Zensur im modernen deutschen Kulturraum - Müller, Beate (Hrsg.)

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Censorship as a transhistorical phenomenon is a communicative process in which ideologically motivated, authoritarian attempts to assert control over what can be publicly communicated leads to reactions on the part of culturally creative agents and their recipients. The dispute over communication, publicity and power is a 'social game' involving gambits with a common tradition from the Vormärz to the GDR, despite the major differences in political complexion. This is true of such things as legitimacy discourses on the part of censors, esthetic practices employed by authors subject to…mehr

Produktbeschreibung
Censorship as a transhistorical phenomenon is a communicative process in which ideologically motivated, authoritarian attempts to assert control over what can be publicly communicated leads to reactions on the part of culturally creative agents and their recipients. The dispute over communication, publicity and power is a 'social game' involving gambits with a common tradition from the Vormärz to the GDR, despite the major differences in political complexion. This is true of such things as legitimacy discourses on the part of censors, esthetic practices employed by authors subject to censorship, and the market opportunities open to those censored.
Zensur als transhistorisches Kulturphänomen ist ein kommunikativer Prozeß, bei dem ideologisch motivierte autoritäre Steuerungsversuche dessen, was öffentlich kommuniziert und rezipiert werden darf, zu Reaktionen auf seiten der kontrollierten Kulturschaffenden und Rezipienten führen: Der Streit um Wort, Öffentlichkeit und Macht ist ein "Gesellschaftsspiel", dessen Schachzüge vom Vormärz bis zur DDR trotz großer politischer Unterschiede Tradition haben. Dies gilt z.B. für Legitimationsdiskurse der Zensurträger, für ästhetische Praktiken zensierter Autoren und für Marktchancen des Zensierten.
  • Produktdetails
  • Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur Bd.94
  • Verlag: Niemeyer, Tübingen
  • Reprint 2014
  • Erscheinungstermin: 1. Januar 2003
  • Deutsch
  • Abmessung: 229mm x 156mm x 14mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783484350946
  • ISBN-10: 3484350946
  • Artikelnr.: 12206154
Inhaltsangabe
Inhalt: Beate Müller
Über Zensur: Wort
Öffentlichkeit und Macht. Eine Einführung. - Jörn Leonhard
»... der heilige Eifer des Bücherkastrierens«? Wandel und Widerspruch politischer Zensur im deutschen Vormärz bis 1848. - Jutta Nickel
Die Grammatik der guten Sitten. Zensur als stilbildendes Moment in »Ludwig Börne. Eine Denkschrift von Heinrich Heine«. - Wolfgang Schopf
Die Revolution in Paris
der Zensor in Rom und die Schere im Kopf: Heinrich Heine auf dem Index und in den vatikanischen Geheimarchiven. - Ulrich Dittmann
Fürsorgliche Zensur: Eingriffe in die Texte Adalbert Stifters und ihre Konsequenzen. - Andreas Höfele
>Goebbels in reverse?Faustballett< »Abraxas« (1948) in der Bayerischen Staatsoper. - Joachim Walther
Der fünfte Zensor: das MfS als letzte Instanz. - Colin Riordan
»Der Roman ist für einen Nachdruck in der Demokratischen Republik nicht zu empfehlen«: Uwe Johnson und die Zensur in Ost und West. - Michael Westdickenberg
»... somit würde man die Darstellung abschwächen
daß dogmatisches Verhalten
Karrieristentum
Fehler im Justizapparat gesetzmäßig wären.« Die Zensur von Prosaliteratur der DDR in den sechziger Jahren am Beispiel von Manfred Bielers Roman »Das Kaninchen bin ich«. - Holger Brohm
Der andere Text: Zum Status von Zensur und Selbstzensur in Franz Fühmanns Trakl-Essay »Vor Feuerschlünden«. - Beate Müller
Hinter verschlossenen Türen auf der Bühne deutsch-deutscher Öffentlichkeit: Publikationsgeschichten über Jurek Beckers verbotenen Roman »Schlaflose Tage«. - David Robb
Zwischen Zensur und Förderung: Das Liedertheater Karls Enkel in der DDR.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Der von Beate Müller herausgegebene Band "Zensur im modernen deutschen Kulturraum" versammelt eine Reihe von Beiträgen zu einer "Phänomenologie der Zensur", berichtet der "rh." zeichnende Rezensent. Im Mittelpunkt stehen dabei Phänomene der Zensur in der Mitte des 19. Jahrhunderts (etwa bei Ludwig Börne und Heinrich Heine) sowie in den Jahrzehnten der Nachkriegszeit in der DDR und der BRD (etwa bei Uwe Johnson, Franz Fühmann und Jurek Becker). Der Rezensent weist allerdings darauf hin, dass sich die meisten Beiträge mit Zensur-Mechanismen und -Phänomenen im SED-Staat befassen. Insbesondere Joachim Walthers Beitrag über das Ministerium für Staatssicherheit hat dem Rezensenten gefallen. Walther beschreibe das Regime der SED-Diktatur als "letzte (Zensur-)Instanz" mit einem Zensursystem, in dem die totale und vor allem die perfekte, die individuell verinnerlichte Zensur herrschte.

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