48,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Gebundenes Buch

1 Kundenbewertung

Was hat die Generation meines Vaters dazu bewogen, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen? Die Suche des Autors nach einer Antwort führt zu überraschenden Ergebnissen. Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren polnischer, englischer, französischer, italienischer und amerikanischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Zusammenhänge werden deutlich, die bislang schlichtweg übergangen wurden. "Dieser Krieg", so…mehr

Produktbeschreibung
Was hat die Generation meines Vaters dazu bewogen, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen? Die Suche des Autors nach einer Antwort führt zu überraschenden Ergebnissen.
Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren polnischer, englischer, französischer, italienischer und amerikanischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Zusammenhänge werden deutlich, die bislang schlichtweg übergangen wurden. "Dieser Krieg", so Schultze-Rhonhof, "hatte viele Väter". Es geht also um die Mitverantwortung der oben genannten Staaten!
Vieles in unserer deutschen Geschichte zwischen 1919 und 1939 ist ohne Kenntnis des zeitgleichen Geschehens in anderen Ländern nicht zu verstehen, zu eng greifen oft Wirkung und Wechselwirkung ineinander. Doch es ist nicht allein die zeitgleiche Geschichte unserer Nachbarvölker, die den Kriegsbeginn beeinflußt hat, es ist auch - und das nicht unerheblich - die gemeinsame Vorgeschichte der streitenden Parteien. Der israelische Botschafter in Bonn, Asher ben Nathan, antwortete in einem Interview auf die Frage, wer 1967 den Sechstagekrieg begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe: "Das ist gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen vorausgegangen ist." So hat fast jede Geschichte ihre Vorgeschichte.
  • Produktdetails
  • Olzog Edition
  • Verlag: Lau-Verlag; Olzog
  • 11., erw. Aufl.
  • Seitenzahl: 731
  • Erscheinungstermin: 20. November 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 246mm x 180mm x 53mm
  • Gewicht: 1449g
  • ISBN-13: 9783957682109
  • ISBN-10: 395768210X
  • Artikelnr.: 58274139
Autorenporträt
Gerd Schultze-Rhonhof, Generalmajor a. D. und zuletzt Territorialer Befehlshaber für Niedersachsen und Bremen, verließ 1996 aus Protest gegen das »Soldaten sind Mörder-Urteil« des Bundesverfassungsgerichts die Bundeswehr und ist seitdem als Publizist tätig.
Inhaltsangabe
Vorwort Teil 1:Die Vorgeschichte Die Vorgeschichte Kriegsgründe in Europa Die britisch-deutsche Rivalität Englands Vertragspolitik Das Flottenwettrüsten Englands Alternative Englands Feindbild Die Marokkokrisen Die Bagdadbahn Die deutsche Sicht von England Französisch-deutsche Auseinandersetzungen Elsaß-Lothringen Die Rivalität in den Kolonien Der Streit um Kolonien Rußlands Verhältnis zu Deutschland Die belgische Neutralität Die Bedeutung Der englische Bluff mit der belgischen Neutralität Deutschland als "enfant terrible" Das Gewirr von gegensätzlichen Interessen Der Zündfunke von Sarajewo Die Kettenreaktion vom Juli 1914 Die Kriegsschuld 1914 Der Erste Weltkrieg Die Hypothek der Propaganda Der Versailler Vertrag und die Ächtung Deutschlands Die ersten Folgen von Versailles Die subjektive Sicht der Völker Brandgeruch in Europa Teil 2:Die Jahre der Anschlüsse Die Jahre der Anschlüsse Die Volksabstimmung an der Saar Die deutsche Wehrhoheit im Rheinland Der Locarno Vertrag Die Verletzung des Locarno Vertrags Risiko für Deutschlands Sicherheit Rückkehr der Wehrmacht ins Rheinland Hitlers 19-Punkte Friedensplan Die britischen und französischen Gegenvorstellungen Der Anschluß Österreichs Die Vorgeschichte Die deutsch-österreichische Wiederannäherung Das Nachkriegsösterreich Dr. Schuschniggs "Volksabstimmung" Die Wiedervereinigung Stresa, Abessinien und die Achse Rom-Berlin Amerika im Hintergrund Der Anschluß der Sudetengebiete und die Unterwerfung der Tschechei Die historischen Wurzeln der Tschechoslowakei Die Tschechoslowakei als Vielvölkerstaat Die Sudetendeutschen Das Verhältnis zwischen Tschechen und Sudetendeutschen Die deutsche Einmischung in die tschechische Sudetenkrise Die tschechoslowakische Eskalation Englands und Frankreichs Einmischung Chamberlains erster Vermittlungsversuch und Benes' Vorschlag zur Aussiedlung der Sudetendeutschen Roosevelts Rettungsversuch Das Einlenken der Tschechen Das Treffen in Bad Godesberg vom 22. bis 24. September 1938 Benes' "Sowjet-Plan" Die Münchener Konferenz vom 29. bis 30. September 1938 Der Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 Die "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 Der Irrtum mit der "freien Hand im Osten" Der Zerfall der Tschechoslowakei Die Tschechei wird zum Protektorat Die Garantie, die es nie gab Der Anlaß zum Zweiten Weltkrieg Die Rückgabe Memels Die noch immer offene koloniale Frage Wirtschaftliche Kriegsgründe 1918 bis 1939 Die Kriegsschulden aus dem Ersten Weltkrieg Die goldenen Zwanziger Jahre Die Weltwirtschaftskrise Beggar-my-neighbour-policy Die Wirtschaft im Dritten Reich Hitlers Lebensraum-Vorstellungen Roosevelts Forderung nach weltweitem Freihandel Teil 3:Die Wiederaufrüstung zwischen 1918 und 1939 Die Wiederaufrüstung zwischen 1918 und 1939 Das Abrüstungsgebot von Versailles Die internationale Aufrüstung nach dem Ersten Weltkrieg Flottenrüstung Luftrüstung Rüstung der Landstreitkräfte Die Genfer Abrüstungsverhandlungen bis 1933 Die geheimen Verteidigungsvorbereitungen der Reichswehr bis 1933 Die geheimen Verteidigungsvorbereitungen im Reichsheer Die geheimen Verteidigungsvorbereitungen der Reichsmarine Die geheimen Vorbereitungen zur Aufstellung einer Luftwaffe Geheime Vorbereitungen im allgemeinen Wehrwesen Hitler und die Genfer Abrüstungsverhandlungen bis 1934 Der Rüstungswettlauf ab 1933 Die Marinerüstung 1933 bis 1939 Die Luftwaffenrüstung 1933 bis 1939 Die Heeresrüstung 1933 bis 1939 Schuld und Mitschuld Teil 4:Hitlers Kriegsankündigungen bis 1939 Hitlers Kriegsankündigungen bis 1939 Der trügerische Schlüssel zu Hitlers "Langzeitplan" Hitlers Buch "Mein Kampf" Der Offenbarungswert der Hitler-Reden Hitlers Friedensbeteuerungen Die überhörten Warnsignale und Hitlers Antrittsrede vor Generalen am 3. Februar 1933 Die geheimen Hitler-Reden und die Schlüsseldokumente Hitlers Rede vom 5.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.11.2003

Im Generalsblick
Abstruses zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs

Gerd Schultze-Rhonhof: 1939. Der Krieg, der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg. Olzog Verlag, München 2003. 565 Seiten, 34,- [Euro].

Mit dem Ende des "Dritten Reiches" kamen die Legenden. Eine davon lautete: Nicht allein Deutschland oder Hitler seien es gewesen, welche die Welt in einen neuen Krieg gestürzt hätten. Die Schuld am großen Weltenbrand hätten sich viele Staaten und Politiker zu teilen; deren Verantwortung sei vielleicht noch größer als die deutsche. Diese Lüge hatte System: Kein Schritt Hitlers war so verhängnisvoll wie seine Entfesselung des Zweiten Weltkriegs. Auch war es erst dieser Krieg, der viele Radikalisierungsschübe des nationalsozialistischen Regimes ermöglichte.

Der Titel des Wälzers läßt aufhorchen: "Der Krieg, der viele Väter hatte". Ungewöhnlich ist auch der Beruf des Verfassers, den der Klappentext als pensionierten Bundeswehr-Generalmajor ausweist. Nun wäre es fatal, die Geschichtsschreibung allein den Historikern zu überlassen. Gleichwohl läßt das deren Darstellungen nicht überflüssig werden. Gerd Schultze-Rhonhof hingegen gibt frank und frei zu, er erhebe gar nicht den Anspruch, "die Tausende von Büchern gelesen und verarbeitet zu haben, die zum Thema meines Buchs bereits geschrieben worden sind". Dabei hätten doch schon wenige genügt! Denn bei der Genese des Zweiten Weltkriegs handelt es sich um ein Thema, das gut erforscht ist. Trotzdem sucht man selbst die Namen der wichtigsten Autoren in einem Literaturverzeichnis von etwas über neun Seiten vergebens. Anstelle eines Hermann Graml, Walther Hofer, Klaus Hildebrand oder Andreas Hillgruber finden sich etwa der "dtv-Atlas zur Weltgeschichte", ein Schulbuch für Gymnasien, das Werk von Urs Schwarz mit dem Titel "Strategie - Gestern, heute, morgen" und politisch höchst bedenkliche Traktate von David Hoggan und Erich Kern.

Überraschend ist das Eingeständnis des Autors, es sei für ihn "verwirrend" gewesen, "daß die erste Geschichtsschreibung nach dem Kriege unter gesetzlichen Auflagen erarbeitet worden" sei: "Dadurch waren der subjektiven Sicht der Siegermächte Tür und Tor geöffnet und die besiegten Deutschen per Gerichtsbeschluß verpflichtet, diese Sicht zu übernehmen." Worauf zielen diese dunklen Andeutungen? Konnte sich die Zeitgeschichtsforschung in der Bundesrepublik nicht frei entfalten? Aber nicht nur die Forschung ist dem Autor verdächtig, sondern auch so renommierte Editionen wie die "Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918 bis 1945", die "zu Gunsten der Sieger ausgewählt und auch ,gewaschen' worden" seien.

Es liegt nahe, daß sich auf der Basis einer solch aparten Mischung aus Unkenntnis, Voreingenommenheit und Ignoranz das Anliegen des Autors kaum einlösen läßt: "die Geschichte, die zum Zweiten Weltkrieg führt, in begreifbare Zusammenhänge zu stellen und sie gut lesbar zu erzählen" - ein Vorhaben, mit dem er "besonders jüngeren Lesern" helfen will. Schon die Gliederung seiner Arbeit ist abstrus und einseitig: Erst werden umständlich Vorgeschichte und Ergebnis des Ersten Weltkriegs ausgebreitet, dann die territorialen Zuwächse des Deutschen Reichs zwischen 1935 und 1939 und schließlich die internationale Rüstungspolitik bis 1939. Hitlers Ideologie und die unmittelbare Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs sind erst danach ein Thema. Die Absicht einer solch selektiven Komposition liegt auf der Hand: Daß es der internationalen Politik in einem komplizierten dialektischen Prozeß schon vor 1933 gelang, zentrale Bestimmungen des Versailler Vertrags zu revidieren, wird ebenso unterschlagen wie die Tatsache, daß die deutsche Rüstungspolitik mehr wollte als nur den Gleichstand mit den - zweifellos - hochgerüsteten Nachbarn. Versailles, so lautet die Botschaft, sei das Grundübel. Hitlers Wille zum Krieg scheint dahinter zu verblassen. "Mein Kampf"? Davon habe sich Hitler ab 1930 distanziert. Seine Reden? Voll von Friedensbeteuerungen. Die Hoßbach-Aufzeichnung über Hitlers geheime Ansprache vom November 1937? Möglicherweise doch eine Fälschung.

Schultze-Rhondorfs dürre Bilanz stellt die Ergebnisse der seriösen Forschung auf den Kopf. Als die eigentlich Schuldigen am Zweiten Weltkrieg erscheinen hier Frankreich und Großbritannien. Gerade die Briten hätten alles unternommen, um Deutschland zu schwächen, bis dieses "unter Hitler ab 1936 anfängt, die aufgezählten Fragen eine nach der anderen selbst zu lösen": "Mit der Annexion der Rest-Tschechei ist Hitler dann zu weit gegangen . . . Kurz nach dem deutschen Einmarsch in die Rest-Tschechei fängt England an, den nächsten Weltkrieg einzufädeln." Das ist nicht die einzige Entgleisung. Im Grunde sind Interpretationen wie diese auch nicht neu. Sie folgen alten Spuren, die weniger im Bereich der Forschung als in dem von Ideologie und Propaganda angesiedelt sind. Neu ist dagegen, daß sie von einem ehemals führenden Offizier der Bundeswehr öffentlich vertreten werden.

CHRISTIAN HARTMANN

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Haarsträubend findet Christian Hartmann dieses Buch zum Zweiten Weltkrieg, undwas  der Rezensent ihm entnommen hat, ist es in der Tat: "Versailles, so lautet die Botschaft, sei das Grundübel. Hitlers Wille zum Krieg scheint dahinter zu verblassen." Und die eigentlichen Schuldigen am Zweiten Weltkrieg? Frankreich und Großbritannien. Die historische Forschung gestattet sich der Autor, der eine Einführung in das Thema für junge Leser schreiben zu wollen vorgibt, komplett zu ignorieren - diese sei von der subjektiven Sicht der Siegermächte geprägt. Stattdessen hat Hartmann im Anhang des Buches Arbeitsmaterialien vom "dtv-Atlas zur Weltgeschichte" über ein "Schulbuch für Gymnasien" bis hin zu "politisch höchst bedenkliche Traktate von David Hoggan und Erich Kern" gefunden. Erschreckend sei jedoch, konstatiert der Rezensent, weniger die altbekannte revisionistische Legende als die Tatsache, dass ein pensionierter Generalmajor der Bundeswehr derartiges verfasst.

© Perlentaucher Medien GmbH