Bahía Feliz, Gran Canaria. Hierhin hat sich André Jäger zurückgezogen. Nach dem schmerzlichen Verlust seines besten Freundes hat er alles hinter sich gelassen: seinen Beruf, seine große Liebe, seine Familie. Nun ruft der Kasseler Chef des Verfassungsschutzes ihn zurück in seine Heimat. Rechtsextremisten haben einen Anschlag mit zahlreichen Toten und Verletzten verübt. Jäger soll weiteres Blutvergießen verhindern und die braune Zelle infiltrieren. Was er nicht weiß: Nicht nur die Zeit spielt gegen ihn …
Daniel Wehnhardt hat nach intensiver Recherche einen spannenden Fall konstruiert, der in mancher Hinsicht an das sehr reale NSU-Drama erinnert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
meine.literaturliebe
5/5
13.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Spannung bis zur letzten Seite
Nach einem Attentat auf ein Flüchtlingsheim geht man zunächst von einem Einzeltäter aus. Dann wird ein weiterer Anschlag während eines Open-Air Konzerts verübt. Die Ermittler stoßen auf ein Pulver, das auch im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Weitere Ermittlungen führen zu den "Wölfen", die nach ihren Vorbildern ("die Wehrwölfe") aus dem Zweiten Weltkrieg eine nationalsozialistische Organisation gegründet haben.
Ich habe das Buch in wenigen Stunden durchgelesen, da die Spannung bis zur letzten Seite anhielt.
Der Autor hat es auch geschafft unter diese schwere Kulisse eine tragische Liebesbeziehung einzubauen, die sich zwischen zwei Kulturen beweisen muss und mich sehr gerührt hat.
Ein unterhaltsamer und spannender Krimi der Gegenwart.
Bewertung
aus Esens
5/5
28.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Regionalkrimi mit rechtsextremistischem Hintergrund
Andre Jäger hatte sich nach dem Tod seines besten Freundes nach Gran Canaria zurückgezogen und sich geschworen, nie wieder nach Kassel zurückzukehren. Bis der Anruf des ehemaligen Kollegen Robert Haas kam und sein Leben wiederum auf den Kopf stellt - in vielerlei Hinsicht...
In Kassel werden 2 Anschläge verübt, beide mit rechtsextremistischem Hintergrund, wie es scheint. Der Verfassungsschutz möchte Jäger wieder mit im Boot haben, da er sich in Kassel auskennt und er soll undercover in der rechten Szene ermitteln. Da Jäger mit jemandem aus der Szene noch eine Rechnung offen hat nimmt er die Herausforderung an, nicht ahnend was dieses Mal von ihm abverlangt wird und er lernt eine Lektion: Man kann den Leuten nur vor den Kopf gucken, dahinter tun sich manches Mal Abgründe der menschlichen Natur auf.....
Der Krimi ist sehr gut recherchiert und wenn man bedenkt, dass eine solche Gruppierung wie die "Wölfe" in Deutschland agieren könnte, wird einem etwas anders. Da hofft man doch dass die Politik, die Justiz und die Polizei in der Lage sind, solche Menschen in Schach zu halten um Schlimmeres zu verhindern. Denn leider ist gerade in der heutigen Zeit ein Szenario wie es hier beschrieben ist sehr gut denkbar. Es ist ein topaktuelles Thema mit dem der Autor sich auseinandersetzt und als Regionalkrimi wandert dieses Buch auf meine Favoritenliste. Er schafft es die Spannung immer noch ein wenig zu steigern um gegen Ende zu einem grandiosen Höhepunkt zu kommen. Er gibt Einblicke in die Abgründe der menschlichen Natur und schönt nichts, von daher ist es auf keinen Fall eine leichte Lektüre. Aber wer sich auf die Thematik und den Schreibstil einlässt bekommt fesselnde und spannende Lesestunden von mir garantiert!
Bewertung
aus Issum
4/5
28.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine harte und spannende Erzählung mit einigen Überraschungen
Buchmeinung zu Daniel Wehnhardt – Die Brut der Wölfe
„Die Brut der Wölfe“ ist ein Kriminalroman von Daniel Wehnhardt, der 2019 im Prolibris Verlag erschienen ist.
Zum Autor:
Daniel Wehnhardt, 1984 in Fürstenhagen geboren, studierte in Kassel Spanisch und Politikwissenschaft und ist nun angehender Lehrer. Er ist Gewinner diverser Literaturwettbewerbe. 2016 erschien mit »Verpressung« sein erster Kassel-Krimi. In seiner Freizeit widmet er sich der Literatur und den asiatischen Kampfkünsten.
Klappentext:
Bahía Feliz, Gran Canaria. Hierhin hat sich André Jäger zurückgezogen. Nach dem schmerzlichen Verlust eines besten Freundes hat er alles hinter sich gelassen: seinen Beruf, seine große Liebe, seine Familie. Nun ruft der Kasseler Chef des Verfassungsschutzes ihn zurück in seine Heimat. Rechtextremisten haben einen Anschlag mit zahlreichen Toten und Verletzten verübt. Jäger soll weiteres Blutvergießen verhindern und die braune Zelle infiltrieren. Was er nicht weiß: Nicht nur die Zeit spielt gegen ihn …
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich positiv überrascht, denn kaum etwas war so wie ich es erwartet hatte. Andre Jäger, die Hauptfigur, ist durchaus komplex gezeichnet. Er hat seine Ecken und Kanten, nimmt es manchmal nicht so genau mit den Buchstaben des Gesetzes und er hat noch eine Rechnung offen. Sein bester Freund starb bei einem Kampfsportevent, weil sein Gegner nicht aufhören konnte. Für Andre, selbst Kampfsportler, war es Mord. Aber nun kehrt er nach Kassel zurück, um als V-Mann für den Verfassungsschutz in rechten Kreisen zu ermitteln. Anschaulich wird der Weg Andres in die rechtsextreme Gruppe beschrieben, die erst durch ein Spitzel möglich wird. Die Gruppe selber ist professionell geleitet und ihr Anführer ist ein angemessener Gegner. Die Leute des Verfassungsschutzes wirken da eher wie Lehrlinge.
Die Spannung baut sich langsam auf, steigert sich kontinuierlich und entlädt sich in einem Showdown erster Güte. Der Schreibstil ist einfach, aber leicht lesbar und gut verständlich. Manche Stellen sind hart und grausam, da darf man nicht zu zart beseidet sein. Der Ich-Erzähler Andre vermittelt seine Gedanken, seine Sorgen und Nöte und seine Gefühle in einer Weise, die Sympathien weckt. Auch seine Verbundenheit zu Kassel, die Stadt seiner Geburt und seines Aufwachsens, findet Ausdruck in seiner atmosphärischen Schilderung. Seine Motivation wächst erheblich, als er im Anführer der Gruppe den letzten Gegner seines Freundes erkennt.
Der Leser glaubt, dass Andre alles im Griff hat, aber der Autor hat einige Überraschungen auf Lager.
Fazit:
Mir hat dieser Kriminalroman in weiten Teilen sehr gut gefallen, allein fehlt es manchmal an Glaubwürdigkeit, denn das Spektakuläre geht zu ihren Lasten. Andre kann es locker mit Ikonen aus diesem Genre aufnehmen. Von mir gibt es gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten). Ich kann das Buch Freunden spannender Unterhaltung empfehlen.
Liselottchen
aus Rankweil
4/5
29.10.2019
eBook (ePUB)
»Hass ist unser Gebot ...«
Andre Jäger lebt seit fünf Jahren auf einer Finca in Gran Canaria. Der ehemalige Polizeibeamte, der für den Verfassungsschutz als verdeckter Ermittler unterwegs gewesen war, wurde tief enttäuscht und von den Kollegen im Stich gelassen, als er entlassen wurde. Jetzt meldet sich sein ehemaliger Kollege Haas bei ihm und bittet um Mithilfe, er möchte ihn erneut als Ermittler in der rechtsradikalen Szene einsetzen. Da Jäger im Anführer der Wölfe den Mann vermutet, der seinen besten Freund getötet hat, sagt er zu. Nach der Rückkehr wird er, ohne dass ihm viel Zeit zum Atem holen bleibt, gleich in seine neue Tätigkeit förmlich hineingeworfen. Er möchte Fuß fassen können in der Szene, muss sich dafür jedoch um hundertachtzig Grad verbiegen, rechtsradikale Phrasen dreschen und auch einen grausamen Aufnahmetest bestehen. Abgesehen davon, scheint ihm sein Vorgesetzter einiges verschwiegen zu haben … -------------------------------------------------
Die Geschichte fesselte mich von Anfang an. Aus verschiedenen Blickwinkeln lernt man die rechtsradikale Szene kennen, Kerle, die buchstäblich über Leichen gehen. Aber auch der Ermittler ist gewöhnungsbedürftig: Er kokst und trinkt, nimmt kein Blatt vor den Mund und geht eigene Wege. Die Story ist fest umrissen: Die rechtsradikale Gruppe, die sich selbst die »Wölfe« nennt, hat ein großes Ziel vor Augen. Sie möchten die Regierung stürzen. Jäger soll ihre Pläne ausspionieren, damit sie verhindert werden können.
Die Figuren sind klar gezeichnet, auf der einen Seite die kaltblütigen extremen Rechts-Terroristen, auf der anderen die Ermittler, die jedoch ebenfalls keine blütenweiße Weste haben. Auch wenn man bruchstückhaft etwas über die Hintergründe der einzelnen »Wölfe« erzählt wird, bleiben sie blass.
Die Handlung baut sich stetig auf, der Spannungsbogen bleibt während des gesamten Romans erhalten.
Manche Szenen waren für mich grenzwertig, vor allem das ›Aufnahmeritual‹, dem sich Jäger zu unterziehen hat, ging mir schwer an die Nieren und ich fragte mich, ob es nicht eine andere Lösung gegeben hätte. Wie weit darf ein verdeckter Ermittler gehen? Dürfen Unschuldige für den (angeblich) edlen Zweck »geopfert« werden? Wer gehört noch zu den »Guten«, wenn diese die gleichen Mittel anwenden, wie die Bösewichte, denen sie ans Leder wollen? Ich persönlich denke, dass der Ermittler hier eine Grenze überschritten hat, die nicht zu entschuldigen ist.
Überhaupt sind mir die Kriminalbeamten nicht wirklich sympathisch geworden: Haas, der Vorgesetzte von Jäger bedient sich einer derben pietätlosen Ausdrucksweise, wenn er vom Tod anderer Menschen spricht, auch Jägers Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Dass er kokst, macht ihn auch nicht sympathisch und ich spürte bei ihm keine Gefühle – Selbstmitleid ausgenommen. Seine Person hätte ein wenig mehr Tiefgang vertragen können. Es werden nur Bruchstücke offenbart, die es mir nicht möglich machten, den kompletten Charakter zusammenzusetzen. Daher blieb er mir weitgehend fremd.
Die fesselnde Story trug mich mit Windeseile durch die Geschichte, dramatisch geschrieben in flüssigem modernen Schreibstil und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, unbedingt wollte ich wissen, wie es weitergeht.
Am Schluss blieben ein paar Stränge offen – eine Fortsetzung ist offenbar geplant. Auch schien mir manches nicht bis ins Detail logisch und etwas realitätsfremd, trotz allem ist es unter dem Strich ein unterhaltsamer Thriller, den ich Fans mit starken Neven gerne weiterempfehle.
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