Bahía Feliz, Gran Canaria. Hierhin hat sich André Jäger zurückgezogen. Nach dem schmerzlichen Verlust eines besten Freundes hat er alles hinter sich gelassen: seinen Beruf, seine große Liebe, seine Familie. Nun ruft der Kasseler Chef des Verfassungsschutzes ihn zurück in seine Heimat. Rechtextremisten haben einen Anschlag mit zahlreichen Toten und Verletzten verübt. Jäger soll weiteres Blutvergießen verhindern und die braune Zelle infiltrieren. Was er nicht weiß: Nicht nur die Zeit spielt gegen ihn ... Daniel Wehnhardt hat nach intensiver Recherche einen spannenden Fall konstruiert, der in mancher Hinsicht an das sehr reale NSU-Drama erinnert.
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»Hass ist unser Gebot ...«
Liselottchen aus Rankweil am 29.10.2019
Bewertungsnummer: 1261278
Bewertet: eBook (ePUB)
Andre Jäger lebt seit fünf Jahren auf einer Finca in Gran Canaria. Der ehemalige Polizeibeamte, der für den Verfassungsschutz als verdeckter Ermittler unterwegs gewesen war, wurde tief enttäuscht und von den Kollegen im Stich gelassen, als er entlassen wurde. Jetzt meldet sich sein ehemaliger Kollege Haas bei ihm und bittet um Mithilfe, er möchte ihn erneut als Ermittler in der rechtsradikalen Szene einsetzen. Da Jäger im Anführer der Wölfe den Mann vermutet, der seinen besten Freund getötet hat, sagt er zu. Nach der Rückkehr wird er, ohne dass ihm viel Zeit zum Atem holen bleibt, gleich in seine neue Tätigkeit förmlich hineingeworfen. Er möchte Fuß fassen können in der Szene, muss sich dafür jedoch um hundertachtzig Grad verbiegen, rechtsradikale Phrasen dreschen und auch einen grausamen Aufnahmetest bestehen. Abgesehen davon, scheint ihm sein Vorgesetzter einiges verschwiegen zu haben … -------------------------------------------------
Die Geschichte fesselte mich von Anfang an. Aus verschiedenen Blickwinkeln lernt man die rechtsradikale Szene kennen, Kerle, die buchstäblich über Leichen gehen. Aber auch der Ermittler ist gewöhnungsbedürftig: Er kokst und trinkt, nimmt kein Blatt vor den Mund und geht eigene Wege. Die Story ist fest umrissen: Die rechtsradikale Gruppe, die sich selbst die »Wölfe« nennt, hat ein großes Ziel vor Augen. Sie möchten die Regierung stürzen. Jäger soll ihre Pläne ausspionieren, damit sie verhindert werden können.
Die Figuren sind klar gezeichnet, auf der einen Seite die kaltblütigen extremen Rechts-Terroristen, auf der anderen die Ermittler, die jedoch ebenfalls keine blütenweiße Weste haben. Auch wenn man bruchstückhaft etwas über die Hintergründe der einzelnen »Wölfe« erzählt wird, bleiben sie blass.
Die Handlung baut sich stetig auf, der Spannungsbogen bleibt während des gesamten Romans erhalten.
Manche Szenen waren für mich grenzwertig, vor allem das ›Aufnahmeritual‹, dem sich Jäger zu unterziehen hat, ging mir schwer an die Nieren und ich fragte mich, ob es nicht eine andere Lösung gegeben hätte. Wie weit darf ein verdeckter Ermittler gehen? Dürfen Unschuldige für den (angeblich) edlen Zweck »geopfert« werden? Wer gehört noch zu den »Guten«, wenn diese die gleichen Mittel anwenden, wie die Bösewichte, denen sie ans Leder wollen? Ich persönlich denke, dass der Ermittler hier eine Grenze überschritten hat, die nicht zu entschuldigen ist.
Überhaupt sind mir die Kriminalbeamten nicht wirklich sympathisch geworden: Haas, der Vorgesetzte von Jäger bedient sich einer derben pietätlosen Ausdrucksweise, wenn er vom Tod anderer Menschen spricht, auch Jägers Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Dass er kokst, macht ihn auch nicht sympathisch und ich spürte bei ihm keine Gefühle – Selbstmitleid ausgenommen. Seine Person hätte ein wenig mehr Tiefgang vertragen können. Es werden nur Bruchstücke offenbart, die es mir nicht möglich machten, den kompletten Charakter zusammenzusetzen. Daher blieb er mir weitgehend fremd.
Die fesselnde Story trug mich mit Windeseile durch die Geschichte, dramatisch geschrieben in flüssigem modernen Schreibstil und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, unbedingt wollte ich wissen, wie es weitergeht.
Am Schluss blieben ein paar Stränge offen – eine Fortsetzung ist offenbar geplant. Auch schien mir manches nicht bis ins Detail logisch und etwas realitätsfremd, trotz allem ist es unter dem Strich ein unterhaltsamer Thriller, den ich Fans mit starken Neven gerne weiterempfehle.
Spannung bis zur letzten Seite
meine.literaturliebe am 13.03.2021
Bewertungsnummer: 1458698
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nach einem Attentat auf ein Flüchtlingsheim geht man zunächst von einem Einzeltäter aus. Dann wird ein weiterer Anschlag während eines Open-Air Konzerts verübt. Die Ermittler stoßen auf ein Pulver, das auch im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Weitere Ermittlungen führen zu den "Wölfen", die nach ihren Vorbildern ("die Wehrwölfe") aus dem Zweiten Weltkrieg eine nationalsozialistische Organisation gegründet haben.
Ich habe das Buch in wenigen Stunden durchgelesen, da die Spannung bis zur letzten Seite anhielt.
Der Autor hat es auch geschafft unter diese schwere Kulisse eine tragische Liebesbeziehung einzubauen, die sich zwischen zwei Kulturen beweisen muss und mich sehr gerührt hat.
Ein unterhaltsamer und spannender Krimi der Gegenwart.
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