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Als Kind und Jugendlicher war er ein Außenseiter, im 1. Weltkrieg ein Soldat wie Millionen andere, als Kunststudent scheiterte er. Wie konnte Adolf Hitler der politische Aufstieg gelingen? Wie schaffte er es, so viele Menschen für seine Theorien zu begeistern? Wie wurde er der mächtigste Mann in Deutschland, der Begründer des Nationalsozialismus, der "Führer"? Und wie sah der Alltag dieses Kriegsherrn, dieses Massenmörders aus? Wie hat er überhaupt regiert? Gab es ein Privatleben? Wie Hitler wurde, was er war: eine Biografie der zentralen Figur des Antisemitismus und Faschismus im 20.…mehr

Produktbeschreibung
Als Kind und Jugendlicher war er ein Außenseiter, im 1. Weltkrieg ein Soldat wie Millionen andere, als Kunststudent scheiterte er. Wie konnte Adolf Hitler der politische Aufstieg gelingen? Wie schaffte er es, so viele Menschen für seine Theorien zu begeistern? Wie wurde er der mächtigste Mann in Deutschland, der Begründer des Nationalsozialismus, der "Führer"? Und wie sah der Alltag dieses Kriegsherrn, dieses Massenmörders aus? Wie hat er überhaupt regiert? Gab es ein Privatleben? Wie Hitler wurde, was er war: eine Biografie der zentralen Figur des Antisemitismus und Faschismus im 20. Jahrhundert. Auf dem neuesten Forschungsstand und mit Fotos von Hitlers "Leibfotograf".
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser
  • Best.Nr. des Verlages: 545/24635
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 352
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • 2015
  • Ausstattung/Bilder: 352 S. m. Abb. 219 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 146mm x 32mm
  • Gewicht: 525g
  • ISBN-13: 9783446246355
  • ISBN-10: 3446246355
  • Best.Nr.: 41862721
Autorenporträt
Prof. Dr. Thomas Sandkühler, 1962 in Münster geboren, hat einen Lehrstuhl für Didaktik der Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er forscht, lehrt und publiziert zum Nationalsozialismus, insbesondere zum Holocaust, u. a. zu den Rettungsinitiativen von Berthold Beitz. Zuvor hat er als Gymnasiallehrer für Geschichte und Deutsch Erfahrungen in der Vermittlung historischer Prozesse an junge Menschen gesammelt.
Rezensionen
Besprechung von 30.06.2015
Zombie der
Zeitgeschichte
„Adolf H.“ – eine anspruchsvolle
Biografie Hitlers für jüngere Leser
Ist Hitler „zu einem Popstar geworden“? Das schreibt der Historiker Thomas Sandkühler in seiner Biografie des Diktators, die sich ausdrücklich an junge Menschen richtet und damit die erste ihrer Art sein dürfte. In den Medien ist Hitler ohnehin allgegenwärtig. Jugendliche sind in der – wenn man es so nennen will – Popkultur ständig mit der Figur des Diktators konfrontiert. Sie lesen Er ist wieder da, jenen seltsamen Bestseller über Hitlers fiktive zweite Karriere; sie sharen das Video Adolf, die Nazisau vom Comiczeichner Walter Moers, lachen über Gerhard Polts Adaption einer Hitlerrede, worin der Künstler den „Führer“ über einen missglückten Leasingvertrag toben lässt. Wahrscheinlich ist über Hitler nie so viel gelacht worden seit dem Film Schtonk 1992; man kann das durchaus als gutes Zeichen sehen. Eine Figur, die zur lächerlichen Karikatur wird, übt schwerlich auch nur ansatzweise jene düstere Faszination aus, der einst so viele junge Menschen erlagen.
  Andererseits ist es gar nicht so einfach, gerade für Jugendliche, sich jenseits der Basisfakten über den Führer und die Geführten, den Verführer und die so bereitwillig Verführten ein Bild zu machen. Die großen Biografien von Joachim Fest und Ian Kershaw sind voluminös und setzen viel voraus, das schreckt nicht nur „digital nativesab. Sandkühlers Hitlerbuch möchte die Lücke schließen, entstanden ist ein überschaubares, klar und verständlich geschriebenes Werk. Souverän lässt der Autor die Forschungserkenntnisse einfließen, ohne je in jenen gruseligen Duktus zu verfallen, der in Deutschland viel zu oft als Ausweis von Wissenschaftlichkeit gilt.
  Gelungen erscheint auch der Spannungsbogen – von der beklemmenden Kindheit Hitlers bis zu dem Ende im Berliner Bunker 1945. Das erste der sieben Kapitel heißt „Der Versager“ und schildert eindringlich, wie menschliches Unvermögen sich in ideologischer Besessenheit entlädt, eine zunächst typische Biografie in Deutschland und Österreich nach 1900: „Fast zwangsläufig geriet der gescheiterte Kleinbürgersohn in den Dunstkreis rechtsradikaler Ideologien“, schreibt Sandkühler, der an der Berliner Humboldt-Universität lehrt. Eindrucksvoll ist auch das Kapitel „Der Massenmörder“, das die Verbrechen Hitlerdeutschlands schildert und eben nicht nur Hitlers und seiner Paladine: „Die meisten Deutschen hätten viel über das Schicksal der Juden wissen können, waren überwiegend aber nicht daran interessiert, mehr zu erfahren.“ Zu den weniger bekannten Untaten des NS-Regimes gehört der Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen, auf den Sandkühler verdienstvollerweise eingeht. Das Buch endet mit Betrachtungen über Hitler, „den Untoten“, einen Zombie der Zeitgeschichte: „Hitler wird auch in Zukunft durch die Köpfe der Nachgeborenen geistern.“
  So ist eine sehr lobenswerte Darstellung entstanden, an der man höchstens bemängeln könnte, dass gerade für junge Leser mehr anschauliche Szenen und Zitate hätten einfließen können und ein paar Seiten und Fakten weniger das Ganze noch dichter gemacht hätten. Manchmal geht eben der Historiker mit dem Autor durch, wenn er etwa ausführlich auf die kontroversen Versionen über die Genesis des Holocaust eingeht – hier zählt Sandkühler freilich seit seinem Buch Endlösung in Galizien (1996) zu den führenden Experten. Adolf H. nun wird leicht so anspruchsvoll, dass die Lektüre doch eher erst ab der Oberstufe sinnvoll ist. Aber für die Abiturvorbereitung in Geschichte und für junge Erwachsene bleibt das Buch ein echter Gewinn.
JOACHIM KÄPPNER
Thomas Sandkühler: Adolf H. – Lebensweg eines Diktators. Hanser 2015. 350 Seiten, 19,90 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Milos Vec trifft auf die klägliche Existenz Hitlers in dieser Biografie des Historikers Thomas Sandkühler. Dass der Autor hinter die PR-polierte Oberfläche Hitlers schaut und vor allem, dass er in einer für Teenager lesbaren Sprache schreibt, kurz, knapp und strukturiert, sind für Vec die großen Vorzüge des Buches, das sich ausdrücklich an jugendliche Leser wendet, aber auch für Erwachsene zweifelsfrei taugt, wie der Rezensent versichert. Der Spagat zwischen dem ernsten Stoff und einem lockeren Ton gelingt dem Autor laut Vec ohne Einfältigkeiten. Ebenso schafft es Sandkühler, auf dem neuesten Forschungsstand über Wirkungsgeschichte, volksgemeinschaftliche Narrative und Vernichtungsstaat zu berichten, staunt der Rezensent. Das Buch, für Vec Biografie und Gesellschaftsgeschichte in einem, hält er für ein neues Standardwerk.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 25.11.2015
Ein Zombie für die Mittelstufe
Thomas Sandkühlers Hitler-Biographie empfiehlt sich für junge Leser

Jede Darstellung der NS-Zeit steht vor heiklen ethischen Fragen. Im Film und im Roman lautet eine der Fragen: Darf überhaupt gelacht werden, und wenn ja, worüber? Es scheint, als nehme die Ethisierung sogar mit wachsendem Abstand zum historischen Geschehen nicht ab, sondern zu. Wie locker darf der Ton also sein, wenn man Jugendlichen über Massenmörder und organisierte Vernichtung erzählen will, wie Thomas Sandkühler es in seiner Hitler-Biographie tut.

Sandkühler ist Historiker an der Humboldt-Universität zu Berlin und sowohl Experte für den nationalsozialistischen Vernichtungsstaat als auch für Geschichtsdidaktik. Es ist insofern kein Zufall, dass er in seiner Hitler-Biographie die Darstellung des historischen Stoffs von Anfang an eng mit Fragen der Angemessenheit verknüpft. Denn seine Leser haben vielleicht in "Rubbeldiekatz" einen verklemmten Hitler zusammen mit Matthias Schweighöfer gesehen, welcher Frauenkleider trägt und seinem Bruder zuraunt, "Du, mich hat gerade der Führer angemacht." Sie konsumieren alberne Cartoons und Comics über "Adolf, die Nazi-Sau" und lernen im Schulunterricht die rechtlich und moralisch gebotene Ächtung der NS-Insignien. Und trotzdem sollen sie sich noch auf eine mehr als dreihundert Seiten starke Biographie einlassen, die ausdrücklich den neuesten Forschungsstand für sich beansprucht?

Der Autor legt diese Fragen sofort offen. Er berichtet seinen Lesern über die Wirkungsgeschichte Hitlers, über die wechselnden Hitler-Bilder, die Narrative zur Volksgemeinschaft und zum Vernichtungsstaat. Sein Buch entstand aus Antworten an seine Tochter, damals Schülerin der Mittelstufe, und es wendet sich in Aufmachung, Ton und Duktus an diese Altersstufe. Das erklärt vereinzelte begriffliche Anachronismen wie "Patchworkfamilie", "Führer-Air", "Groupies", die teils gelungen sind, teils aber schon Patina angesetzt haben und womöglich anbiedernd wirken.

Sandkühlers professionelles Credo verlangt, die Biographie Hitlers in den historischen Zusammenhang zu stellen. Denn Hitler ist ein "Untoter" geworden, ein Zombie der Zeitgeschichte, der durch alle möglichen Medien geistert. Will man ihn und seine Taten begreifen, muss man überzeichneten Personalisierungen entgegen wirken und - ähnlich wie Ian Kershaw - einen Mittelweg zwischen Biographie und Gesellschaftsgeschichte wählen. Sandkühlers Lebensgeschichte berichtet daher instruktiv über Selbstherrlichkeit und Bindungsangst des Menschen Adolf H., und sie ist zugleich geschickt eingebettet in Erzählungen über den Sommer 1914, die Zerrissenheit der Zwischenkriegszeit, die Sehnsucht nach Erlösung durch den NS-Staat und das beschwiegene Wissen um den Völkermord.

Die sichtbarste Konzession Sandkühlers an seine Adressaten und gleichzeitig sein Meisterstück ist dabei die sprachliche Einfachheit, die nie ins Einfältige abgleitet. Seine Sätze sind kurz, die Absätze knapp und mit Randnotizen verstärkt strukturiert. Fußnoten gibt's keine. Überschriften und Daten geben ständig Halt, zugleich fließen gerade auf den zentralen Feldern der zeitgeschichtlichen Forschung auch neueste Ansichten und deren Kritik mit ein. Dass nicht jeder Kollege jede Einschätzung teilen wird, entspricht dem Wesen solcher Werke. Vom Völkerbund etwa wären auch positivere Bilder verfügbar gewesen.

Die Darstellung fußt souverän auf den historischen Quellen und neuen Darstellungen des Nationalsozialismus, ebenso wie er verdienstvoller Weise auch die Lücken des Gewussten benennt. Sein Buch ist nicht nur das kommende Standardwerk für Teenager, sondern für jeden Leser, der eine Darstellung sucht, die inhaltlich wissenschaftliche Standards erfüllt, aber stilistisch nie von schwerfälliger Gelehrsamkeit erdrückt wird.

Freilich entgeht auch Sandkühler nicht den Aporien aller Autoren zur NS-Zeit, die bildlich nach Anschauung streben: Da Hitler bekannterweise sein Image streng kontrollieren wollte, sind wir heute auf Fotos verwiesen, die ihn so zeigen, wie er sich gern sah. Auch bei Sandkühler gibt es Doppelseiten, auf denen sich Größen des Regimes entspannt geben wie die Werbefiguren aus einer Champions-League-Halbzeitpause und auf denen der "Führer" staatsmännisch posiert. Dass aber solche medialen Selbstdarstellungen von falschen Inszenierungen triefen, weiß die Instagram-Generation nur zu gut. Umgekehrt hätte Hitler wohl in seinen Münchner Jahren lebhaft mit Snapchat experimentiert. Welche klägliche Existenz er dahinter zu verbergen suchte, macht Sandkühlers Porträt von der ersten Seite an anschaulich.

MILOS VEC

Thomas Sandkühler:

"Adolf H." Lebensweg

eines Diktators.

Carl Hanser Verlag,

München 2015.

352 S., geb., 19,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Eine höchst lesbare Einführung in die NS-Geschichte vor allem für jüngere Leser." Bernhard Schulz, Der Tagesspiegel, 18.01.16 "Die sichtbarste Konzession Sandkühlers an seine Adressaten und gleichzeitig sein Meisterstück ist die sprachliche Einfachheit, die nie ins Einfältige abgleitet. Seine Sätze sind kurz, die Absätze knapp und mit Randnotizen verstärkt strukturiert. Fußnoten gibt's keine. Überschriften und Daten geben ständig Halt, zugleich fließen gerade auf den zentralen Feldern der zeitgeschichtlichen Forschung auch neueste Ansichten und deren Kritik mit ein. ... Die Darstellung fußt souverän auf den historischen Quellen und neuen Darstellungen des Nationalsozialismus, ebenso wie er verdienstvoller Weise auch die Lücken des Gewussten benennt. Sein Buch ist nicht nur das kommende Standardwerk für Teenager, sondern für jeden Leser, der eine Darstellung sucht, die inhaltlich wissenschaftliche Standards erfüllt, aber stilistisch nie von schwerfälliger Gelehrsamkeit erdrückt wird." Milos Vec, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.15 "Ein Gewinn: weil Sandkühler sich nicht zu schade ist, das zu erklären, was man bei dieser Zielgruppe nicht voraussetzen darf. Zugleich schreibt er mit der großen Ernsthaftigkeit und Genauigkeit des Historikers. ... Eine erstklassige Empfehlung für junge Leser, die Fragen an die deutsche Geschichte haben." Monika Dittrich, Deutschlandfunk, 10.08.15 "Eine anspruchsvolle Biografie Hitlers für jüngere Leser." Joachim Käppner, Süddeutsche Zeitung, 30.06.15 "Es war nicht einer allein, der den Zweiten Weltkrieg vom Zaun brach und den Holocaust ins Werk setzte. Dafür brauchte es viele, die mitmachten, zuschauten oder wegsahen. Das zu erkennen ist sicherlich nicht neu, aber für eine Hitler-Biografie, die sich an Jugendliche richtet, genau der richtige Akzent." Louisa Reichstetter, Die Zeit, 07.05.15 "Ich bin beeindruckt, wie es Thomas Sandkühler gelungen ist, in klarer Sprache, behutsamem Urteil und immer wieder aufblitzender Ironie einem so stark traktierten Stoff neue, auch erzählerisch neue Facetten abzugewinnen, ohne den schwierig zu treffenden Ton der Leichtigkeit zu verlieren." Martin Sabrow, Historiker" "Mit seiner hochinteressanten Hitler-Biografie wagt sich Thomas Sandkühler mit großem Schwung auf historiografisches Neuland, indem er geschichtswissenschaftliche Ambitionen mit pädagogisch-didaktischen Absichten zusammenführt. Die damit erreichte Verständlichkeit und Anschaulichkeit verdient jedes Lob. Er schreibt Klartext und geizt nicht mit beherzten Urteilen. Chapeau!" Joachim Rohlfes, Historiker "Mein Kompliment für Thomas Sandkühlers Hitler-Buch! Für junge Leute geschrieben, konnte auch ich mich bei der Lektüre nur schlecht losreißen. Ich finde das Buch wirklich sehr gelungen: Es enthält alles Wesentliche, auch genuin historische Leitfragen und wohlbegründete historische Urteile und es hat ein sprachliches Niveau, das zugleich einfach und anspruchsvoll ist. Hoffentlich wird es viel gelesen!" Jörn Rüsen, Historiker und Geschichtsdidaktiker, 26.03.2015 "Ich möchte zu Thomas Sandkühlers Hitler-Biographie gerne unumwunden sagen: Ich bin beeindruckt und begeistert. Ihm ist nicht nur etwas gelungen, was lange schon fehlte, sondern er zeigt zudem, dass möglich ist, was angeblich nicht mehr möglich sein soll, nämlich Geschichte auf der Höhe des Forschungsstandes sprachlich so zu entwickeln, dass es zu keiner vermeintlich jugendgerechten Anbiederung kommt. Der gelassene, ernste aber nicht angestrengte, unpathetische, nicht dramatisierende, nicht moralisierende Ton, in dem Sandkühler schreibt, gefällt mir sehr, weil er die Geschichte ebenso ernst nimmt wie die, denen sie nahegebracht werden soll." Volkhard Knigge, Historiker und Geschichtsdidaktiker, 26.03.2015 "Thomas Sandkühler zeigt dem Leser, dass eine Biographie nicht nur die Lebensgeschichte eines Menschen, sondern auch das Gemälde einer Zeit ist. Meisterhaft ko…mehr