Produktbild: Engel des Vergessens

Engel des Vergessens Roman

7

8,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

74836

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

27.01.2012

Verlag

Wallstein Verlag

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1048 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783835321465

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Produktdetails

Format

PDF

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Verkaufsrang

74836

Erscheinungsdatum

27.01.2012

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Wallstein Verlag

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1048 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783835321465

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„Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.“ (286)

Miri am 09.12.2018

Bewertungsnummer: 1154504

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen könnte. Man hat das Gefühl, das Buch wurde von 3 verschiedenen AutorInnen geschrieben: von Poetin, die tolle Bilder schafft, von einem Mädchen, das kaum Wörter findet und von einer Erzählerin in der Rolle eines Mediums, das das Erzählte resp. Gehörte 1:1 wiedergibt. Tolle Mischung. Was ich auch sehr ernüchternd finde, ist die Tatsache, dass wenn es um Verarbeiten des Vergangenens geht, zieht sich die Erkenntnis der Einsicht jahrzehntelang. Man spürt die Ironie im Ton der Autorin resp. Ich-Erzählerin Mic: „ Ich komme von der Kärntner Seite, entgegne ich dem Historiker, da seien die Beteiligten nicht vom Heldenkult geblendet.“ (223) „Dabei habe Österreich nichts mit den Nazis zu tun, es sei selber Opfer, es verstehe nicht, es war nicht dabei, nicht da gewesen in schwerer Zeit.“ (248) – nur ein wenig mitgetan, mitgeschossen (IRONIE) Die Hauptprotagonistin ist sowie das slowenische Volk in Kärnten zerrissen und stellt ihre Zugehörigkeit ständig auf die Probe, fühlt sich nirgendswo willkommen (deutsch oder slowenisch? Österreich-Slowenien? meine Geschichte oder die meines Vaters, die die ganze Familie vergiftet...) Ein zentrales Thema ist auch das Elend der Partisanen und der Ungerechtigkeit, die Kärntnern Slowenen bis heute widerfährt: Die Gleichung Partisan ist gleich ein Kommunist. Unbedingt lesen, um auch Nachhinein besser zu verstehen, warum der Ortstafelstreit soviel Aufsehen erregt hatte und warum man die heftige Debatten und falschen Nationalismus als Schande oder besser Versagen/Unbelehrbarkeit (welcher Seite auch immer) ansehen sollte!

„Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.“ (286)

Miri am 09.12.2018
Bewertungsnummer: 1154504
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen könnte. Man hat das Gefühl, das Buch wurde von 3 verschiedenen AutorInnen geschrieben: von Poetin, die tolle Bilder schafft, von einem Mädchen, das kaum Wörter findet und von einer Erzählerin in der Rolle eines Mediums, das das Erzählte resp. Gehörte 1:1 wiedergibt. Tolle Mischung. Was ich auch sehr ernüchternd finde, ist die Tatsache, dass wenn es um Verarbeiten des Vergangenens geht, zieht sich die Erkenntnis der Einsicht jahrzehntelang. Man spürt die Ironie im Ton der Autorin resp. Ich-Erzählerin Mic: „ Ich komme von der Kärntner Seite, entgegne ich dem Historiker, da seien die Beteiligten nicht vom Heldenkult geblendet.“ (223) „Dabei habe Österreich nichts mit den Nazis zu tun, es sei selber Opfer, es verstehe nicht, es war nicht dabei, nicht da gewesen in schwerer Zeit.“ (248) – nur ein wenig mitgetan, mitgeschossen (IRONIE) Die Hauptprotagonistin ist sowie das slowenische Volk in Kärnten zerrissen und stellt ihre Zugehörigkeit ständig auf die Probe, fühlt sich nirgendswo willkommen (deutsch oder slowenisch? Österreich-Slowenien? meine Geschichte oder die meines Vaters, die die ganze Familie vergiftet...) Ein zentrales Thema ist auch das Elend der Partisanen und der Ungerechtigkeit, die Kärntnern Slowenen bis heute widerfährt: Die Gleichung Partisan ist gleich ein Kommunist. Unbedingt lesen, um auch Nachhinein besser zu verstehen, warum der Ortstafelstreit soviel Aufsehen erregt hatte und warum man die heftige Debatten und falschen Nationalismus als Schande oder besser Versagen/Unbelehrbarkeit (welcher Seite auch immer) ansehen sollte!

nichts in Erfahrung bringen, nichts erfragen, nichts erinnern, über alles den Mantel des Schweigens breiten

Bewertung aus Wien am 24.06.2013

Bewertungsnummer: 814842

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Selten gelang es einer Autorin so plastisch, so realitätsnah das Bild der slowenischen Minderheit in Südkärnten zu zeichnen. Hier wird ein Querschnitt gegeben über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zeit und die Nachkriegszeit; Es steht weniger der Krieg an sich im Vordergrund, wie das bei vielen Romanen der Fall ist, hier geht es um die Menschen, ihre Erfahrungen und die Folgen und Spätfolgen des Krieges, der Zerstörung, der Folterungen und Deportationen. Die Familie und Freunde rund um die Protagonistin stehen exemplarisch für die Menschen, wie eben diese Erfahrungen ihre Leben beeinflusst haben. Die unverwüstliche Großmutter, die ihren Glauben aufrecht erhalten hat, der Vater, der an seiner Partisanenerfahrung zugrunde geht, die Mutter, die am Vater zugrunde geht und das kleine Mädchen, das nicht selbst dabei war, aber für das durch die Erinnerungen der Familie der Krieg und die Schrecken der NS-Herrschaft fassbar und zu einer eigenen Tragödie werden. Außerdem ist "Engel des Vergessens" ein für Österreicher und v. a. für Kärntner wichtiges Dokument ihrer eigenen Geschichte, nicht nur die des Krieges, sondern v. a. der Nachkriegsgesellschaft, unserer Großeltern und Eltern. Das Buch gibt einen sehr detaillierten und verstörenden Blick in die Realität der slowenischen Minderheit in Kärnten während des Krieges und v. a. in der Nachkriegszeit. Obwohl der Roman sich sehr lange bemüht keine politische Seite zu favorisieren, sondern schlicht erzählt, ist das Ende des Romans eine klare Kritik an die Kärntner bzw. an die österreichische Politik des "ersten Opfers", der Ortstafelstreit, der bis in das 21. Jahrhundert andauert, wird angesprochen, die Realität eines slowenischen Mädchens in einer Klagenfurter Schule. Es ist verstörend die eigene Geschichte zu lesen und so viel Ungerechtigkeit zu erkennen. Der Stil des Romans verändert sich mit zunehmender Länge, wie sich auch das Mädchen verändert, das erzählt. Aus einer realitätsnahen Erzählung wird einerseits die Reflexion einer erwachsenen Frau, die auf ihre Familie zurückblickt und andererseits wirft das Ende des Romans den seelischen Zustand der Überlebenden des Krieges und der NS-Grauen in Stakkatotempo dem Leser entgegen, sodass die innere Zerstörung, das Unvermögen nach vorne zu sehen für den Leser noch spürbarer werden. Emotionen wechseln sich im Eiltempo ab, überlagern sich. Es gibt kein Ein und Aus. Hoffnungslosigkeit, politische Ungerechtigkeit, Trauer, Schmerz, ... Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben!

nichts in Erfahrung bringen, nichts erfragen, nichts erinnern, über alles den Mantel des Schweigens breiten

Bewertung aus Wien am 24.06.2013
Bewertungsnummer: 814842
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Selten gelang es einer Autorin so plastisch, so realitätsnah das Bild der slowenischen Minderheit in Südkärnten zu zeichnen. Hier wird ein Querschnitt gegeben über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zeit und die Nachkriegszeit; Es steht weniger der Krieg an sich im Vordergrund, wie das bei vielen Romanen der Fall ist, hier geht es um die Menschen, ihre Erfahrungen und die Folgen und Spätfolgen des Krieges, der Zerstörung, der Folterungen und Deportationen. Die Familie und Freunde rund um die Protagonistin stehen exemplarisch für die Menschen, wie eben diese Erfahrungen ihre Leben beeinflusst haben. Die unverwüstliche Großmutter, die ihren Glauben aufrecht erhalten hat, der Vater, der an seiner Partisanenerfahrung zugrunde geht, die Mutter, die am Vater zugrunde geht und das kleine Mädchen, das nicht selbst dabei war, aber für das durch die Erinnerungen der Familie der Krieg und die Schrecken der NS-Herrschaft fassbar und zu einer eigenen Tragödie werden. Außerdem ist "Engel des Vergessens" ein für Österreicher und v. a. für Kärntner wichtiges Dokument ihrer eigenen Geschichte, nicht nur die des Krieges, sondern v. a. der Nachkriegsgesellschaft, unserer Großeltern und Eltern. Das Buch gibt einen sehr detaillierten und verstörenden Blick in die Realität der slowenischen Minderheit in Kärnten während des Krieges und v. a. in der Nachkriegszeit. Obwohl der Roman sich sehr lange bemüht keine politische Seite zu favorisieren, sondern schlicht erzählt, ist das Ende des Romans eine klare Kritik an die Kärntner bzw. an die österreichische Politik des "ersten Opfers", der Ortstafelstreit, der bis in das 21. Jahrhundert andauert, wird angesprochen, die Realität eines slowenischen Mädchens in einer Klagenfurter Schule. Es ist verstörend die eigene Geschichte zu lesen und so viel Ungerechtigkeit zu erkennen. Der Stil des Romans verändert sich mit zunehmender Länge, wie sich auch das Mädchen verändert, das erzählt. Aus einer realitätsnahen Erzählung wird einerseits die Reflexion einer erwachsenen Frau, die auf ihre Familie zurückblickt und andererseits wirft das Ende des Romans den seelischen Zustand der Überlebenden des Krieges und der NS-Grauen in Stakkatotempo dem Leser entgegen, sodass die innere Zerstörung, das Unvermögen nach vorne zu sehen für den Leser noch spürbarer werden. Emotionen wechseln sich im Eiltempo ab, überlagern sich. Es gibt kein Ein und Aus. Hoffnungslosigkeit, politische Ungerechtigkeit, Trauer, Schmerz, ... Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben!

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Engel des Vergessens

von Maja Haderlap

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