Von Kamen nach Corleone - Reski, Petra
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Petra Reski enthüllt die Mafiaverstrickungen in Deutschland und Italien - von den Morden in Duisburg bis zu Berlusconis dubiosen Verhandlungen. Petra Reski zeigt, wie gut sich die Mafia seit 40 Jahren in Deutschland eingerichtet hat und wie sehr dies von deutschen Politikern ignoriert wird. Sie beleuchtet die Verflechtungen der Mafia mit Politik und Wirtschaft und erzählt von dem verzweifelten Kampf Italiens um seine Demokratie.
In einem weißen Alfa Romeo Spider fährt Petra Reski von Deutschland nach Italien. Ihre erste Italienreise führte von ihrem Heimatort Kamen bis nach Corleone. Heute
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Produktbeschreibung
Petra Reski enthüllt die Mafiaverstrickungen in Deutschland und Italien - von den Morden in Duisburg bis zu Berlusconis dubiosen Verhandlungen.
Petra Reski zeigt, wie gut sich die Mafia seit 40 Jahren in Deutschland eingerichtet hat und wie sehr dies von deutschen Politikern ignoriert wird. Sie beleuchtet die Verflechtungen der Mafia mit Politik und Wirtschaft und erzählt von dem verzweifelten Kampf Italiens um seine Demokratie.
In einem weißen Alfa Romeo Spider fährt Petra Reski von Deutschland nach Italien. Ihre erste Italienreise führte von ihrem Heimatort Kamen bis nach Corleone. Heute nimmt sie denselben Weg - auf den Spuren der Mafia. Die Reise ist voller Begegnungen: mit Ermittlern, Kellnern, Mafiosi und ihren Frauen. Der Leser erfährt, wie viele Duisburger Pizzerien wegen mafioser Verstrickungen in Berichten des BKA auftauchen, wie die Ndrangheta in Stuttgart italienische Wahlzettel fälschte, warum die Bosse die deutsche Angst vor dem großen Lauschangriff teilen, welche Clans in Mailand die Stadträte bestimmen und wie Journalisten mundtot gemacht werden.
  • Produktdetails
  • Wahre Geschichten
  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • Seitenzahl: 340
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 340 S. 205 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 135mm x 35mm
  • Gewicht: 483g
  • ISBN-13: 9783455501636
  • ISBN-10: 345550163X
  • Best.Nr.: 29822928
Autorenporträt
Petra Reski wurde im Ruhrgebiet geboren und lebt in Venedig. Seit 1989 schreibt sie über Italien - für Die Zeit, Geo, Merian, Focus und Brigitte - und immer wieder über das Phänomen Mafia. Sie drehte einen Film über Mafiafrauen und wurde für ihre Reportagen und Bücher mehrfach ausgezeichnet. Petra Reski hat mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht.
Rezensionen
Besprechung von 22.11.2010
Mafia-Hochburg Deutschland?

Englisch- und Katalanischkurs, Seniorenkurs Russisch, Tanz-Projekt, Square-Dance-Gruppe, Schmuckwerkstatt - es ist ein vielseitiges Programm, das die Kölner Caritas an diesem trüben Herbsttag im Angebot hat. Aber seinen Höhepunkt erreicht es erst mit einer "Buchpräsentation und Podiumsdiskussion" am Abend: "Mafia-Hochburg Deutschland?" Klingt nach Panikmache, ist aber mehr als nur ein Schreckgespenst und, da von der Terrorismus- und der Integrationsdebatte überlagert, doch kein großes öffentliches Thema. Noch der Ort der Veranstaltung bestätigt es: Wird sie doch am Rande der Innenstadt, in einem kleinen, im Hinterhof gelegenen Saal abgehalten, in dem erst mal die Technik versagt. Der in Köln für organisierte Kriminalität zuständige Oberstaatsanwalt ist immerhin unter den Zuhörern.

Die in Venedig lebende Journalistin Petra Reski recherchiert seit mehr als zwanzig Jahren zum Thema und wird nicht müde, vor den Gefahren der Mafia zu warnen. Gerade hat sie ein neues Buch dazu veröffentlicht (Petra Reski: "Von Kamen nach Corleone. Die Mafia in Deutschland". Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2010. 352 S., geb., 20,- [Euro]). Auf der Reise, die sie darin beschreibt, fährt sie das Land wie ein Arzt den Körper eines Patienten ab, um die bösartigen Geschwüre zu explorieren.

Mehrere der Stationen steuert die Autorin auf ihrer Lesetour noch einmal an. In Köln aber ist die Buchpräsentation auch Anstoß für ein Podium, auf dem sie den Grünen-Politiker Volker Beck, den Kriminalbeamten Rüdiger Thust und Vertreter der italienischen Gemeinschaft trifft. Die Diskussion beißt sich erwartungsgemäß an den Gründen dafür fest, warum sich Ermittlungen in Deutschland so mühsam gestalten: Anders als in Italien gibt es keinen Mafia-Paragraphen, der schon die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung unter Strafe stellt, die Möglichkeiten des Lauschangriffs sind beschränkter, und beim Verdacht auf mit Schwarzgeld erworbenen Vermögen gilt die umgekehrte Beweislast. Während in Italien der Verdächtigte belegen muss, dass seine Einkünfte aus sauberen Quellen stammen, muss ihm hierzulande nachgewiesen werden, dass es nicht so ist.

Auch drei Jahre nach den Morden von Duisburg, die der frühere Innenminister von Nordrhein-Westfalen als exterritoriales Problem ("Italiener töten Italiener") abtat, scheinen die Forderungen der Polizei, die deutschen den italienischen Gesetzen anzugleichen, wenig aussichtsreich. Noch wird Geldwäsche im großen Stil, zu welcher der "Ruheraum Deutschland" die Mafia-Clans einlädt, nicht so weit als Gefahr für Demokratie und Wettbewerb angesehen, dass die Debatte die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zulässt: Sollen, um die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen zu erhöhen, im Verdachtsfall tradierte Rechtsgüter wie Unschuldsvermutung oder Wahrung der Privatsphäre eingeschränkt werden dürfen? Auch Volker Beck wagt sich da nicht aus der Deckung und spricht eher wie ein versierter Rechtsanwalt als ein Volksvertreter, der das Wohl des Gemeinwesens im Blick hat. Die Mafia muss offenbar in Deutschland noch mächtiger werden, ehe sie ernst genommen und in größeren Sälen diskutiert wird.

ANDREAS ROSSMANN

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