Berlin im Januar 1928: Ein Toter wird in einem Schuppen im Hinterhof des Askanischen Gymnasiums gefunden. Direkt daneben befindet sich das Varieté- und Sensationstheater »Das Cabaret des Bösen«, dessen Besitzer seine aus dem Krieg stammenden Gesichtsverletzungen offensiv zur Schau stellt. Vor dem Fund der Leiche wurde eine verstörte junge Russin am Theater gesehen, auf der Suche nach einem gewissen »Fjodor«. Liegt der Schlüssel zu den mysteriösen Vorkommnissen um das Cabaret im Scheunenviertel, wo russische Emigranten in beengten Verhältnissen leben? Einmal mehr lernt Leo Wechsler bei seinen Ermittlungen unbekannte Gesichter seiner Stadt kennen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Eliza
5/5
01.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Das Theater des Grauens
Auch dieser Fall vom Leo Wechsler hat mir sehr gut gefallen. Für mich ist es ähnlich wie bei Anne Sterns Hulda Gold ein Abtauchen in das historische Berlin.
Ein Toter im Sportgeräte-Schuppen eines Gymnasiums, direkt daneben befindet sich das “Theater des Grauens”. Leo Wechsler und seine Kollegen setzen alles daran, dem Leichnam einen Namen zu geben. Wer war der Tote und was hat die junge Russin damit zu tun, die nach Fjodor fragt?
Ein wieder überaus spannender Fall, der mich fesseln konnte. Dabei mag ich auch sehr die privaten Geschichten von Leo Wechsler und seinen Kollegen. Leos Sohn wird langsam erwachsen und geht seinen eigenen Weg, auch wenn dieser Weg dem Vater so gar nicht gefällt.
Das historische Setting ist von Susanne Goga wieder meisterhaft eingefangen worden. Berlin wird lebendig und wir tauchen ein in eine vergangene Welt. Die 20er Jahre werden lebendig, die Menschen müssen sich mit dem aufkommenden Nationalsozialismus auseinandersetzen, aber auch mit der Armut und Bedürftigkeit in der Bevölkerung. Das Sensationstheater passt von daher gut in die Zeit. Weitere Themen des Romans sind der 1. Weltkrieg, die Ostgebiete und die Migration aus diesen Gebieten sowie das Judentum.
Für mich wieder ein exzellent recherchierter Roman aus der Feder von Susanne Goga, wie gut, dass der nächste Fall schon bereit liegt.
Lilliest
aus Frankfurt am Main
5/5
29.12.2022
Buch (Taschenbuch)
spannender Krimi im Berlin der 20ger Jahre
Ohne die vorhergehenden Bände gelesen zu haben, stieg ich in die Reihe ein. Ein sehr gelungener Krimi, der fesselt und bildhaft das Berlin der 20ger Jahre darstellt. Wer sich in Berlin noch etwas auskennt, kann gut mitlaufen oder mitfahren. Einfach klasse.
PMelittaM
aus Köln
5/5
06.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Band 6 ist wie gewohnt packend erzählt
Berlin 1928: Ein ermordeter Mann wird in einem Schuppen aufgefunden, der zum Askanischen Gymnasium gehört, dort will ihn aber niemand kennen, der Schuppen scheint auch nicht der Tatort zu sein. Nebenan, im Cabaret des Schreckens, sucht eine Frau einen Mann, der dem Toten ähnelt. Hauptkommissar Leo Wechsler und seine Mitarbeiter müssen zunächst die Identität des Toten klären, bevor sie nach Motiven für die Tat suchen.
Schon direkt zu Anfang, Leo und seine Frau Clara sind auf einem Polizeiball, trifft man ein paar interessante historische Persönlichkeiten, Karl Zörgiebel, Bernhard Weiß und Jacqus Joseph, letzterer wird später noch einmal eine Rolle spielen, und es gibt eine schöne Verbindung zum letzten Band. Ich mag es sehr, wenn historische Romane auch mit historischen Persönlichkeiten verknüpft sind, und diese auf ganz natürliche Weise erscheinen.
Susanne Goga erzählt auch in diesem Band wieder von Anfang an mitreißend, man fühlt sich schnell wieder mittendrin. Da der Begriff „askanisch“ nicht nur im Titel vorkommt, habe ich ihn direkt gegoogelt, und bin nun ein bisschen klüger.
Die Autorin hat sich wieder einer weniger bekannten Seite Berlins angenommen: Die aus Osteuropa stammende (jüdische) Bevölkerung. Hier kommt besonders Jakob Sonnenscheins Herkunft, seine Kenntnis des Milieus zum Tragen. Und leider muss man selbst daran denken, was nur wenige Jahre später auf diese Menschen zukommen wird. Und auch ein weiteres Thema, über das man eher wenig weiß, ist wichtig, leider kann ich darüber nichts sagen, ohne zu spoilern. Beide Themen sind, wie schon die historischen Persönlichkeiten, gut, ohne aufgesetzt zu wirken, in die Geschichte integriert.
Auch Leos Familie spielt wieder eine Rolle, vor allem dessen Sohn Georg, der jetzt 14 Jahre alt ist, und sich leider mit den Falschen abgibt, das wird ebenfalls aus dem letzten Band wieder aufgegriffen, und ist auch hier noch nicht zu Ende erzählt, ich bin gespannt, wie es im nächsten Band mit ihm weitergeht.
Die Ermittlungen im aktuellen Fall, und dessen Auflösung sind interessant zu lesen, bezüglich der Auflösung hätte ich mir zwar etwas anderes gewünscht, dennoch ist sie nachvollziehbar. Das lesenswerte Nachwort macht den Roman rund.
Auch Band 6 der Reihe um Leo Wechsler hat mir wieder gut gefallen, er ist, wie seine Vorgänger packend geschrieben, man fühlt mit, nicht nur bezüglich der Kriminalfälle, sondern auch der Charaktere, die man mittlerweile sehr gut kennt. Ich empfehle gerne die ganze Buchreihe.
PMelittaM
aus Köln
5/5
06.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Berlin 1928: Ein ermordeter…
Berlin 1928: Ein ermordeter Mann wird in einem Schuppen aufgefunden, der zum Askanischen Gymnasium gehört, dort will ihn aber niemand kennen, der Schuppen scheint auch nicht der Tatort zu sein. Nebenan, im Cabaret des Schreckens, sucht eine Frau einen Mann, der dem Toten ähnelt. Hauptkommissar Leo Wechsler und seine Mitarbeiter müssen zunächst die Identität des Toten klären, bevor sie nach Motiven für die Tat suchen. Schon direkt zu Anfang, Leo und seine Frau Clara sind auf einem Polizeiball, trifft man ein paar interessante historische Persönlichkeiten, Karl Zörgiebel, Bernhard Weiß und Jacqus Joseph, letzterer wird später noch einmal eine Rolle spielen, und es gibt eine schöne Verbindung zum letzten Band. Ich mag es sehr, wenn historische Romane auch mit historischen Persönlichkeiten verknüpft sind, und diese auf ganz natürliche Weise erscheinen. Susanne Goga erzählt auch in diesem Band wieder von Anfang an mitreißend, man fühlt sich schnell wieder mittendrin. Da der Begriff „askanisch“ nicht nur im Titel vorkommt, habe ich ihn direkt gegoogelt, und bin nun ein bisschen klüger. Die Autorin hat sich wieder einer weniger bekannten Seite Berlins angenommen: Die aus Osteuropa stammende (jüdische) Bevölkerung. Hier kommt besonders Jakob Sonnenscheins Herkunft, seine Kenntnis des Milieus zum Tragen. Und leider muss man selbst daran denken, was nur wenige Jahre später auf diese Menschen zukommen wird. Und auch ein weiteres Thema, über das man eher wenig weiß, ist wichtig, leider kann ich darüber nichts sagen, ohne zu spoilern. Beide Themen sind, wie schon die historischen Persönlichkeiten, gut, ohne aufgesetzt zu wirken, in die Geschichte integriert. Auch Leos Familie spielt wieder eine Rolle, vor allem dessen Sohn Georg, der jetzt 14 Jahre alt ist, und sich leider mit den Falschen abgibt, das wird ebenfalls aus dem letzten Band wieder aufgegriffen, und ist auch hier noch nicht zu Ende erzählt, ich bin gespannt, wie es im nächsten Band mit ihm weitergeht. Die Ermittlungen im aktuellen Fall, und dessen Auflösung sind interessant zu lesen, bezüglich der Auflösung hätte ich mir zwar etwas anderes gewünscht, dennoch ist sie nachvollziehbar. Das lesenswerte Nachwort macht den Roman rund. Auch Band 6 der Reihe um Leo Wechsler hat mir wieder gut gefallen, er ist, wie seine Vorgänger packend geschrieben, man fühlt mit, nicht nur bezüglich der Kriminalfälle, sondern auch der Charaktere, die man mittlerweile sehr gut kennt. Ich empfehle gerne die ganze Buchreihe.
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
24.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine sehr düstere, aber absolut lesenswerte Geschichte
Das Buch „Nachts am Askanischen Platz“ ist der sechste Fall für den sympathischen Leo Wechsler, welcher im Jahre 1928 in Berlin in einem mysteriösen Mordfall ermittelt.
Als im Januar 1928 die Leiche eines unbekannten Mannes in einem Schuppen im Hinterhof des Askanischen Gymnasiums entdeckt wird, beginnt Oberkommissar Leo Wechsler mit seinen Ermittlungen. Der Mordfall gestaltet sich als sehr rätselhaft, da es zuerst keine Anhaltspunkte zur Identität des Opfers gibt. In der direkten Nachbarschaft des Gymnasiums befindet sich das Varieté- und Sensationstheater »Das Cabaret des Bösen«, dessen Besitzer von einer aus dem Krieg stammenden Gesichtsverletzung gezeichnet ist, diese aber offen zur Schau stellt.
Die Spur führt zu einer verstörten Frau, welche sich am Theater auf russisch nach ihrem Verlobten Fjodor erkundigt hat. Leo Wechsler und sein Team suchen die Frau im Scheunenviertel – dort leben russische Emigranten in beengten und ärmlichen Verhältnissen. Doch von der Frau fehlt zunächst jede Spur.
Privat muss sich Leo Wechsler einem großen familiären Problem stellen: Sein Sohn Georg hat Geheimnisse vor ihm und scheint sich mehr und mehr von seinem Vater zu entfernen.
Als ich im Februar 2022 den achten Teil um den Kommissar Leo Wechsler „Schatten in der Friedrichstadt“ zugesendet bekommen und diesen mit großem Vergnügen gelesen habe, wollte ich unbedingt auch die vorherigen Teile lesen, um mehr über die Vorgeschichte der Protagonisten (allen voran natürlich Leo Wechsler) zu erfahren. Ich fragte beim dtv-Verlag an und bekam die ersten sieben Teile als Rezensionsexemplare in Form von eBooks zugesendet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den dtv-Verlag!
Die ersten fünf Teile brachten mir sehr spannungsreiche und lehrreiche Lesestunden, zudem habe ich die Reihe und die Protagonisten sehr in mein Herz geschlossen.
In diesem Fall zeigt Oberkommissar Leo Wechsler wieder seinen einfühlsamen und empathischen Charakter. Er versetzt sich in das Leben des Opfers, fühlt dessen Schicksal und den Beweggründen nach und ermittelt mit viel Gespür, Geschick und Geduld in diesem schwierigen Fall.
Diese Empathie, sein Mitgefühl, seine Ängste, seine Fehler und auch seine Routine machen Leo Wechsler zu einer sehr authentischen und menschlichen Figur, welche ich in mein Herz geschlossen habe und nie wieder vergessen werde.
Er zeigt, dass er seinen Beruf mit voller Überzeugung und Kompetenz ausübt und gibt mit seinem Team alles dafür, diesen Mordfall zu lösen. Auch wenn er das ein oder andere Mal etwas kopflos handelt, kann er sich auf sein Gespür, aber auch auf seine loyale Kollegen verlassen, die immer an seiner Seite stehen.
In seinem Familienleben zeigt sich aber Leos verwundbare Stelle: Hier entgleitet ihm sein Sohn Georg immer mehr und er muss schauen, wie er wieder zu ihm findet.
Seine Frau Clara steht mit ihrer ruhigen und besonnen Art immer hinter ihm und hat ein offenes Ohr für ihn und seine Nöte und Ängste. Die Beiden verbindet absolutes Vertrauen und eine starke, unverrückbare und von gegenseitigen Respekt geprägte Liebe.
Ilse, Leos Schwester, spielt in diesem Teil wieder eine etwas kleinere Rolle. Ihr Leben hat sich sehr verändert, doch sie hat ihre herrliche und ehrliche Art behalten.
In Robert Walther hat Leo Wechsler einen Arbeitskollegen an der Seite, der ihm auch gleichzeitig ein guter, loyaler Freund ist.
Das Team der Mordkommission arbeitet wieder Hand in Hand ,sie setzen zusammen alles daran, den geheimnisvollen Fall rasch und gründlich zu lösen. Sie alle sind vom Charakter und ihren Hintergrundgeschichten völlig verschieden. Susanne Goga hat mit diesen verschiedenen Figuren sehr lebensechte Charaktere geschaffen, deren vielfältige Lebensgeschichten ich gerne verfolge.
Neben diesen Hauptfiguren spielen auch wieder Charaktere mit, welche diesem Fall ihr Gesicht geben. Diese Charaktere hat Susanne Goga wunderbar heraus gearbeitet und mit sehr viel Tiefe beschrieben. Ich konnte mit den Schicksalen der Figuren richtig mitfühlen, da sie zu keiner überzeichnet sind und stets authentisch handeln.
Alle Figuren des Buches zeigen einen authentischen Querschnitt der Gesellschaft der 1920er Jahre, eine Gesellschaft, in der immer noch die Spuren des Ersten Weltkrieges zu finden sind und die politisch immer weiter auseinander driftet.
Ihre größtenteils fiktiven Figuren treffen auch immer mal wieder auf historisch belegte Figuren und Susanne Goga lässt diese gekonnt miteinander agieren.
Die Handlung des Buches setzt an den vorherigen Band („Es geschah in Schöneberg“) an, was dazu führte, dass ich direkt wieder in der Geschichte angekommen war.
Chronologisch erzählt die Autorin den Fortgang der Geschichte und Ermittlungen.
Susanne Gogas rasanter und flüssiger Sprachstil zogen mich sofort in das Geschehen. Ich konnte das Buch nur noch schwer aus den Händen legen, die 320 unterhaltsamen und spannenden Seiten waren wieder im Nu gelesen und viel zu schnell vorbei.
Den geschichtlichen Hintergrund von „Nachts am Askanischen Platz“ bildet der Januar des Jahres 1928.
Die verheerenden Spuren des Ersten Weltkrieges sind zwar verblasst, doch noch immer sind sie sichtbar. Die Anzahl der im Krieg versehrten Männer ist unüberschaubar hoch.
Susanne Goga hat ihren Schwerpunkt auf die Männer gelegt, die im Krieg schwer im Gesicht verletzt wurden. Durch Explosionen und Granatsplitter wurden unzählige Männer grauenhaft entstellt. Der deutsche Arzt Jacques Joseph begründete 1896/1898 die Plastische Chirurgie und widmete sich viele Jahre lang der Wiederherstellungschirurgie, um Gesichts-Versehrten wieder ein halbwegs normales Leben zu geben.
Ein weiterer geschichtlicher Hintergrund ist die unaufhaltsame Spaltung der damaligen Gesellschaft. Adolf Hitler, die SA und auch die Hitlerjugend gewinnen immer an größerer Bedeutung und die Bevölkerung wird zerrissen. Die Weimarer Republik steht auf wackligen Füßen und das zarte Gefüge der Demokratie droht zu zerbrechen.
Wie auch in den vorherigen Bänden der Reihe hat Susanne Goga diese Hintergründe wieder akribisch recherchiert, lässt diese Zeiten für die Leser lebendig und erlebbar werden und verwebt diese gekonnt mit ihren größtenteils fiktiven Charakteren und deren Handlungen.
Fazit: Die düstere Gesamtstimmung der Geschichte aber auch der Fall an sich, haben mich sehr mitgenommen und sorgten für ein packendes Lese-Erlebnis. Eine unvergessliche Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite mit authentischen und Charakteren und ihren Schicksalen bestens unterhält. Unbedingt lesen!
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