Welche Blüten kann man essen? Wie legt man ein Herbarium an? Wo findet man Maulbeeren? Und warum lohnt es sich, Pilzen unter den Schirm zu gucken? Das ›Handbuch für Pflücker und Sammler‹ zeigt, wie schön es ist, sich auf die Suche nach überall zu findenden und leicht erkennbaren Pflanzen und Tieren zu machen, und was daraus entstehen kann.
Ob im Wald, auf der Wiese, am Ufer oder am Strand – Erica Bakker und Ellen van den Broek haben eine großartige Auswahl verschiedenster Aktivitäten, Bastelideen und Rezepte für jedes Alter und jede Jahreszeit zusammengestellt und lassen dabei so manche Kindheitserinnerung aufleben: Blumenkränze flechten, Maronen rösten, Muscheln sammeln, Brombeermarmelade kochen, Lavendelsäckchen nähen, Holunderblütensirup machen oder eigenen Badezusatz herstellen.
Dieses Buch ist perfekt für alle, die gerne losziehen und auf ihren Wanderungen und Fahrradausflügen etwas erleben möchten!
- Viele tolle DIY-Projekte und Rezepte fürs ganze Jahr
- Mit Pflückkalender, Landkarte und bezaubernden Illustrationen
- Ein Handbuch für die ganze Familie
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Kindlich und ein wenig kindisch
Dr_ M aus Sachsen am 26.06.2018
Bewertungsnummer: 1113525
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Vor langer, langer Zeit, als es noch keine Supermärkte gab ... waren alle Menschen Pflücker und Sammler." Märchen beginnen so wie dieses Buch. Nun ist mir der Verlag noch nicht als Herausgeber von Kinderbüchern aufgefallen. Betrachtet man den Inhalt ohne den Hang zur nostalgischen Romantik, dann kann man schon etwas verwirrt sein. Ist das nun ein Buch für Erwachsene oder für Kinder? Oder für alle? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, was sich die Autoren bei alledem gedacht haben. Wir sollen in die Natur gehen, da gibt es etwas zu entdecken. Ja, liebe Menschen, da findet man auch Essbares, das gelegentlich viel leckerer schmeckt als das Zeug aus den Supermärkten.
Aber vorher, und da beginnt schon mein Problem mit dem Buch, müssen wir uns entweder von Experten zeigen lassen, was man wirklich essen kann. Oder wir sollten uns ein Buch kaufen, wo man vielleicht Entsprechendes findet. Das empfehlen jedenfalls die niederländischen Autoren dieses Handbuches, das wiederum so hergestellt wurde, dass man es bei seinen Ausflügen in die Natur mitnehmen kann. Bei der Bestimmung von Pflanzen hilft es jedoch garantiert nicht. Die Illustrationen von Rachelle Klaassen könnten von einem Vorschulkind stammen. Sie haben keinen weiteren Zweck und Nutzen, außer dem, einfach vorhanden zu sein.
Vor langer, langer Zeit besaßen solche Bücher jedenfalls noch Illustrationen, die einen praktischen Nutzen hatten. Wenn ich also jetzt im Frühling in die Natur gehe und für einen leckeren Salat Giersch suche, dann kann ich dieses Buch dazu nicht gebrauchen, in dem übrigens auch noch in einem "Pflückkalender" steht, dass man Giersch erst ab Mai ernten sollte. Auch das ist Unfug, denn er treibt oft schon Ende März. Und gerade diese jungen Triebe geben einen hervorragenden Salat. Das aber steht auch nicht in diesem Buch. Hier wird nur vorgeschlagen, die Blätter (die auch in der komplett nutzlosen Illustration ganz falsch dargestellt werden) mit Blüten von Veilchen, Löwenzahn und Kapuzinerkresse für einen Kartoffelstampf zu nutzen.
Im Grunde ist die Idee für dieses Buch sehr schön, aber ihre Ausführung besitzt einen leicht infantilen Einschlag. Für Frühling, Sommer und Herbst schlagen die Autoren das Sammeln von Pflanzen und Früchten vor und machen danach Vorschläge, was man beispielsweise (wie oben beim Giersch) daraus herstellen oder basteln kann. Gemeinsam mit Kindern lohnt sich das oft, weil es den Kleinen einen praktischen Zugang zur Natur verschafft. Wenn man das Buch so auffasst, also als Ideengeber für Eltern mit Vorschulkindern, dann kann man es abgesehen von den sehr seltsamen Illustrationen wirklich gut finden. Allerdings habe ich so meine Zweifel, ob es tatsächlich auch so gedacht ist. In der Einführung kann man eher den Eindruck gewinnen, als sei dies ein Buch für Erwachsene, die den Zeiten nachtrauern, als sie noch all diese Vorschläge mit ihren kleinen Kindern umgesetzt haben.
Kurz gesagt: Dies ist im Grunde ein gutes Buch, dessen Konzept mir jedoch nicht wirklich einleuchtet. Ich fand es etwas seltsam. Idee fünf Sterne, Umsetzung zwei.
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