Dieses Buch schildert die Eindrücke eines 14-jährigen Mädchens aus dem Hamburger Großbürgertum während einer Reise, zunächst mit der Kutsche von Hamburg nach Marienbad, von dort mit der Eisenbahn nach Frankreich. Dieses kleine Reisetagebuch wurde, wie in dieser Zeit üblich, in alter deutscher Schreibschrift verfasst und musste übersetzt werden, wobei die Rechtschreibfehler in der Übersetzung nicht korrigiert wurden. Olga Ruperti lebte von 1841 bis 1928 als Tochter des Hamburger Kaufmanns Justus Carl Wilhelm Ruperti (1791-1861) und der Mutter Marie Paulina Merck (1808-1861) in Hamburg. Sie heiratete 1860 den späteren Hamburger Bürgermeister William Henry Oswald (1832-1923).
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Bewertung
aus Hamburg
5/5
24.11.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr Erhebend geschrieben
Wenn wir dieses Buch lesen leben wir in Deutschland, wie es im 19. Jahrhundert aussah und wie unterschiedlich die Städte geprägt waren, wie schön und ursprünglich die Landschaft war und wie lieblich die Gedanken der 14 jährigen Olga Ruperti.
Die meisten Menschen dieser Zeit sind über den Schreibstil der 14jährigen Olga Ruperti überrascht..... Sie schreibt wie Friedrich Schiller ( 1802 geadelt, war ein deutscher Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker, Lyriker und Essayisten. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Seine Balladen zählen zu den bekanntesten deutschen Gedichten. Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik/Quelle Wikipedia)
Hier ein Zitat aus dem Buch von S. 47
(Zitatanfang)
"Ein Regenstrom aus Felsenrißen.
Er kommt mit Donner's Ungestüm
Bergtümer, folgen seinen Güßen
Und Felsen stürzen unter ihm.
Erstaunt, mit wollustvollem Grausen
Hört ihn der Wanderer und lauscht.
Er hört die Fluth vom Felsen brausen.
Und weis doch nicht woher sie rauscht."
Die Worte von Schiller, kamen mir unwillkürlich in den Sinn, als ich so über eine kleine Brücke schritt und in's Wasser hinunterschaute, wie der kleine Strom so unbändig dahin rauschte uns sogar die großen Felsblöcke nicht ein Mal seinen Lauf hemmen konnten.Rastlos eilt er demselben Ziele entgegen, durch NIchts läßt er sich aufhalten oder abschrecken. Nirgends verweilt er, wie lockend auch das blaue Himmelsblümchen ihm zunicken und ein "vergiß mein nicht" zurufen mag. Und so können wir Menschen auch noch vom Bächlein lernen, nimmer zu verzagen und durch Nichts abschrecken zu laßen, dasjenige Ziel zu verfolgen, welches zu erreichen unser Aller Lebensaufgabe ist.
Wir hatten mittler Weile zwei schöne Blumenbouquette gekauft und schmückten zu Hause unsere Stuben damit aus, denn den Abend wollten (wir) wieder soiree geben, welche diesmal ganz besonders gut ausfiel. (Zitatende)
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