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Both revealing self-portrait and dramatic fictional chronicle of his final African safari, Ernest Hemingway's last unpublished work was written when he returned from Kenya in 1953. Edited by his son Patrick, who accompanied his father on the safari, True at First Light offers rare insights into the legendary American writer.
A blend of autobiography and fiction, the book opens on the day his close friend Pop, a celebrated hunter, leaves Ernest in charge of the safari camp and news arrives of a potential attack from a hostile tribe. Drama continues to build as his wife, Mary pursues the
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Produktbeschreibung
Both revealing self-portrait and dramatic fictional chronicle of his final African safari, Ernest Hemingway's last unpublished work was written when he returned from Kenya in 1953. Edited by his son Patrick, who accompanied his father on the safari, True at First Light offers rare insights into the legendary American writer.

A blend of autobiography and fiction, the book opens on the day his close friend Pop, a celebrated hunter, leaves Ernest in charge of the safari camp and news arrives of a potential attack from a hostile tribe. Drama continues to build as his wife, Mary pursues the great blackmaned lion that has become her obsession. Spicing his depictions of human longings with sharp humor, Hemingway captures the excitement of big-game hunting and the unparalleled beauty of the scenerythe green plains covered with gray mist, zebra and gazelle traversing the horizon, cool dark nights broken by the sounds of the hyena's cry.

As the group at camp help Mary track her prize, she and Ernest suffer the incalculable casualties of marriage, and their attempts to love each other well are marred by cruelty, competition and infidelity. Ernest has become involved with Debba, an African girl whom he supposedly plans to take as a second bride. Increasingly enchanted by the local African community, he struggles between the attraction of these two women and the wildly different cultures they represent.

In True at First Light, Hemingway also chronicles his exploitssometimes hilarious and sometimes poignantamong the African men with whom he has become very close, reminisces about encounters with other writers and his days in Paris and Spain and satirizes, among other things, the role of organized religion in Africa. He also muses on the act of writing itself and the author's role in determining the truth. What is fact and what is fiction? This is a question that was posed by Hemingway's readers throughout his career and is one of his principal subjects here.

Equally adept at evoking the singular textures of the landscape, the thrill of the hunt and the complexities of married life, Hemingway weaves a tale that is rich in laughter, beauty and profound insight. True at First Light is an extraordinary publishing eventa breathtaking final work from one of this nation's most beloved and important writers.

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Autorenporträt
Ernest Miller Hemingway was born in Chicago in 1899 as the son of a doctor and the second of six children. After a stint as an ambulance driver at the Italian front, Hemingway came home to America in 1919, only to return to the battlefield - this time as a reporter on the Greco-Turkish war - in 1922. Resigning from journalism to focus on his writing instead, he moved to Paris where he renewed his earlier friendship with fellow American expatriates such as Ezra Pound and Gertrude Stein. Through the years, Hemingway travelled widely and wrote avidly, becoming an internationally recognized literary master of his craft. He received the Nobel Prize for Literature in 1954, following the publication of The Old Man and the Sea. He died in 1961.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.10.1999

Bier am Kilimandscharo
Selbstverflüssigung: Hemingways "Die Wahrheit im Morgenlicht"

Dass die Zeitschrift "Look" Hemingways Safari-Bericht nicht brachte, obwohl sie ihn bestellt hatte, dürfte einen ganz plausiblen Grund haben: Er ist nie fertig geworden. Von 1954 bis in sein Todesjahr 1961 laborierte Hemingway bei schwindenden Kräften an einem Text, der sich von einer Reportage-Serie zu einem riesigen Romanfragment auswuchs. Fast 850 Seiten umfasste schließlich das Manuskript. Es sollte nach Hemingways Willen wie andere unfertige Arbeiten und seine Briefe unveröffentlicht bleiben. Nun erscheint zu seinem hundertsten Geburtstag nicht zum ersten, aber - wie der amerikanische Verleger beteuert - zum letzten Mal ein Buch aus Hemingways posthumer Produktion; einige Kapitel daraus hatte seine Witwe, Mary Welsh Hemingway, schon Anfang der siebziger Jahre in "Sports Illustrated" publizieren lassen. Sein Sohn Patrick hat nun als Herausgeber die Textmassen auf rund die Hälfte ihres ursprünglichen Umfangs zusammengestrichen. Damit ist "Die Wahrheit im Morgenlicht" immer noch fast doppelt so dick wie "Die grünen Hügel Afrikas" (1935). An seinem Vorbild sollte man das neue Buch nicht messen. Es ist der ehrgeizige und ausufernde Versuch, dem früheren Buch in Vitalität und Plastizität noch einmal nahe zu kommen. Tatsächlich aber war dem liegen gebliebenen Konvolut mit keiner Art von "Kondensation" zu helfen.

In Hemingways erstem Safaribuch heißt es gegen Ende: "Ich erkannte ein gutes Land, wenn ich eines sah. Hier gab es Wild, eine Menge Vögel, und ich mochte die Eingeborenen. Hier konnte ich fischen und jagen. Das und schreiben und lesen und Bilder ansehen war alles, was ich gern tat." Solche Sätze sind es, die von Hemingway-Lektüren haften bleiben. Zwanzig Jahre später sehen wir Hemingway in Afrika wieder das meiste von dem tun, was er schon damals gern tat. Er jagt also wieder und liest im Zelt Simenon und mag die Eingeborenen noch immer. Unter Duldung der mitreisenden Ehefrau Mary hat sich Hemingway nebenbei mit einer Einheimischen verlobt. Die biografisch nicht verbürgte Episode ist geeignet, die Neugier einer ohnehin mehr auf den Mann als auf das Werk fixierten Leserschaft anzustacheln. An Debba, der Geliebten, meint der Sohn und Herausgeber, erkenne man, dass der alte Vorwurf, Hemingway könne keine Frauen darstellen, unberechtigt sei. Das ist kühn, denn die Kommunikation mit Debba beschränkt sich zumeist auf den monoton hervorgebrachten Satz "No hay remedio". Und die angestammte Ehefrau, wenn sie das dümmlich tirilierende Geschöpf war, das uns hier begegnet, muss Hemingways Siechtum nachhaltig befördert haben.

Es ist leider alles noch schlimmer. Hemingway kann in diesem Buch nicht nur keine Frauen darstellen. Er hat auch weitgehend die Fähigkeit verloren, alles andere darzustellen. Viel spannungsloser kann man eigentlich nicht schreiben, viel detailverliebter auch nicht. Breit und zäh dehnt sich das Safaritreiben auf der kenianischen Hochfläche aus, und Hemingway addiert die Belanglosigkeiten aller Tage mit einem Eifer, als komme am Ende vielleicht dem Realismus doch noch die Metaphysik zu Hilfe. Das tatsächliche Drama, auf das die Safari zusteuert, liegt außerhalb des Erzählten. Zweimal ist Hemingway wenig später am Kilimandscharo mit dem Flugzeug abgestürzt und hat dabei schwere Verletzungen erlitten, von denen er sich nie mehr völlig erholte. Wie zum Trotz begann er noch als Rekonvaleszent und ohne die Hilfe von Tagebuchnotizen mit der Arbeit an seinem Safaribericht. Was ihm an Konzentration und gestalterischer Kraft fehlte, wollte er offenkundig durch Ausdauer im Beschreiben wettmachen. Das Buch protokolliert so ziemlich jedes Gespräch, jeden Vorfall dieser Safari, aber keine der Einzelheiten gibt dem Ganzen Gestalt. Vielleicht wollte er nur noch einmal die heroische Geste des Hemingway'schen Schreibens wiederholen.

Jagen und Lesen blieben Hemingways bevorzugte Tätigkeiten auch bei seiner zweiten Safari. An die Stelle des Schreibens, das er 1935 noch gleichberechtigt erwähnte, ist, wie es scheint, das Trinken getreten. Und ein unablässiges Reden über Getränke: "G. C. und ich", heißt es ein für viele Male, "tranken fast immer Bier zum Frühstück, falls wir nicht gerade einen Löwen jagten. Bier vor oder zum Frühstück war eine feine Sache, aber es machte einen langsamer, wenn auch vielleicht nur um eine tausendstel Sekunde." Nicht der Alkoholkonsum ist in Hemingways nachgelassener Prosa zu tadeln, sondern der kümmerliche literarische Gebrauch, den der Autor von ihm macht. Das Pathos des Trinkers hat der Pathologie des Alkoholikers Platz gemacht. Er trinke, bemerkt der Autor fast schon im Stile der Jägermeister-Reklame, Bier am liebsten frühmorgens, weil in Afrika Bier nur morgens kalt sei. Das sind zwar auch Sätze, an die sich der Hemingway-Leser erinnern wird, ebenso wie an die Feststellung, dass am Kilimandscharo Gin fast wie Wasser schmeckt. Aber lieber wäre einem der Eindruck erspart geblieben, dass sich einer der Protagonisten literarischen Heldentums bloß noch schützend vor den eigenen Durst stellt.

Diese Prosa ist nicht mehr lakonisch, sie ist überwiegend banal. Sie nährt Joan Didions Einwand, Hemingways allerletztes Buch bestehe aus Wörtern, die zwar "hingesetzt, aber noch nicht geschrieben" sind. Der Verflüssigung von literarischer Substanz zuzusehen, macht, anders als Biertrinken, keinen Spaß. Literatur sei Architektur und nicht Inneneinrichtung, hat Hemingway bekanntlich postuliert. Mit diesem Buch könnte man nicht einmal eine Trinkhalle möblieren.

CHRISTOPH BARTMANN

Ernest Hemingway: "Die Wahrheit im Morgenlicht. Eine afrikanische Safari". Herausgegeben und mit einem Vorwort von Patrick Hemingway. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Werner Schmitz. Rowohlt Verlag, Reinbek 1999. 464 S., geb., 45,- DM.

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