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Populismus ist ein vielgestaltiges Phänomen. Mal ist er rechts, mal links; mal artikuliert er Protest gegen offene Märkte, mal wendet er sich gegen Migration. Auch in der geografischen Verteilung zeigt er sich variantenreich: In Südeuropa dominiert der Links-, in Nordeuropa der Rechtspopulismus. Philip Manow entwickelt eine vergleichende Erklärung für dieses zunächst widersprüchlich erscheinende Bild. Den Ausgangspunkt bilden die jeweiligen wirtschaftlichen Wachstumsmodelle, die Verfasstheit von Arbeitsmarkt und Sozialstaat, kurz die jeweiligen Politischen Ökonomien. Es zeigt sich: Wer vom…mehr

Produktbeschreibung
Populismus ist ein vielgestaltiges Phänomen. Mal ist er rechts, mal links; mal artikuliert er Protest gegen offene Märkte, mal wendet er sich gegen Migration. Auch in der geografischen Verteilung zeigt er sich variantenreich: In Südeuropa dominiert der Links-, in Nordeuropa der Rechtspopulismus. Philip Manow entwickelt eine vergleichende Erklärung für dieses zunächst widersprüchlich erscheinende Bild. Den Ausgangspunkt bilden die jeweiligen wirtschaftlichen Wachstumsmodelle, die Verfasstheit von Arbeitsmarkt und Sozialstaat, kurz die jeweiligen Politischen Ökonomien. Es zeigt sich: Wer vom Populismus reden will, aber vom Kapitalismus nicht, landet immer nur bei Identitätspolitik - und wird dann unweigerlich selbst Partei im Streit.
  • Produktdetails
  • edition suhrkamp .2728
  • Verlag: Suhrkamp
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 176
  • Erscheinungstermin: 7. November 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 106mm x 20mm
  • Gewicht: 119g
  • ISBN-13: 9783518127285
  • ISBN-10: 3518127284
  • Artikelnr.: 52366876
Autorenporträt
Manow, Philip
Philip Manow, geboren 1963, ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bremen.
Rezensionen
"Philip Manows Buch leistet einen wichtigen Beitrag, um die ökonomischen Beweggründe derjenigen genauer in den Blick zu bekommen, die sich von den demokratischen Institutionen und vom Projekt der europäischen Einigung abwenden. Damit eröffnet es auch der politischen Praxis neue Wege."
Albrecht Koschorke, Neue Zürcher Zeitung 17.11.2018
Besprechung von 11.02.2019
Ungewaschen am Tisch?
Bücher über Wirtschaft und Populismus

Die seriöse Debatte der Wechselwirkungen zwischen Populismus und Wirtschaft geht zurück auf den Ökonomen Dani Rodrik. Er postulierte zum einen schon vor Jahren ein "unmögliches Dreieck" aus wirtschaftlicher Globalisierung, Nationalstaat und Demokratie, und er verwies auf frühe Wurzeln des Phänomens, die in das 19. Jahrhundert zurückreichen. Des Weiteren geht auf Rodrik die Unterscheidung zwischen "linkem" und "rechtem" Populismus zurück; beide Variationen sieht er wesentlich, wenn auch nicht allein durch die Globalisierung bedingt. "Linker" Populismus ist für ihn stark durch Protest gegen die mit der Globalisierung verbundene Freiheit von Kapital und Gütern verbunden. "Rechter" Populismus drückt sich in Form von Protest gegen die Freizügigkeit des Personenverkehrs, also gegen Migration, aus. Auch hat Rodrik dafür plädiert, systematisch die Determinanten von Angebot und Nachfrage nach Populismus zu analysieren.

In der Zwischenzeit hat der Harvard-Ökonom mit "Straight Talk on Trade" ein Buch vorgelegt, das ein wenig zusammengestoppelt wirkt, weil es im Wesentlichen eine Ansammlung von kürzeren Beiträgen zusammenfasst. Rodrik analysiere die Politik mit den Augen des Ökonomen und betrachte die Ökonomie mit den Augen eines Philosophen, kommentiert Rodriks Kollege David Autor. Dem Verfasser geht es darum, durch eine Politik, die Globalisierung befürwortet, aber auch ihre negativen Begleiteffekte nicht negiert, Demokratie mit Selbstbestimmung und wirtschaftlichem Wohlstand zu vereinen: "Das Versagen der Ökonomen, das gesamte Bild des Außenhandels zu zeichnen, mit allen notwendigen Einschränkungen und Vorbehalten, hat es erleichtert, den Außenhandel, nicht selten fälschlich, schwarzzumalen." Auch wer Rodrik nicht in allem zustimmt, sollte ihn lesen.

Rodriks Unterscheidung zwischen "linkem" und "rechtem" Populismus wird von Philip Manow in "Die Politische Ökonomie des Populismus" mit Blick auf Europa weiter ausdifferenziert. Im gelegentlich besserwisserischen Duktus des deutschen Sozialwissenschaftlers alter Schule betont Manow aber immerhin zu Recht, dass es keinen Sinn hat, Populismus ohne seine wirtschaftlichen Grundlagen zu analysieren und stattdessen mit Ausfällen gegen "alte, weiße Männer" oder "Abgehängte" das Thema zu verfehlen. Außerdem habe es keinen Sinn, Anhänger eines Populismus zu behandeln wie "Ungewaschene am Tisch".

Vereinfachungen sind immer angreifbar, aber als Grundthese gibt Manow für Europa vor: "Im Süden ist der Populismus tendenziell links, im Norden tendenziell rechts." Manow unterscheidet aber noch einmal innerhalb des "rechten" Populismus je nach der Natur der bekämpften Migration. In West- und Osteuropa sieht er vor allem Protest gegen Arbeitsmigration - Großbritannien wäre ein Beispiel. In vielen Ländern Nord- und Kontinentaleuropas erkennt Manow dagegen vor allem Protest gegen Fluchtmigration.

Der Wirtschaftshistoriker Barry Eichengreen wirft in "The Populist Temptation" naturgemäß einen intensiveren Blick auf die Geschichte des Populismus, die nach der üblichen Lesart in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten mit Protesten gegen die Goldwährung und die damalige wirtschaftliche Globalisierung ihren Anfang nahm. Eichengreen erinnert daran, wie sowohl Bismarck in Deutschland als auch Chamberlain in Großbritannien für Zollpolitik nicht zuletzt mit dem Ziel eintraten, die jeweilige Nation zu einen. Anschließend arbeitet sich der Verfasser in die Gegenwart vor, indem er sich vor allem stark mit dem Phänomen Trump befasst. Ob die Vereinigten Staaten oder Europa auf die Dauer anfälliger für den Populismus bleiben, lässt er offen.

"Hochtechnologie und Globalisierung haben sich gegenseitig verstärkt", schreibt der Chefökonom des internationalen Wirtschaftsforschungsunternehmens TS Lombard, Charles Dumas, in "Populism and Economics". Globalisierung, Technologie, Demographie und Ungleichgewichte seien die vier Elemente, die wesentlich zur heutigen Situation beigetragen hätten. Fraglos nutzten Demagogen eine weitverbreitete Unzufriedenheit aus und präsentierten unsinnige Rezepte, aber Politiker und Kommentatoren aus der politischen Mitte legten eine gleichermaßen verbreitete Unfähigkeit im Umgang mit legitimen Klagen an den Tag.

Dann schreibt Dumas etwas, was in der internationalen Diskussion Standard ist, in Deutschland aber häufig verdrängt wird: "Dieser massive Wandel wurde ergänzt durch eine globale Ersparnisschwemme - oder genauer, durch den strukturellen eurasischen Ersparnisüberschuss in Deutschland, seinen Nachbarländern im Norden, Westen und Süden, plus China, Japan und den asiatischen Tigerstaaten. Dieser große Teil der Weltwirtschaft kann seine Sucht nach Ersparnisbildung nur aufrechterhalten, wenn andere Länder oder Branchen Defizite fahren und/oder ihre Verschuldung steigern. Sowohl die Finanzkrise - und ihr Nachfolger, die Euro-Krise - als auch der anschließende langsame Aufschwung der Weltwirtschaft waren klare Folgen dieser Defizite und Schulden." Die Ersparnisschwemme sei aber keine zwingende Nebenbedingung der Globalisierung

Mit Blick auf Europa erwartet Dumas einen Rückgang des deutschen Leistungsbilanzüberschusses, aber er fürchtet, dass Italien nicht genug Zeit haben wird, um wirtschaftlich auf die Füße zu fallen. Und nicht nur für Italien gilt nach Ansicht des Verfassers: "Ein langsameres Potentialwachstum in den kommenden Jahren könnte der gefährlichen Welle politischer Unzufriedenheit mit der Weltwirtschaftsordnung weitere Kraft verleihen."

GERALD BRAUNBERGER

Dani Rodrik: Straight Talk on Trade. Princeton University Press. Princeton 2018. 316 Seiten. 23,50 Euro

Philip Manow: Die Politische Ökonomie des Populismus. Suhrkamp. Frankfurt 2018. 178 Seiten. 16,50 Euro

Barry Eichengreen: The Populist Temptation. Oxford University Press. Oxford 2018. 244 Seiten. 18,99 Pfund

Charles Dumas: Populism and Economics. Profile Books. London 2018. 184 Seiten. 19,95 Dollar.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Analytisch klar, streitlustig und dann auch noch schön schmal findet Jens Bisky diesen Band des Bremer Politikwissenschaftlers Philip Manow, der die Debatte um den Populismus weg von der moralischen Abgrenzung hin zu ökonomischen Verteilungsfragen lenken möchte. Manow stellt nämlich nicht nur fest, dass im Norden Europas der Rechts- und im Süden der Linkspopulismus überwiegt, wie Bisky erklärt, sondern er erkennt auch die Logik dahinter. Im Norden gäbe es starke Wohlfahrtssysteme, aber eine schwindende Industrie. Das letzte, was die von Abstieg bedrohte Arbeiterschaft hier brauche, seinen Einwanderer. Im Süden dagegen lebt die Wirtschaft nicht von Exporten, sondern von der Binnennachfrage, doch die von der EU erforderte Austeritätspolitik verhindert staatliche Ausgaben. So bekomme jeder Teil Europas genau die Globalisierung, die er nicht braucht, folgert Manow und erkennt darin das "Anna-Karenina-Prinzip" des Neoliberalismus: Jede globalisierte Ökonomie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 21.01.2019
Das Anna-Karenina-Prinzip
Philip Manow erklärt die Politische Ökonomie des Populismus,
Chantal Mouffe empfiehlt ihn der westeuropäischen Linken
VON JENS BISKY
Überall lauern Populisten. Aber was heißt das schon? Ein Etikett, das man Donald Trump und Beatrix von Storch, Hugo Chávez und Marine Le Pen, Alexis Tsipras und Viktor Orbán gleichermaßen anheftet, scheint in seiner Vagheit vom Wesentlichen notwendig abzulenken. Gemeinsam sei den verschiedenen Populismen, schrieb 2016 der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller, deren „moralischer Alleinvertretungsanspruch“. Populisten behaupten, sie allein würden das Volk repräsentieren. Wer anders denke, gehöre nicht zum „wahren Volk“. Der Vorwurf trifft in erster Linie die vermeintlich kosmopolitischen liberalen Eliten.
Philip Manow, der in Bremen Politikwissenschaft lehrt, reicht das nicht. Wer nur von Alleinvertretungsanspruch, Abgrenzungsrhetorik und Konfrontationslogik spreche, hebe die Debatte „in den Bereich der politischen Leidenschaften und der Moral“. Wenn man der anderen Seite nicht zugestehe, sie könne ein Argument, ein berechtigtes Motiv haben, verkomme der Streit, werde unergiebig und hysterisch. Statt sich also ins Getümmel zu stürzen, geht Manow auf Distanz und stellt die Frage: Wieso richtet sich der Protest in Nordeuropa eher gegen Migration, „also rechtspopulistisch gegen die freie Bewegung von Personen“, in Südeuropa aber „eher gegen die ‚neoliberale‘ Wirtschaftsordnung, also die freie Bewegung von Gütern und Kapital sowie die fiskalpolitische Zurückhaltung des Staates“? Die Antwort skizziert Manow in seiner „Politischen Ökonomie des Populismus“. Wer an den Wahlabenden dieses Jahres nicht entgeistert auf die Glotze starren will, sollte dieses schmale, analytisch klare und erfreulich polemische Buch vorher lesen.
In Nord- und Kontinentaleuropa versöhnt ein vergleichsweise großzügiger, allen zugänglicher Sozialstaat mit den Folgen der Güterglobalisierung. Die Populisten wollen nicht den freien Verkehr von Waren und Geld blockieren, der den exportorientierten Ökonomien Wohlstand sichert, wohl aber die Freizügigkeit von Personen. Sie sind „wohlfahrtsstaatschauvinistisch“, verteidigen die Rechte der Inländer gegen Zuwanderung, von der sie glauben, sie sei zu teuer für den Sozialstaat und gefährde auf die Dauer dessen Leistungsfähigkeit.
In Südeuropa ist der Sozialstaat, so Manow, immer klientelistisch geblieben, dient vor allem der Belohnung der eigenen Parteigänger. Weder in Griechenland noch in Italien oder Spanien gebe es „ein ausgebautes nationales System wirtschaftlicher Grundsicherung“. Die ankommenden Migranten finden kaum Zugang zu wohlfahrtsstaatlichen Leistungen, aber Arbeit im informellen Sektor, zu extremen Niedriglöhnen und miserablen Bedingungen. Das wirtschaftliche Wachstum beruht vor allem auf der Binnennachfrage. Sie durch höhere Staatsausgaben anzukurbeln, ist infolge der Austeritätspolitik kaum möglich. Die Zugehörigkeit zum Euro erlaubt keine Währungsabwertung. Die Populisten fordern vor allem protektionistische Maßnahmen gegen die Güterglobalisierung.
Aufregend wird Manows Analyse, wenn er zeigt, wie die Europäische Union durch das Beharren auf den Grundfreiheiten – dem freien Verkehr für Personen, Geld, Waren, Dienstleistungen – die Konflikte verschärft. Daher tauchte die „Eurokrise der Peripherie zeitverschoben als Flüchtlingskrise des Zentrums“ wieder auf: „Nun hat jeder die Globalisierung, die er nicht braucht: der eine die Bewegung des Geldes und der Güter, der andere die der Personen.“
Philip Manow folgt Anregungen des Harvard-Ökonomen Dani Rodrik, der Populismus als den Protest jener versteht, die sich von der Globalisierung bedroht sehen. Das heißt aber in jedem Land etwas anderes und Verschiedenes je nach sozialer Lage. Es gelte, so Manow, das „Anna-Karenina-Prinzip: Jede Politische Ökonomie ist auf ihre ganz eigene Art unglücklich“. Gegenüber allen kulturalistischen Erklärungen hat seine Analyse den Vorzug, dass er auf die Dämonisierung der Populisten und ihrer Wähler verzichten und Klischees korrigieren kann. Die AfD, so das Ergebnis einer genauen Datenanalyse bis hinab auf die Wahlkreisebene, war erfolgreich bei regulär Beschäftigten in wirtschaftlich vom alten deutschen Industriemodell geprägten Regionen. Aber die Wähler hatten um das Jahr 2000 Arbeitslosigkeit selber oder in ihrer unmittelbaren Umgebung erlebt. Nach den Hartz-IV-Gesetzen war ihnen ihr prekärer Status bewusst. Diese „Reminiszenzen“ kamen im Sommer 2015 wieder hoch, die Statusangst wurde aktualisiert.
Es gehe, schlussfolgert Manow, im Kern um eine sozioökonomische Auseinandersetzung, um Verteilungsfragen. Den populistischen Protest auf diese Weise ernst zu nehmen, ihn als Symptom tatsächlicher Probleme zu verstehen, ermöglicht deren politische Bearbeitung, statt weiter auf die Wirkung von Moralpredigten und Diskursverbotsschildern zu hoffen.
Während Manow analysiert und immer neue Unterscheidungen trifft, will die Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe den „populistischen Moment“ für eine Revitalisierung der Linken, eine Radikalisierung der Demokratie nutzen. Sie aktualisiert Überlegungen, die sie schon 1985 gemeinsam mit Ernesto Laclau formuliert hat. Ihre Argumente sind schlecht gealtert.
Der linke, der „gute“ Populismus ziele darauf ab, „demokratische Forderungen in einem kollektiven Willen zu bündeln, um ein ,Wir‘ zu konstruieren, ein ,Volk‘, das einem gemeinsamen Gegner die Stirn bietet: der Oligarchie“. Dazu will Mouffe, die in London lehrt, eine „Äquivalenzkette“ knüpfen „zwischen den Forderungen der Arbeiter, der Einwanderer und der vom Abstieg bedrohten Mittelschicht sowie anderer demokratischer Forderungen, etwa derer der LGBT-Gemeinde“.
Wie das gehen soll, bleibt weitgehend im Vagen. Für Mouffe lebt die Demokratie von zwei Traditionen: der des politischen Liberalismus – Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, individuelle Freiheit – und der im engeren Sinn demokratischen mit den zentralen Ideen Gleichheit, Volkssouveränität. Die Spannung, der Konflikt zwischen beiden sei unter „neoliberaler Hegemonie“ ausgeschaltet worden. Demokratie wurde postdemokratisch, stehe „nur noch für die Abhaltung freier Wahlen und die Verteidigung der Menschenrechte“.
Dieses „nur noch“ erklärt auch, warum Mouffe Osteuropa programmatisch ausblendet, obwohl jemand, der sich für politische Mobilisierung interessiert, doch vielleicht ein paar Worte zum Revolutionsjahr 1989 verlieren könnte. Stattdessen igelt sich diese Kampfschrift in der Komfortzone westlinker Gewissheiten ein, wobei, wie üblich, die dreißig glorreichen Jahre von 1945 – 1975 ahistorisch verklärt werden. Ist die Abneigung gegen Margaret Thatcher und Tony Blair für eine Linke in Europa wirklich wichtiger als die Fülle der Erfahrungen demokratischer Neuordnung in den postkommunistischen Ländern?
Am Ende läuft es auf den Kalenderspruch hinaus, der populistische Moment beinhalte auch eine Chance. Wofür? Für Populisten. Aber die gibt es ja schon überall.
Chantal Mouffe: Für einen linken Populismus. Aus dem Englischen von Richard Barth. Suhrkamp Verlag, Berlin 2018. 111 Seiten, 14 Euro.
Philip Manow: Die politische Ökonomie des Populismus. Suhrkamp Verlag, Berlin 2018. 160 Seiten, 16 Euro.
Aufregend wird Manows Buch,
wenn er zeigt, wie die Politik
der EU die Konflikte verschärft
Chantal Mouffes Kampfschrift
igelt sich in der Komfortzone
linker Gewissheiten ein
Freiheit beginnt mit Basta-Sagen: Wo stehen die Gelbwesten auf der Landkarte des Populismus?
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»Die Politische Ökonomie des Populismus ist keine Apologie des Populismus. Was Manow zeigt, ist, dass man es weniger mit einer Krankheit als mit einem Symptom zu tun hat. Einem Symptom, das zeigt, wie schlecht man gewappnet ist für eine Globalisierung, von der man doch abhängig ist.«
Mladen Gladić, der Freitag 04.01.2019