In den vergangenen Jahren hat Österreichs einziger Weltschauspieler einen atemberaubenden Werkkatalog vorgelegt: Auf die Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise" am Wiener Burgtheater folgte Schillers "Wallenstein", Kleists "Dorfrichter Adam", der blinde "Ödipus auf Kolonos" und der Bananen ver schluckende Krapp in Becketts "Das letzte Band". Der epochale "König Lear" an der Burg schließlich zeigt, wie ein auch in Hollywood nachgefragter Star die Fragestellungen der Theatertradition in ein neues, überraschendes Licht zu rücken versteht. Ronald Pohl zeichnet den Gipfelsturm eines kontrovers diskutierten Einzelgängers im Kontext der Bühnentradition, als Kulmination von Entwicklungen aus Surrealismus, epischem Theater und Schwarzer Romantik. Zu Wort kommen Weggefährten wie Hans Neuenfels, Peter Stein und Brandauer selbst.
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4.0/5.0
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
09.11.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ganz großes Theater
Ausgangspunkt der Würdigung in Buchform ist seine letzte Rolle, die des König Lear. Natürlich am Burgtheater. Die Gestaltung dieser Rolle durch Klaus Maria Brandauer ist plakativ mit "ganz großes Theater" zu bezeichnen. Das Charisma des Schauspielers, der so ziemlich alles was Klassik ist, auf die Bühne gebracht hat, kommt sukzessive zum Vorschein. Beeindruckend sein Repertoire, beeindruckend auch sein Wille seinen Vorstellungen gerecht zu werden. So mancher Regisseur rieb sich an ihm, und war dennoch heilfroh mit ihm eine Zusammenarbeit vorzuweisen.
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