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Tiere für Fortgeschrittene

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2017

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3 cm

Gewicht

442 g

Farbe

Weiß / Grau

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-04791-2

Beschreibung

Rezension

»Diese Erzählungen vibrieren vor Lebensnähe, sind wirklichkeitsgesättigt und wahrhaftig… Eva Menasse schreibt brillant.« ("Augsburger Allgemeine")
»Der Erzählband wurde zurecht mit dem österreichischen Buchpreis prämiert. Ein Lesevergnügen!« ("bild.de")
»Herrlich zu lesen ist Menasses eleganter Sarkasmus und die Abgebrühtheit, mit der sie die Alltagsdramen ihrer Protagonisten beobachtet, die alle aus dem ach so selbstreflektierten Akademiker-Milieu stammen und sympathisch unsympathisch sind. « ("WDR 3 Mosaik")
»Sie [Eva Menasse] ist eine unbestechliche Beobachterin familiärer Dramen [...].« ("Radio SRF 2 Kultur")
»[Es ist] [...] punktgenaue Prosa aus den Abgründen der Beziehungskiste, mit der Menasse prunkt.« ("Weser-Kurier")
»Keine Theorie, echtes Leben. Mal anrührend, mal mit bösem Witz, immer in hinreißender Sprache erzählt. Großartig.« ("taz zeozwei")
»Wenn die große österreichische Autorin Eva Menasse ein Buch über Tiere schreibt, entlarvt sie menschliche Abgründe.« ("Donna")
»Wunderbar sind Menasses vielschichtige Menschen- und Situationsporträts, die sie mit ironischer, leichter Feder zeichnet. Ein reines Vergnügen ist ihre sprachliche Eleganz und die Ungewöhnlichkeit vieler Formulierungen, die Dinge präzise benennen.« ("Welt der Frau")
»[...] Leser werden sich, wie bei Menasses bisherigen Büchern, von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen, einer Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst.« ("Neue Osnabrücker Zeitung")
»Acht runde gehaltvolle Geschichten. Und wie alle guten Erzählungen verweisen sie auf ein größeres, längeres und komplexes Geschehen, in das die handelnden Personen verstrickt, in dem sie gefangen, von dem sie geprägt sind.« ("rbbKultur")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.03.2017

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3 cm

Gewicht

442 g

Farbe

Weiß / Grau

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-04791-2

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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  • Juti

    aus HD

    4/5

    30.10.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    8 längere Beziehungskurzgeschi…

    8 längere Beziehungskurzgeschichten zu kurzen Tiermeldungen, die es tatsächlich mal in die Medien geschafft haben. Die Tiermeldungen sind alle interessant, doch deswegen wird sich keiner das Buch kaufen. Die Kurzgeschichten haben mir unterschiedlich gefallen: Die erste war mir zu familienlastig, die zweite habe ich gar nicht verstanden, die dritte ganz nett, die vierte wurde mir erst klar, als ich in der Kritik las, dass die Autorin ihr Jahr in der Villa Massimo in Rom beschreibt. Ich habe daraufhin es nochmal gelesen und einiges als Kunstkritik verstanden. Aber ich habe ernste Bedenken, ob man so schreiben darf, dass die Geschichte ohne Hintergrundwissen nicht zu verstehen ist? Danach gefiel mir das Buch besser. Mir gelang es Bezüge zu den Tiergeschichten herzustellen, etwa bei Opposum, wo in der Tiergeschichte ein Betrunkener ein Opposum wiederbelebt und in der Beziehungsgeschichte ein Ehemann auf einem Pass eine Seitensprung plant, aber dann im Tal ein Reh anfährt und bei ihm bleibt. Haie handelt von Tieren, die in Gefangenschaft an Sauerstoffmangel sterben, was übertragen wird auf die linksliberale Nora, die ihre Tochter Clara in die Schule ihres Viertels schickt und mitbekommt wie ein Mitschüler u. a. Von ihrer Tochter gemobbt wird. Erinnert vom Milieu her etwas an Dörte Hansens „Altes Land.“ Schlangen brauchen Sicherheit, wenn sie auf Bäume krabbeln, wie der alte Mann Jakob, der seine Ehe aufs Spiel setzte und Kontakt zum jungen Nachbarsehepaar aufnimmt, das den Kontakt zu ihm sucht. Sie erhalten von ihm den einzigen Tisch, den er ohne seine Frau gekauft hat, dem aber ein Bein und damit Sicherheit fehlt. Enten sind auch im Schlaf wachsam, am Rand mehr als in der Mitte des Schwarms. Wachsam wie die Mutter von Sammy, die ihrem Mann Ben vorwirft nicht so wachsam zu sein, obwohl dieser im Gegensatz zur Familiengeschichte zum ersten im Haushalt mithelfenden Vatergeneration gehört und nicht ein „unbegleiteter Flüchtling“ (wie wir heute sagen) wie sein Vater, da der Großvater Jude war und die Großmutter aus Liebe bei ihm blieb. Entweder wird dieses Buch gegen Ende besser oder ich habe mich an den Stil der Autorin gewöhnt. 4 Sterne.

  • Bewertung

    3/5

    14.06.2020

    eBook (ePUB 3)

    Klug und erbarmungslos

    Die Kurzgeschichten dieses Bandes, die reichlich quälend zu lesen waren, halten sich in etwa die Waage mit den erträglicheren. Wie schon dem Klappentext zu entnehmen ist, geht es hier nicht um Tiere. Dennoch musste ich permanent an Tierquälerei denken. Vielleicht weil ein Vergleich von tierischem (einer sehr selektiven Mischung aus Säugetieren, Reptilien und Insekten) mit menschlichem Verhalten suggeriert wird. Vielleicht, weil Tiere, mal ehrlich, besser sind. Vielleicht, weil sich die Menschen allesamt selbst quälen mit dem, was sie von den Tieren abhebt: ihren ewig rumorenden Gedanken. Es geht fast ausnahmslos um Menschen, die sich selbst belügen. Das wirkt oft bitter und giftig, auch wenn es wohl bissig humorvoll gemeint sein soll. /// Ich habe mich schwer getan damit. Vielleicht, weil teilweise scheinbar zu große Füße in den kleinen Schuh der Kurzgeschichte gequetscht werden. Dazu gehört, wenn auch sehr aktuell, die Diskriminierung einer ausländischen Familie in einer Montessori-Schule und die merkwürdige pseudo-utopische Kolonie in einem abgeschirmten Wohnkomplex irgendwo in Italien, ein ausgesuchter Menschenmix, der von einem experimentierfreudigen Wissenschaftler zusammengeworfen zu sein scheint. Es wird dann schnell 'too much'. /// Bemerkenswert ist, wie schleichend die Missverhältnisse aufgedeckt werden. Viele Bilder sind sprachlich stark, wie wenn eine Figur "aus allen Seelenfalten blutet": "all seine Stärke und seine Liebe und sein Glaube an Familie und Lebenswerk liefen aus ihm heraus." - "Wut- und Schamgestrüpp", "geruchlose Jungpuppen", Väter, die "entweder die im Fleiß ergrauten Mütter ihrer fast erwachsenen Kinder oder wechselnde Mannequins im Arm haben" - "große Jungs, quasi über Nacht zu schlaksigen Türmen mit rauhen Gesichtern geworden, zappelten im Gegenlicht der Wintersonne." /// Ohne unangenehme oder oft bittere Wahrheiten geht es nicht: "Es kommt der Tag, wo die schönen Erinnerungen in so krassem Missverhältnis zur Gegenwart stehen, dass man sie lieber ganz loswerden will." - "Zu Hause trug sie die gleiche starre Maske genervter Überforderung, die sie an ihrer Mutter so gehasst hatte." "Ein ironisches Zitat, bezogen auf eine hysterische Gesellschaft, die so spät wie möglich und dabei unversehrt sterben wollte..." /// Kein Tier (zumindest nicht die in Freiheit, auf die sich hier bezogen wird) kann sich so isoliert, entfremdet, entwurzelt und heimatlos fühlen wie die Figuren in diesen Geschichten.

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