»Einer anderen Meinung zu widersprechen und sie trotzdem gelten zu lassen - das ist die große Kunst.« Ein Plädoyer für echte Demokratie.
»Gutmenschen« und »Pack«, »Populisten« und »Volksverräter«: Immer heftiger prallen in unserer Gesellschaft Menschen und Meinungen aufeinander. Und immer unversöhnlicher werden die Fronten. Wir sind davon überzeugt, andere von unserem Weltbild überzeugen zu müssen.
Doch echte Demokratie geht anders: Einer anderen Meinung zu widersprechen und sie trotzdem gelten zu lassen - das ist die große Kunst. »Meinungsfreiheit« plädiert dafür, diese Kunst (wieder) zu üben, und zielt damit auf eine Gesellschaft, in der es höhere Werte gibt als kleinkarierte Rechthaberei: wahre Freiheit und wahre Toleranz. Nur so können wir unsere aktuell bedrohte demokratische Zukunft sichern.
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Einfach zum Nachdenken
Gertie G. aus Wien am 23.04.2019
Bewertungsnummer: 1205146
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Volker Kitz versucht in diesem Buch der Meinungsfreiheit in Deutschland auf den Grund zu gehen. Einiges lässt sich sinngemäß auch für Österreich abbilden.
Der Autor widmet dieses Buch
3. die 37 Prozent der Menschen, die zuletzt in einer Umfrage der Ansicht waren, sie könnten in Deutschland nicht frei ihre Meinung sagen,
2. die anderen, die im Gegenteil finden, die Meinungsäußerungen seien viel zu laut und viel zu krass geworden, und
1. für alle, die wie ich glauben: Demokratie ist mehr als Rechthaben
Die gestürzte Rangordnung bei der Aufzählung ist gewollt.
Das Buch ist wie eine Gebrauchsanweisung aufgebaut. In zwölf Kapitel stellt er einiges zu Diskussion. Am Ende jedes Abschnitts fasst er in einer Quintessenz das vorher Gesagte zusammen, z.B. nach Kapitel 1:
„Der Demokrat verteidigt Tatsachen gegen Lügen und alternative Fakten, die ganze Wahrheit gegen die halbe. Aber er unterscheidet auch Tatsachen von Meinungen.“
Oder nach Kapitel 9:
„Ein Demokrat kennt die Grenze der Meinungsfreiheit. Und bewacht sie.“
Ein kritischer Blick auf die Medien lohnt sich ebenso, wie die Aufforderung unsere (Meinungs)Freiheit zu verteidigen. Außerdem, ist „Demokratie nicht nur für intelligente Leute gemacht“.
Jede Meinung darf geäußert werden, jede Kritik darf angebracht werden – auch an der Regierung, ohne dass der Kritiker befürchten muss, verhaftet zu werden. Doch diese Freiheit wird derzeit in einigen europäischen Ländern mit Füßen getreten. Sei es, dass Zeitungsberichte (wieder) zensuriert werden oder, dass den Medien die Presseförderung gekürzt wird, oder dass ihnen Informationen vorenthalten werden.
Dem Autor gelingt es perfekt, wichtige Themen auf den Punkt zu bringen. Ohne viel Geschwurbel zeigt er, wie jede Staatsbürgerin, jeder Staatsbürger seinen Teil zum Erhalt der Demokratie beitragen kann.
Fazit:
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Gerne gebe ich hier fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Was ist denn eigentlich Demokratie?
Sikal am 02.05.2018
Bewertungsnummer: 1101472
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der Autor Voker Kitz, promovierter Jurist, Bestsellerautor und international gefragter Redner versucht dieser Frage auf den Grund zu gehen. Er startet gleich zu Beginn mit einer sehr treffenden Aussage:
Dieses Buch ist für …
3. die 37 Prozent der Menschen, die zuletzt in einer Umfrage der Ansicht waren, sie könnten in Deutschland nicht frei ihre Meinung sagen,
2. die anderen, die im Gegenteil finden, die Meinungsäußerungen seien viel zu laut und viel zu krass geworden, und
1. für alle, die wie ich glauben: Demokratie ist mehr als Rechthaben
In 12 Kapiteln geht er Fragen zu Demokratie und Meinungsfreiheit auf den Grund, pointiert plädiert er dafür, mit Meinungen gelassener umzugehen, unterscheidet zwischen Tatsachen und Meinungen. Nach jedem Kapitel finden sich Merksätze „Demokratie für Fortgeschrittene“, die noch einmal den Kapitelinhalt kurz wiedergeben.
„Der Demokrat verteidigt Tatsachen gegen Lügen und alternative Fakten, die ganze Wahrheit gegen die halbe. Aber er unterscheidet auch Tatsachen von Meinungen.“
„Meinungsfreiheit bedeutet, dass staatliche Institutionen niemandem den Mund verbieten, niemanden für seine Meinung ins Gefängnis sperren, auspeitschen, töten. Meinungsfreiheit ist ein Recht gegen den Staat.“
Zum Glück leben wir in Ländern, in denen wir unsere Meinung frei äußern dürfen – egal ob wir gegen oder für Atomkraft, gegen oder für Flüchtlinge, gegen oder für Umweltschutz usw. sind, wir dürfen unsere Meinung äußern: ganz ohne emotionalen Grund, ganz ohne besonderes Wissen zu diesen Themen und schon gar nicht muss ich eine Betroffene sein (also, ich muss nicht neben einem Atomkraftwerk wohnen, um dieses abzulehnen).
Es macht auch keinen Unterschied von wem die Meinung geäußert wurde – jede Meinung zählt, ob der Sender nun „dumm oder nicht dumm“ ist, „Demokratie ist nicht nur für intelligente Leute gemacht“. Somit hat jede Meinung eine Berechtigung, egal ob „Gutmensch“ oder „Menschenfeind“; es gibt keinen Stempel, der eine Meinung für ungültig erklären kann – Kritik ist berechtigt (ist ja auch der Sinn der Sache) und man darf als Kritisierender davon ausgehen, dass der Empfänger diese Kritik auch ertragen kann.
Volker Kitz schafft es, sehr anschaulich und prägnant wichtige Themen unserer Zeit auf den Punkt zu bringen. Eindeutig kann man hier von „In der Kürze liegt die Würze“ sprechen, denn er fasst sachlich, kurz und bündig zusammen ohne allzu ausschweifende Debatten.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Ich vergebe hier gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
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