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Die deutsche Entwicklungspolitik war unter den bislang 13 Ministerinnen und Ministern durch ein Wechselbad von Strategien geprägt. Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Rohstoffpolitik sowie Umwelt- und Friedenspolitik waren stets durchwoben von ethisch-humanitären Motiven. Der Autor skizziert diese häufigen Paradigmenwechsel durch die Geschichte und vermittelt eine eindrucksvolle Innenansicht der Etappen der deutschen Entwicklungspolitik. Zu allen Perioden werden Stimmen von Zeitzeugen wiedergegeben.…mehr

Produktbeschreibung
Die deutsche Entwicklungspolitik war unter den bislang 13 Ministerinnen und Ministern durch ein Wechselbad von Strategien geprägt. Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Rohstoffpolitik sowie Umwelt- und Friedenspolitik waren stets durchwoben von ethisch-humanitären Motiven. Der Autor skizziert diese häufigen Paradigmenwechsel durch die Geschichte und vermittelt eine eindrucksvolle Innenansicht der Etappen der deutschen Entwicklungspolitik. Zu allen Perioden werden Stimmen von Zeitzeugen wiedergegeben.
  • Produktdetails
  • UTB Uni-Taschenbücher .5138
  • Verlag: UTB
  • Artikelnr. des Verlages: 4320
  • 2., überarb. Aufl., erw. Aufl.
  • Seitenzahl: 331
  • Erscheinungstermin: 11. Juni 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 154mm x 24mm
  • Gewicht: 500g
  • ISBN-13: 9783825251383
  • ISBN-10: 3825251381
  • Artikelnr.: 54727015
Autorenporträt
Bohnet, Michael§Prof. Dr. habil. Michael Bohnet ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Ministerialdirektor i.R. Er war sowohl Leiter der multilateralen als auch der bilateralen Abteilung und in dieser Funktion stellvertretender Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er war ferner Sonderbeauftragter des BMZ für den Wiederaufbau Afghanistans und Beauftragter des BMZ für die neuen EU-Länder.
Inhaltsangabe
Geleitwort von Dirk Messner7Vorwort11Abkürzungsverzeichnis231 Grundwissen Entwicklungspolitik29 Definitionen29 Ziele29 Arten30 Erfolgskontrolle36 Grafiken382 Die mühseligen Anfänge der deutschen Entwicklungspolitik (1953-1961)41 Beschreibung und Wertung41 Stimmen von Zeitzeugen: Walter Kiefer, Dr. Günther Oldenbruch453 Entwicklungspolitik im Dienste der Deutschlandpolitik49Minister: Walter Scheel (1961-1966) Beschreibung und Wertung49 Stimmen von Zeitzeugen: Harald Hofmann, Winfried Böll, Prof. Peter Molt, Dr. Martin Greiff634 Entwicklungspolitik unter erschwerten innenpolitischen Bedingungen69Minister: Hans-Jürgen Wischnewski (1966-1968) Beschreibung und Wertung69 Stimmen von Zeitzeugen: Dr. Wolf Preuss, Dr. Helmut Giesecke, Dr. Sigvard Clasen745 Entwicklungspolitik im Lichte der ökologischen Grenzen des Wachstums79Minister: Erhard Eppler (1968-1974) Beschreibung und Wertung79 Stimmen von Zeitzeugen: Manfred Kulessa, Herbert Sahlmann896 Entwicklungspolitik im Zeichen des Ölpr
Rezensionen
Aus: Welt-Sichten - hap - 6 - 2015
[...] Bohnets gründlich recherchiertes Sachbuch eignet sich sowohl für lernbereite Einsteiger als auch für historisch interessierte Experten [...]

Aus: General-Anzeiger - Lutz Warkalla - 4. Mai 2015
[...] Bemerkenswert ist das Buch nicht nur, weil Bohnet anders als traditionell üblich die unterschiedlichen Strömungen der Entwicklungspolitik nicht an vier Dekaden festmacht, sondern 14 Phasen differenziert [...] Ungewöhnlich ist auch, dass er seine eigene Beschreibung und Bewertung jeder Minister-Phase durch 40 knapp gehaltene, oft sehr persönliche Bemerkungen [...] ergänzt. [...]

Aus: Das Parlament - Wilfried Buchta - 28 September 2015
[...] Kein Autor hätte das Innenleben des Ministeriums besser beschreiben können als Michael Bohnet [...]

Aus: nah dran - lmb - 1 2016
[...] Wer eine strukturierte und informative Einführung in das Thema oder ein breit aufgestelltes Nachschlagewerk sucht, wird hier fündig.

Aus: ekz-bibliotheksservice - Siegfried Lörcher - 2015/24
[...] Informativ, wenn auch sehr kurz sind die Tabellen, ungewöhnlich ausführlich und doch interessant sind die Listen mit den Namen der leitenden BMZ-Beamten/BMZ-Beamtinnen, und hilfreich sind die Personen- und Sach-Register im Anhang.

Aus: Welttrends - Hartmut Elsenhans - Nr. 108 / Oktober 2015
Wer eine sachliche, klar geschriebene und gleichzeitig knappe Einführung in die Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik sucht, findet in Michael Bohnets "Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik" einen hervorragenden Text. [...]
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 02.06.2015

Die Verwalter als Gestalter
Entwicklungspolitik

Die Entwicklungspolitik hat es schwer. Im Gegensatz zu den großen Fragen der Außen-, Innen-, und Wirtschaftspolitik steht sie selten im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und muss auch institutionell regelmäßig um ihre Existenz kämpfen. Selbst die immer wiederkehrenden humanitären Katastrophen in vielen Teilen der Welt sorgen nur für kurze Aufmerksamkeit. Michael Bohnet, pensionierter Beamter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und zuletzt Abteilungsleiter in diesem Haus, möchte die "Strategien, Inhalte und Ergebnisse" der deutschen Entwicklungspolitik seit den 1950er Jahren bis in die Gegenwart "beschreiben und bewerten". Zu diesem Zweck gliedert er die Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik in vierzehn Kapitel - eines für jeden Ressortleiter seit der Gründung des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit im November 1961. Jedes dieser Kapitel beginnt mit einer "Beschreibung und Wertung" über die Amtszeit des jeweiligen Ressortchefs und endet mit kurzen Stellungnahmen von Zeitzeugen, die in der Regel ebenfalls Beamte des BMZ sind. So entsteht eine sehr persönlich geprägte Darstellung, die auch vor klaren Urteilen über die jeweiligen Minister nicht zurückschreckt. Vor allem Egon Bahr (SPD) und Dirk Niebel (FDP) werden eher kritisch bewertet, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) und Carl-Dieter Spranger (CSU) kommen besser weg.

Implizit werden auch die Motive deutlich, die die bundesdeutsche Entwicklungspolitik seit den 1950er Jahren prägten. Eine herausragende Rolle spielte auch in diesem Kontext der Ost-West-Konflikt. In den 1960er und 1970er Jahren war Entwicklungshilfe immer auch ein Instrument im Systemkonflikt, weil die Bundesregierung Geld und materielle Hilfe insbesondere solchen Regierungen gewährte, die im Gegenzug die DDR nicht anerkannten. Vor allem in den 1960er Jahren entstand so geradezu ein Wettlauf zwischen beiden deutschen Staaten um die Gunst afrikanischer Länder, denn auch die DDR nutzte das Instrument der Entwicklungshilfe, um die bundesdeutsche Hallstein-Doktrin zu unterlaufen. Ebenso bedeutsam waren jedoch auch moralische Argumente, die unterschiedlich begründet wurden. In diesem Kontext waren in den 1950er Jahren die Kirchen wichtig, aber auch, besonders in den 1970er Jahren, das in der Öffentlichkeit diskutierte dramatische Wohlstandsgefälle zwischen Europa und vor allem den afrikanischen Staaten. Eng verbunden war damit auch die seit den 1990er Jahren dominierende globale Perspektive. Die sozialen und ökologischen Verwerfungen in den unterentwickelten Staaten wurden nun als potentielle Bedrohung für die gesamte Menschheit interpretiert.

Schließlich werden auch die wirtschaftlichen Interessen der Bundesrepublik deutlich. Vor allem in der Mitte der 1970er Jahre, unter der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (SPD), und später unter Minister Dirk Niebel wurden die wirtschaftlichen Interessen der Bundesrepublik stärker betont. Ein Ziel der Entwicklungspolitik war es nun auch, potente Handelspartner für die deutsche Wirtschaft zu gewinnen. Sehr deutlich wird zudem die Konkurrenz der verschiedenen Ministerien im Sektor der Entwicklungspolitik. Es scheint, als seien manche Minister vor allem damit beschäftigt gewesen, die Kompetenzen des BMZ gegenüber anderen Ressorts zu verteidigen und auszubauen. Vor allem mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesfinanzministerium gab es in dieser Hinsicht lange Auseinandersetzungen.

Erstaunlich ist, wie wenig die europäische Verflechtung der Entwicklungspolitik thematisiert wird. Das betrifft einerseits die Beziehungen zu Frankreich, den Vereinigten Staaten und Großbritannien, die ebenfalls in starkem Maße entwicklungspolitisch engagiert waren, aber auch zur EWG und der EU. Zudem fällt auf, dass auch die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen in diesem Feld eher gering eingeschätzt wird. Dies liegt gewiss auch daran, dass die Darstellung in starkem Maße von der Perspektive des ehemaligen Ministerialdirektors und Abteilungsleiters geschrieben ist. Immer wieder werden Anekdoten und persönliche Erinnerungen des Autors geschildert. Er scheut auch nicht davor zurück, eigene Leistungen besonders lobend hervorzuheben. Überhaupt hält er die "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ministerien gemeinsam mit den Durchführungsorganen" für die "eigentlichen Gestalter" der Entwicklungspolitik. Auch die Mehrheit der Zeitzeugen am Ende jedes Kapitels schreibt in diesem Duktus. So erhält das Buch in starkem Maße Memoirencharakter. Eine kritische "Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik" bleibt dagegen noch zu schreiben.

GUIDO THIEMEYER

Michael Bohnet: Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik. Strategien, Inhalte, Zeitzeugen. Verlag UTB, Stuttgart 2015. 284 S., 17,99 [Euro].

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