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Gebundene Geschenkausgabe!
Der Autor selbst ist Oskar gewesen. Das Kind, mit dem man nicht mehr spricht, weil einem sein Gesundheitszustand Angst einjagt. Das Kind, das unter dem Schweigen seiner Nächsten leidet, unter dem Schweigen des Himmels, unter all den offen bleibenden Fragen und das dennoch nie seine unendliche Lebensfreude verliert. Oskar und die Dame in Rosa ist eine Hymne auf das Leben.…mehr

Produktbeschreibung
Gebundene Geschenkausgabe!

Der Autor selbst ist Oskar gewesen. Das Kind, mit dem man nicht mehr spricht, weil einem sein Gesundheitszustand Angst einjagt. Das Kind, das unter dem Schweigen seiner Nächsten leidet, unter dem Schweigen des Himmels, unter all den offen bleibenden Fragen und das dennoch nie seine unendliche Lebensfreude verliert. Oskar und die Dame in Rosa ist eine Hymne auf das Leben.

  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.16131
  • Verlag: FISCHER (TB.), FRANKFURT
  • Artikelnr. des Verlages: .1011890
  • 15. Aufl.
  • Seitenzahl: 112
  • Erscheinungstermin: 17.08.2005
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 128mm x 15mm
  • Gewicht: 190g
  • ISBN-13: 9783596161317
  • ISBN-10: 3596161312
  • Artikelnr.: 13271560
Autorenporträt
Schmitt, Eric-Emmanuel
Eric-Emmanuel Schmitt, geboren 1960 in Sainte-Foy-lès-Lyon, studierte Klavier in Lyon und Philosophie in Paris. Mit seinen Erzählungen wie »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran« wurde er international berühmt und gehört heute zu den erfolgreichsten Gegenwartsautoren in Frankreich. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt und haben sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Schmitt lebt in Brüssel.
Rezensionen
Besprechung von 14.02.2013
Theater
Theater mit täglich wechselndem Programm sind nach Tagen geordnet. Adresse und Vorverkauf werden bei der ersten Erwähnung des Theaters angegeben. Die anderen Bühnen finden Sie unter der Rubrik „Weitere Münchner Theater“. Vorstellungsfreie Tage erscheinen nicht in der Liste. Kurzfristige Änderungen finden Sie im Tagesprogramm der SZ.
Abkürzungen: B=Bühne, C=Choreografie, D=Darsteller, ML=Musikalische Leitung, R=Regie
Karten unter 0 89/21 83 73 00 bei
SZ-Tickets oder wie angegeben
Donnerstag, 14. Februar
NATIONALTHEATER: Il barbiere di Siviglia, von Gioachino Rossini, ML: Ricardo Frizza, R: Ferruccio Soleri, 19 Uhr; Abo Serie 24; Max-Joseph-Platz, Vvk. Foyer, Tel:  21 85 19 20
RESIDENZTHEATER: Call me God, von Gian Maria Cervo, Marius von Mayenburg, Albert Ostermaier, Rafael Spregelburd, 20 Uhr; Publikumsgespräch nach der Vorstellung; Max-Joseph-Platz 1, Tel:  21 85 19 40
KAMMERSPIELE SCHAUSPIELHAUS: Planet Utopia, 4.  Etappe, Lesemarathon mit dem Ensemble, 20  Uhr; Maximilianstr. 28, Tel:  23 39 66 00, Info Tel:  23 39 66 01
KAMMERSPIELE WERKRAUM: Das war auf einer Lichtung da sie zum ersten Mal Geld dafür nahm, nach Ödön von Horváth, Regie: Malte Jelden, Jahrgangsinszenierung des 3. Studienjahrs der Otto-Falckenberg-Schule, 20 Uhr; Hildegardstr. 1, Vvk. Maximilianstr. 26, Tel:  23 39 66 00, Info Tel:  23 39 66 01
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Emil und die Detektive von Erich Kästner, 15 Uhr (9 J.); Atlantropa, eine dokumentarische Stückentwicklung , 19.30 Uhr (15 J., Premiere, siehe Seite 3); Franz-Joseph. 47, Tel:  23 33 71 55
VOLKSTHEATER:Die Leiden des jungen Werther, nach Johann Wolfgang von Goethe, 19.30 Uhr; Brienner
Str. 50, Tel:  523 46 55
Freitag, 15. Februar
NATIONALTHEATER: Zugvögel, Ballett von Jiri Kylián, 19.30 Uhr; Abo Serie 49
RESIDENZTHEATER: Die Anarchistin, von David Mamet, Regie: Martin Kusej, mit Cornelia Froboess und Sibylle Canonica, 20 Uhr; Abo 97
MARSTALL: SMS Guerilla Cooking, 20 Uhr (Café); Marstallplatz, Tel:  21 85 19 40
CUVILLIÉS-THEATER: Kinderkriegen. Ein Musikstück, von Kathrin Röggla, 20 Uhr; Abo 52 A; In der Residenz, Eingang Residenzstr. 1, Tel:  21 85 19 40
KAMMERSPIELE SCHAUSPIELHAUS: John Gabriel Borkman, von Henrik Ibsen, R: Armin Petras, 19.30 Uhr; Abo 3. Fr. blau + gelb
KAMMERSPIELE SPIELHALLE: Wassa, von Maxim Gorki, Regie: Alvis Hermanis, mit Brigitte Hobmeier, Benny Claessens u.a., 19.30 Uhr
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Emil und die Detektive, 15 Uhr (9 J.); Atlantropa, eine dokumentarische Stückentwicklung, 19.30 Uhr (15 J.) (siehe auch Bericht Seite 3)
VOLKSTHEATER: Die Leiden des jungen Werther, nach Goethe, 19.30 Uhr
Samstag, 16. Februar
NATIONALTHEATER: Il barbiere di Siviglia, R: Ferruccio Soleri, 18 Uhr, Abo Serie 61/62
RESIDENZTHEATER: Der Revisor, von Nikolai Gogol, 19.30 Uhr
CUVILLIÉS-THEATER: Lola Montez, Dramma per musica von Peter Kreuder und Maurus Pecher in einer Fassung von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, 19.30 Uhr; Abo 63 A
KAMMERSPIELE, SCHAUSPIELHAUS: Franziska, von Frank Wedekind, 19.30 Uhr; 18.45 Uhr Einführung, Abo 4. Sa. blau + rot
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Emil und die Detektive, 16 Uhr (9 J.); Atlantropa, eine dokumentarische Stückentwicklung, 19.30 Uhr (15 J., siehe Seite 3)
VOLKSTHEATER: Felix Krull, nach Thomas Mann, 20 Uhr (50. Vorstellung im Großen Haus)
Sonntag, 17. Februar
NATIONALTHEATER: Boris Godunow, von Modest Mussorgsky, ML: Kent Nagano, R: Calixto Bieito, 17 Uhr; Abo Serie 45
RESIDENZTHEATER: Hedda Gabler, von Henrik Ibsen, R: Martin Kusej, D: Blomberg, Hacker, de Koy, Minichmayr, 19 Uhr
CUVILLIÉSTHEATER: Die Verwandlung, von Franz Kafka, 19 Uhr; Abo 71 B
PRINZREGENTENTHEATER: Staatstheater am Gärtnerplatz: Einführungsmatinee zu „Anything goes“, 11 Uhr (Akademietheater); Suchers Leidenschaften: Simone de Beauvoir, 11 Uhr (Gartensaal); Gianmaria Testa & Band, 19 Uhr; Prinzregentenplatz 12, Tel:  21 85 28 99
KAMMERSPIELE SCHAUSPIELHAUS: Fegefeuer in Ingolstadt, von Marieluise Fleißer, 19 Uhr; Abo 5. So. blau + gelb
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Atlantropa, eine dokumentarische Stückentwicklung, 19.30 Uhr (15 J., siehe Seite 3)
VOLKSTHEATER: Der Brandner Kaspar und das ewig Leben, von Kurt Wilhelm und Franz von Kobell, 19.30 Uhr (Kleine Bühne)
Montag, 18. Februar
NATIONALTHEATER: I Capuleti e i Montecchi, von Vincenzo Bellini, ML: Yves Abel, R: Vincent Boussard, 19 Uhr; Abo Serie 10
RESIDENZTHEATER: Die Anarchistin, von David Mamet, 20 Uhr; Abo 14
CUVILLIÉSTHEATER: Das Ende des Regens, von Andrew Bovell, 20 Uhr; Abo 13 B
KAMMERSPIELE SCHAUSPIELHAUS: Winterreise, von Elfriede Jelinek, R: Johan Simons, 19.30 Uhr
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Atlantropa, eine dokumentarische Stückentwicklung, 19.30 Uhr (15 J., siehe auch Bericht Seite 3)
VOLKSTHEATER: Der Brandner Kaspar und das ewig Leben, 19.30 Uhr; Felix Krull, 20 Uhr (Kleine Bühne)
Dienstag, 19. Februar
NATIONALTHEATER: Steps & Times, Ballette von Frederick Ashton u. Kenneth McMillan, 19.30 Uhr; Abo Serie 21
CUVILLIÉS-THEATER: Lola Montez, Dramma per musica von Peter Kreuder und Maurus Pecher, Fassung: Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, 19.30 Uhr; Abo 24 A und B
PRINZREGENTENTHEATER: Yuja Wang, Klavier, 20 Uhr
KAMMERSPIELE SCHAUSPIELHAUS: Die Straße. Die Stadt. Der Überfall, vom Elfriede Jelinek, R: Johan Simons, 19.30 Uhr, Abo 4. Di. blau; 18.45 Uhr Einführung
KAMMERSPIELE WERKRAUM: Werkstatt Fegefeuer in Ingolstadt, 19 Uhr, Anmeldung Tel:  23 33 68 17
VOLKSTHEATER: Bluthochzeit, von Federico García Lorca, 20 Uhr; Felix Krull, nach Thomas Mann, 19 Uhr (Kleine Bühne)
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Emil und die Detektive, von Erich Kästner, 9.15 und 10.45 Uhr (9 J.)
Mittwoch, 20. Februar
NATIONALTHEATER: Boris Godunow, von Mussorgsky, ML: Kent Nagano, R: Calixto Bieito, 19 Uhr; Abo 12
RESIDENZTHEATER: Der Kirschgarten, von Anton Tschechow, R: Calixto Bieito, 20 Uhr; Abo 33; 19.15 Uhr Einführung
MARSTALL: Der Geldkomplex, von Franziska Gräfin zu Reventlow, R: Jürgen Kuttner, 20 Uhr
KAMMERSPIELE SCHAUSPIELHAUS: Macbeth, von William Shakespeare, R: Karin Henkel, 20 Uhr
VOLKSTHEATER: Moses, ein Mash-up Musical, 19.30 Uhr; 19 Uhr Einführung
SCHAUBURG AM ELISABETHPLATZ: Emil und die Detektive von Erich Kästner, 9.15 und 10.45 Uhr (9 J.); Paranoid Park, 19.30 Uhr (14 J.)
Weitere Theater
BLUTENBURG THEATER: Kurz vor Null, Kriminalstück von Agatha Christie, Di.-Sa., 20 Uhr, So. 18 Uhr (bis 16. Feb.); Blutenburgstr. 25, Tel: 123 43 00
CATS-THEATERZELT: Cats, das Original, Di./Mi., 18.30 Uhr, Do./Fr., 19 Uhr, Sa./So., 14 und 19 Uhr (bis 17. Feb.); am U-Bahnhof Westendstraße
GALLI THEATER:Mann ärger mich nicht, Do., 14. Feb., Mi., 20. Feb., 20 Uhr; Dachauerstr. 78, Tel:  78 07 83 14
GASTEIG: Der Schlag ins Hoftor, Kafka neu erlebt, Do., 14. Feb., 19 Uhr; Munich Magic Festival: Illusionen, Sa./So., 16./17. Feb., 20 Uhr (Carl-Orff-Saal); A Spectacular Night of Queen, So., 17. Feb., 20 Uhr (Philharmonie); Rosenheimer Str.
GIESINGER BAHNHOF: Die Schillernden, Do., 14. Feb., 20 Uhr; Giesinger Bahnhofplatz 1, Tel:  18 91 07 88
HEPPEL & ETTLICH: ImproSutra, der etwas andere Improkurs, Di., 19. Feb., 19 Uhr Feilitzschstraße  12, Tel:  38 88 78 20
GEORG MAIERS IBERL-BÜHNE:Jeder verrot Jeden, Fr./Sa., 15./16. Feb., 20 Uhr, So., 17. Feb., 19 Uhr; Sauber brazzelt, Mi., 20. Feb., 20 Uhr; Wilhelm-Leibl-Str. 22,  Tel:  79 42 14
GOP VARIETE–THEATER: Short Cuts, Di.-Do., 20 Uhr, Fr., 17.30 und 21 Uhr, Sa., 17 und 20.30 Uhr, So., feiertags, 15 und 18.30 Uhr (Bis 24. Feb.); Maximilianstr. 47, Tel:  210 28 84 44 
KOMÖDIE IM BAYERISCHEN HOF: Das Gras ist grüner, von Hugh und Margaret Williams, D: Anja Kruse, Christian Wolff u.a., Mo.-Sa., 20 Uhr, So., 18 Uhr; Promenadeplatz 6,  Tel:  29 16 16 33
METROPOLTHEATER: Eisenstein, von Christoph Nussbaumeder, Do., 14. Feb., 19.30 Uhr; Dr. Wahn, von und mit Paul Kaiser, Fr./Sa., 15./16. Feb., 20 Uhr; Floriansmühlstraße 5, Tel:  32 19 55 33
OPERNCLUB: Dr. Gunther Joppig, So., 17. Feb., 14 Uhr; Bratwurtsherzl am Viktualienmarkt, Dreifaltigkeitsplatz 1 PASINGER FABRIK: Theater Viel Lärm um nichts: Der grüne Kakadu, von Arthur Schnitzler, Do./Fr./Sa., 14./15./16. Feb., 20 Uhr, Tel:  834 20 14; Haie küsst man nicht, Do./Fr., 14./15. Feb., 20 Uhr; Hilfe, wir verreisen, Sa./So., 16./17. Feb., 20 Uhr; August-Exter-Straße 1, Tel:  82 92 90 79
RATIONALTHEATER: The Andalusian Flamenco-Connection, Do., 14. Feb., 20.30 Uhr; Fräulein Else, von Arthur Schnitzler, So./Mo., 17./18. Feb., 20 Uhr; Hesseloherstr. 18, Tel:  33 50 03
SCHWERE REITER: Plus Brasil: Vrum, Sa./So., 16./17. Feb., 20.30 Uhr; Dachauerstr. 114,  Tel:  32 49 42 70
TAMS–THEATER: Schwanenflug. Eine Begegnung, Do./Fr./Sa., 14./15./16. Feb., Mi., 20. Feb., 20.30 Uhr; Haimhauser Straße 13a, Tel:  34 58 90
TEAMTHEATER TANKSTELLE: Oskar und die Dame in Rosa, von Eric-Emmanuel Schmitt, Fr./Sa., 15./16. Feb., 20 Uhr; Am Einlaß 2a, Tel:  260 43 33
THEATER BLAUE MAUS: Die ganz begreifliche Angst ... vor Schlägen!, Mi., 20. Feb., 20.33 Uhr; Elvirastr. 17a, Tel:  18 26 94
THEATER IM FRAUNHOFER: Karl Valentin – Abgründe
eines Komikers, D: Michael Lerchenberg, Di./Mi., 19./20. Feb., 20.30 Uhr; Fraunhoferstr. 9,  26 78 50 (siehe auch Bericht Seite 3)
THEATER . . . UND SO FORT: Redman 16 Productions: The Grey Area, Do./Fr./Sa., 14./15./16. Feb., 20 Uhr; Oberndorfer & Spitz: Die Reifeprüfung, Mo., 18. Feb., 20 Uhr; Kurfürstenstr. 8, Tel:  23 21 98 77
Umland
AUGSBURG, SENSEMBLE THEATER: Annabelle & Verdammte Angst, von Christian Krug und Sebastian Seidel, Mi., 20. Feb., 20.30 Uhr; Bergmühlstr. 34, Tel:  777 34 10
REGENSBURG, TURMTHEATER: Das Gummiboot, Sa./So., 16./17. Feb., 19.30 Uhr; Watmarkt 5, Tel:  0941/56 22 33
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Besprechung von 25.08.2003
Rosa Prosa
Eric-Emmanuel Schmitt, Bestsellerautor aus Frankreich

Von Eric-Emmanuel Schmitt sind in kurzer Folge zwei Bücher auf deutsch erschienen: im letzten Herbst "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", und nun "Oskar und die Dame in Rosa". Den Ammann Verlag in Zürich wird der Erfolg dieser Bücher sehr freuen. Die zwei Bände sind dünner als die normalen. Die Schrift aber ist herzensgroß, und die poetische Machart ist gemütswarm. In zwei Stunden hat man die Bändchen gelesen, ohne sich dabei mehr anzustrengen als eine Fliege beim Flügelschlagen. Erzählt wird hier und dort aus der Perspektive eines Jungen - ein Junge, wie er uns aus einem Kinderbilderbuch entgegenkullern kann.

In der neuen Erzählung heißt der kurze Held Oskar. Ein Name ohne falsches Pardon. Oskar ist zehn Jahre alt, liegt im Krankenhaus, weil er Krebs hat, und wird, das sagt ihm keiner, aber das bekommt er zwischen Tür und Angel mit, in wenigen Tagen sterben. Ein aussichtsloser Fall für die Ärzte. Ein aussichtsreicher Fall für das Mitgefühl des Lesers. Die Eltern des Jungen sind traurig, sie schweigen, sie kaufen Spielsachen, sie tun so, als sei nichts geschehen und als werde nichts geschehen: Sie reden nicht mit ihm über das Sterben und den Tod. Komische Leute sind das in den Augen des Jungen, der den nicht rosigen Tatsachen seiner Lage ins Gesicht sehen muß.

Eine Dame in Rosa, die zum rosa Krankenhauspersonal gehört, steht dem Jungen zur Seite. Sie berät ihn, wie ein Trainer seinen Schützling berät: Er solle an den lieben Gott glauben, und der werde ihn dann als Gedanke und Gefühl besuchen. Auch solle er sich auf den letzten Metern seines Daseins vorstellen, daß jeder Tag, der ihm bleibt, immer zehn Jahre seines Lebens bedeute. Der Junge schreibt darauf Briefe an den lieben Gott, in denen er ihm erzählt, was er erlebt, während er in seinen Seelensiebenmeilenstiefeln drinsteckt.

Die Dame in Rosa erklärt dem Jungen eines Tages in der Kirche, wieso Christus am Kreuz dem Menschen eine Hilfe sein kann: weil er nicht aussieht, als ob ihm etwas weh täte, weil es zwei Arten von Schmerzen gibt, den seelischen, den man gewählt hat, und den körperlichen, den man ertragen muß: "Wenn man dir Nägel in die Hände haut oder in die Füße, dann kannst du nicht verhindern, daß dir das weh tut. Das mußt du aushalten. Dagegen muß dir der Gedanke zu sterben nicht weh tun. Du weißt ja nicht, was das bedeutet. Also hängt es ganz allein von dir ab." So ist das. Der Junge wird hundertzehn Jahre alt, dann stirbt er. Neben seinem Wecker auf seinem Nachttisch liegt während der letzten drei Tage vor seinem Ende ein Zettel. Darauf steht: "Nur der liebe Gott darf mich wecken." Und das ist auch der letzte Satz der Erzählung.

Wir lassen das Buch sinken - und während die einen aus der Schar der Schmitt-Leser noch eine Weile betreten vor dem Bett stehen werden, mit Rührung an den tapferen Jungen denken und allen Kindern eine Oma Rosa ins Gepäck wünschen, fassen wir uns an den Kopf: Ist's möglich, brauchen Erwachsene in ihrer weltlosen und gedankenverlorenen Betriebsamkeit, wo sie alles vergessen und verdrängen, was sich nicht zu Geld und Glück machen läßt, wieder Kinderbücher, die ihnen dabei helfen, über den Tellerrand zu schauen, wenigstens für eine Stunde? Sie brauchen solche Rosa-Prosa-Bücher. Schmitt liefert. Wir brauchen sie nicht, sagen aber mit Oskar, der damit seine Briefe an den lieben Gott schließt: Bis morgen, Küßchen.

EBERHARD RATHGEB

Eric-Emmanuel Schmitt: "Oskar und die Dame in Rosa". Erzählung. Aus dem Französischen übersetzt von Annette und Paul Bäcker. Ammann Verlag, Zürich 2003. 105 S., geb., 13,80 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Der zehnjährige Oskar hat Leukämie und weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Seine Eltern sind Feiglinge und meiden das Thema. Nur Oma Rosa, eine ältere Dame, die Kinder im Krankenhaus besucht, hat den Mut, mit Oskar über das Tabu-Thema Tod sprechen. Oma Rosa gibt ihm zwei Ratschläge: erstens sich mit seinen Sorgen an den lieben Gott zu wenden und zweitens jeden ihm verbleibenden Tag wie 10 Jahre zu erleben. Zum Weinen schön ist der zweite Roman des französischen Autors, der schon mit „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ einen Bestseller landete.
(X-Mag)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Schmitts "Kinderbuch" erscheine in dieser Ausgabe in einem illustrierten Gewand aus "Pastellrosa" und "Himmelblau", beschreibt Rezensent Martin Krumbholz, wobei das Himmelblau seinen Grund in Oskars "großer Liebe Peggyblue" habe. Wie diese fröhlichen Farben komme auch die "ein wenig rührselige" Geschichte daher, in der der Erzähler mit dem lieben Gott auf "Duzfuß" stehe. Ein leukämiekranker Junge schreibt "aufmüpfige" Briefe an Gott, die er dann mit einem versöhnlichen "Küsschen" abschließt, berichtet der Rezensent. Viel mehr berichtet er allerdings nicht, auch nicht, was es auf den Illustrationen von Marcelino Truong zu sehen gibt, außer, dass der vorherrschende Eindruck von Schmitts nun illustrierter frecher Jungengeschichte einfach nur "nett" sei. "Da freut sich ein Vater!"

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