verlässt er seine Heimat. In Deutschland werden seine Bücher verboten und verbrannt. Zweig lebt zunächst in England im Exil, 1941 kommt er - nach einer Station im Staat New York - schließlich nach Brasilien, wo er am 22. Februar 1942 »aus freiem Willen und mit klaren Sinnen« aus dem Leben scheidet. In seinem Abschiedsbrief sieht er die Welt seiner eigenen Sprache untergegangen und seine geistige Heimat Europa vernichtet. Der letzte Gruß an seine Freunde schließt mit dem Wunsch: »Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus.«
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Gaby Meier
5/5
26.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein alter Klassiker
Ein Romanschriftsteller bekommt jedes Jahr zu seinem Geburtstag weiße Rosen. Er weiß nicht von wem diese sind, doch an seinem 41. Geburtstag bekommt er keine Rosen, stattdessen erreicht ihn ein Brief. Diese Frau erzählt von ihrem Leben und das er eine große Rolle darin gespielt hat, auch wenn ihm das nicht bewusst ist. Als Kind sieht sie ihn das erste mal und an diesem Tag beginnt auch ihre Liebe zu ihm.
Durch seinen Lebensstil verändert der Schriftsteller das Leben anderer, auch wenn er das nicht möchte. Es ist ihm nicht bewusst und durch diesen Brief werden ihm die Augen geöffnet.
Die Unbekannte ist eine starke Frau, deren Lebensmittelpunkt der Schriftsteller darstellt. Sie beobachtet ihn genauestens und durch ihre Worte wird das nicht als falsch wahrgenommen. Sie erzählt ehrlich wie es ihr ging und sie gibt ihm an verschiedenen Dinge die Schuld, aber sie klagt ihn nie an, stattdessen zeigt sie Verständnis.
Das Buch ist sehr spannend und sehr kurz, dadurch liest man es in einem durch und legt es dazwischen nicht weg. An der Sprache und den Reaktionen auf verschiedene Entscheidungen merkt man die Zeit in der es geschrieben wurde(1922), aber es ist trotzdem verständlich.
Bewertung
aus Linz
5/5
24.10.2019
Buch (Taschenbuch)
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Jeder wirklich JEDER sollte mind. ein Buch von Stefan Zweig gelesen haben!!! Obwohl es eher dünn gehalten ist, ist die Art & Weise wie Zweig schreibt sehr bedeutungsvoll!!!!!!!
Der vorliegende Diogenes-Band versammelt acht der schönsten Erzählungen von Stefan Zweig (1881-1942): von der Novelle „Brennendes Geheimnis“ aus dem Jahre 1911 bis zu seiner Meistererzählung „Schachnovelle“, die er zwischen 1938 und 1941 im brasilianischen Exil schrieb. In allen Erzählungen kommen Zweigs unvergleichliches Einfühlungsvermögen und seine dichterische Sensibilität zum Ausdruck. In der Auftaktgeschichte schildert Zweig die psychischen Erschütterungen eines Pubertierenden, der erstmals mit Erotik und Sexualität konfrontiert wird. Feinfühlig werden die ersten Schritte des Heranwachsenden in die Welt der Erwachsenen zwischen Traum und Realität beschrieben. Die Titelgeschichte aus dem Jahre 1922 ist eine sehr wienerisch anmutende Novelle. Es ist die leidenschaftliche Lebensbeichte einer Frau, die ihr ganzes Leben für einen Erfolgsautor und Lebemann geopfert hat. Für ihn war sie jedoch nur eine belanglose Geliebte, gewissermaßen eine Unbekannte. Da bekommt der berühmte Schriftsteller an seinem 41. Geburtstag einen sonderbaren Brief, der den größten Teil der Novelle einnimmt. Der Absender: eine ihm unbekannte Dame. „Ich klage Dich nicht an, mein Geliebter, nein, ich klage Dich nicht an“. In der abschließenden Erzählung „Schachnovelle“ schildert Zweig die Ereignisse an Bord eines Passagierschiffes, das sich auf dem Weg von New York nach Buenos Aires befindet. Hier treffen der arrogante Schachweltmeister Mirko Czentovic und ein gewisser Dr. B., der in monatelanger Einzelhaft im Wiener Gestapo-Gefängnis saß, aufeinander. Mit dieser Erzählung veranschaulichte Zweig die Gefährdung der Kultur durch den nationalsozialistischen Ungeist. Die weiteren Meistererzählungen des Diogenes-Bandes sind: „Der Amokläufer“, „Verwirrung der Gefühle“, „Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau“, „Episoden am Genfer See“ und „Die unsichtbare Sammlung“. Der Band ist zum 70. Todestag des Schriftstellers eine wunderbare Begegnung mit seiner eleganten und doch fesselnden Sprache. Manfred Orlick
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