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Kriege, Konflikte, Terrorismus, Cyberangriffe, zunehmende Bedrohungen - die Welt wird immer unsicherer. Doch eine Debatte darüber, was das für unsere Sicherheitsbehörden bedeutet, hat bis heute nicht stattgefunden. Gerhard Schindler, von 2011 bis 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), fordert eine breite öffentliche Diskussion darüber, was die Sicherheitsdienste dürfen sollen. In seiner aktiven Zeit hat erlebt, wie durch unzählige Verwaltungsvorschriften aus dem Geheimdienst eine Verwaltungsbehörde gemacht wurde, statt die Kompetenzen und Aufgaben des Dienstes den…mehr

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Produktbeschreibung
Kriege, Konflikte, Terrorismus, Cyberangriffe, zunehmende Bedrohungen - die Welt wird immer unsicherer. Doch eine Debatte darüber, was das für unsere Sicherheitsbehörden bedeutet, hat bis heute nicht stattgefunden. Gerhard Schindler, von 2011 bis 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), fordert eine breite öffentliche Diskussion darüber, was die Sicherheitsdienste dürfen sollen. In seiner aktiven Zeit hat erlebt, wie durch unzählige Verwaltungsvorschriften aus dem Geheimdienst eine Verwaltungsbehörde gemacht wurde, statt die Kompetenzen und Aufgaben des Dienstes den Herausforderungen der Zeit anzupassen. Denn bürokratische Vorgaben sind eine verzagte und die falsche Antwort der Politik auf die drängende Frage: Wie viel Freiheit und wie viel Sicherheit wollen wir?

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  • Produktdetails
  • Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg.
  • Seitenzahl: 256
  • Erscheinungstermin: 12.10.2020
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783843724395
  • Artikelnr.: 59289311
Autorenporträt
Gerhard Schindler war von Dezember 2011 bis Juni 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes. Er war der erste, der in einer Transparenzoffensive regelmäßig Journalisten zum Gespräch eingeladen hat und die Decknamen von bereits öffentlich bekannten BND-Standorten austauschen liess. Gerhard Schindler ist Mitglied der FDP und gilt als Fachmann für kriminelle und terroristische Netzwerke, IT-Sicherheit und Computerkriminalität.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 13.10.2020

Kulttage im Kanzleramt
Der frühere BND-Präsident Gerhard Schindler durfte seine Erinnerungen nicht veröffentlichen. Nun schreibt er über den deutschen Sicherheitsapparat
Das Schicksal von Büchern hänge von der Auffassungsgabe seiner Leser ab, hat der lateinische Grammatiker Terentianus Maurus einst geschrieben: „Pro captu lectoris habent sua fata libelli.“ Und manchmal entzündet sich die Fantasie der Leser an Werken, die zwar erscheinen sollten, aber nie erschienen sind. „Erinnerungen an den Bundesnachrichtendienst“ lautete der Titel eines 284 Seiten starken Buchmanuskripts, das der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, in jahrelanger Arbeit gefertigt hatte. Ein Buch über das Innenleben des deutschen Auslandsnachrichtendienstes. Interessant und amüsant. Mehr als das übliche Agentengeschwurbel.
Denn Schindler kann sehr unterhaltsam sein. Er ist jener frühere BND-Präsident, der seine Botschaft an den Dienst, als er Anfang 2012 loslegte, volksnah formulierte: „No risk, no fun“. Aber das Kanzleramt versteht offenbar keinen Spaß, wenn es um Schindler geht. 2016 wurde er mit viel Getöse und gegen seinen Willen in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er war der Präsident der NSA-Affäre, die auch den BND traf, und er galt auch als Kritiker der Flüchtlingspolitik 2015.
Die Erinnerungen, eine Art Memoiren mit kräftigen Spritzern voller Selbstironie, sind nicht erschienen, weil sich vor allem das Kanzleramt querlegte. Das Werk landete zunächst in der Registratur für Geheimes in der Regierungszentrale. Dann wurde ein Großteil des Manuskripts kleinteilig beanstandet. Harmloseste Episoden wurden wie Staatsgeheimnisse behandelt. Verschwiegenheitspflicht! Fast zwei Jahre hat die Überprüfung gedauert. Das kann man auch Schikane nennen. Weil er kein Prozesshansel ist, hat Schindler auf rechtliche Schritte verzichtet und sich gleich wieder ans Schreiben gemacht.
In diesen Tagen kommt Schindler mit einem anderen Werk auf den Markt: „Wer hat Angst vorm BND?“ Eine Streitschrift darüber, dass man mehr Mut beim Kampf gegen die Bedrohungen des Landes brauche. Die Stellen, die nicht vom Kanzleramt markiert waren, durfte er natürlich für das neue Buch verwenden. Aber die sind wirklich harmlos. Ein Beispiel: Dass dienstags im Kanzleramt beim Treffen der Spitzen der Geheimdienste mit hochrangigen Regierungsvertretern Essen gereicht wurde, hat Schindler immer schon gestört. Das durfte stehen bleiben. Der Rest über diese Treffen aber nicht. „Dienstag ist Kulttag“ stand im markierten Manuskript in der Überschrift. Jetzt steht das mit dem Kult im Text.
Was will Schindler? Mehr Respekt und Wertschätzung für Leute, die sich um die Sicherheit im Lande kümmern. Mehr Diskussionen über den Wert der Sicherheit an sich. Mehr Mut in der Politik, wenn es um Sicherheit geht. Er lobt den alten Otto Schily, Wolfgang Bosbach kommt auch vor. Aber die Neuen trauen sich nicht oder interessieren sich nicht wirklich – abseits der Sonntagsreden, die immerzu gehalten werden. So sieht das Schindler.
Der Titel des Buches kann etwas in die Irre führen. Auf dem Cover steht zwar groß BND, aber den Platz habe der Auslandsnachrichtendienst „stellvertretend für alle anderen Sicherheitsbehörden“ gefunden, schreibt Schindler im Vorwort. „Viele Eindrücke und Erfahrungen habe er eben „als Präsident des Bundesnachrichtendienstes gewonnen“. Es ist also kein Buch über den BND geworden. Der Schriftsteller Friedrich Hebbel hat über einen ähnlich ambitionierten Zeitgenossen wie Schindler mal gesagt: „Der brüstet sich mit dem Zügel, hat aber nicht das Pferd“. Das steht, fest angebunden, im Stall des Kanzleramts.
Schindler, Jahrgang 1952, ist eigentlich immer ziemlich schneidig gewesen: Er war Fallschirmjäger, er ist Oberleutnant der Reserve, er war Beamter im Bundesgrenzschutz und hat dann eine respektable Karriere im Bundesinnenministerium hingelegt. Präsident des BND war zweifelsohne die Krönung. Der Spezialist für Terrorabwehr, IT und Cyberwar ist seit 1971 Mitglied der FDP. Die Zeit hat ihn mal einen „Staatsliberalen“ genannt, was für einen Anhänger des Freidemokraten Karl-Hermann Flach ziemlich komisch ist. In der Eifel saß er im Gemeinderat. Ein leidenschaftlicher Befürworter der Transparenz ist er auch noch. Wer ihn mit einem Etikett versieht, kann sich also leicht irren.
Zur Zukunft der Sicherheitsarchitektur Deutschlands macht Schindler etliche Vorschläge. Die wichtigsten in Kürze:
Der Bundesnachrichtendienst soll aus der Fachaufsicht des Kanzleramts herausgelöst und dem Verteidigungsministerium unterstellt werden. Nicht ganz neu ist der Vorschlag, aber vermutlich richtig.
Die Nachrichtendienste sollten – vergleichbar mit dem Wehrbeauftragten – einen Beauftragten des Bundestages bekommen. Ähnliches hat für den BND schon der frühere Geheimdienstchef Hansjörg Geiger gefordert.
Bundeskriminalamt und Bundespolizei sollten zusammengeführt werden. Da bräuchte es einen überaus tüchtigen Präsidenten, der das hinbekommt.
Die Zuständigkeit für die nachrichtendienstliche Terrorismusbekämpfung soll für In- und Ausland beim Bundesamt für Verfassungsschutz gebündelt werden. Dieser Vorschlag wird vermutlich schon am Desinteresse der Politik scheitern.
Anders als die Erinnerungen stammt das Analyse-Buch aus diesem Jahr. Das hat auch den Vorteil, dass Schindler auf Corona verweisen kann: Was diese Krise gezeigt habe, sei „die breite Akzeptanz für eine Einschränkung von persönlichen Freiheiten. (. . .) Lasst uns gerne darüber streiten, wie viel Freiheit und wie viel Sicherheit wir wollen“.
HANS LEYENDECKER
Gerhard Schindler: Wer hat Angst vorm BND? Warum wir mehr Mut beim Kampf gegen die Bedrohungen unseres Landes brauchen. Eine Streitschrift. Econ-Verlag, Berlin 2020. 256 Seiten, 22 Euro.
Einige Passagen, die nicht
beanstandet worden waren,
tauchen im neuen Buch auf
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Hier plaudert einer aus dem Nähkästchen, nämlich Rezensent Hans Leyendecker, weil es Schindler nicht durfte, sein Erinnerungsbuch aus der Zeit als Chef des BND hat das Kanzleramt einkassiert. Deshalb habe er nun ein Buch vorgelegt, das mehr mit Analyse und politischen Forderungen zur Reform zu tun habe - und die meisten davon scheint der Kritiker gutzuheißen. Überhaupt warnt er davor, das "Schneidige" in Schindlers Lebensweg für sein einziges Charakteristikum zu halten, beispielsweise sei er immer auch ein Anhänger transparenter Prozesse gewesen. Der Schluss lässt einen dann allerdings ein wenig stocken: Hat die Corona-Krise wirklich gezeigt, dass wir alle gerne Freiheitseinschränkungen hinnehmen? Schindler fordert zur Diskussion darüber auf - und mit ihm Leyendecker.

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