Gute Fotografie ist gleichermaßen Handwerk und Kunst. Um das Handwerk zu erlernen, braucht es ein Grundgerüst an Wissen und Regeln. Diese Regeln sind nützlich und bilden die Basis für gelingende Fotografie. Daher vermittelt dieses Buch zunächst die grundlegenden fotografischen Regeln, beispielsweise der Belichtung und der Komposition, und zeigt anhand vieler Beispiele die bewährte fotografische Arbeitsweise.
Aber Regeln können auch einengen, können die kreative Entwicklung behindern. Viele Fotografen sind versucht zu experimentieren und neue Wege zu gehen. Wenn Sie also ernst machen möchten mit »think outside the box«, wenn Sie den Auto-Modus Ihrer Kamera ausschalten wollen, dann finden Sie in diesem Buch hunderte von Anregungen und Tipps für eine kreative, künstlerische Fotografie. Genießen Sie mit dem Autor die Freiheit einer intuitiven, spontanen, weitgehend regelfreien Fotografie. Entdecken Sie, was außerhalb der »Box« auf Sie wartet und lassen Sie sich überraschen von Ihren »entfesselten« Bildern.
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Perfekt für Einsteiger aber auch für Fortgeschrittene
Andreas S. aus Hessen am 02.04.2019
Bewertungsnummer: 1199428
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Für die Fotografie gilt, was bereits über lange Jahre in der Kunst entstanden ist: es gibt Regeln die dabei helfen, ein sehr gutes Bild entstehen zu lassen. Gerade für die Fotografie gibt es noch zusätzliche Regeln, doch dabei wird umso deutlicher, dass herausragende Fotos teilweise (!) nur dann entstehen, wenn man diese Regeln auch einmal bricht.
„Die Regeln der Fotografie… und wann man sie brechen sollte“ setzt genau an diesem Punkt an: Von den grundlegenden Regeln für die Auswahl der Ausrüstung über vertiefende Regeln der Bildkomposition bis hin zur Bildbearbeitung und Speicherung. Dabei findet sich jede einzelne Regel ausführlich und gut erklärt auf einer Seite oder (zumeist) auf einer Doppelseite, um auf der nächsten (Doppel-)Seite wieder relativiert zu werden. Durch diese übersichtliche Gestaltung führt das Buch durch die einzelnen Schritte, die über Wirkung und Qualität eines Fotos entscheiden können und betrachtet zugleich die Gestaltungsmöglichkeiten, die den Unterschied zwischen einem sehr guten und einem herausragenden Foto machen können.
Sich mit den Regeln der Fotografie auseinanderzusetzen ist gerade für Anfänger besonders wichtig, die langfristig Spaß an dem Hobby entwickeln möchten, aber auch mit zunehmender Erfahrung lohnt sich ein Blick in dieses Buch, um bereits erworbene Routine noch einmal bewusster umzusetzen. Wer hier aufmerksam liest und vielleicht sogar versucht, jede der Regeln und Ausnahmen gezielt einzusetzen (und einzeln zu trainieren), der hat alles in der Hand, was es braucht, um noch ansprechendere Bilder fotografieren zu können.
Regelbrechen leicht gemacht
Bewertung aus Gomaringen am 02.05.2018
Bewertungsnummer: 1101217
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Lasst uns Revoluzzer sein, Regeln brechen, auch wenn es nur die der Fotografie sind. So motiviert Haje Jan Kamps die Leser des Buches, das eigentlich schon seit 2012 auf dem Markt ist, jetzt aber erst in deutscher Übersetzung erschienen ist. Das merkt man vor allem an den ersten Seiten des Buches, die kurz in die Fototechnik einführen. Die dort abgebildeten Kameras, sind schon reich an Jahren und nicht mehr up to date. Aber es geht ja schließlich um Regeln brechen und nicht um die neueste Technik.
Die 192 Seiten sind klar aufgebaut. Nach ein bisschen Kamera-Technik geht es zu den Komponenten der Aufnahme. Belichtung, Komposition, Licht, Bildbearbeitung. In jedes Kapitel wird zunächst allgemein eingeführt (Am Beispiel „Belichtung“ Zusammenhang Blende-Zeit-ISO, Messmethoden, Histogramm), dann geht es spontan zu den Foto-Regeln und gemäß dem Buchtitel, wie und wann sie gebrochen werden (können). Was ich immer sehr gut finde: Wenn der Autor seine Gedanken zur Bildgestaltung mit zwei Bildern zugänglich macht – ein gelungenes und ein weniger gelungenes. In diesem Buch gibt es einige Beispiele, die nachvollziehbar verdeutlichen, wie der Autor bei bestimmten Motiven entschieden hat. Genau diese Entscheidung, wie man was einfängt, kommt in der Praxis doch recht häufig vor.
Auf fast jeder Seite gibt der Autor noch einen Tipp – graphisch hervorgehoben. Und die meisten Tipps sind wirklich gut, haben selbst für erfahrene Fotografen einen Mehrwert. Zum Beispiel der Bildaufbau nach der Regel des „Goldenen Dreiecks“.
Ein paar Regel-Gegensätze wirken ein bisschen weit hergeholt und man hat das Gefühl, das ist nur um des Gegensatzes Willen. Aber sei’s drum, die Info kommt trotzdem rüber. Sehr gut auch die Qualität der Bilder, die sich durch die Bank auf hohem Niveau bewegen. Dazu passt der Schreibstil des Autors: Frisch, nicht zu ausschweifend, so lang wie nötig und so kurz wie möglich. Man merkt das hohe Erfahrungsniveau. Allerdings hat sich auch der ein oder andere Rechtschreibfehler eingeschlichen.
Das Buch schlägt quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Man erfährt nochmal die grundlegenden Foto-Techniken, gleichzeitig ermutigt der Autor den Leser, diese Regeln – wenn man sich traut – zu brechen. Und zwar sinnvoll und bewusst. Das erweitert den fotografischen Horizont und das Spektrum und bringt einen damit fotografisch weiter. Schade, dass dieses Buch erst Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in deutscher Übersetzung vorliegt. Außer der etwas veralteten Kameratechnik, die dargestellt wird, sind die Inhalte aber auf dem neuesten Stand. Zumindest werden im Kapitel „Bearbeitung“ Bildbearbeitungsprogramme erwähnt, die es vor sechs Jahren noch gar nicht gab.
Kurz zusammengefasst: Ein lohnendes Buch für alle, die gerne Gewohntes abstreifen, Neuland betreten wollen und den Mut haben, ein Regelkorsett sinnvoll zu durchbrechen. Ein Buch für den Revoluzzer ins uns.
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